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Vitamin D – Formen, Vorkommen und Bedarf

Informationen aus der Naturheilpraxis René Gräber

René Gräber
René Gräber

Vitamin D – Formen, Vorkommen und Bedarf

In diesem Grundsatzartikel geht es um das Vitamin D. Zunächst einige Fakten, danach die entscheidende Frage: “Wo bekomme ich Vitamin D her?” und dann noch die Fragen zur Unterversorgung und zur angeblichen “Überversorgung”.

Hauptaufgabe des Vitamins D ist die Regulierung des Calcium- und Phosphat-Spiegels. Damit hat der Vitalstoff wichtige Funktionen für den Knochenaufbau.

Vitamin D3 (Cholecalciferol) ist die Form des Vitamins D, das in allen nicht-pflanzlichen Eukaryonten wie dem Menschen physiologisch präsent ist. Im Körper hat es die Funktion eines Prohormons, das über eine Zwischenstufe in das Hormon Calcitriol umgewandelt wird.

Diese Aktivierung erfolgt in der Leber und der Niere.

Seit Neuestem weiß man aber auch, dass das Vitamin in anderen Geweben aktiv autokrine Funktionen hat, die Zelldifferenzierung, Apoptose (Programmierter Zelltod), Immunmodulation und Kontrolle hormonaler Systeme einschließt. Nachgewiesen ist auch, dass Vitamin D vermittels des Calcium-Haushaltes die Zellproliferation hemmt. Damit wird eine Zellentartung und mithin Krebserkrankungen unwahrscheinlicher.

Mögliche Symptome einer Unterversorgung

Die Folgen einer Mangelversorgung sind daher vielfältig. Eine noch diskrete Unterversorgung hat zunächst eine allgemeine Schwäche und Leistungsabfall, Kopfschmerzen und Konzentrations-Probleme zur Folge. Das klassische Syndrom der regelrechten Hypovitaminose ist die Rachitis bei Kindern.

Zunächst leiden sie als Babys ab dem dritten Monat an Gedeihstörungen, Nervosität, Hitzewallungen und einer typischen Glatze am Hinterkopf. Im vierten Monat leiden die Kleinen an Muskelschwäche und einem aufgetriebenen Bauch („Froschbauch“).

Zuerst am Schädelknochen tritt dann eine Knochenerweichung (Kraniotabes) auf und der zu niedrige Calcium-Spiegel verursacht Muskelkrämpfe.

Der Kopf verformt sich zu einem annähernd quadratischen Schädel (Caput quadratum) und an den Rippen wölben sich Verdickungen hervor. Die Beinknochen können nicht gerade wachsen, sondern verbiegen sich zu „O-Beinen“. Auch die Zahnentwicklung verläuft nicht regulär.

Vitamin-D-Mangel bei Erwachsenen

Wird der Normwert des Vitamins zwischen 30 und 50 µg/l unterschritten, nimmt der Darm zu wenig Calcium auf. Bei Erwachsenen führt dies zu verringerter Knochendichte (Osteomalazie) mit der Folge eines gesteigerten Fraktur-Risikos. Eine weitere Konsequenz der beeinträchtigten Knochen ist Muskelschwäche. Nach langjährigem, unbehandelten Verlauf der Hypovitaminose können sich auch die Beine verkrümmen. Die optimale Konsistenz der Knochen ist nur dann sichergestellt, wenn die Konzentration von 25-OH-Vitamin-D 40 µg/l beträgt.

Die Vitaminmagel ist aber nicht nur für die Knochen bedrohlich. Die Unterversorgung beutet auch ein erhöhtes Risiko für Autoimmunerkrankungen (Multiple Sklerose, Morbus Crohn, Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2, Systemischen Lupus erythematodes etc.), Infektionen der Atemwege, Hypertonie, Osteopenie und Osteoporose, kardiovaskuläre Erkrankungen sowie für das metabolische Syndrom, allgemein erhöhte Sterblichkeit, Muskelschwäche und Fibromyalgie.

Auffällig ist auch das höhere Auftreten einiger Krebsformen in nördlichen Breitengraden. Dies betrifft Tumore im Dickdarm, Brust, Prostata und Eierstöcken sowie das Hodgkin-Lymphom. Parallel dazu ist nachgewiesen, dass unterhalb eines Spiegels von 20 µg/l Vitamin D das Risiko für Dickdarm-, Brust- und Prostata-Krebs um bis zu 50 % erhöht ist. Bei weniger als 12  µg/l Vitamin D ist bei Frauen die Wahrscheinlichkeit, an Dick- und Enddarmkrebs zu erkranken sogar um über 250 % höher als bei normgerechter Versorgung mit dem Vitalstoff.

Einer deutschen Studie mit 10.000 Teilnehmern zufolge erhöht sich bei einem niedrigen Vitamin-D-Gehalt die Gefahr, an Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Atemwegserkrankungen zu sterben, deutlich.

Supplementationen mit Vitamin D oberhalb von 400 (0,01 mg), deutlicher noch bei über 600 I.E. (0,015 mg), reduzieren das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken um rund die Hälfte.

Eine finnische Langzeitstudie belegt auch den Zusammenhang zwischen Vitamin D und Diabetes. Die Untersuchung zeigt, wie eine Supplementierung von 2.000 I.E. Vitamin D im ersten Lebensjahr eine spätere Erkrankung an der Stoffwechselstörung verhindern kann. In 30 Folgejahren war die Inzidenz von Diabetes Typ 1 um 80 % niedriger als ohne die Vitalstoffgabe. Eine andere Studie belegt, dass 800 I.E. Vitamin D einen Diabetes Typ 2 um ein Drittel unwahrscheinlicher machen, als dies bei einer Gabe von nur 400 I.E. der Fall ist.

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Formen und Synthese des Vitamin D

  • Vitamin D1 – Verbindung von Ergocalciferol (D2) und Lumisterol
  • Vitamin D2 – Calciferol, bzw. Ergocalciferol
  • Vitamin D3 – Cholecalciferol
  • Vitamin D4 – 22,23-Dihydroergocalciferol, die gesättigte Form von D2
  • Vitamin D5 – Sitocalciferol.

Der größte Teil des Vitamin-D-Bedarfs wird durch Sonnenbestrahlung gedeckt. Das gilt aber nur unter günstigen Bedingungen wie in der warmen Jahreszeit und Insolations-reichen Regionen. In der Mittagszeit (12:00 bis 13:00 Uhr) ist die Haut-Resorption der UV-B-Strahlung am höchsten. Zudem ist die biologische Nutzung der energiereichen Wellen vom Haut-Typ abhängig. US-Forscher haben festgestellt, dass ein Mensch mit dem Haut-Typ III in Miami im Juli um 12:00 Uhr ein Viertel seiner Hautoberfläche 3 Minuten lang der Sonne aussetzen muss, um 400 IE Vitamin D3 zu produzieren.

Für die optimale Tagesmenge von 1.000 IE sind 6 Minuten erforderlich. Noch längere Expositions-Zeiten sind in weiter nördlich gelegenen Regionen nötig. Wie viel Sonneneinstrahlung jeder Mensch unter welchen Bedingungen braucht, ist kaum genau zu definieren.

Deswegen plädieren die Wissenschaftler für Ergänzungs-Präparate mit Vitamin D3. In den nördlichen Zonen der Erde ist bei der Mehrheit der Menschen nach dem Winter ein Vitamin-D-Mangel feststellbar. Das betrifft schätzungsweise 1 Milliarde Menschen, wobei die Bewohner von Pflegeheimen besonders betroffen sind. Sogar im Sommer können Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor die Eigensynthese blockieren, weil zu wenig UV-B-Strahlung die Haut erreicht.

Die Folgen von zu wenig Sonne für den Knochenbau zeigt eine Studie, die sich mit der Häufigkeit des Oberschenkelhalsbruches in verschiedenen Klimazonen befasst. Demnach beträgt die Inzidenz dieses Ereignisses in Singapur nur einem Zehntel des Wertes von Oslo und Schweden.

Wegen der Möglichkeit zur Eigen-Synthese des Körpers ist Vitamin D per Definition eigentlich kein Vitamin. Diese definieren sich als Substanzen, die vom Körper nicht selbst hergestellt werden können, die aber essenziell für sein Funktionieren sind.

Die Vorstufen des Vitamin D werden indes vom Körper selbst produziert (Provitamin 7-Dehydrocholesterol). Die Bezeichnung „Vitamin“ hat eher historische Gründe.

Da die Substanz endogen synthetisiert wird und da seine Wirkung sich nicht nur auf den Syntheseort beschränkt, sondern andere Gewebe ebenfalls umfasst, hat sie mehr den Charakter eines Prohormons.

In der Haut des Menschen ist 7-Dehydrocholesterol in ausreichend hoher Konzentration im Stratum spinosum und basale vorhanden. Durch einfallendes UV-Licht entsteht eine photochemische Reaktion, in deren Verlauf Prävitamin D3 entsteht.

Über Zwischenschritte entsteht Vitamin D3, das im Blut an das Vitamin-D-bindende Protein gekoppelt und zur Leber geführt wird. Dort wird es zu 25(OH)Vitamin D3 hydroxyliert.

Da hohe Konzentrationen an Cholecalciferol toxisch sind, muss der Körper sich vor einer extensiven Produktion schützen, indem er vermehrt Melanin bildet, das in der Lage ist, UV-Strahlung zu resorbieren. Es kommt zu dem Bräunungseffekt durch Sonneneinstrahlung.

Der 7-Dehydrocholesterolgehalt nimmt mit zunehmenden Alter ab, ebenso die Fähigkeit, Vitamin D3 zu bilden. Diese Fähigkeit sinkt auf ca. ein Drittel eines 20-Jährigen.

Es bedarf in der Regel nur einer kurzen, intensiven Sonnenbestrahlung der Haut mit hohem UV-B-Anteil, um eine mehr als ausreichende Menge an Vitamin D3 zu erzeugen.

Etwa 12 Minuten sind ausreichend für einen jungen, hellhäutigen Menschen, um 250 bis 500 Mikrogramm (10.000 – 20.000 IE) zu produzieren. Die tägliche Erhaltungsdosis liegt bei 200 bis 500 IE. Dunkelhäutige Menschen benötigen für den gleichen Effekt eine Bestrahlung von zwei Stunden.

Falls Sie sich noch immer die Frage stellen: Welches Vitamin D Präparat ist denn das Beste? So schauen Sie mal in meinen Beitrag: Vitamin D Präparate im Test.

Und bevor ich es vergesse: Wie Sie die volle “Wirkung” von Vitamin D entfalten, beschreibe ich in meinem Büchlein dazu: Vitamin D – Eine einfache Lösung für viele Gesundheitsprobleme.

Funktion und Aufgaben im Körper

Nach seiner Hydroxylierung in der Leber zu Calcidiol (25(OH)Vitamin D3) wird das Vitamin wieder an das Vitamin-D-bindende Protein gebunden und zurück in den Blutkreislauf geschickt.

Es hat die Funktion eines Vitamin-D-Speichers, der notwendig ist, um Produktionsspitzen und –pausen abzupuffern. Gelangt es ins Zielgewebe, wird es zu Calcitriol aktiviert, welches den eigentlich aktivierenden Liganden für den Vitamin-D-Rezeptor darstellt.

Calcitriol wirkt in den Zellen der Zielorgane wie ein Steroidhormon. Dort wird es an ein intrazelluläres Rezeptorprotein gebunden und von dort in den Zellkern transportiert. Im Zellkern kommt es zu einer Assoziation von Vitamin-Rezeptor-Komplex mit der DNA, was die Transkription von hormonsensitiven Genen beeinflusst.

Vitamin D ist in einem Regelkreis zwischen Knochen, Nieren und Schilddrüse eingebunden. In diesem Rahmen sorgt das Steroid für eine dem Bedarf angemessene Konzentration von Calcium und Phosphat.

Bei einem Mangel an Phosphat signalisiert Vitamin D der Niere, die Ausscheidung des Minerals zu drosseln. Der Weg dieser Reizübertragung geht über die Nebenschilddrüse. Diese Hormondrüse schüttet weniger Parathormon aus, das die Rückresorption von Phosphat hemmt.

Daraufhin steigt der Phosphat-Spiegel an. Gleichzeitig sinkt die Calcium-Konzentration, weil das Parathormon dessen Rückresorption in der Niere fördert.

Umgekehrt bewirkt eine Erhöhung der Parathormon-Ausschüttung einen Anstieg der Calcium- und eine Erniedrigung der Phosphat-Konzentration.

Bei hohem Calcium-Spiegel sezerniert die Schilddrüse Calcitonin. Dieses Hormon bewirkt den Einbau des Erdalkalimetalls in die Knochen. Sinkt die Calcium-Konzentration daraufhin zu stark ab, setzten die Nieren aktives Vitamin D frei, wodurch die Resorption von Calcium im Darm gesteigert wird.

Über den Zusammenhang und die Bedeutung von Vitamin D und Magnesium berichte ich hier: Vitamin D und Magnesium

Schützt Vitamin D vor Erkältungen?

Viele Jahre galt die Auffassung, dass Vitamin C die beste Vorsorge gegen Erkältung und Co sei. Neuere Erkenntnisse der Forschung haben diese lang angenommene Theorie jedoch widerlegt und sehen das Vitamin D durchaus als effektiv an.

Wie US-amerikanische Mediziner unter der Leitung von Dr. Adit Ginde von der University of Colorado in Denver herausgefunden hatten, sinkt die Wahrscheinlichkeit an einem grippalen Infekt zu erkranken bei ausreichender Menge von Vitamin D im Blut. Zu diesem Zweck wurde der Vitamin D Gehalt von 19.000 Testpersonen untersucht.

Diese Studie ergab, dass die Erkältungswahrscheinlichkeit von Personen mit geringer Menge Vitamin D im Blut bis zu 40 Prozent höher war als bei den Probanden mit ausreichendem Vitamin D Gehalt. Demnach stärkt ein optimaler Vitamin-D-Wert das Immunsystem. Man darf gespannt sein, ob weitere klinische Tests das Ergebnis der Studie bewahrheiten können.

Im Zusammenhang mit der Corona-Krise im Jahr 2020 rückte auch das Vitamin D diesbezüglich in den Blickpunkt. In meinen Beiträgen:

hatte ich ausführlich Stellung dazu genommen.

Nahrungsaufnahme und Bedarf

Bisherige Empfehlungen zur Vitamin-D-Aufnahme waren aufgrund eines statistischen Fehlers viel zu niedrig angesetzt. Daher ist in vielen Darstellungen noch ein veralteter Tagesbedarf angegeben.

Infolge des Fehlers sollten heute zehnmal höhere Werte gelten als früher. Darauf wiesen die Entdecker des Irrtums schon 2014 hin (Dr. Garland von der University California/San Diego und Dr. Heaney von der Creighton University in Omaha/Nebraska).

Demnach beläuft sich der Tagesbedarf an Vitamin D3 für einen durchschnittlichen Erwachsenen und Kinder auf 7.000 IE (Internationale Einheit). Das entspricht 175 µg Vitamin D3.

Wenn der Vitamin-D-Spiegel unter 20 µg/l abgesunken ist, sollte für 2 Monate eine Supplementierung von 20.000 I.E pro Woche erfolgen. Ist die Konzentration danach auf nur 30  µg/l gestiegen, wird die Therapie noch weitere 2 Monate fortgesetzt. Oft liegt dann ein Mangel an Sonnenlicht zugrunde, sodass diese Supplementierung auf Dauer beibehalten werden soll.

Denn die körpereigene Vitamin-D-Synthese reicht für die Sicherstellung der Versorgung nicht immer aus, auch wenn der Körper auf den gespeicherten Vitalstoff zurückgreifen kann.

Vitamin D3 ist primär enthalten in Fettfischen, Innereien, Pilzen, Eiern und Milchprodukten. 100 g Sardinen liefern rund 10 µg und dieselbe Menge Forelle 22 µg.

1 Hühnerei beinhaltet 3 µg Vitamin D. Diese Lebensmittel enthalten auch genügen Fett, das zur Resorption des fettlöslichen Vitamins benötigt wird.

Wo bekomme ich mein Vitamin D her?

Vier Varianten der optimalen Versorgung mit Vitamin D

1. Sonne tanken

Wenn die Sonne bei klarem Wetter mehr als 45 Grad hoch am Himmel steht, sendet sie uns so viel UV-B Strahlung, dass unser Körper über die unbedeckte Haut selbst große Mengen des so wichtigen Vitamin D produzieren kann. Bei flach stehender Sonne ist der Weg der Sonnenstrahlen durch die dämpfende Atmosphäre so groß, dass gerade die UV-B Anteile des Frequenzspektrums immer stärker gefiltert werden.

Der oben erwähnte 45-Grad-Winkel ist allerdings nicht als starre Grenze zu verstehen, sondern ein sehr weicher, kontinuierlicher Durchgang, der sich zum Beispiel durch eine längere Exposition in gewissem Rahmen ausgleichen lässt. An einem wolkenlosen Sommertag kann die Sonne um die Mittagszeit, je nach Hauttyp, innerhalb eines Zeitraums von fünf bis 30 Minuten, zu einer Produktion von mehr als 15.000 Einheiten Vitamin D führen.

Bitte beachten Sie dabei:

  • Sonnenbrand unbedingt vermeiden
    Helle Hauttypen sollten sich mit kürzeren Expositionszeiten in der Sonne zufriedengeben. Sie produzieren trotzdem genügend Vitamin D.
  • Sonnencreme oder Sonnenöl ist kontraproduktiv
    Dadurch gelangt kaum noch UV-B-Strahlung in die oberen Hautschichten und eine Vitamin-D-Produktion wird damit fast vollständig

2. Vitamin-D-Versorgung durch Nahrungsmittel

Auch mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährungsweise ist eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Vitamin D, die Rede ist hier von ungefähr 3.000 Einheiten pro Tag, leider nicht garantiert. Die wenigen Produkte mit nennenswerten Mengen an Vitamin D wie zum Beispiel Leber sind meistens mit toxischen Stoffen belastet.

3. Besuche des Sonnenstudios

Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Sonnenstudios verfügen leider nur über ein begrenztes Wissen über die Resilienz unserer Haut in Abhängigkeit vom Hauttyp gegenüber ultravioletter Strahlung, das heißt, die Beratung, die Sie dort bekommen können, ist oftmals nicht nur lückenhaft, sondern sogar falsch. Und das kann gefährlich werden. Bei zu häufiger und zu langer Verweildauer auf einer Sonnenbank kann es durchaus zu Hautkrebs kommen. Dabei ist der geringe Anteil der von Solarienröhren emittierten UV-B-Strahlen hinreichend für eine erforderliche Eigenproduktion in der Haut.

4. Hochdosierte Vitamin-D-Präparate

Ich rate meinen Patienten dazu, im Winterhalbjahr zwischen Oktober und April 3000 bis 5000 I.E. (Internationale Einheiten) eines gut bewährten Vitamin-D-Präparats einzunehmen. Meine eigene Wahl fällt dabei auf „Vitamin D3K2 Öl von Dr. Jacobs“ zum Preis von etwa 20 Euro. Bereits ein Tropfen davon enthält circa 800 I.E.. Das Mittel bekommen Sie in der Apotheke, im Reformhaus oder im Internet.

Hypovitaminose – Unterversorgung

Eine tägliche Vitamin-D3-Zufuhr bis zu 175 µg gilt heute als sicher. Eine Mangelversorgung bedingt Rachitis bei Kindern und Osteomalazie bei Erwachsenen.

Bei mangelnden Serumkonzentrationen versucht der Organismus, dies durch Erhöhung des Parathormonspiegels zu kompensieren. Andere mögliche systemische Auswirkungen eines Vitamin-D3-Mangels sind eingangs erörtert worden.

Hypovitaminosen kommen auch bei Resorptions-Störungen des Darmes vor, wenn gleichzeitig zu wenig UV-Exposition erfolgt. Einige Medikamente wie Antiepileptika und Magensäureblocker können die Aufnahme des Vitalstoffes hemmen und so ein Defizit auslösen.

Ursache können daneben Leber- und Nieren-Funktions-Störungen sein, bei denen die Aktivierung von Vitamin D3 nicht mehr in ausreichendem Maße stattfindet. Mangel-Symptome entstehen auch bei erblich bedingen Krankheiten, die dazu führen, dass der Körper die Vitamin-D3-Signale nicht erkennen kann.

Dann liegt zwar genügend Vitamin D3 vor, ist aber für den Körper nutzlos. Der Arzt hat nach einem Gespräch mit dem Patienten einen ersten Verdacht. Bildgebende Verfahren geben Aufschluss über den Zustand des Skelettes und durch eine Blutuntersuchung wird der Vitamin-D-Spiegel ermittelt.

Dann stellt sich die Frage, ob  und welche Erkrankungen die Hypovitaminose verursacht haben oder ob zu wenig Sonnenlicht oder falsche Ernährung vorliegt. Als Soforthilfe erhält der Patient Vitamin-D-Präparate, aber auch Calcium- und Phosphat-Supplementationen.

Etwaige Erkrankungen des Darmes, der Leber oder Nieren müssen behandelt werden. Bei Kleinkindern ist eine prophylaktische Gabe des Vitalstoffes zu erwägen. Dasselbe gilt für Frauen jenseits der Wechseljahre.

Hypervitaminose – Überversorgung

Oder: Ist zu viel Vitamin D schädlich?

Dosierungen von täglich über 1.000 µg bei (entspricht 40.000 IE) führen zu einem erhöhten Calcium-Spiegel (Hyperkalzämie), Dadurch sind die Nieren überfordert und es droht ein akutes Nierenversagen.

Die Patienten sind kraftlos, psychisch verändert und leiden starken Durst sowie quälendes Jucken. Hinzu kommen Herzrasen, Herz-Rhythmus-Störungen und Muskelschwäche. Die Kranken können sogar ins Koma fallen, ein Fünftel dieser Menschen verstirbt an daran.

Lebensmittel oder Sonnenlicht kann dies nicht auslösen. Die Vitamin-D-Hypervitaminose ist immer durch übertriebene Supplementierungen bedingt, die sofort zu unterbinden sind. Allerdings darf ich hinzufügen, dass diese Symptome extrem selten sind und man schon sehr viel Vitamin D über mehrere Monate zuführen müsste um dorthin zu gelangen.

In meinem Beitrag “Die zwei Vitamin D Probleme” gehe ich darauf etwas näher ein.

Im Beitrag: Vitamin D bei Brustkrebs komme ich zum Schluss: “Es gibt kein giftiges Vitamin D.” Seine Giftigkeit (seitens der Drohmedizin) besteht in der Theorie in Dosierungen weit jenseits der 100 Nanogramm pro Milliliter Grenze, die praktisch nicht zu verwirklichen sind; in der Praxis jedoch in Dosierungen von weit unterhalb der 50 Nanogramm Grenze, die sich als ein signifikant erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen äußern.

Sogar die einmalige Gabe von 300.000 I.E. hatte bisher nie zu Komplikationen geführt. Lediglich Blutwerte oberhalb von 150 µg/l führen zu einem gefährlich erhöhten Calcium- und Phosphat-Spiegel, die Nierensteine oder eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse zur Folge haben kann.

Fazit

Zum Vitamin D geistern extrem viele Halbwahrheiten herum. Jeder scheint etwas anderes zu erzählen. Und die Warnungen vor dem Vitamin D sind auch reichlich vorhanden. Auf diese “Warnungen” gehe ich in folgenden Beiträgen ausführlicher ein, die sie sich unbedingt ansehen sollten:

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den “5 Wundermitteln” an:

Kleine Anmerkung: Die Sache mit den “5 Wundermitteln” ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 15.06.2021 aktualisiert.

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  1. Avatar
    Dr. Jutta Birch-Voss

    21. April 2021 um 17:41

    Sehr geehrter Herr Gräber!
    Hoffentlich gehen Sie in Ihren Beiträgen zu VitD auch auf die polymorphen Veränderungen des VitD -Rezeptors und des VitD -Bindungsproteins ein.
    Sie werden in den meisten Studien gar nicht berücksichtigt.
    Ist der Rezeptor nur schwach wirksam , benötigen wir viel VitD, wirkt er besonders stark, benötigen wir wenig. Interessant , dass bei Brustkrebs-Patientinnen schon vor Jahren schwach wirksame Rezeptoren gefunden worden waren, dann kann VitD seine antiproliferative Wirkung auf Brustkrebs-Zellen nur unzureichend ausüben!
    Ist das VitD- Bindungsprotein zu hoch ( genetisch gesteuert), kann nur wenig Vit D wirken, diese Menschen brauchen mehr!
    Ist es zu niedrig (wie z.B. bei den Farbigen) brauchen diese Menschen wenig Vit D. Klug von Mutter Natur die Farbigen so auszustatten, wirkt doch ihr stark ausgeprägtes Melanin der VitD -Bildung in der Haut durch Blockade des UV-Strahlung entgegen.
    Es müsste immer das sogenannte freie VitD bestimmt werden, um einen korrekten VitD-Spiegel im Blut abgeben zu können.
    Danke für viele gute Beiträge, die leider nicht immer faire Formulierungen und faire Beurteilungen von Pharmaindustrie und Medizinern enthalten. Wir Mediziner sind seit vielen Jahren zu Herbalmedizinern erzogen worden und beharren nicht auf schulmedizinischem Wissen!
    Mit freundlichen Gruß
    Dr. Jutta Birch-Voss , Frauenärztin

    Antwort René Gräber:
    Ja, im Buch gehe ich darauf ein, wie man die Rezeptorbndungsfähigkeit erhöhen kann 🙂

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