Sekundäre Pflanzenstoffe
Informationen aus der Naturheilpraxis René Gräber
Sekundäre Pflanzenstoffe – natürliche Schutzstoffe für Herz, Immunsystem und Zellgesundheit
Es gibt eine stille Medizin, die jeder Mensch täglich einnehmen kann – ohne Rezept, ohne Nebenwirkungen, direkt auf dem Teller. Die Rede ist von den sekundären Pflanzenstoffen.
Inhaltsverzeichnis
ToggleFür Pflanzen sind sie Überlebensstrategien: Schutz vor Fressfeinden, Lockstoffe für Bestäuber, Signale zur Abwehr von Konkurrenz. Für uns Menschen sind sie weit mehr: biologische Schutzschilde, die das Immunsystem stabilisieren, Entzündungen hemmen, den Stoffwechsel regulieren und sogar Krebszellen im Wachstum bremsen können.
Warum uns sekundäre Pflanzenstoffe so sehr betreffen
Wir leben in einer Zeit, in der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes die häufigsten Todesursachen darstellen. Medikamente können Symptome lindern – die Ursachen verändern sie selten. Sekundäre Pflanzenstoffe dagegen wirken an der Wurzel: Sie greifen in die Regulation von Enzymen, Hormonen und Immunreaktionen ein. Sie neutralisieren freie Radikale, verhindern die Oxidation von LDL-Cholesterin, senken Blutdruck und Blutzucker – und das in Synergie, nicht isoliert.
Forscher kennen inzwischen rund 100.000 sekundäre Pflanzenstoffe, von denen etwa 10.000 in Obst und Gemüse enthalten sind. Schon geringe Mengen können messbare Effekte auf unsere Gesundheit haben. Aber: Die durchschnittliche Aufnahme liegt bei nur etwa 1,5 Gramm täglich – viel zu wenig. Deshalb lautet eine der klarsten Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wie auch der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE): Essen Sie mehr frisches Gemüse und Obst.
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Wichtige Gruppen und ihre Wirkung im Alltag
Carotinoide – Schutzstoffe in kräftigen Farben
Carotinoide sind die Pigmente, die Karotten orange, Tomaten rot, Paprika gelb und Kürbis leuchtend machen. In Pflanzen schützen sie vor UV-Strahlen und oxidativem Stress – im Körper wirken sie genauso.
Einige wie Beta-Carotin sind Vorstufen von Vitamin A, das für Immunsystem, Haut und Sehkraft unverzichtbar ist. Andere, etwa Lycopin (Tomaten) oder Lutein und Zeaxanthin (grünes Blattgemüse), wirken unabhängig: Lycopin schützt vor Prostatakrebs und Herzkrankheiten, Lutein und Zeaxanthin lagern sich in der Netzhaut ein und beugen altersbedingter Makuladegeneration vor.
Praxis-Tipp: Carotinoide werden besser aufgenommen, wenn sie erhitzt und mit Fett kombiniert werden (z. B. Tomatensauce mit Olivenöl, Karottensalat mit einem Schuss Leinöl).
Flavonoide – Farbstoffe mit Heilwirkung
Flavonoide gehören zu den Polyphenolen und sind für viele Pflanzenfarben verantwortlich: violette Anthocyane in Blaubeeren und Rotkohl, gelbe Pigmente in Zitrusfrüchten oder rote in Äpfeln.
Sie sind antioxidativ, entzündungshemmend, gefäßschützend und verbessern die Funktion des Endothels (der Gefäßinnenhaut). Studien zeigen, dass regelmäßiger Verzehr von flavonoidreichen Lebensmitteln den Blutdruck senkt, die Elastizität der Gefäße verbessert und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall reduziert.
Besonders spannend: Anthocyane verbessern nachweislich die Gedächtnisleistung und schützen Nervenzellen – interessant für die Prävention von Demenz.
Praxis-Tipp: Jeden Tag Beeren essen (frisch oder tiefgekühlt), grünen Tee trinken, regelmäßig Äpfel, Trauben und Rotkohl in die Ernährung einbauen.
Phenolsäuren – unterschätzte Schutzstoffe aus Vollkorn
Phenolsäuren stecken vor allem in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Leinsamen und Nüssen. Sie sind starke Radikalfänger und können DNA-Schäden verhindern. In epidemiologischen Studien wird der hohe Konsum von Vollkornprodukten mit einem niedrigeren Risiko für Darmkrebs in Verbindung gebracht – ein Effekt, den Forscher zum Teil den Phenolsäuren zuschreiben.
Praxis-Tipp: Weißmehlprodukte möglichst durch Vollkorn ersetzen, regelmäßig Leinsamen und Hülsenfrüchte essen. Über Weißmehl kann man natürlich streiten, auch über Weizen, Gluten usw. Dazu hatte ich hier mehr geschrieben: Weizen-Unverträglichkeit? Weizen-Allergie? Alles Lüge? und Glutenintoleranz – Fakten, Hype oder Humbug?
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Glucosinolate – scharfe Verteidiger gegen Krebs
Glucosinolate sind schwefelhaltige Substanzen in allen Kohlsorten, Senf und Meerrettich. Im Körper werden sie zu Senfölen umgewandelt, die antibakteriell, antiviral und antikanzerogen wirken.
Besonders Brokkoli ist intensiv untersucht: seine Glucosinolate senken nachweislich das Risiko für Darm-, Lungen- und Prostatakrebs. In der Krebsprävention gehören Kreuzblütler daher zu den wichtigsten Nahrungsmitteln.
Praxis-Tipp: Kohl nicht zu stark erhitzen, da die Glucosinolate hitzeempfindlich sind. Brokkoli kurz dämpfen oder leicht anbraten – so bleibt der Schutzstoffgehalt erhalten. Ich esse Brokkoli am liebsten auch „roh“ in einem Salat zusammen mit Apfel und einer Paprika.
Bioorganische Sulfide – Heilkraft von Knoblauch & Zwiebeln
Diese Schwefelverbindungen sitzen in Lauchgewächsen wie Zwiebeln, Knoblauch und Porree. Sie wirken wie natürliche Antibiotika, hemmen Entzündungen, senken den Cholesterinspiegel und reduzieren die Thrombosegefahr.
Studien zur „Mittelmeerdiät“ zeigen, dass gerade der hohe Konsum von Knoblauch und Zwiebeln einen wichtigen Beitrag zu ihrem herzschützenden Effekt leistet.
Praxis-Tipp: Knoblauch möglichst frisch verwenden und erst kurz vor dem Essen zerkleinern, damit die aktiven Schwefelverbindungen entstehen.
Saponine – schäumende Krebshemmer
Saponine erkennt man an ihrem schäumenden Effekt beim Schütteln von Hülsenfrüchten oder Quinoa. Sie sind natürliche Antimykotika (Antipilzmittel). Zudem zeigen diese enorme krebshemmende Eigenschaften!
Das bekannteste Saponin ist Glycyrrhizin aus Süßholz (Lakritz), das entzündungshemmend wirkt.
Praxis-Tipp: Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, Bohnen) regelmäßig essen – sie liefern nicht nur Saponine, sondern auch Eiweiß, Ballaststoffe und Mineralien. Mein Favorit seit einigen Jahren:
Phytosterole – natürliche Cholesterinsenker
Phytosterole ähneln chemisch dem Cholesterin und blockieren im Darm dessen Aufnahme. Das senkt Gesamt- und LDL-Cholesterin messbar. Reichlich enthalten sind sie in Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten und Pflanzenölen.
Praxis-Tipp: Jeden Tag eine kleine Handvoll Nüsse essen. Leinöl oder Rapsöl zum Salat verwenden.
Phytoöstrogene – sanfte Pflanzenhormone
Phytoöstrogene binden an Östrogenrezeptoren und wirken wie ein mildes Östrogen. Sie lindern Wechseljahrsbeschwerden, schützen vor Osteoporose und senken das Risiko für hormonabhängige Tumoren. Gleichzeitig haben sie antioxidative Eigenschaften und wirken gefäßschützend.
Besonders reich sind Soja, Linsen, Kichererbsen und Leinsamen. Studien zeigen, dass asiatische Frauen mit traditionell hoher Sojaaufnahme deutlich seltener an Brustkrebs erkranken.
Praxis-Tipp: Tofu, Tempeh, Sojamilch oder Leinsamen regelmäßig einbauen.
Monoterpene – Duftstoffe mit Wirkung
Monoterpene gehören zu den ätherischen Ölen – Menthol in Pfefferminze, Limonen in Zitrusfrüchten oder Thymol im Thymian. Sie haben antikanzerogene Eigenschaften, regulieren den Cholesterinstoffwechsel und sind stark antioxidativ.
Praxis-Tipp: Gewürzkräuter frisch verwenden, Zitrusschalen abreiben (Bioqualität), Pfefferminztee trinken – schon kleine Mengen liefern wertvolle Monoterpene.
Wie Sie mehr davon bekommen
- Vielfalt auf dem Teller: Essen Sie so bunt wie möglich – jede Farbe steht für eine andere Gruppe von Pflanzenstoffen.
- Täglich frisch: Rohkost, Beeren, Kräuter, Salate – je weniger verarbeitet, desto besser.
- Gezielte Auswahl: Tomaten (Lycopin), Brokkoli (Glucosinolate), Knoblauch (Sulfide), Beeren (Anthocyane) – diese gehören regelmäßig auf den Speiseplan.
- Kombination nutzen: Olivenöl steigert die Aufnahme von Carotinoiden aus Tomaten oder Karotten erheblich.
Fazit
Sekundäre Pflanzenstoffe sind keine Randerscheinung, sondern einer der entscheidenden Gründe, warum eine pflanzenreiche Ernährung vor chronischen Erkrankungen schützt. Sie sind die leisen Helfer, die Tag für Tag in unseren Zellen wirken – solange wir sie mit der Nahrung zuführen.
Mein Rat nach über 25 Jahren Praxiserfahrung: Machen Sie Gemüse, Obst, Kräuter und Gewürze zum Kern Ihrer Ernährung. Sie brauchen dafür keine Pille, kein teures Präparat – sondern einfach nur den konsequenten Griff zu naturbelassenen Lebensmitteln.
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