Header Vitalstoffe
 

Natrium

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Beim Natrium handelt es sich um ein metallisches Element mit der Abkürzung „Na“ und der Ordnungszahl 11 im chemischen Periodensystem.

Es handelt sich hier um ein weiches, silberweißes, hoch reaktives Metall. Natrium gehört zur Gruppe der Alkalimetalle. Wegen seiner hohen Reaktivität kommt Natrium nicht in reiner Form vor, sondern in Verbindung mit anderen Elementen.

In der Luft z.B. würde elementares Natrium schnell oxidieren, in Wasser käme es zu einer explosionsartigen Reaktion mit dem Wasser. Natrium-Ionen sind dagegen in Wasser löslich, was der Grund ist, warum in den Ozeanen der Erde eine große Menge an Natrium-Ionen vorhanden ist. Das Gleiche gilt natürlich auch für die tierischen und menschlichen Organismen. In diesem Zusammenhang tritt aber in der Regel ein „Gegenspieler“ des Natriums auf, und das ist das Chlor-Ion.

Beim Verdampfen des Wassers bleibt dann ein fester Gegenstand zurück, der sich als Natriumchlorid entpuppt, auch Tafelsalz genannt. Natrium-Ionen sind darüber hinaus auch Komponenten für eine Reihe von Mineralverbindungen.

Natrium ist ein essentielles Element allen Lebens für Tiere und Menschen und in eingeschränktem Grad auch für einige Pflanzenspezies. In Tier und Mensch dient das Natrium-Ion als Gegenspieler des Kalium-Ions. Auf diese Weise wird bei lebenden Organismen eine elektrostatische Ladung an deren Zellmembranen aufgebaut. Über diesen Mechanismus werden Nervenimpulse übertragen wenn die Ladung an der Membran sich verändert in einer sich wellenförmig fortschreitenden Bewegung.

Das eher kümmerliche Vorkommen von Natrium an Land ist hauptsächlich begründet in seiner Lösungsfähigkeit in Wasser. Regenfälle sind in der Lage, Natrium aus festem Material auszuspülen und in Gewässer zu überführen. Nun vermutet man, dass die hohe biologische Notwendigkeit von Natrium auf der einen Seite und das an Land eher kümmerliche Vorkommen auf der anderen Seite der Grund dafür ist, dass besonders pflanzenfressende Landtiere einen speziellen Geschmacksrezeptor für das Natrium-Ion entwickelt haben. Dieser Rezeptor hilft ihnen, Natriumquellen zu entdecken durch Erschmecken.

Natrium in der Botanik

C4 und CAM-Pflanzen sind im Wesentlichen die einzigen Pflanzen, für die das Natrium ein gewisse Rolle spielt. Bei C4 Pflanzen handelt es sich um Pflanzen, die im Stoffwechsel ein Fixierungsprodukt ausbilden, das 4 Kohlenstoffatome aufweist. Bei den C3 Pflanzen, der Mehrheit der Pflanzen, besteht das Fixierungsprodukt aus 3 Kohlenstoffatomen.

Bei CAM (Crassulacean Acid Metabolism) Pflanzen ist die Aufnahme und Fixierung des Kohlenstoffdioxids zeitlich voneinander getrennt. C3 und C4 Pflanze nehmen und fixieren den Kohlenstoffdioxid am Tag. CAM Pflanzen nehmen das CO2 in der Nacht auf und speichern es in Form von Apfelsäure in deren Zellvakuolen. So gibt es einige C4 und CAM Pflanzen, die zumeist standortbedingt eine Natriumaufnahme in einen Vorteil umwandeln. Diese Pflanzen werden Halophyten genannt. Sie sind häufiger in Küstengebieten zu finden oder Gebieten, die eine erhöhte Natriumkonzentration im Boden aufweisen. Kohl, Zuckerrüben sind Beispiele hierfür. Darüber hinaus gibt es einige C4 Gräser, die auch eine recht hohe Salztoleranz aufweisen.

Bei diesen Pflanzen wird das Natrium in die Vakuolen der Blattzellen transportiert. Hier wirkt es als osmotisches Ion und bewirkt eine Aufrechterhaltung des Turgors der Zellen. In dieser Eigenschaft ersetzt es Kalium, das diese Aufgabe bei den C3 Pflanzen einnimmt. Zugleich wirkt Natrium bei diesen Pflanzen zusätzlich wachstumsfördernd. Diese Form der Natriumverwertung ist daher eher als Ausnahme zu sehen. Dies heißt für Pflanzenfresser, die die natriumarmen bzw. -freien Pflanzen verzehren, dass sie auf andere natürliche Salzvorkommen angewiesen sind, um ihren Natriumbedarf zu decken.

Physiologisches

Natrium ist ein essentieller Mineralstoff, der den Blutdruck und das Blutvolumen reguliert. Es sorgt für die optimale Balance von Körperflüssigkeiten, vermittelt nervale Impulse und beeinflusst die Kontraktion der Muskulatur. Gleichzeitig hält es das osmotische Gleichgewicht der Zellen aufrecht und ist am Säure-Basen-Gleichgewicht beteiligt. Die minimale benötigte tägliche Menge liegt bei nur 500 Milligramm. Aber aufgrund von möglichen Verlusten durch Schwitzen usw. werden im Allgemeinen 1500 Milligramm empfohlen. Das entspricht etwa einem zu zwei Dritteln gefüllter Esslöffel.

Regulation von Körperflüssigkeiten und dessen Volumen

Die Natriumkonzentrationen im Blut und im Urin spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Natrium- und Flüssigkeitshomöostase. In der Medizin kommt ihr diagnostische Bedeutung zu, bei der Erkennung von homöostatischen Entgleisungen des Salz-Natrium-Wassergleichgewichts.

Bei Säugetieren resultiert ein Abfall von Blutdruck und Natriumkonzentration, welches in den Nieren registriert wird, zu einer verstärkten Produktion von Renin. Dieses Hormon hat mehrere Aufgaben zu bewältigen. Zum Einen bewirkt es indirekt die Produktion von Aldosteron, einem Hormon, dass die Ausscheidung von Natrium im Urin reduziert. Wenn der Organismus mehr Natrium einbehält, werden andere Regulationssysteme des Organismus, die die Osmoseregulation kontrollieren, aktiviert und veranlassen die Produktion von antidiuretischen Hormonen. Auf diese Weise wird weniger Wasser über die Niere ausgeschieden und es kommt zu einer Erhöhung der gesamten Körperflüssigkeit. Dem gegenüber gibt es einen Gegenspieler, der in der Lage ist, das Flüssigkeitsvolumen zu registrieren. In dem Maße, wie die Flüssigkeitsmenge bzw. - volumen ansteigt, registrieren Rezeptoren im Herz und in den Blutgefäßen eine Zunahme des Drucks und der Wandspannung der Gefäße.

Dies induziert die Produktion des atrialen natriuretischen Peptids, das größtenteils von den Muskelzellen des Vorhofs des Herzens produziert wird. Dieses Hormon nun bewirkt eine erhöhte Ausscheidung von Natrium über den Harn. Dies wiederum verursacht eine Absenkung der osmotischen Balance des Organismus, die das osmotische Regulationssystem veranlasst, mehr Wasser auszuscheiden. Eine optimale Balance dieses Systems ist die Einhaltung bzw. Wiederherstellung eines optimalen Natrium- und Wasserlevels.

Die Elektrik im Organismus

Natrium-Kationen sind wichtige Spieler bei der neuronalen Funktion von Gehirn und Nerven. Natrium ist hier das Haupt-Kation in der extrazellulären Flüssigkeit. Innerhalb der Zelle liegt, verglichen mit der Konzentration außerhalb der Zelle, eine bedeutend geringere Konzentration vor.

Für Kalium liegt in etwa das gegenteilige Szenario vor: Hohe intrazelluläre Konzentrationen bei vergleichsweise niedrigen extrazellulären Konzentrationen. Dieses Konzentrationsgefälle von Natrium und Kalzium wird durch eine in der Zellmembran sitzenden Pumpe aufrecht erhalten, die Na+/K+-ATPase Pumpe. Bei der Entstehung und Weiterleitung von Impulsen in der Nervenzelle und Muskulatur spielen Natrium-Kationen eine entscheidende Rolle.

Im postsynaptischen Teil von neuromuskulären Endplatten der Muskulatur und von Nervenzellen sind Rezeptoren lokalisiert, die durch einen Neurotransmitter aktiviert werden. Diese Aktivierung bewirkt eine Öffnung der Natriumkanäle in der Zelle und damit zu einem Einstrom von Natrium ins Zellinnere. Gleichzeitig strömt Kalium nach Außen. Dieser Vorgang verändert die elektrischen Ladungsverhältnisse an der Zellmembran: Das Zellinnere wird in seiner negativen Ladung reduziert. Dieser Vorgang wird als Depolarisation bezeichnet. Die Depolarisation pflanzt sich vom postsynaptischen Bereich weiter fort bis zum Axon der Nervenzelle, um einen weiteren Natriumkanal zu öffnen. Dies sind die spannungsabhängigen Natriumkanäle des Axons, die die Depolarisation an die nächste Nervenzelle „weiterreichen“.

Diese Spannungswelle, die sich an den Axonen der Nervenzellen einstellt, wird Aktionspotential genannt. Um die ursprünglichen elektrischen Ladungen an der Zellmembran wieder herzustellen, tritt die Na+/K+-ATPase Pumpe in Aktion und stellt das Ruhepotential wieder her.

Natrium und Kochsalz in der Ernährung

Das gebräuchlichste Natriumsalz ist Natriumchlorid oder Kochsalz. Es wird eingesetzt, um Speisen schmackhafter zu machen. In wärmeren Ländern wird es zur Konservierung von Nahrungsmitteln benutzt, denn der hohe osmotische Gehalt von Salz verhindert ein Wachstum von Bakterien und Pilzen. Wie schon weiter oben erwähnt, benötigt ein erwachsener Mensch selten mehr als 1,5 Gramm Salz pro Tag. Das ist aber im Schnitt nur ein Zehntel dessen, was gesalzene Speisen beinhalten. Damit nehmen die meisten Leute deutlich mehr Salz auf, als der Organismus benötigt.

Ein erhöhter Kochsalz-Konsum wird im Zusammenhang mit Bluthochdruck diskutiert, da eine Zunahme an Natrium im Blut zu einer Zunahme an Wasser und damit einer Druckerhöhung führt, wie weiter oben schon beschrieben. Von daher ist eine Reduktion der Salzaufnahme bei einem bestehenden Bluthochdruck eine der ersten Maßnahmen der Blutdruckkontrolle.

Umgekehrt können durch Durchfälle Natriumdefizite auftreten, die sogenannte Hyponatriämie. Dieses Problem ist allerdings häufig schnell zu lösen, indem die Betroffenen mit einer Trinklösung versorgt werden, die Natriumchlorid, Kaliumchlorid und Glukose enthält.