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Vitamin C

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Vorkommen, Wirkung und Bedarf

Vitamin C ist ein gut wasserlösliches Vitamin in Festform mit saurem Geschmack. Chemisch gesehen ist es eine organische Säure, deren Salze Ascorbate genannt werden.

Von den vier stereoisomeren Formen ist nur die L-Ascorbinsäure biologisch aktiv. Ascorbinsäure ist leicht oxidierbar und wirkt somit als Reduktionsmittel und Antioxidans innerhalb und außerhalb der Zellen. Vitamin C ist ein Sammelbegriff für die L-Ascorbinsäure und deren Derivate mit vergleichbarer physiologischer Wirksamkeit.

Aufgrund seiner leichten Oxidierbarkeit ist Vitamin C ein starkes Reduktionsmittel. Beim Reduktionsvorgang gibt das Vitamin Molekül-Wasserstoff ab und wird zu Dehydroascorbinsäure (DHA) oxidiert. Dieser Vorgang ist reversibel. Dieses Redoxsystem bedingt die antioxidative Potenz des Vitamins. Aufgrund seiner Wasserlöslichkeit und seines ausgeprägten Redoxpotentials sind Vitamin C und seine Derivate an einer Reihe von enzymatischen Prozessen beteiligt, zum Beispiel an der Kollagen- und Katecholaminsynthese und der Hydroxylierung von Steroiden.

Während die meisten Primaten in der Lage sind, Vitamin C selbst zu synthetisieren, haben Menschen, Menschenaffen und Meerschweinchen über Genmutation diese Fähigkeit verloren. Sie sind auf eine exogene Zufuhr des Vitamins angewiesen.

Antioxidationsschutz

Ein Antioxidationsschutz besteht hauptsächlich in der Fähigkeit einer Substanz, als Radikalenfänger (free radical scavenger) wirksam zu sein. Freie Radikale, meist ungesättigte Sauerstoffverbindungen wie H2O2, sind äußerst aggressiv und attackieren bevorzugt die Lipidschichten der Zellmembranen. Bei einer ausreichend hohen Radikalenkonzentration führt dies zur Zerstörung der betroffenen Zelle.

Ein Antioxidans ist in der Lage, diese Radikale durch Abgabe eines Elektrons zu neutralisieren. Damit ist die Zelle vor weiterem oxidativen Stress geschützt. Freie Radikale sind darüber hinaus auch in der Lage, bis zum Zellkern vorzudringen und genetische Veränderungen zu bewirken, die in Richtung von Krebserkrankungen zeigen. Oxidativer Stress wird inzwischen als integraler Bestandteil der Onkogenese angesehen.

Vitamin C ist in der Lage, die DNA vor solchen Schäden zu bewahren. Seine antioxidativen Charakteristika kommen der zellulären und der humoralen Immunabwehr zugute.

Es unterstützt in einer engen biochemischen Wechselwirkung das Vitamin A, das Vitamin E und die Cartinoide. So kann Vitamin C das Vitamin E (Tocopherol) in seiner Radikalform regenerieren zu Tocopherol mit antioxidativer Wirkung. Auf diese Weise übt Vitamin C einen gewissen "Recycling-Effekt" bzw. einen Vitamin-E-sparenden Effekt aus.

Hydroxylierungsreaktionen

Bei der Hydroxylierung kommt die oxidierte Form des Vitamin C zum Einsatz, die Dehydroascorbinsäure. Sie dient als Elektronenakzeptor. In dieser Eigenschaft dient sie als Cofaktor bei der Kollagenbiosynthese, die Hydroxyprolin und Hydroxylysin aufbaut. Diese Proteinoide sind notwendig für die Stabilisierung der Primärstruktur der Haut. Wundheilung sowie Wachstum von Knochen, Knorpel und Dentin sind von diesem Mechanismus abhängig. Vitamin C stimuliert über die Reduktion von drei-wertigem Eisen zu zwei-wertigem Eisen die Transkription von Kollagen in den Fibroblasten.

Der Abbau von Cholesterol zu Gallensäure wird ebenfalls über eine ascorbinabhängige Hydroxylierung bewirkt. Ebenso ist die Synthese der Glukokortikoide in der Nebenniere ascorbinsäureabhängig. Vitamin C ist auch bei der Überführung der Folsäure in seine aktive Form, der Tetrahydrofolsäure beteiligt. Verschiedene Aminosäuren und deren Stoffwechsel basieren auf der Dehydroascorbinsäure. Gleiches trifft für die Katecholaminbiosynthese zu.

Neben der Bedeutung für die Carnitin-Biosynthese und neuroendokrinale Hormone, kommt dem Vitamin C eine bedeutende Entgiftungskapazität zu. So ist es in der Lage, aus Nahrungsmittelnitrit entstandene Nitrosamine zu neutralisieren und so den Organismus vor hepatotoxischen und kanzerogenen Prozessen zu schützen.

Glykolisierung von Proteinen

Die Glykolisierung von Proteinen, wie beim HbA1, ist eine Verzuckerung von Eiweißen, die die Proteine unbrauchbar macht. Durch kompetitive Hemmung der Aminogruppe der Proteine kann Vitamin C diesen Prozess verhindern. Diabetiker, die in der Regel hohe Konzentrationen an HbA1 aufweisen, profitierten von einer intensiven dreimonatigen Supplementation von 1 Gramm pro Tag: Das HbA1 sank um 16% und die Fructosamine um 33%. Dies lässt die Vermutung zu, dass Vitamin C in ausreichend hohen Dosierungen diabetische Spätschäden verhindern kann.

Wirkung von Vitamin C bei Erkältungen

Neue Studien haben bestätigt, dass Vitamin C die Dauer einer Erkältung tatsächlich reduzieren kann. Eine Studie kam zu dem Ergebnis, ein Gramm des Vitamins pro Tag könne die Erkältungsdauer halbieren.

Eine andere Studie stellte immerhin eine Reduzierung der Erkältungsdauer um acht Prozent bei Erwachsenen und 18 Prozent bei Kindern fest. Besonders gut wirkt Vitamin C anscheinend bei Menschen, die die Erkältung während großer körperlicher Belastungen entwickeln (vgl. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23440782).

Vitamin C bei Krebserkrankungen im Endstadium

Untersuchungen deuten darauf hin, dass Vitamin C bei Krebserkrankungen im Endstadium das Leben deutlich verlängern kann. Dazu müssen hohe Dosen des Vitamins intravenös verabreicht werden. Es sind mehrere Fälle dokumentiert, in denen die Patienten nach einer solchen Vitamin-C-Gabe weit über die Erwartung der Ärzte hinaus überlebten. Bei In-vitro-Untersuchungen zeigte sich, dass bestimmte Dosen Vitamin C für Krebszellen toxisch, für gesunde Zellen jedoch ungefährlich waren. (Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16567755)

Einen Mechanismus, der hier eine Rolle spielt, konnten Wissenschaftler bereits identifizieren. Bekannt war, dass Krebszellen auch deswegen so vital und schnell wachsend sind, weil sie gegen Hypoxie (Sauerstoffmangel) weniger empfindlich sind als gesunde Zellen. Die malignen Zellen produzieren den Hypoxie-induzierten Faktor (HIF-1) im Überschuss.

Dieses Protein hat unter anderem zwei Effekte: Es fördert die Synthese glykolytischer Enzyme und steigert damit die anaerobe Stoffwechselrate. Zweitens induziert der HIF-1 das Wachstum neuer Kapillaren im Ursprungsort seiner Entstehung, hier im Tumor, der dann besser durchblutet ist. In Tierversuchen konnten Forscher zeigen, dass Krebszellen im Wachstum deutlich gehemmt werden, wenn sie hohen Vitamin-C-Dosen ausgesetzt sind. Askorbinsäure fängt die freien Radikale ab, die der HIF-1 für seine Aktivität benötigt.      
(Quelle: https://www.sciencedaily.com/releases/2007/09/070910132848.htm)

Ursache für die verstärkte Exprimierung des HIF-1 in Tumor-Zellen sind Mutationen der Gene KRAS und BRAF. Vitamin C könnte auch die Aktivität der Gene hemmen und so die Krebszellen regelrecht „aushungern“. (Quelle: https://www.docphin.com/research/article-detail/17995915/PubMedID-26541605/Vitamin-C-selectively-kills-KRAS-and-BRAF-mutant-colorectal-cancer-cells-by-targeting-GAPDH

Vorkommen

Vitamin C kommt vor allem in Obst und Gemüse vor. Da es nicht hitzebeständig ist, sinkt sein Gehalt beim Kochen, aber auch beim Trocknen und bei der Lagerhaltung. Zitrusfrüchte enthalten besonders viel Vitamin C. Von den Gemüsearten hat Grünkohl den höchsten Gehalt.

Der tägliche Bedarf liegt bei 100 bis 150 mg, obwohl diese Werte noch diskutiert werden.

Einnahme von Vitamin C – viel hilft nicht unbedingt viel

Bei Erkältungen, hohem Blutdtruck oder großem Stress kann es sehr nützlich sein, höhere Dosen Vitamin C einzunehmen. Das Problem ist nur: Der Körper kann keine großen Mengen Vitamin C auf einmal speichern. Alles, was über 200 mg hinausgeht, wird sofort wieder ausgeschieden. Sie könnten die Vitamintabletten also gleich in die Toilette werfen und würden sich dabei noch die Magenkrämpfe und Durchfälle sparen, die bei Dosierungen über 500 mg vorkommen können.

Wenn Sie trotzdem größere Mengen einnehmen wollen – bis zu 1000 mg pro Tag kann sinnvoll sein – teilen Sie die Mengen einfach auf. Gerade bei Stress, Infekten oder hohem Blutdruck leeren sich die Vitamin-C-Speicher im Körper schnell wieder. Wenn Sie vier- bis fünfmal am Tag 200 mg Vitamin C einnehmen, können Sie die Speicher schnell wieder auffüllen, ohne den Körper zu überfordern.

Diese großen Mengen sollten Sie aber trotzdem nur über wenige Tage oder nach der Empfehlung eines Arztes / Ärztin oder eines Heilpraktiker / Heilpraktikerin einnehmen.

 

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 22.01.2017 aktualisiert.