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Sekundäre Pflanzenstoffe

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Sekundäre Pflanzenstoffe: Eigentlich sind diese für kein Gewächs der Erde lebensnotwendig.

Trotzdem produzieren Pflanzen diese Verbindungen, weil sie für das Überleben einen Vorteil bieten.

Was Sie aber wahrscheinlich viel mehr interessiert, ist die Frage: Sind diese Pflanzenstoffe auch für den Menschen interessant?

Aber bevor ich zu dieser Frage komme, erst einmal ein paar andere Sachen...

Synthese und Funktion der sekundären Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe werden in spezialisierten Zellen synthetisiert, die in besondere Strukturen eingebettet sind. Ein Beispiel dafür sind die Öldrüsen in den Blättern des Johanniskrautes.

Die meisten Produkte des sekundären Metabolismus dienen den Pflanzen als Verteidigungswaffen. Sie unterdrücken die Keimung von konkurrierenden Pflanzen in der Umgebung, töten Pilze und Bakterien, vergiften Fressfeinde oder schrecken sie durch unangenehmen Geruch ab.

Manche Aromen sollen aber auch Tiere anlocken, die zur Blütenbestäubung heraneilen oder durch Fruchtfraß die Samen verbreiten. Eine optische Signal-Wirkung geht von den Farbpigmenten der Blüten und Früchte aus.

Unterschiedliche Funktionen

Sekundäre Pflanzenstoffe sind aufgrund ihrer vielfältigen Funktionen ganz unterschiedlicher Natur.

Alkaloide wie Coffein, Nikotin und Atropin (Tollkirsche) sind in ihrer Wirkung für den Menschen zwiespältig. Zwei Seiten haben auch die Digitalis-Glykoside (Fingerhut), die Herzkranken helfen, im Übermaß aber auch töten können.

Viele heilsame Wirkungen haben die wohltuend duftenden ätherischen Öle wie das der Pfefferminze. Zunehmend entdecken Forscher die Schutzfunktionen sekundärer Pflanzenstoffe für den menschlichen Körper.

So hemmt das Kurkumin der Gelbwurz die Krebsentstehung und Carotinoide verhindern oxydative Verfalls-Prozesse. Die Sulfide der Zwiebel wirken antibiotisch wie viele andere sekundäre Pflanzenstoffe auch.

Über 100.000 sekundäre Pflanzenstoffe

Wissenschaftler haben bisher rund 100.000 sekundäre Pflanzenstoffe entdeckt, von denen etwa 10.000 in Obst und Gemüse enthalten sind.

Krebsspezialisten führen zum Beispiel den Schutzeffekt von Obst und Gemüse unter anderem auf diesen "Reichtum" an sekundären Pflanzenstoffen zurück. Die WHO und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen daher einen hohen Anteil vegetarischer Kost. Die derzeit durchschnittliche Aufnahme von etwa 1,5 Gramm sekundärer Pflanzenstoffe sollte deutlich erhöht werden. Grund ist, dass die Bioverfügbarkeit einzelner der biogenen Substanzen teils sehr gering ist.

 

Carotinoide

Carotinoide kennen wir als Pigmente in Karotten, Tomaten, Paprika, Kohl, Zitrusfrüchten, Steinobst sowie Kürbisgewächsen. Einige sind Vorstufen von Vitamin A und gehören damit nicht zu den sekundären Pflanzenstoffen im engeren Sinne. Die meisten Carotinoide haben ausschließlich gesundheitliche Effekte, die nicht auf die Umwandlung zu dem Vitalstoff zurückzuführen sind wie das Lycopin (Tomate). Carotinoide sind Antioxidantien und unterdrücken die Krebsentstehung. Daneben sind sie entzündungshemmend und senken das Risiko für Herzkreislauferkrankungen. Positive Wirkungen auf das Immunsystem werden ebenfalls beschrieben.

Flavonoide

Flavonoide gehören zu den Polyphenolen. Es sind Farbpigmente der Pflanzen wie die violetten Anthocyane des Rotkohls und der Veilchenblüten, andere sind rot, weiß oder gelb. Flavonoide kommen in fast allen Obst- und in vielen Gemüsesorten vor. Die Farbstoffe sind aber nicht nur in Äpfeln, Weintrauben und Auberginen, sondern auch in Tee und Nüssen sowie in Kakao enthalten. Flavonoide sind antikanzerogen, antioxydativ, antibiotisch, antiinflammatorisch und senken den Blutdruck.

Phenolsäuren

Phenolsäuren sind eine weitere Gruppe aus der Klasse der Polyphenole. Gute Quellen sind Getreide und alle Hülsenfrüchte, daneben auch Samenkörner wie Leinsamen. Die antioxydativen Phenolsäuren beugen Tumoren vor.

Glucosinolate

Glucosinolate oder Senföl-Glycoside sind schwefelhaltige, zuckerähnliche Verbindungen in Senf, Meerrettich und allen Kohlsorten. Die Substanzen hemmen die Bildung von Krebs, besonders des Dickdarms, der Lungen und der Prostata. Daneben wirken Glucosinolate antibiotisch und antioxydativ.

Bioorganische Sulfide der Lauchgewächse

Die Sulfide in Porree, Zwiebeln und Knoblauch sind weitere biogene Schwefelverbindungen. Sie beeinflussen die Regulation des Fettstoffwechsels positiv und senken das Krebs-Risiko. Daneben zählen diese Sulfide zu den Antioxidantien und biologischen Antibiotika. Eine Hemmung der Thrombose-Neigung ist auch nachgewiesen.

Saponine

Die Saponine sind mit den Steroiden verwandt und vor allem in Hülsenfrüchten, Spargel und einigen Getreiden enthalten. Das Glycerrhizin der Lakritz schmeckt süßlich, ansonsten haben die Saponine einen bitteren Geschmack. Die Verbindungen sind biologische Antimykotika und wirken antikanzerogen.

Phytosterole

Auch die Phytosterole sind Steroid-Abkömmlinge. Hervorragende Quellen sind Pflanzenöle und Hülsenfrüchte. Phytosterole wirken ausgleichend auf den Cholesterin-Stoffwechsel.

Phytoöstrogene

Phytoöstrogene binden an menschliche Östrogen-Rezeptoren und imitieren dort die Wirkung des Östrogens. Enthalten sind sie in Hülsenfrüchten und Nüssen. Phytoöstrogene beugen der Osteoporose und Wechseljahrsbeschwerden vor.

Belegt ist auch die Hemmung der Tumor-Bildung sowie ein antioxydativer Effekt. Darüber hinaus senken Phytoöstrogene den Blutdruck und reduzieren das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen.

Monoterpene

Monoterpene sind eine Fraktion der ätherischen Öle wie beispielsweise das Menthol in der Pfefferminze. Vielfach verbreitet sind Monoterpene in allen Pflanzen, die einen intensiven Geruch verströmen. Viele Gewürzpflanzen gehören dazu und auch Zitrusfrüchte. Die Verbindungen harmonisieren den Cholesterin-Stoffwechsel und sind antikanzerogen.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 10.5.2017 vollkommen überarbeitet aktualisiert.