Omega-3-Fettsäuren in der Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Bedeutung, Vorkommen und Nutzen

Omega 3-Fettsäuren helfen (auf natürliche Weise) bei Rheuma. Aber diese Fettsäuren sind noch bei viel mehr Erkrankungen und Beschwerden wichtig...

Die organischen Säuren sind in Triglyceride(Fetten) oder Phospholipiden (Lecithine) gebunden und werden im Verdauungs-Prozess abgespalten und resorbiert. Dabei sind die Phospholipide des Krillöles mit ihren Omega-3-Fettsäuren sehr viel besser resorbierbar und sie haben darüber hinaus noch andere Wirkungen und Funktionen.

Omega-3-Fettsäuren kommen auch in anderen Meeresfrüchten wie Fischen vor. Besonders reichhaltig ist ihr Gehalt in fetten Fischen wie Makrele, Lachs, Hering und Thunfisch. Zwei Omega-3-Fettsäuren aus Meerestieren sind besonders wichtig: Eicosapentänsäure (EPA) und Docosahexänsäuere (DHA).

Pflanzliche Öle liefern die α-Linolensäure (ALA), die zu den essentiellen Nährstoffen zählt. Enthalten ist die Omega-3-Fettsäure besonders in Leinsamen, Leinöl und Rapsöl. ALA kann der Stoffwechsel zu EPA und DHA umwandeln, dies geschieht aber nur in mit geringen Umsatzraten im Bereich von 2 % bis 10 %. Deswegen ist der Verzehr von Fisch und besonders Krill-Öl empfehlenswert, um den Bedarf an allen wichtigen Omega-3-Fettsäuren zu decken. Die bessere Bioverfügbarkeit macht Krillöl zum Mittel der Wahl, wenn es um eine optimale Versorgung mit EPA und DHA geht. Die beiden tierischen Omega-3-Fettsäuren sind überwiegend für strukturbildende Funktionen erforderlich, während ALA größtenteils als Energielieferant dient.

EPA und DHA: Die vielfältigen Wirkungen der tierischen Omega-3-Fettsäuren

EPA und DHA gelten als entzündungshemmend und gefäßerweiternd, wodurch sie der Arteriosklerose vorbeugen und Thrombose entgegenwirken. Die tierischen Omega-3-Fettsäuren sollen auch Osteoporose, Parkinson, Autoimmunkrankheiten, und verschiedenen Erkrankungen des Dickdarmes, einschließlich Krebs vorbeugen. Hemmend wirken EPA und DHA auch auf die Entstehung von Diabetes Typ 2, Übergewicht und Fettleber sowie Nierenerkrankungen. Sogar psychische Störungen soll der Konsum der Fettsäuren verhindern helfen.

(Quellen: Deutsch, Luisa, Evaluation of the effect of Neptune Krill Oil on chronic inflammation and arthritic symptoms, J Am Coll Nutr. 2007 Feb;26(1):39-48./ Ierna, M, et. al., Supplementation of diet with krill oil protects against experimental rheumatoid arthritis, BMC Musculoskelet Disord. 2010 Jun 29;11:136. / Ferramosca A, A krill oil supplemented diet reduces the activities of the mitochondrial tricarboxylate carrier and of the cytosolic lipogenic enzymes in rats., A krill oil supplemented diet reduces the activities of the mitochondrial tricarboxylate carrier and of the cytosolic lipogenic enzymes in rats./ Kidd P.M., Omega-3 DHA and EPA for cognition, behavior, and mood: clinical findings and structural-functional synergies with cell membrane phospholipids., Altern Med Rev. 2007 Sep;12(3):207-27./ Zhu J.J., Effects of krill oil on serum lipids of hyperlipidemic rats and human SW480 cells., Lipids Health Dis. 2008 Aug 29;7:30/ Jules Garbus, M.D., colorectal surgeon, Winthrop-University Hospital in Mineola, N.Y.; Arun Swaminath, M.D., director, inflammatory bowel disease program, Lenox Hill Hospital, New York City; Gut, news release, July 19, 2016/ Gigliotti J.C., Consumption of krill protein concentrate prevents early renal injury and nephrocalcinosis in female Sprague-Dawley rats., Urol Res. 2011 Feb;39(1):59-67./ Bloedon, L.T., et al. Flaxseed and cardiovascular risk. Nutr. Rev. 62: 18-27, 2004.)

Die Rolle der Omega-6-Fettsäuren

Auch einige Omega-6-Fettsäuren sind essentiell. Sie sind unter anderem für die Infektionsabwehr, das Wachstum und die Wundheilung nötig sind. Um ihre Wirkungen zu entfalten, werden die Omega-3-Fettsäure und die Omega-6-Fettsäure in unserem Körper jeweils in wichtige Botenstoffe mit hormonellen Eigenschaften (Neurotransmitter) umgewandelt. An diesem Prozess sind allerdings für beide Fettsäuretypen die gleichen Enzyme beteiligt.

Es kommt daher zu einem Konkurrenzdruck: Ist ein Enzym beispielsweise gerade damit beschäftigt, die Omega-6-Fettsäure in spezifische Eicosanoide umzuwandeln, so kann es natürlich nicht gleichzeitig noch eine Omega-3-Fettsäure aufnehmen. Deshalb ist das Verhältnis der beiden Fettsäuretypen zueinander entscheidend, um die hieraus entstehenden hormonellen Botenstoffe in dem gewünschten Gleichgewicht zu halten.

(Quelle:Fragiskos B. et al.: Competition of n-3 and n-6 polyunsaturated fatty acids in the isolated perfused rat heart; Ann Nutr Metab; 1986; 30(5)S. 331-334).

Schließlich konkurrieren die beiden ungesättigten Fettsäuren nicht nur um die gleichen Enzyme, sie gelten auch als Gegenspieler bei verschiedenen Prozessen in unserem Organismus. Während die Omega-6-Fettsäure die Blutgerinnung fördert, wirken Omega-3-Fettsäuren gerinnungshemmend. Die aus Omega-6-Fettsäuren gebildete Arachidonsäure schützt vor Krankheitskeimen, indem sie Entzündungen auslöst. Gleiches geschieht allerdings auch bei Autoimmun-Erkrankungen wie Rheuma, Neurodermitis oder Schuppenflechte.

Omega-3-Fettsäuren wirken hingegen entzündungshemmend und schmerzlindernd. Sie steuern auf diese Weise den oben genannten Erkrankungen wirkungsvoll entgegen.

(Quelle: Adam O. et al.: Anti-inflammatory effects of a low arachidonic acid diet and fish oil in patients with rheumatoid arthritis; Rheumatol Int; 2003; 23(1); S. 27-36).

Auf das Verhältnis kommt es an

Gesunde Menschen sollten bei der Ernährung auf ein ausgewogenes Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren von etwa 4:1 achten.

(Quelle:Booyens J. et al.: Chronic arachidonic acid eicosanoid imbalance: a common feature in coronary artery disease, hypercholesterolemia, cancer and other important diseases. Significance of desaturase enzyme inhibition and of the arachidonic acid desaturase-independent pathway; Med Hypotheses; 1985; 18(1); S. 53-60).

Allerdings nehmen die Deutschen durchschnittlich etwa 10- bis 20-mal mehr Omega-6-Fettsäuren auf, da diese vor allem in tierischen Fetten (Milchprodukte und rotes Fleisch) vorkommen.

Personen, die an Rheuma und anderen schmerzhaft-entzündlichen Erkrankungen leiden, können durch eine vermehrte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren bei gleichzeitiger Omega-6-Fettsäure-armer Ernährung die Krankheitssymptome stark abschwächen und lindern.

Wenn verhältnismäßig große Mengen Omega-6-Fettsäuren aufgenommen werden, ist die ohnehin schon limitierte Umwandlung von ALA zu EPA und DHA zusätzlich gehemmt. Denn diese Umsetzung besorgen die gleichen Enzyme, die auch zur Umwandlung der Omega-6-Fettsäuren gebraucht werden.

Durch eine Verminderung der Omega-6-Fettsäuren in der Nahrung kann demzufolge auch die die Nutzbarkeit der Alpha-Linolensäure verbessert werden. Da aber beispielsweise erhöhte Insulinwerte die nötigen Enzyme ebenfalls hemmen, ist es sinnvoll, die Omega-3-Fettsäuren über die beschriebenen tierischen Öle aufzunehmen.

Beobachtungsstudien zeigen, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den westlichen Ländern, in denen Milchprodukte und Fleisch von Landtieren auf dem täglichen Speiseplan stehen, wesentlich häufiger vorkommen als in ostasiatischen Ländern, in denen stattdessen wesentlich mehr Meeresfisch gegessen wird.

Der Omega-3-Index (Messbarer Anteil der Omega-3-Fettsäuren in den roten Blutkörperchen) beträgt beispielsweise in Japan 11 Prozent, während er in Deutschland lediglich um die 4 Prozent ausmacht.

Die Wahrscheinlichkeit am plötzlichen Herztod zu sterben ist demnach bei einem Omega-3-Index unter 4 Prozent etwa 10-fach höher als bei einem Index-Wert von über 8 Prozent.

Quelle: (Harris W. S. & von Schacky C.: The Omega-3 Index: a new risk factor for death from coronary heart disease? Prev Med; 2004; 39(1); S. 212-220).

Eine andere Studie weist nach, dass die Gefahr des plötzlichen Herztods besonders im Dreijahreszeitraum nach einem Herzinfarkt um 50 % verringert wird, wenn die Patienten 1 g Omega-3-Fettsäuren täglich zu sich nahmen.

(Quelle: NCBI, no Athors listed, Dietary supplementation with n-3 polyunsaturated fatty acids and vitamin E after myocardial infarction: results of the GISSI-Prevenzione trial. Gruppo Italiano per lo Studio della Sopravvivenza nell'Infarto miocardico, 354(9177):447-55., Aug 7, 1999).

Offensichtlich unterstützen Omega-3-Fettsäuren die Heilung der geschädigten Herzmuskel-Areale nach dem Infarkt. Das dokumentiert eine wissenschaftliche Untersuchung an 360 Patienten, deren eine Hälfte ein spezielles Fischöl mit Omega-3-Fettsäuren, die andere ein Placebo erhielt. Nach sechs Monaten konnten 2 signifikante Unterschiede herausgearbeitet werden. Die Gruppe mit Fischöl-Supplementierung zeigte eine bessere Rückbildung des Narbengewebes und ihre Herzleistung war deutlich höher als in der Kontrollgruppe.

(Quelle: Kwong R.Y., et al Effect of omega-3 acid ethyl esters on left ventricular remodeling after acute myocardial infarction" Circulation, 2016).

Forscher beginnen auch zu verstehen, worauf der antisklerotische Effekt der Omega-3-Fettsäuren beruht. Im Verlauf der Sklerotisierung kommt es stets zu chronischen Entzündungen in den Gefäßwänden. Erst das führt zu den lebensgefährlichen Engstellen. Normalerweise ist der Körper durch seine Regulations-Mechanismen in der Lage, Entzündungen zu starten oder zu beenden. Eine Rolle in der Entzündungs-Blockade spielen die sogenannten „Lipidmediatoren“ Resolvin D2 und Maserin 1. Die lokalen Gewebs-Hormone sind Abkömmlinge von Omega-3-Fettsäuren und kommunizieren mit wandernden Makrophagen (Fresszellen, weiße Blutkörperchen). Diese Leukozyten beseitigen („fressen“) Entzündungsherde und können daher auch die Chronifizierung arteriosklerotischer Prozesse unterbinden. Mäuse, denen die Gene für die Bildung der Lipidmediatoren fehlen, leiden an stark voranschreitender Arteriosklerose. Durch die Gabe von Resolvin D2 und Maserin 1 konnten die Wissenschaftler die Arteriosklerose bei den Nager-Mutanten deutlich mildern. Daraus ergibt sich eine Erklärung für die Wirkung der Omega-3-Fettsäuren bei Arteriosklerose und eröffnet Perspektiven für neue Therapie-Ansätze.

(Quelle: Viloa, J. et. al., Resolving Lipid Mediators Maresin 1 and Resolvin D2 Prevent Atheroprogression in Mice, Circulation Research, 16. Aug. 2016)

Zurzeit untersuchen viele Forschergruppen weitere Effekte der Omega-3-Fettsäuren. Während die positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System und rheumatische Erkrankungen als "praktisch gesichert" angenommen werden kann, sind positive Effekt der Omega-3-Fettsäuren bei bestimmten altersbedingten Augenproblemen (Makuladegeneration), Alzheimer und verschiedenen Krebserkrankungen wahrscheinlich.

(Quelle: unter anderem in Freund-Levi Y. et al.: ‘Omega-3 fatty acid treatment in 174 patients with mild to moderate Alzheimer disease: OmegAD study: a randomized double-blind trial; Arch Neurol., 2006; 63(10); S. 1402-1408 und Kuriki K. et al.: Breast cancer risk and erythrocyte compositions of n-3 highly unsaturated fatty acids in Japanese; Int J Cancer; 2007; 121(2); S. 377-385).

Niedrige Omega-3-Werte könnten die Ursache für bipolare Störungen sein

Die bipolare Störung ist eine stark belastende Erkrankung. Bei den Patienten wechseln sich depressive Phasen mit euphorischen Episoden ab. Sogar manische (wahnhafte) Zustände können vorkommen. Eine ausgeglichene Stimmungslage tritt bei den Erkrankten kaum auf. Wie auch bei anderen psychischen Krankheiten diskutieren Ärzte über die Ursachen.
So untersuchten Psychiater der Pennsylvania State University (PSU) den Zusammenhang zwischen der bipolaren Störung und den mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Konkret bestimmten sie den Spiegel der Omega-3- und der Omega-6-Fettsäuren. Dazu untersuchten sie die Parameter von 27 Patienten mit bipolarer Störung und 31 gesunden Menschen. Mit einem Fragebogen ermittelten die Wissenschaftler die Ernährungsgewohnheiten der Studien-Teilnehmer, um die durchschnittliche Menge der Fettsäuren in der täglichen Nahrung der Freiwilligen ab zu schätzen.

Tatsächlich wiesen die Psychiater nach, dass die Patienten mit der psychischen Störung eine geringere Blut-Konzentration der Fettsäuren hatten als die Gesunden. Der chemische Nachweis richtete sich auf die freien Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Denn nur die können die Blut-Hirn-Schranke überwinden, nicht aber die an Proteine gebundene Form. Das untermauert die These der Forscher. Denn die untersuchten ungesättigten Fettsäuren spielen im Gehirn eine wichtige Rolle.

Die langen Kohlenstoff-Ketten der Verbindungen sind Bestandteile der Zellmembranen, die im Zentral-Nerven-System großflächig vorkommen. Außerdem sind die biogenen Säuren wichtig für die Zell-Kommunikation im Nervengewebe. Diese Fakten passen mit den Untersuchungsergebnissen zusammen. Dem widerspricht allerdings, dass Therapien mit einer Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren bei bipolarer Störung fehlschlugen. Ein weiterer Einwand lautet, dass Antidepressiva oft in den Fettsäurestoffwechsel eingreifen. Hier könnten also Ursache und Folge verwechselt werden.

Auch die Studien-Leiterin, Dr. Erika FH Saunders, räumt ein, dass es für Ernährungsempfehlungen für Patienten verfrüht ist. Dr. Saunders veröffentlichte die Ergebnisse ihres Teams im Oktober 2015 im Fachmagazin „Bipolar Disorders“.

Die spezifische Wirkung des Krillöls

Die Omega-3-Fettsäuren des Krillöls gelten als sehr viel wirksamer als die der Fische. Die arktischen Krebschen bauen beispielsweise in ihre Phospholipide vermehrt Cholin ein. Die Vorstufe des Neurotransmitters ist dann im Phosphatidyl-Cholin enthalten und wird beim Verzehr der Meeresfrüchte direkt geliefert und muss nicht vom Körper auf anderem Wege bereit gestellt werden.

Wesentlich in der Betrachtung des Krillöles sind jedoch die Effekte auf den Metabolismus der Zucker und Fette sowie des Cholesterins. Im Tier-Experiment mit Mäusen konnten Wissenschaftler zeigen, dass Krillöl den Glucose- und Fettstoffwechsel in der Leber ankurbelt. Insbesondere in der Regulation der „Zellkraftwerke“, den Mitochondrien, spielen die Omega-3-Fettsäuren des Krillöles eine Rolle. Dies erzielen die Wirksubstanzen wahrscheinlich über die Genexpression. Phospholipde senken einerseits die Cholesterin-Synthese, anderseits sind sie Bestandteile der HDL-Chylomikronen, des (vereinfacht gesagt) „guten“ Cholesterins.

Krillöl ist im Gegensatz zum Fischöl beständiger gegen oxidativen Abbau. Dies bewirkt das hier enthaltene Astaxanthin, eine Antioxidans des Krebsfettes. Besser verträglich sind die Produkte der kleinen Garnelen allemal, weil sie in der Nahrungskette weit unten angesiedelt sind. Daher nehmen die Tierchen weniger belastende Rückstände auf. Krillöl entfaltet alle Wirkungen bereits ab einer Tages-Ration von 2 g.

(Quellen: Ulven, U. M., Metabolic effects of krill oil are essentially similar to those of fish oil but at lower dose of EPA and DHA, in healthy volunteers., Lipids. 2011 Jan;46(1):37-46. doi: 10.1007/s11745-010-3490-4. Epub 2010 Nov 2./Burri, L., Differential Effects of Krill Oil and Fish Oil on the Hepatic Transcriptome in Mice, Front Genet. 2011; 2: 45./Ferramosca, A., Front Genet. 2011; 2: 45., BioMed Research International, Volume 2015 (2015), Article ID 645984, 11 pages/Ferramosca, A., Krill Oil Ameliorates Mitochondrial Dysfunctions in Rats Treated with High-Fat Diet, BioMed Research International, Volume 2015 (2015), Article ID 645984).

Dies zeigt, wie sehr viel wirkungsvoller Krillöl gegenüber dem Fischöl ist. Gar keine Alternative sind halb-synthetische Präparate, die dem natürlichen Produkt angeblich gleichkommen sollen. In Wahrheit ist die Resorptions-Rate im Vergleich zu den biologischen Rohstoffen stark herabgesetzt.

(Quelle: Kresser, C., The definitive fish oil buyer’s guide, May, 24, 2015, chrisskresser.com).

Antioxidantien helfen bei Erkrankungen des Rheumatischen Formenkreises

Aber nicht nur Omega-3-Fettsäuren schützen vor den schmerzhaften Entzündungen. Darüber hinaus wirken sich Antioxidantien, wie etwa Selen, Vitamin C und Vitamin E positiv auf die Krankheitssymptome aus.

(Quelle: Adam O. & Krämer K.: Antioxidanzientherapie bei chronischer Polyarthritis; Med Klein; 1995; 90(Suppl.I); S. 27-31).

Dies hängt unter anderem mit der Bildung der Eicosanoide zusammen. Schließlich entstehen sie aus der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure durch Oxidation. Die Antioxidantien hemmen deren Entstehung, schützen aber gleichzeitig die Membran in den entzündlichen Regionen vor gefährlichen freien Sauerstoffradikalen, die bei der immunologischen Stimulation entstehen.

Gesunde Ernährung bei Rheuma und anderen Autoimmunerkrankungen

Patienten, die an Rheuma oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, an Gürtelrose oder Neurodermitis leiden, müssen nicht direkt zu entzündungshemmenden Medikamenten greifen, die immer mit Nebenwirkungen verbunden sein können.

Um die Arachidonsäure zu reduzieren, sollten Sie Fleisch und Wurst von Ihrem Speiseplan streichen. Für die kalte Küche eignet sich neutrales Pflanzenöl, etwa Olivenöl, während Butter in geringem Maße ebenfalls erlaubt ist. (Fragen Sie mich bitte nicht, was ich von Margarine halte. Die Antwort würde ihnen nicht gefallen.)

Da chronisch Erkrankte das Verhältnis der ungesättigten Fettsäuren hin zu den Omega-3-Fettsäuren erstreben sollten, ist ein hoher Nahrungsanteil an α-Linolensäure besonders wichtig.

Diese Omega-3-Fettsäure ist vor allem in dem angenehm nussig schmeckenden Leinöl enthalten. Bereits bei der Herstellung des Leinöls gibt es große Unterschiede: In einer handgetriebenen Presse schonend gewonnen und frisch eingenommen, enthält es die meisten gesunden Fettsäuren. „Kalt gepresst“ gilt bei Ölen zwar als Gütesiegel, doch darf die Temperatur, die beim Druck des Pressens entsteht, bis zu 120 °C betragen. Omega-3-Fettsäuren werden allerdings bereits bei Temperaturen ab 40 °C zerstört. Selbst Leinsamenöl aus Biomärkten und Reformhäusern ist aber meist stärker erhitzt.

Auch werden fast alle Leinöle mithilfe von Lösungsmitteln gepresst, deren Rückstände wir später mit den Lebensmitteln aufnehmen. Bereits beim Produzenten sollte gutes Leinöl kühl und dunkel gelagert werden, um dann schnellstmöglich zu dem Endverbraucher zu gelangen. Sobald das Öl nicht mehr weich, sondern ranzig schmeckt, sind kaum noch Omega-3-Fettsäuren vorhanden. Daher empfiehlt es sich, das Leinsamenöl innerhalb weniger Wochen aufzubrauchen und nur geringe Mengen einzukaufen.

Sehr gute Anlaufstellen für frisches und schonend gewonnenes Leinöl

Angelika Klüssmann
Wulfsener Str. 1
21442 Tangendorf
Tel. und Fax: 04173-580210
AngelikaKluessmann@t-online.de

Ölmühle Dreyer
Schadeberg 4a
29413 Diesdorf
Tel.: 03902-950160
Fax: 03902-950161

KaVita (www.ka-vita.de)
Horst Gadilhe
Im Thal 4
82377 Penzberg
Tel.: 08856-8974
Fax: 08856-932228
post@ka-vita.de

Öl-Eiweiß-Kost nach Dr. Johanna Budwig

Die von Johanna Budwig zur Vorbeugung und bei bereits bestehenden Krankheiten empfohlene Öl-Eiweiß-Kost macht sich ebenfalls die gesunden Eigenschaften der Omega-3-Fettsäuren zunutze. Die 2003 verstorbene Chemikerin empfahl, Leinöl, Quark und Leinsamen auf den täglichen Speiseplan zu setzen. Denn die Bestandteile des Leinöls, allen voran die α-Linolensäure, verbinden sich ihrer Meinung nach mit schwefligen Aminosäuren, die beispielsweise in Quark enthalten sind, zu einem elektrischen Dipol. Dieser kann in die Zellen und die Mitochondrien (die Kraftwerke der Zellen) eindringen und dort die Zellatmung verbessern.

Quelle: (Budwig J.: Öl-Eiweiß-Kost, Hyperion-Verlag, Freiburg im Breisgau 1965).

Zwar hat Johanna Budwig ihre fleischlose Diät vornehmlich für Krebspatienten entwickelt. Doch zeigt sich, dass bei den meisten Krankheitsprozessen stoffwechselabbauende (katabole) Vorgänge im Körper überwiegen.

Die gebürtige Essenerin vertrat die Theorie, dass hochungesättigte Fettsäuren in Verbindung mit gutem Protein das Gleichgewicht wieder hin zu aufbauenden (anabolen) Stoffwechselvorgängen verschieben. Die Verbindung aus hochwertigem Leinöl und biologisch zertifiziertem Quark oder Joghurt verbessert nicht nur die Stoffwechselaktivität, sondern auch die Nervenfunktion.

Empfehlung, wie Sie Ihren Zellstoffwechsel stärken, um ein Gegengewicht zu chronischen Erkrankungen zu schaffen:

Ein- bis zweimal täglich ein Esslöffel Leinöl in Verbindung mit Magerquark. Eine schadstofffreie Herstellung und Naturbelassenheit sind sowohl beim Leinöl als auch beim Quark wichtig.