Alpha-Liponsäure: Nutzen, Studien und
Anwendung
Der Körper ist täglich vielfältigen Beanspruchungen ausgesetzt, angefangen bei ungesunder Ernährung bis zu
nachhaltig schädigenden Umweltbelastungen. Körperzellen werden durch freie Radikale angegriffen und geschädigt.
Antioxidantien wirken freien Radikalen entgegen: Sie enthalten Vitamine sowie weitere nützliche Nährstoffe, die
in ihrer Gesamtheit in der Nahrung, vor allem in Obst und Gemüse, enthalten sind bzw. durch den Körper selbst
produziert werden. So hält sich das Maß an Zellschädigung in gesunden Grenzen: Krankheitsverläufe können
abgemildert, allgemeine Alterungsprozesse verlangsamt werden.

Auch das Antioxidant Alpha-Liponsäure wird vom Körper in geringen Mengen hergestellt. Den größten Anteil jedoch
nehmen wir über die Nahrung auf: Rotes Fleisch von mit frischem Gras ernährten Rindern sowie Fleisch aus
biologischer Tierhaltung zählt zu den wichtigsten Lieferanten dieses schützenden Stoffes.
Alpha-Liponsäure erfüllt eine Reihe von Funktionen: Sie wirkt nicht nur unmittelbar im Gehirn gegen freie
Radikale, sondern sorgt außerdem für die Regeneration anderer Antioxidantien wie Vitamin C und Vitamin E sowie Glutathion, welches zwar als
Nahrungsergänzungsmittel
erhältlich ist, bei oraler Einnahme aber nur begrenzt vom Körper verwertet werden kann. Zusätzlich gelingt es
der Alpha-Liponsäure, Coenzym Q10 und NAD Nicotinamid-Adenin-Dinucleotid) wieder
aufzubereiten. Auch alle, die regelmäßig trainieren, profitieren von einer individuell dosierten Einnahme.
Alpha-Liponsäure wirkt außerdem entzündungshemmend, hilft beim Abbau von Schwermetallen und kurbelt die
Insulinverarbeitung an. In Russland gab man Patienten, die gerade einen Herz- oder Schlaganfall erlitten hatten, Alpha-Liponsäure auf intravenösem Wege, um eine beschleunigte
Genesung zu erreichen.
Vor allem Diabetiker sprechen gut auf orale Gaben von Alpha-Liponsäure an. Neuropathische Beschwerden wie
Schmerzen, Brennen und Taubheitsempfindungen, wie sie bei der diabetischen Neuropathie,
einer Diabetes-Folgeerkrankung auftreten, können wirksam gelindert werden.
Bereits im Tierversuch zeigten sich Besserungen hinsichtlich Nervenleitgeschwindigkeit und –durchblutung. 2004
ergab eine Analyse von 1.200 Patientendaten, dass neuropathiebedingte Beschwerden nach dreiwöchiger Gabe von
täglich 600 mg Infusion zurückgingen.
Eine weitere Studie an 181 Patienten mit Polyneuropathie im DZZ in Düsseldorf zeigte, dass auch die orale Einnahme von 600 bis 1.800 mg
imstande ist, Beschwerden innerhalb einer fünfwöchigen Behandlung deutlich zurückgehen zu lassen. Das Team um
Prof. Dan Ziegler beobachtete allerdings bei den höheren Dosierungsformen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Schwindelgefühle, die bei einer Gabe von lediglich 600 mg nicht auftraten.
Alpha-Liponsäure kann als auch Nahrungsergänzungsmittel zur Behandlung von Hepatitis C eingesetzt werden. So berichtete der US-amerikanische Mediziner Dr. Burton
Berkson (The Alpha-Lipoic Acid Breakthrough, 1998) in seiner Studie zur Verwendung von Antioxidantien bei
Hepatitis C über durchschlagende Heilerfolge. Berkson verwendete Alpha-Liponsäure (ALS)
zusammen mit niedrigdosiertem Naldextron bei Lupus, rheumatoider Arthritis, entzündlichen muskulären Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen und berichtete
über eine Normalisierung des Zustandes seiner Patienten nach etwa einem Monat der Einnahme. Berkson ist
überzeugt, dass Naldextrone, das üblicherweise in Dosen von 50 bis 300 mg (in Deutschland besser bekannt als
Revia) bei Alkohol- und Drogenabhängigen eingesetzt wird, in niedriger Dosierung (zwischen 3 und 4,5 mg) bei
bösartigen Krebserkrankungen, Arthritis, multipler Sklerose, Morbus Crohn und Parkinson wirkt.
Andere Studien zeigen, dass Alpha-Liponsäure auch die Funktionsweise von für das Immunsystem essentiell
wichtigen weißen Blutkörperchen, den T-Helferzellen, positiv beeinflusst, denn diese sorgen dafür,
dass die körpereigene Immunabwehr passgenau auf eindringende Erreger reagiert.

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