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Magnesium gegen Depressionen - Erfahrungen und Studien

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Neben Natrium und Kalium ist Magnesium ein besonders wichtiger Mineralstoff, der bei enzymatischen Reaktionen eine zentrale Rolle zu spielen scheint.

Magnesium ist hier bei mehr als 300 verschiedenen Reaktionen beteiligt, die ich im Beitrag: Magnesium (Vorkommen usw.) & Magnesiummangel beheben. beschreibe.

Magnesium hat ebenfalls eine Bedeutung für die Knochengesundheit im Zusammenhang mit Vitamin D (und Vitamin K2): Vitamin D und Magnesium.

Und was es für die Kalziumaufnahme und das Verhältnis zum Magnesium in Sachen Knochengesundheit zu beachten gibt, das habe ich hier beschrieben: Magnesium gegen Kalzium: Über das richtige Verhältnis.

Denn einfach nur viel Kalzium zu sich nehmen, das ist noch nicht einmal die Hälfte der „Miete“, wenn es um die Pflege des Knochenapparats geht.

Vitalstoffe

Magnesium gegen Depressionen?

Jetzt gibt es vermehrt Hinweise, dass Magnesium einen Einfluss auf Depressionen haben kann. In einem früheren Beitrag ging ich bereits der Frage nach, ob Depressionen durch Vitalstoffmängel verursacht werden könnten. Die neuen Hinweise geben dieser Vermutung eine ganz neue Bedeutung.

Zum Thema Depression hatte ich übrigens bereits auch schon einige Beiträge verfasst:

weitere Beiträge zu möglichen therapeutischen Maßnahmen gegen die Erkrankung:

Magnesium als Therapie von Depressionen?

Die zu diesem Thema existierende wissenschaftliche Diskussion fällt erschreckend sparsam aus.

Es gibt einige Studien, denen man offensichtlich von Seiten der Schulmedizin aus nur wenig Bedeutung geschenkt hat. Die Gründe dürften den meisten meiner (regelmäßigen) Leser bekannt sein:

a) die Pharmaindustrie verdient an Magensiumpräparaten fast nichts. Anidepressiva sind dagegen ein Milliardenmarkt

b) die Informationen zu diesen Studien und der Wirksamkeit findet kaum Beachtung - auch nicht bei denen, die es eigentlich besser wissen sollten: Ärzte. Das liegt im Wesentlichen (auch) in Punkt a) begründet...

Werfen wir mal einen Blick auf einige Studien:

Eine der ersten Arbeiten, die dieser Frage nachgingen, stammt aus dem Jahr 2008 und kommt aus Mexiko:

Efficacy and safety of oral magnesium supplementation in the treatment of depression in the elderly with type 2 diabetes: a randomized, equivalent ...

Das Besondere an dieser Arbeit ist, dass sie etwas macht, was man von Seiten der Schulmedizin nicht so gerne sieht: Ein Vergleich einer natürlichen Substanz mit einem pharmakologischen Präparat. In diesem Fall wurde die Wirksamkeit von oral aufgenommenem Magnesium mit Imipramin verglichen.

Imipramin zählt zu den trizyklischen Antidepressiva. Die Substanz war der erste „moderne Arzneistoff zur Behandlung von Depressionen überhaupt und wurde zum Prototyp einer ganzen Klasse von Psychopharmaka“ (Wikipedia). Allerdings ist die Liste an Nebenwirkungen für diesen „Prototyp“ schwindelerregend lang. Darüber hinaus gibt es einen Warnhinweis, der von der BfArM kommt und vor einem „Suizidalverhalten bei Kindern und Jugendlichen“ warnt.

Die mexikanische Studie wurde leider nur mit 23 älteren Patienten mit Typ-2-Diabetes und gleichzeitigem Magnesiummangel durchgeführt. Die Beobachtungszeit betrug zwölf Wochen, während der die Teilnehmer in der Verumgruppe eine Magnesiumlösung erhielten, die äquivalent zu 450 Milligramm elementarem Magnesium täglich war. Die Kontrollgruppe erhielt täglich 50 Milligramm Imipramin.

Am Ende der Beobachtungszeit zeigte sich , dass bei der Verumgruppe und der Kontrollgruppe vergleichbare Verbesserungen der Depression und seiner Symptome zu beobachten waren.

Die Autoren schlossen aus ihren Beobachtungen, dass die Behebung des Magnesiummangels vergleichbar gute Wirkungen auf die Depression hat wie die Gabe von Imipramin.

Mein Fazit: Auch wenn die Teilnehmerzahl mit 23 Patienten keine überragenden statistischen Aussagen erlaubt, zeigt diese Arbeit die auch in anderen Bereichen oft beobachtete Tendenz, dass natürliche Wirkstoffe und deren Wirksamkeit mit pharmazeutischen Produkten vergleichbar, oft sogar besser sind. Selbst bei einem „Unentschieden“ sind natürliche Wirkstoffe in der Regel im Bereich von Nebenwirkung und Verträglichkeit unangefochtene Sieger, wie auch in diesem Fall.

Metaanalyse: Reduziertes Depressionsrisiko

Magnesium and depression: a systematic review.

Diese Übersichtsarbeit/Metaanalyse aus Spanien aus dem Jahr 2013 unterstützt die Vermutung, dass eine ausreichende Zufuhr von Magnesium das Risiko für Depressionen herabsetzt.

Basis für diese Beobachtung waren allerdings nur drei Arbeiten, die den Autoren zur Verfügung standen. Die Autoren beklagen deshalb einen eklatanten Mangel an entsprechenden Arbeiten zu diesem Thema.

Magnesium bei Depressionen

Magnesium in depression.

Ebenfalls aus dem Jahr 2013 stammt diese Arbeit aus Polen. Interessant ist hier, dass die Autoren aus der Abteilung für angewandte Pharmazie der Universität Lublin die Ansicht vertreten, dass Magnesium mehr als nur ein "Nahrungsergänzungsmittel" ist.

Sie betrachten Magnesium als einen effektiven Wirkstoff bei der Behandlung von „Migräne, Alkoholismus, Asthma, Herzerkrankungen, Arrhythmien, Nierensteine, PMS (prämenstruelles Syndrom) etc.

Sie erwähnen sogar, dass Magnesium in der Homöopathie einen zentralen Platz bei der Behandlung von einer Reihe von mentalen Gesundheitsstörungen einnimmt.

Die Autoren bemerken weiterhin, dass die antidepressive Wirkung von Magnesium nicht vollständig verstanden wird. Es gibt aber Grund zu der Annahme, dass Magnesium eine Reihe von Faktoren günstig beeinflusst, die alle zusammengenommen das Risiko für Depressionen erhöhen beziehungsweise bei entsprechender Gabe von Magnesium senken. Sie betrachten Magnesium als eine wichtige und wertvolle Zusatzmedikation bei der Behandlung von Depressionen.

Magnesium intake and depression in adults.

Diese Arbeit aus dem Jahr 2015 aus den USA untersuchte den Zusammenhang zwischen Magnesiumzufuhr und Depressionen bei Erwachsenen in den Vereinigten Staaten. Grundlage hierfür war eine landesweite Umfrage mit knapp 8900 Erwachsenen aus dem Zeitraum zwischen 2007 und 2010.

Resultate: Die statistische Analyse ergab, dass ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen einer geringen Magnesiumzufuhr und Depressionen besteht. Dabei zeigte sich ein noch deutlicherer Zusammenhang bei den Teilnehmern jünger als 65 Jahre. Bei den Teilnehmern über 65 Jahre zeigte überraschenderweise eine geringe Magnesiumzufuhr einen protektiven Effekt.

Role of magnesium supplementation in the treatment of depression: A randomized clinical trial

Die beiden Autoren in der zuvor diskutierten Studie treten bei dieser Arbeit mit drei weiteren Kollegen an. Sie initiierten eine randomisierte, Cross-over Studie mit 126 Patienten (Durchschnittsalter 52 Jahre), deren Diagnose auf eine leichte bis mittelschwere Depression deutete. Die Beobachtungsdauer betrug zwölf Wochen. Die Teilnehmer wurden zufallsbedingt der Gruppe zugeordnet, die entweder mit der Einnahme von Magnesium-Supplementen (248 Milligramm täglich) sofort oder erst verspätet in der siebten Woche begannen. Während des anderen 6-Wochen-Zeitraums nahmen die Teilnehmer kein Magnesium zu sich.

Insgesamt lieferten 112 Teilnehmer verwertbare Daten. Die Zufuhr von Magnesium während der vorgeschriebenen sechs Wochen zeigte eine klinisch signifikante Verbesserung der Depressionssymptome und eine Verbesserung von Unruhezuständen.

Es gab keine Nebenwirkungen. Über 60 Prozent der Teilnehmer teilten mit, dass sie Magnesium zukünftig weiter nehmen möchten. Die Effekte waren so eindeutig, dass sie unabhängig von Alter, Geschlecht, Stadium der Depression, Magnesiumkonzentration oder Einsatz von schulmedizinischen Antidepressiva zu beobachten waren. Zudem zeigte sich, dass die gewünschten Effekte sich bereits nach zwei Wochen nach Beginn der Einnahme einstellten.

Die Autoren schlossen daraus, dass Magnesium bei leichten bis mittelschweren Depressionen bei Erwachsenen effektiv wirkt. Der Wirkeintritt zeigt sich relativ schnell und ohne Nebenwirkung, sodass eine engmaschige Beobachtung der Patienten in Bezug auf potentiell schädliche Nebenwirkungen und Toxizität nicht notwendig ist.

Fazit

Es gibt endlich vermehrt aussagekräftige Studien, die zeigen, dass Magnesium auch bei Depressionen wirkt. Depressionen jedoch alleine auf einen Magnesiummangel zu reduzieren, wäre ein unzulässiger Kurzschluss.

Im bereits oben erwähnten Artikel zu den Vitalstoffmängeln habe ich beschrieben, dass auch andere Vitalstoffe, wenn sie fehlen, das Risiko für Depressionen signifikant erhöhen können.

Die Sache rundet sich ab, wenn man Magnesium mit zu den Vitalstoffen zählt. Es scheint aber erst langsam ein Bewusstsein für diesen Sachverhalt zu entstehen. Von daher finde ich diese Arbeiten, die den Zusammenhang zwischen Magnesiummangel und Depression herstellen, als notwendig und wichtig.

Fazit vom Fazit: Die Behebung von Vitalstoffmängeln als Therapie von leichten bis mittelschweren Depressionen scheint eine unliebsame Konkurrenz für die gängige schulmedizinische Therapie dieser Erkrankung zu werden.

Kein Wunder also, wenn diese derartige Ergebnisse zu verschweigen versucht. Es hat sich nicht nur gezeigt, dass diese Therapie effektiv ist. Vielmehr imponiert diese Therapie auch durch ein konkurrenzloses Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil im Vergleich zu den synthetischen Antidepressiva.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.01.2017 aktualisiert.

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