Pflanzenstoffe

Was ist Fisetin? Hier wissenschaftlich fundiert und bewertet

Informationen aus der Naturheilpraxis René Gräber

René Gräber
René Gräber

Bei Fisetin handelt es sich um ein pflanzliches Flavonol aus der Gruppe der Polyphenole[i], welches in vielen Pflanzen zu finden ist. Hier hat es die Aufgabe als gelber Farbstoff. Aber auch Früchte und Gemüse enthalten Fisetin. Hier eine kleine Liste mit Mengenangaben (in Mikrogramm pro Gramm):

  • Erdbeeren – 160
  • Äpfel – 26
  • Kaki – 10,6
  • Zwiebeln – 4,8
  • Lotos Wurzeln – 5,8
  • Weintrauben – 3,9
  • Tomaten – 0,1

Welche Bedeutung hat Fisetin?

Lebensverlängerung und gesundheitliche Effekte

Wie eine Reihe anderer Polyphenole, zum Beispiel Resveratrol[ii], ist Fisetin in der Lage, Sirtuin zu aktivieren. Die Aktivierung von Sirtuin bewirkt eine Lebensverlängerung bei einer Reihe von Organismen.

Für den Menschen gibt es hier (noch) keine direkten Belege, dass die Aktivierung von Sirtuin zu einer Lebensverlängerung führen könnte. Es gibt aber Belege, dass eine Reihe von „üblichen“ Erkrankungen in diesem Zusammenhang verhindert beziehungsweise therapiert werden können.

Und in diesem Beitrag habe ich gezeigt, dass auch Fasten Sirtuin aktiviert und damit genau die gleichen Effekte bewirkt wie Resveratrol und, wie wir noch sehen werden, Fisetin:

In diesem Zusammenhang gibt es eine Studie[iii] aus dem Jahr 2018, in der zehn verschiedene Flavonoide getestet wurden. Testobjekte waren Mäuse, bei denen Alterungsparameter unter Gabe der verschiedenen Flavonoide beobachtet wurden. Zusätzlich wurde im Labor menschliches Fettgewebe in ähnlicher Weise untersucht.

Von den zehn getesteten Flavonoiden zeigte Fisetin die deutlichste Wirksamkeit in Bezug auf Reduzierung von Alterungserscheinungen. Die Beobachtungen wurden sowohl bei den Mäusen als auch bei dem menschlichen Gewebe gemacht. Bei den Mäusen, vor allem bei den älteren, zeigte sich ein positiver gesundheitlicher Effekt.

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Krebserkrankungen

Im Jahr 2013 zeigten Forscher aus den USA[iv], dass Fisetin die Aktivitäten von mTor blockiert. Die Bedeutung dieses Vorgangs hatte ich in einem weiteren Beitrag vor längerer Zeit beschrieben:

mTor ist an der Regulierung des Zellzyklus beteiligt, dessen Kontrollpunkte durch eine Aktivierung von mTor/TORC1 abgeschaltet werden. Resveratrol, Fisetin und auch Fasten sind in der Lage, mTor zu deaktivieren und damit die Kontrollpunkte zu aktivieren, was zu einer Verminderung von schadhaften Zellen bei der Zellteilung führt. Und diese Verringerung von schadhaften Zellen senkt gleichermaßen das Risiko für maligne Zellen, für deren Beseitigung in erster Linie das Immunsystem zuständig ist.

Ein Beispiel hierfür zeigt eine Arbeit[v] aus dem Jahr 2022, in der beschrieben wird, wie Fisetin eine Apoptose bei menschlichen Hautkrebszellen induziert. Die Autoren konnten zeigen, dass Fisetin die Zellteilung der Hautkrebszellen unterband, und zwar am Kontrollpunkt von G0 zu G1, der aktiviert eine Fortführung der Zellteilung zu diesem Zeitpunkt verhinderte. Stattdessen löste dieser Zellteilungsstopp eine Apoptose aus, die damit eine Vermehrung der Krebszellen verhinderte.

Eine Arbeit[vi] aus 2014 zeigt, dass Polyphenole, wie Fisetin, entzündungsfördernde Substanzen, wie zum Beispiel TNF (Tumornekrosefaktor), neutralisieren. Die Autoren sagen hier, dass TNF und verwandte entzündungsfördernde Zytokine eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der meisten chronischen Erkrankungen, wie Krebs, Arthritis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurologische Erkrankungen, Morbus Crohn, metabolische Erkrankungen etc., spielen. Von daher sehen sie Polyphenole als potente therapeutisch wirksamen Substanzen gegen pro-inflammatorische Erkrankungen.

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Neurologische Erkrankungen

2015 untersuchte eine amerikanische Forscherin[vii] den Einfluss von Fisetin auf die Alterung von Nervenzellen und Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Sie stellte fest, dass Fisetin nicht nur direkte antioxidative Eigenschaften besitzt, sondern auch den intrazellulären Gehalt an Glutathion erhöht.

Dazu aktiviert Fisetin Wachstumsfaktoren, die eine Regeneration der Nervenzellen vorantreiben. Sie kommt zum Schluss, dass eine Vielzahl an Aktivitäten seitens Fisetin dazu geeignet ist, Alterungsprozesse im zentralen Nervensystem und im Gehirn aufzuhalten.

Eine indische Studie[viii] von 2021 bezeichnet Fisetin in seiner Einleitung als „potentielles Wunder-Molekül“ bei der Behandlung von verhaltensneurologischen und kognitiven Störungen. Weiter stellt die Arbeit fest, dass Fisetin bei präklinischen Studien zu neurodegenerativen Erkrankungen hatte zeigen können, dass die Substanz positive Effekte ausübt bei Alzheimer, vaskulärer Demenz, Schizophrenie, Parkinson, ALS, Huntington-Krankheit, Schlaganfall, Hirnverletzungen und altersbedingten Veränderungen.

Potent ja, aber mit vielen Nebenwirkungen?

Substanzen mit guten Wirkungen haben auch viele Nebenwirkungen; solche ohne Nebenwirkungen wirken kaum. Das ist ein alter Leitspruch der Pharmakologie. Wie es aussieht, scheint er nur für synthetische Substanzen zu gelten. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Bei natürlichen Produkten ist die Regel, dass effektive natürliche Substanzen nur dann Nebenwirkungen mit sich bringen, wenn sie im Übermaß zugeführt werden. Von daher ist eine ausreichende Zufuhr von Fisetin über Obst und Gemüse mit keinerlei Nebenwirkungen verbunden.

Anders könnte es aussehen, wenn Nahrungsergänzungsmittel zum Einsatz kommen, da diese meist höhere Konzentrationen der Substanz aufweisen. Allerdings gibt es hier keine Hinweise auf Nebenwirkungen, auch nicht bei höheren Dosen. Im Gegenteil: Es gibt Hinweise darauf, dass Fisetin in der Lage ist, die Nebenwirkungen von Chemotherapeutika abzufedern.[ix]

Eine Studie[x] aus dem Jahr 2018 untersuchte den Einsatz von Fisetin als Nahrungsergänzungsmittel bei Patienten mit Dickdarmkrebs. Hier hatten die Patienten in der Verumgruppe 100 mg Fisetin täglich erhalten, ohne dass Nebenwirkungen beobachtet werden konnten.

In Bezug auf Kinder und Schwangere gilt jedoch auch hier der Grundsatz, dass aufgrund fehlender Studien zu dieser Frage von einem Einsatz abgeraten werden sollte.

Fisetin kann unter Umständen die Wirksamkeit von sogenannten blutverdünnenden Medikamenten erhöhen. Das Gleiche gilt auch für Diabetes-Medikamente und deren Wirksamkeit, sodass hier eine Absprache mit dem Hausarzt ratsam ist.

Tägliche Bedarf und Dosierung

Die tägliche Aufnahme von Fisetin über Nahrungsmittel liegt im Durchschnitt bei 0,4 mg, während Supplemente wesentlich höhere Mengen enthalten. Wie viel Fisetin der Mensch benötigt oder ob er überhaupt Fisetin benötigt, darüber gibt es nur bestenfalls Tierstudien, weshalb es auch keine allgemeine Dosierungsempfehlungen gibt.

Die meisten Nahrungsergänzungsmittel empfehlen 100-500 mg pro Tag. Die zuvor erwähnte Dickdarmkrebs-Studie setzte 100 mg pro Tag ein. Es gibt Nahrungsergänzungsmittel mit 1400 mg Kapseln, wobei hier aber zu fragen ist, ob derartig hohe Tagesdosen über einen längeren Zeitraum angebracht sind. Studien dazu gibt es, wie gesagt, nicht.

Dazu kommt auch noch die Frage, ob es sinnvoll ist, Fisetin täglich einzunehmen. Einige Anbieter von Fisetin-Supplementen mit hohen Dosierungen empfehlen, die Kapseln nur an einigen Tagen pro Monat einzunehmen. Eine tägliche Einnahme sollte 500 mg nicht überschreiten.

Da Fisetin nur schlecht resorbiert wird, empfiehlt es sich die Substanz mit einer fetthaltigen Mahlzeit einzunehmen. Einige Supplement-Anbieter sind dazu übergegangen, Fisetin mit fetthaltigen Substanzen beziehungsweise Ölen anzubieten, um die Bioverfügbarkeit zu erhöhen.

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Quellen:

Dieser Beitrag wurde am 10.01.2023 erstellt.

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