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Chrom

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Chrom zählt in der Ernährungswissenschaft zu den essenziellen Spurenelementen. Chemisch gesehen ist es ein Element mit der Ordnungszahl 24 und der Abkürzung „Cr“.

Chrom ist ein Übergangsmetall der 6. Nebengruppe im Periodensystem. Ein anderes bekanntes Metall der Gruppe ist Molybdän.

Chrom ist ein hellsilbernes, hartes Metall, das Korrosion trotzt. Deswegen ist das Element Bestandteil vieler Metall-Legierungen und wird auch als Schutzschicht auf andere Metalle aufgetragen. Daneben dient das Element in zahlreichen chemischen Prozessen als Katalysator.

Chrom-Salze weisen in Abhängigkeit von der Oxidations-Stufe lebhafte Farben auf. Chromgrün (Cr2O3) verleiht grünem Glas Farbe und Chromgelb (Blei(II)-chromat, PbCrO4) ist das gelbe Pigment in Malfarben.

Chrom tritt in der Natur eher selten in reiner Form auf. Der Gehalt in der Erdkruste beträgt gemittelt rund 50 mg/kg. Es wird größtenteils in gebundener Form als Chromeisenstein (Chromit, FeCr2O4) gefunden und vor allem in Südafrika gefördert.

In dieser Verbindung beträgt der Chromanteil etwa 45 Prozent. Andere Verbindungen enthalten deutlich mehr Chrom, wie Ferchromid (Cr3Fe1−x) mit fast 90 % oder Grimaldiit (Cr2O3) über 60 % Gewichtsanteil. Diese Verbindungen sind allerdings deutlich seltener zu finden.

Der Körper kann nur Chrom(III)-Ionen verwerten. Das Nahrungsergänzungsmittel Chromium Picolinat ist besonders geeignet, einem Mangel des Spurenelements vorzubeugen, da die Picolinsäure die Aufnahme in die Zellen begünstigt.

Bedeutende Rolle im Zuckerstoffwechsel

Das Spurenelement Chrom spielt im Fett- und Zuckerstoffwechsel eine bedeutende Rolle. Es ist Bestandteil des Glucosetoleranz-Faktors. Ein Mangel an Chrom kann die Wirkung des Insulins bezüglich der Stabilisierung des Blutzuckers beeinträchtigen.

Biologisch aktive Chrom-Komplexe steuern die Bindung des Hormons Insulin an spezielle Kopplungsbereiche der Gewebezellen. Diese Bindung wiederum führt dazu, dass die Zellen den Blutzucker aufnehmen, um ihn für den Körper in nutzbare Energie umzuwandeln.

Mit Chrom transportieren die Zellen Glucose 20 mal effektiver ins Cytoplasma als ohne das Spurenelement. Das Schälen der Feldfrüchte und die technische Verarbeitung der Lebensmittel beseitigt viele Spurenelemente. So steht eine mangelhafte Chrom-Versorgung einem erhöhten Bedarf durch den starken Zucker-Konsum gegenüber.

Vor allem beim altersbedingten Diabetes (Typ II) kommt es häufig zu einer Unempfindlichkeit der Bindestellen gegenüber dem Insulin. Es wird zwar genügend Insulin produziert, dennoch nehmen die Gewebe den Zucker nicht auf.

Die Erkrankung greift gerade unter Menschen ab 60 immer weiter um sich. Ursache ist nicht nur ein Mangel an körperlicher Betätigung, sondern auch die Ernährung mit zu viel Kohlenhydraten, unter denen der Zucker das größte Risiko darstellt.

Dieses Essverhalten triggert die Insulin-Produktion und führt zu starken Auslenkungen der Blut-Glucose-Konzentration. Dadurch sind die Insulin-Rezeptoren überfordert, sodass ihre Sensibilität gegenüber dem Insulin nachlässt. Die moderne Ernährung enthält zudem zu wenig Chrom.

Der Chrom-Komplex kann unterstützen, indem er die Verwertung des Hormons anregt. Da ein zu hoher Blutzuckerspiegel mit der Zeit zu Folgeschäden führt, kann Chrom die mit einem Diabetes einhergehenden Erkrankungen verlangsamen oder sogar verhindern.

Daher ist die Supplementierung mit dem Spurenelement neben anderen therapeutischen Maßnahmen zu erwägen.

Auch im Verlauf eines Diabetes Typ I kann es zum Sensibilitäts-Verlust der Insulin-Rezeptoren kommen. Diese Form der Erkrankung ist mit einer verminderten Insulin-Produktion der Bauchspeicheldrüse verbunden. Die Patienten müssen sich das fehlende Hormon nach Bedarf oder Behandlungsplan injizieren.

ach jahrzehntelanger Ersatz-Therapie kann sich die äußerst kritische Insulin-Resistenz einstellen. Es ist daher sinnvoll, die Insulin-Injektionen so gering wie möglich zu halten. Chrom kann hier insofern nützlich sein, als es die Effektivität des Hormons steigert, das dann in geringeren Mengen erforderlich ist. 

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Insulin und Chrom: 2 Faktoren mit vielen Funktionen

Insulin ist, neben der Regulation des Blutzuckerspiegels, zusätzlich an der Steuerung vieler Alterungsprozesse beteiligt. Ist im Organismus genügend Chrom vorhanden, so genügen geringere Mengen Insulin, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Chrom wird daher auch eine wichtige Anti-Aging-Wirkung zugeschrieben.

Insulin und Chrom steuern wahrscheinlich auch die Protein-Biosynthese. Wichtig ist diese Funktion, um das Muskelgewebe zu bilden und aufrecht zu erhalten, wie es besonders bei Abnehm-Diäten erwünscht ist. Wissenschaftler haben festgestellt, dass Insulin die Muskelzellen zur vermehrten Speicherung von Eiweißen anregt.

Auch hier gilt die Regel, dass das Hormon im Zusammenwirken mit Chrom viel wirkungsvoller arbeitet.

Insulin ist auch an der Steuerung der Fett-Synthese beteiligt. Das ist vor dem Hintergrund verständlich, dass der Körper Insulin bevorzugt dann ausschüttet, wenn er mit Glucose überflutet wird. Der Zucker wird dann in zwei Speicherformen überführt, in Glycogen (Leberstärke) und Fett. Beide Prozesse werden durch Insulin getriggert.

Eine Folge des zu hohen Insulin-Levels ist die Zunahme des LDL- und die Abnahme des HDL-Wertes. Diese ungünstige Konstellation der beiden Cholesterin-Werte fördert die Arteriosklerose. Eine Chrom-Supplementation könnte die Insulin-Produktion begrenzen, weil das Hormon effektiver wirkt.

Biologisches Spurenelement

Die Meinungen zur Bedeutung des Chroms für den Organismus sind allerdings nicht einheitlich. Die Studien zu diesem Thema sind mehr als dürftig und zum Teil auch widersprüchlich. Allerdings lässt die Datenlage durchaus die Annahme zu, dass Cr(III) eine Bedeutung für den Fettstoffwechsel, als auch für den Kohlenhydratstoffwechsel hat.

Manche Wissenschaftler beziffern den täglichen Bedarf auf 0,03 bis 0,1 mg. Dafür spricht auch der (zwar selten) auftretende Chrom-Mangel. 

Laut „Wikipedia“ soll das Nahrungsergänzungsmittel Cr(III)-picolinat keinen günstigen Einfluss auf den "Aufbau des Organismus" ausüben (Stand: 2013). Im Gegenteil. Das Nahrungsergänzungsmittel hat eine angebliche krebserzeugende Wirkung bei Hamstern gezeigt.

Es ist natürlich nicht eindeutig ersichtlich, wann diese Informationen dort eingestellt worden sind. Aber es ist bekannt, dass Cr(VI) sehr giftig ist. Es ist besonders mutagen. Die gewöhnliche Eintrittspforte ist die Lunge. Daher erhöht eine chronische Belastung mit Cr(VI) das Risiko für die Entwicklung von Lungenkrebs.

Cr(III) ist dagegen deutlich ungiftiger, was nicht heißen soll, dass es unbedenklich verabreicht werden kann. Aber zwei interessante Arbeiten aus dem Jahr 2006 sprechen für die Gabe von Cr(III)-picolinat bei Diabetes: Clinical Studies on Chromium Picolinate Supplementation in Diabetes Mellitus

In dieser Studie gehen die Wissenschaftler davon aus, dass Cr(III)-picolinat als Nahrungsergänzungsmittel gegeben wird, um eine optimale Insulinfunktion zu erzielen.

Ferner konstatieren die Autoren, dass eine Verbindung zwischen Cr-Status, Diabetes und davon ausgehenden Erkrankungen besteht. Nach ihrer Meinung haben praktisch alle Studien mit Cr(III)-picolinat bei Diabetes nützliche Effekte zeigen können.

13 von 15 klinischen Studien – davon 11 randomisierte, doppelblinde, Plazebo kontrollierte Studien – die insgesamt 1690 Probanden umfassten, zeigten eine signifikante Verbesserung in mindestens einem Parameter der Blutzuckerkontrolle.

Alle 15 Studien zeigten heilsame Wirkungen in mindestens einem Parameter des Diabetesmanagements, inklusive Dyslipidämie. Die positiven Ergebnisse einer Cr(III)-picolinat-Gabe waren eine Reduktion der Blutglukose, Insulin, Cholesterin und Triglycerid Konzentrationen und damit verbunden ein reduzierter Bedarf an Blutzuckermedikation.

Des Weiteren haben diese Studien die Sicherheit und Verträglichkeit des Nahrungsergänzungsmittels bestätigen können.

Chrom-Picolinat und Biotin: Bedeutend für die Glukoseaufnahme im Skelettmuskel

Eine weitere Studie wurde mit Chrom und Biotin durchgeführt:

The Effect of Chromium Picolinate and Biotin Supplementation on Glycemic Control in Poorly Controlled Patients with Type 2 Diabetes Mellitus: A Placebo-Controlled, Double-Blinded, Randomized Trial

Hintergrund: Vorklinische Studien zeigten, dass die Kombination von Chrom-Picolinat und Biotin (auch bekannt unter Vitamin H), die Glukoseaufnahme im Skelettmuskel signifikant erhöht.

Die gegenwärtige Pilotstudie wurde durchgeführt, um herauszufinden, ob eine Gabe von Chrom-Picolinat und Biotin die Blutzuckerkontrolle bei Diabetes Typ-2 Patienten verbessern kann, die eine suboptimale Blutzuckereinstellung erfahren trotz Medikation.

Methoden: 43 Patienten mit schlecht eingestellten Blutzuckerwerten (2-Stunden-Nüchternwert >200 mg/dL und glykiertes Hämoglobin ≥7 Prozent) trotz oraler Medikation wurden randomisiert und bekamen 600 Mikrogramm Chrom als Chrom-Picolinat und 2 Milligramm Biotin täglich. Dies erfolgte als Zusatz zu der zuvor verschriebenen Blutzuckermedikation. Die Messpunkte für Blutzucker und Lipidwerte lagen bei Studienbeginn und nach 4 Wochen.

Resultate: Nach 4 Wochen zeigte sich eine signifikant deutlichere Reduktion der Fläche unter der Kurve für Glukosekonzentrationen bei einem 2-Stunden Glukosetoleranztest für die behandelte Gruppe (durchschnittliche Veränderung -9,7 Prozent gegen +5,1 Prozent bei Plazebo). Andere Parameter, wie Fruktosamin, Triglyceride und das Verhältnis von Triglyceriden zu HDL Cholesterin, verbesserten sich ebenfalls alle signifikant. Nebenwirkungen wurden bei der Gabe von Chrom-Picolinat und Biotin nicht gesehen.

Schlussfolgerungen: Diese Pilotstudie konnte zeigen, dass die Gabe einer Kombination von Chrom-Picolinat und Biotin bei schlecht eingestellten Diabetes Patienten das Diabetesmanagement und die Blutfettwerte deutlich verbessern kann. Von daher kann man Chrom-Picolinat und Biotin als eine effektive zusätzliche Ernährungstherapie ansehen, die zudem sehr verträglich und nebenwirkungsfrei ist.

Bei beiden Studien wird explizit darauf verwiesen, dass die Chrom-Gabe keine Nebenwirkungen hervorrief, was unter anderem auf eine nicht-toxische Eigenschaft des Cr(III) schließen lässt. Man vermutet hier eine mögliche Einschränkung seitens der Resorption von Chrom-Picolinat, das deswegen auch höher dosiert keine Nebenwirkungen auslösen kann.

Aber dem widerspricht die gute Wirkung, die sich sicherlich nicht bei einem Resorptionsdefizit einstellen kann. Die effektive Wirkung kann auch kein Produkt einer Placebo-Wirkung sein, da die untersuchten und durchgeführten Studien Placebo kontrolliert waren.

Noch sind nicht alle Funktionen von Chrom im menschlichen Organismus und sein Wirkmechanismus aufgeklärt und bedürfen weiterer Forschung.

Chrom in Lebensmitteln

Chrom ist vor allem in:

  • vollem Getreide (Vollkornbrot),
  • Linsen,
  • Spargel,
  • Samen,
  • Kernen,
  • Nüssen,
  • Naturreis,
  • Pilzen
  • Fleisch
  • Kakao enthalten.

Chrom-Mangel

Da die Chrom-Versorgung bei gewöhnlicher Ernährung ausreichend ist, treten Mangelerscheinungen nur selten auf. Ein Defizit kann hierzulande nur bei Essstörungen oder Alkoholabusus sowie i sehr belastenden Lebens-Situationen entstehen.

Dazu zählen Chemotherapien mit Bestrahlungen, schwere Infektionen oder körperliche Anstrengungen über einen längeren Zeitraum. Auch in der Schwangerschaft kann es zu Chrom-Mangel kommen sowie bei Magen-Darm-Erkrankungen, bei denen die reguläre Aufnahme von Vitalstoffen beeinträchtigt ist.

Zu den körperlichen Beschwerden der Unterversorgung mit Chrom gehört in erster Linie ein plötzlich auftretender Diabetes. Auch der Fettstoffwechsel gerät aus der Balance, sodass ein Arteriosklerose-Schub droht, der sich in Durchblutungsstörungen bemerkbar macht. Hinzukommen können Muskelschwäche, Gewichtsabnahme und eine zu hohe Harnausscheidung (Polyurie) sowie Juckreiz.

Die Patienten sind nervös, gereizt, verwirrt und können sich schlecht konzentrieren. Auch Depressionen können ein Anzeichen für Chrom-Mangel sein. Der Arzt erkennt nach der Anamnese das Problem anhand des Zucker- und Chrom-Spiegels im Blut. Meistens kann eine Ernährungsumstellung den Mangel beseitigen. Bei Resorptions-Störungen des Darmes ist eine Darmsanierung der geeignete Ansatz.

Chrom-Überschuss

Ein Übermaß an Chrom im Körper entsteht nie durch falsche Ernährung, sondern nur im Zusammenhang mit mangelndem Arbeitsschutz im industriellen Bereich (z.B. Beton-  oder Stahl-Branche). Erste Anzeichen sind Bronchitis und Allergien, dann können auch die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes geschädigt werden und Verdauungsstörungen treten auf.

Angegriffen werden schließlich auch das Herz, die Leber und die Nieren. In schweren Fällen verursacht die chronische Chrom-Intoxikation Lungenkrebs und andere Lungenschäden sowie Elektrolyt-Störungen mit der Folge eines Kreislaufversagens. Die Anamese und eine Blutuntersuchung liefern auch hier die Diagnose.

Nun muss jede weitere Exposition mit Chrom unterbunden werden. Auch die Ausleitung des Metalls aus dem Körper ist erforderlich. Oberflächliche akute Kontaminationen können mit EDTA-Lösungen (Ethylendiamintetraacetat) abgewaschen werden.

Daneben ist eine körperliche Entgiftung mit DMPS (Dimercaptopropansulfonsäure) angezeigt. Vitamin C in hohen Dosierungen kann das toxische Chrom der Oxidationsstufe VI zum ungiftigen Chrom-III reduzieren.

Fazit

Chrom ist höchstwahrscheinlich ein essenzielles Spuren-Element. Patienten mit Typ II Diabetes (Zuckerkrankheit) empfehle ich in der Praxis generell die Einnahme eines Chrom-Präparates mit 50 bis 100 Mikrogramm. Die Folgeerkrankungen des metabolischen Syndroms können so verhindert oder in Grenzen gehalten werden.

Ausdauersportlern empfehle ich ebenfalls gelegentlich Chrompräparate einzunehmen, weil intensives Ausdauertraining zu einer erhöhten Chrom-Ausschüttung über den Urin führt. 

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Wer schreibt hier?

Rene Gräber

Mein Name ist René Gräber. Seit 1998 bin ich in eigener Naturheilpraxis tätig und begleite seitdem Patienten mit den unterschiedlichsten Beschwerden und Erkrankungen. Dabei spielen zahlreiche Vitalstoffe in der Behandlung eine Rolle, die in zahlreichen Fällen enorm helfen können.

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