Citrullin: Wirkung und Anwendung
Citrullin (CIT) mit der Summenformel C6H13N3O3 ist eine Aminosäure, die zwar in unserem
Organismus – vor allem bei der Entgiftung – eine Rolle spielt, allerdings nur sehr selten in Proteine eingebaut
wird. Während jeweils drei Basen unserer Erbsubstanz für eine bestimmte Aminosäure kodieren, gibt es daher auch
kein Triplett, das in Citrullin „übersetzt“ wird.

Zu finden ist die Aminosäure dennoch beispielsweise in den Haarbälgen, aber auch im Gerinnungsstoff Fibrin. In
die Peptid- oder Proteinketten wird dabei erst Arginin eingebaut, das dann im Nachhinein
in Citrullin umgewandelt wird (Rogers G. E. et al.: The origin of
citrulline-containing proteins in the hair follicle and the chemical nature of trichohyalin, an intracellular
precursor; Biochim Biophys Acta; 1977; 495(1); S. 159-175).
Citrullin entsteht außerdem als Zwischenprodukt im Harnstoffwechsel, bei dem stickstoffhaltige Verbindungen
umgewandelt und über die Niere ausgeschieden werden. Bei der Synthese von Stickstoffmonoxid (NO), einem gasförmigen
Botenstoff unseres Organismus, der für die Blutversorgung der Organe nötig ist, wird ebenfalls auch Citrullin
hergestellt. Entdeckt wurde die Aminosäure erstmals in der Schale der Wassermelone, die sehr reich an Citrullin
ist.
Patienten, die an der Rheumatoiden Arthritis leiden, bilden Antikörper gegen körpereigenes Citrullin, das sich
auf der Oberfläche des Gerinnungsfaktors Fibrin befindet. Das Fibrin wird vor allem bei Entzündungen in den
Gelenken vermehrt gebildet, wo es dann zu den schmerzhaften Autoimmunreaktionen kommt (www.rheuma-liga.de/home/layout2/page_sta_636.html).
Citrullin gilt darüber hinaus als potenzsteigernd, da es die Blutgefäße erweitert und die Libido verbessert
(http://agnews.tamu.edu/showstory.php?id=554).
Ebenso wird häufig die positive Wirkung von Citrullin (in Verbindung mit Malat) auf Wachstumshormone und die
Insulinausschüttung angepriesen, weshalb es in vielen Nahrungsergänzungsmitteln für Kraftsportler und Bodybuilder
angeboten wird. Es soll dabei eine Leistungssteigerung herbeiführen und den Muskelaufbau positiv beeinflussen.
Einer Studie zufolge ist hingegen beim Menschen keiner dieser Effekte durch Citrullin nachweisbar
(Moinard C. et al.: Dose-ranging effects of citrulline administration on
plasma amino acids and hormonal patterns in healthy subjects: the Citrudose pharmacokinetic study; Br J Nutr.
2008; 99(4); S. 855-862).

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