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Phosphor

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Das griechische Wort „phosphoros“ bedeutet soviel wie „lichttragend, leuchtend“.

In der Tat leuchtet weißer Phosphor schwach in der Dunkelheit. Phosphor ist ein chemisches Element mit der Bezeichnung „P“ und der Ordnungszahl 15.

Chemisch kommt Phosphor in verschiedenen Modifikationen vor, die sich untereinander deutlich voneinander unterscheiden. Der einfachste, aber auch giftigste Phosphor ist der weiße Phosphor.

Phosphorverbindungen sind essentiell für Mensch und Tier (und Pflanzen). Für den Organismus sind sie notwendig, um zelluläre Funktionen aufrecht zu erhalten. Ohne Phosphor wäre ein Leben auf diesem Planeten nicht denkbar.

Phosphor kommt, wie viele andere Elemente auch, in der Natur nicht in reiner Form vor. In gebundener Form kommt er vornehmlich als Phosphat in der Erdkruste vor. Während weißer Phosphor sehr giftig ist, sind schwarzer und roter Phosphor nahezu ungiftig.

Grund für diese Unterschiede ist die Reaktionsfähigkeit des weißen Phosphors. Dieser hat ein ungewöhnlich hohes Reduktionspotential und reagiert unmittelbar mit einer ganzen Reihe von chemischen Elementen und Verbindungen. Das Reduktionspotential ist so hoch, dass eine Einnahme eine sofortige Unterbindung nahezu aller Oxidationsvorgänge im Organismus zur Folge haben würde. Eine solche Blockade der Redox-Vorgänge in den Körperzellen würde deren Funktionsfähigkeit vollkommen zum Erliegen bringen. Deswegen sind nur 50 mg weißen Phosphors schon eine absolut tödliche Dosis für einen erwachsenen Menschen. Aber schon bei weniger als 20 mg werden die ersten schweren Vergiftungserscheinungen sichtbar.

Ein Vergiftungstod tritt allerdings erst nach zwischen fünf und zehn Tagen ein. Es treten andere Phosphorverbindungen auf, die auf der Reaktion mit Wasser beruhen, die sogenannten Phosphane. Dies sind Phosphor und Wasserstoffverbindungen, die ebenso giftig sind wie der weiße Phosphor und die eine besondere Affinität zum zentralen Nervensystem haben.

So giftig und doch so nützlich

Aber nicht alle Phosphorverbindungen sind giftig. Denn diese ungiftigen Verbindungen kommen praktisch im gesamten Organismus vor. Hier kommt Phosphor in der Form der Phosphate vor. In Wasser gelöstes Phosphat (PO43-) ist Bestandteil der Phosphorsäure (H3PO4) und mineralischer Salze (z. B. Calciumphosphat: Ca3[PO4]2). Als solche werden diese Nährstoffe von Pflanzen aus dem Bodenwasser aufgenommen und gelangen so in die Nahrungskette. Deswegen enthalten alle Lebensmittel die lebenswichtigen Phosphor-Mineralien.

Sie sind integraler Bestandteil der DNA und RNA. Für die Energiegewinnung der Zellen wird ein Stoff synthetisiert, der sich Adenosintriphosphat nennt, kurz ATP. Dieses ATP spielt bei allen Stoffwechselvorgängen eine zentrale Rolle, denn es ist der „Brennstoff“, das „Benzin“ der Zellen, die diese am Leben erhält. Dieses ATP ist weiterhin wichtig für die Phosphorylierung, die eine Schlüsselrolle in der Regulation von Zellvorgängen hat.

Phosphorylierung ist ein biochemischer Vorgang, bei dem eine Phosphatgruppe reversibel an organische Moleküle angehängt wird, z.B. Proteine. Die dadurch veränderte Struktur dieser Proteine verändert dann auch deren Funktion. So lassen sich Proteine mit Enzymfunktion ein- und ausschalten. Weiter finden wir das Phosphor in Phospholipiden und Enzymen bzw. Coenzymen. Die Zellmembranen sind in ihrer Grundstruktur aus Phospholipiden und Proteinen aufgebaut. Phosphate schützen auch das Blut vor einer Übersäuerung und sind somit ein Bestandteil des Puffersystems, das den pH-Wert des Bluts kontrolliert.

Ein weiteres großes Reservoir bilden Knochen und Zähne. Hier ist das Phosphor eingebunden in Hydroxylapatit (Ca5(PO4)3OH), eine Verbindung mit Kalzium. Dieses Hydroxylapatit stellt das Gerüst für Knochen und Zähne. Der Körper eines 80 kg schweren Erwachsenen enthält etwa 800 Gramm Phosphor. Rund 85 Prozent davon befinden sich in den Knochen.

Mineralien

Phosphor-Bedarf

Ein erwachsener Mensch benötigt täglich rund 0,8 Gramm Phosphor. Durch die Nahrung werden aber tatsächlich täglich bis zu 3 Gramm aufgenommen. Dies sind dann anorganische Phosphate und phosphorhaltige Biomoleküle, wie Nukleinsäuren und Phospholipide. Die Ausscheidung von Phosphor und seinen Derivaten erfolgt ausschließlich in Form von Phosphat-Ionen im Urin.

Die Phosphat-Filtrier-Leistung der Niere ist allerdings beschränkt, sodass bei ständiger Über-Dosierung gesundheitliche Schäden auftreten können. 

Ein Überschuss an Phosphaten in der Nahrung ist dann kein Problem, wenn sie als naturgegebene Inhaltsstoffe aufgenommen werden. Denn in dieser Form resorbiert der Darm die Mineralien nur zu einem Anteil von 50 %, weil sie in einer komplexen Konformation vorliegen. Die meisten lebensmittelchemischen Zusatzstoffe allerdings gelangen zu 100 % in den Stoffwechsel. Das ist der Grund, warum heute eine Überversorgung mit Phosphaten auftritt.

Nur 0,1 Prozent der gesamten Phosphormenge im Organismus zirkuliert im Blut. Dieser Betrag reflektiert gleichzeitig die dem Gewebe zur Verfügung stehende Menge an Phosphor. Der Tagesbedarf lässt sich problemlos über den Konsum von Fleisch, Brot, Fisch und Milchprodukten decken.

Aber mit diesen Dingen ist das ja heute auch nicht unproblematisch:

Zu viel? Zu wenig? Das Phosphatmangelsyndrom

Ein Phosphatmangelsyndrom entsteht durch Mangelernährung, Resorptionsschwierigkeiten für Phosphate und durch metabolische Syndrome, die dem Blut Phosphate entziehen.

Eine weitere Möglichkeit einer Mangelerscheinung entsteht durch eine überdurchschnittlich hohe Ausscheidung im Urin. Dieser Zustand wird in der Medizin auch „Hypophosphatämie“ genannt. Die Symptome einer solchen Hypophosphatämie sind Störungen der Muskulatur und des Nervensystems und ein Aufbrechen von Muskel- und Blutzellen (Erythrozyten) aufgrund des ATP-Mangels.

Ein zu hoher Phosphatspiegel kann symptomatisch zu Durchfall führen. Eine weitaus schlimmere „Nebenwirkung“ einer Phospaht-Überdosierung ist die mögliche Verhärtung von Organen und Gewebe. Es beeinträchtigt ebenfalls die Fähigkeit des Organismus, EisenMagnesium und Zink physiologisch zu verwerten.

Die Phosphat-Filtrier-Leistung der Niere ist allerdings beschränkt, sodass bei ständiger Über-Dosierung gesundheitliche Schäden auftreten können. 

Ein Überschuss an Phosphaten in der Nahrung ist dann kein Problem, wenn sie als naturgegebene Inhaltsstoffe aufgenommen werden. Denn in dieser Form resorbiert der Darm die Mineralien nur zu einem Anteil von 50 %, weil sie in einer komplexen Konformation vorliegen. Die meisten lebensmittelchemischen Zusatzstoffe allerdings gelangen zu 100 % in den Stoffwechsel. Das ist der Grund, warum heute eine Überversorgung mit Phosphaten auftritt.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 13.6.2017 überarbeitet.

Bild Mineralien: fotolia - designua