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Zahlreiche Medikamente führen zu Vitamin-Mangel – Interessiert aber kaum jemand

Informationen aus der Naturheilpraxis René Gräber

René Gräber
René Gräber

Millionen Menschen in Deutschland sind chronisch krank und müssen regelmäßig stark wirksame Arzneimittel einnehmen.

Hierzu zählen v.a. Bluthochdruck– und Herzkranke, Diabetiker und Rheumatiker. Für diese Patienten ist es besonders wichtig, die Nahrung mit Mikronährstoffen zu ergänzen, da durch die Erkrankung die Mikronährstoff-Vorräte beansprucht werden und häufig ein Mehrbedarf besteht.

Zudem ergänzen sich Medikamente und Mikronährstoffe in ihrer Wirkung bzw. kommt der Effekt eines Medikamentes oft erst dann optimal zur Geltung, wenn die Mikronährstoff-Versorgung stimmt.

Hierdurch können nicht selten Medikamente eingespart oder Nebenwirkungen verringert werden. In der Praxis wird jedoch bei den klassischen Arzneimitteltherapien eine sinnvolle Ergänzung mit wichtigen Mikronährstoffen oftmals außer Acht gelassen.

Antibiotikatherapie und der Nutzen von Probiotika

Antibiotika dienen dazu, krankmachende Bakterien im menschlichen Organismus abzutöten. Leider werden bei diesem Vorgang auch die körpereigenen Bakterien der Darmflora dezimiert.

Dies ist von großem Nachteil, da die Darmflora eine Vielzahl nützlicher Funktionen besitzt. Der Darm steht mit seinem lymphatischen Gewebe im Mittelpunkt des Abwehrgeschehens. Geg enüber Schadstoffen und Krankheitserregern bildet er eine wichtige Barriere. Störungen der Abwehrmechanismen im Darm schwächen das Immunsystem im ganzen ( siehe auch Darmerkrankungen).

Als Folge der Antibiotika-Einnahme zählen Durchfälle zu den häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen, bedingt durch ein Ungleichgewicht in der Bakterienflora. Bei dem Einsatz probiotischer Kulturen in einer Reihe von Untersuchungen sind erste positive Ergebnisse zu verzeichnen.

Durch die Einnahme von Probiotika verringerten bzw. verbesserten sich die Symptome einer durch Antibiotika ausgelösten Durchfallerkrankung. So konnte neben einer kürzeren Dauer der Durchfallerscheinungen auch ein geringeres Auftreten dieser „Begleiterscheinung” festgestellt werden.

Die Tatsache, dass mit Hilfe von Mikronährstoffen Pharmaka eingespart werden können, darf Patienten allerdings nicht dazu verleiten lassen, ein verordnetes Medikament eigenmächtig abzusetzen oder in seiner Dosierung zu reduzieren. Da die positiven Effekte der Mikronährstoffe in individueller Weise erst langsam nach Wochen evtl. Monaten zum Tragen kommen, muss dies unbedingt in Absprache mit dem Behandler geschehen.

Medikamente als Mikronährstoff-Räuber

Ein weiterer wichtiger, allerdings auch heute noch vielfach unberücksichtigter Aspekt, der für eine Mikronährstoff-Gabe unter Medikamenteneinnahme spricht, besteht darin, dass zahlreiche der häufig in der ärztlichen Praxis verordneten synthetischen Pharmaka zu Mikronährstoff-Defiziten führen.

Arzneimittel können die Resorption von Mikronährstoffen im Darm behindern, sie können aber auch deren Verstoffwechselung und Ausscheidung über den Urin beschleunigen. Hierdurch können nicht selten Defizite bestimmter Mikronährstoffe auftreten, die die Grunderkrankung negativ beeinflussen.

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Beispiele für Medikamente, bei denen mit Mikronährstoff-Defiziten zu rechnen ist, sind:

Diuretika

Diuretika sind Entwässerungsmittel, die v.a. bei Herzerkrankungen und Bluthochdruck eingesetzt werden. Sie erhöhen die Harnproduktion und führen dadurch auch zur verstärkten Ausscheidung von Mikronährstoffen wie Magnesium, Kalium, Zink, Vitamin B1 und Folsäure über den Urin.

Abführmittel (Laxantien)

Abführmittel beschleunigen den Transport des Speisebreis durch den Darm und tragen hierdurch dazu bei, dass ein Teil der Mikronährstoffe aus der Nahrung nicht resorbiert werden kann und ungenutzt über den Stuhl ausgeschieden wird.

Besonderes Augenmerk sollte in diesem Zusammenhang auf den chronischen Missbrauch von Abführmitteln gelegt werden. Oftmals werden diese Medikamente unkontrolliert besonders von jungen Frauen eingenommen, um den uns vorgelebten Schönheitsidealen aus der Werbung und dem allseits umgreifenden „Schlankheitswahn” zu entsprechen – wenn es sein muss, auch auf Kosten der eigenen Gesundheit.

Durch den chronischen Missbrauch von Laxantien kann es zu starken Verlusten von Wasser, Magnesium, Eisen, Kalium und weiteren Mikronährstoffen über den Darm kommen.

Orlistat

Orlistat ist ein zugelassener Wirkstoff, der zur Reduzierung des Körpergewichts bei Fettsucht dient. Seine Wirkung beruht darauf, dass die Verdauung und Resorption von Nahrungsfett im Darm gehemmt wird.

Fettlösliche Vitamine werden gemeinsam mit Fett durch den Darm aufgenommen. Entsprechend der Gebrauchsinformation ist eine erniedrigte Resorption von Vitamin D, Vitamin E und Beta-Carotin möglich. Demzufolge kann die Versorgung mit den genannten Mikronährstoffen beeinträchtigt sein.

Acetylsalicylsäure

Acetylsalicylsäure verringert die Resorption von Vitamin C und erhöht dessen Ausscheidung. Vitamin C ist in hoher Konzentration in der Magenschleimhaut vorhanden. Durch einen vermehrten Verlust von Vitamin C kann das Risiko für Schäden an der Magenschleimhaut erhöht sein.

Lipidsenker

Bestimmte Medikamente zur Senkung erhöhter Blutfette, sog. CSE-Hemmer, führen nicht nur zur Hemmung der Cholesterinsynthese, sondern beeinträchtigen ebenfalls die körpereigene Bildung von Coenzym Q10. Hierdurch kann möglicherweise die Funktion des Herzens, das Coenzym Q10 für seine Tätigkeit benötigt, beeinträchtigt werden.

Kortikoide

Kortikoide, die als entzündungs- und schmerzlindernde Medikamente breite Anwendung finden, vermindern die Calcium-Resorption und fördern die Calcium-Ausscheidung über den Urin. Eine Langzeiteinnahme kann zur Entstehung einer Osteoporose führen.
Kortikoide verschlechtern zudem die Vitamin C– und Zink-Bilanz. Unter einer Therapie kann es daher zu vielfältigen Defiziten kommen.

Orale Kontrazeptiva (Pille)

Orale Kontrazeptiva führen zu umfassenden Veränderungen im Mikronährstoff-Haushalt. Besonders bedeutsam sind erniedrigte Vitamin B6 Spiegel. Sie sind durch einen beschleunigten Umsatz dieses Vitamins im Stoffwechsel unter der Hormongabe bedingt. Des weiteren können orale Kontrazeptiva zu einem erniedrigten Spiegel von weiteren Vitaminen des B-Komplexes, Vitamin C, Folsäure und Zink beitragen. V.a. für Frauen, die nach dem Absetzen der Pille sehr rasch schwanger werden, kann ein Folsäure-Defizit gefährlich sein. Schwangere müssen ausreichende Folsäure-Reserven besitzen, da ein Mangel zu Missbildungen des Kindes führen kann.

Zytostatika (Chemotherapie) und Strahlentherapie

Zytostatika werden angewandt, um Krebszellen zu zerstören. Ihre Wirkung beschränkt sich jedoch leider nicht nur auf die Krebszellen, sondern betrifft auch normale Körperzellen mit hoher Teilungsaktivität, wie z.B. die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes und der Blase sowie die Blutzellen (rote Blutkörperchen, Abwehrzellen). Um diese Zellen und Gewebe zu regenerieren, braucht der Organismus vermehrte Mengen an Mikronährstoffen. Zudem führen Zytostatika und der Einfluss von Bestrahlungen zur Bildung zellschädigender freier Radikale.

Eine Ergänzung der Ernährung mit einem breiten Spektrum an Mikronährstoffen ist daher bei einer Chemo- als auch Strahlentherapie wichtig, um die Zell- und Immunfunktionen des Organismus und der gesunden Gewebe aufrechtzuerhalten und Nebenwirkungen der Therapiemaßnahmen möglichst zu minimieren.

Ferner kann es z.B. bei der Strahlentherapie zu einer Gleichgewichtsverschiebung innerhalb der darmeigenen Bakterienflora kommen, was ein verstärktes Auftreten krankmachender Keime nach sich ziehen kann. Durch den Einsatz von Probiotika können einige Nebenwirkungen der Strahlentherapie, wie Blähungen und Durchfall, minimiert werden. Vor der Einnahme von Mikronährstoffen sollten die Patienten Rücksprache mit ihrem Behandler nehmen.

Beitragsbild: 123rf.com – Vladimir-Soldatov

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