Spurenelemente

Selen bei Krebs? Schützt Selen vor Krebs?

Informationen aus der Naturheilpraxis René Gräber

René Gräber
René Gräber

Der menschliche Körper besteht aus 100 Billionen Zellen (die des Mikrobioms nicht mitgerechnet).

Das ist eine unvorstellbar große Zahl mit 14 Stellen! Ebenso unvorstellbar  ist die Zahl und Vielfalt der biochemischen Reaktionen und biologischen Prozesse, die in jeder Sekunde des Lebens in unserem Körper ablaufen.

Dazu gehört auch die Kontrolle des genetischen Programms. Nur bestimmte Gene dürfen in einer Zelle realisiert werden, damit sie zur Muskel- Bindegewebe- oder Nervenzelle wird. Jeder Zelltyp hat einen ihm eigenen Zellzyklus, der darüber bestimmt, in welchen Abständen und wie oft sich die Zelle teilen kann.

In der Krebszelle ist die genetische Kontrolle gestört

Der entgleiste Zellzyklus macht die Krebszelle so gefährlich. Die Gene, die über die „Lebensgeschwindigkeit“ und den programmierten Zelltod (Apoptose) bestimmen, sind verändert (mutiert) oder werden nicht mehr korrekt abgelesen. Die Prozesse, die dazu führen, sind molekularbiologisch wenig bekannt. Eine erbliche Belastung kann zur Entartung ebenso beitragen wie Chemikalien oder physikalische Einflüsse wie energiereiche Strahlung.

Die entarteten Zellen teilen sich in rasantem Tempo und wachsen ins Nachbargewebe ein und zerstören es. Voraussetzung für das schnelle Wachstum ist auch eine erhöhte Stoffwechsel-Produktivität, die ebenfalls eine Folge der fehlgesteuerten oder veränderten DNA-Abschnitten ist. Schon auf genetischer Ebene kann die Körperabwehr eingreifen. Sogenannte „Tumorsuppressorgene“ können die betreffenden DNA-Bereiche identifizieren und die entarteten Körperzellen abtöten.

Das Immunsystem kann Krebszellen erkennen

Die entgleiste Gen-Kontrolle führt auch zu Veränderungen in der Zellmembran. Dort sind Proteine und Glycoproteine eingelagert, die nach außen ragen und Aufgaben der interzellulären und systemischen Kommunikation wahrnehmen. Die hierhin gehörenden Makromoleküle aus dem Major Histocompatibility Complex (MHC) fungieren für das Immunsystem als Antigene, die vom Immunsystem erkannt werden und eine Abwehr-Reaktion hervorrufen.

Forscher gehen heute davon aus, dass ständig Zellen entarten. Wie oft dies geschieht, kann schwer geschätzt werden, jedoch wird es in Anbetracht der großen Zahl an Körperzellen wohl sehr oft dazu kommen. In den allermeisten Fällen greifen die körpereigenen Abwehr-Mechanismen. Doch es kann natürlich passieren, dass die Tumorsuppressorgene versagen oder dem Immunsystem maligne Zellen entgehen. Wenn einmal zu viele Krebszellen vorhanden sind, ist der Verteidigungs-Apparat des Organismus machtlos.

Die Chemotherapie schwächt das Immunsystem

Die schulmedizinische Krebstherapie basiert auf 3 Säulen. Zunächst müssen (wenn möglich) der Tumor oder die Tumore operativ entfernt werden. Weil dabei nicht alle Krebszellen zuverlässig beseitigt werden können, folgt im Anschluss noch eine Strahlen-und Chemotherapie. Diese Medikamente sind Zytostatika, die jede Zelle abtöten, die sich gerade teilt. Entsprechend breitgefächert sind die Nebenwirkungen der Pharmaka, weil ständig Zellteilungen im Körper ablaufen, in einigen Geweben mehr, in anderen weniger.

Zellteilungen sind auch die Voraussetzung für ein funktionsfähiges Immunsystem. Im Zuge der spezifischen Anpassung einer gezielten Immunantwort vermehren sich Lymphozyten. Für die Krebsabwehr sind hier die T-Helferzellen (TH1) und die natürlichen Killerzellen von besonderer Bedeutung. Über das Verhältnis des TH1-Th2-Immunsystems habe ich ausführlicher HIER berichtet.
Diese, sonst gut funktionierende biologische Krebsabwehr, ist durch die Chemotherapie erheblich beeinträchtigt.

Mehr zur Chemotherapie lesen Sie auch in meinen folgenden Beiträgen:

  • https://www.naturheilt.com/Inhalt/Chemonach.htm
  • https://www.yamedo.de/krankheiten/krebs/chemotherapie.html

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Zur Vorbeugung und Behandlung von Krebs muss das Immunsystem unterstützt werden

Als Begleitung der schulmedizischen Therapie und zur Krebs-Prophylaxe bietet die Naturheilkunde ein reichhaltiges Repertoire an. Sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine und andere Antioxidantien tragen zur optimalen Funktion des Immunsystems bei. Auch die Versorgung mit Spurenelementen hilft dem lebenswichtigen Organ-System. Zur Einschätzung der Immunfunktion sind daher Blut-Analysen angezeigt, wenn eine Chemotherapie bevorsteht. Untersucht werden dann die Zahl der Lymphozyten mit einer Differenzierung der Untergruppen, die Werte für Immunglobuline und Entzündungsparameter.

Selen: das wichtigste Spurenelement für das Immunsystem

Viele Menschen, die an Krebs erkrankt sind, sind nachweislich mit Selen unterversorgt. Höchstwahrscheinlich handelt es sich bei diesem Vitalstoffmangel um einen möglichen Faktor, der zur Krebsentstehung beigetragen hat. Die Hauptrolle spielt dabei die Beeinträchtigung des  Immunsystems durch den Vitalstoffmangel.

Das Spurenelement kommt im Körper hauptsächlich in Form der Aminosäure Selenocystein vor, die statt des Schwefelatoms im Cystein ein Selenatom trägt. Selenocystein ist in vielen Enzymen im katalytischen Zentrum lokalisiert. Diese Enzyme sind meistens an Redox-Reaktionen beteiligt und zählen damit zu den antioxidativ wirksamen Proteinen. Ein Beispiel dafür ist die Glutathion-Peroxidase, die unter Oxidation von Glutathion Wasserstoffperoxid reduziert. Die aggressive Verbindung wird so eliminiert und kann im Organismus keinen Schaden mehr anrichten. Mehr zum Selen lesen Sie in meinem Grundsatzbeitrag zu Selen.

Natriumselenit zur Stärkung des Immunsystems

Der Körper kann Selenocystein aus der Aminosäure Cystein und Selen selber synthetisieren. Die Zufuhr von täglich 0,1 mg (100 μg)  des Spurenelementes reichen zur optimalen Versorgung aus. Untersuchungen zufolge wird dieser Wert in der Regel jedoch nicht erreicht. Im Durchschnitt beläuft sich die Selen-Aufnahme in Deutschland nur um 40 μg. In der Schulmedizin wird eine tägliche Aufnahme von weniger als 25 μg für riskant gehalten. Warum dies so ist, bleibt vorerst ungewiss, da ja in Deutschland genügend Fleisch gegessen wird, das ausreichende Selen-Mengen liefern sollte. Offensichtlich leiden wohl viele Bundesbürger unter einer Malabsorption des Spurenelementes. Ihr Darm kann nicht mehr genügend Selen aus der Nahrung aufnehmen.

Gerade Menschen, die ihr Immunsystem unterstützen müssen, sollten eine Supplementierung erhalten. Ziel ist ein Blut-Serum-Gehalt von mindestens 100 μg/l. Die Supplemnetierung mit Natriumselenit sollte aber die tägliche Aufnahme von 35 μg Selen nicht überschreiten. Dies ist bei der Einnahme von Natriumselenit (Na2SeO3) zu berücksichtigen. Entsprechende Präparate gelten am effektivsten, während die Selen-Hefen weniger gut bioverfügbar sind.

Beitragsbild: 123rf.com – Kateryna Kon

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