Magnesium

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Beim Magnesium handelt es sich um ein chemisches Element, das mit “Mg” abgekürzt wird und die Ordnungszahl 12 im Periodensystem hat.

Es zählt, wie Kalzium, zu den Erdalkalimetallen. Sein Name kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie “Magnetstein”. Allerdings sind sich die Experten nicht unbedingt einig, ob die Namensgebung wirklich so abgeleitet werden kann.

Ähnlich wie Fluor und Sauerstoff ist Magnesium reaktionsfreudig. Von daher kommt es in der Natur nie in elementarer Form vor. Es tritt überwiegend als Mineral auf. Und hier dominieren Carbonate, Sulfate, Chloride und Silicate. Dolomit ist ein Magnesiummineral, das wesentliche Bestandteile der Dolomiten bestimmt.

Einige wichtige Mineralien sind Dolomit CaMg(CO3)2, Magnesit (Bitterspat) MgCO3, Olivin (Mg, Fe)2 [SiO4], Enstatit MgSiO3 und Kieserit MgSO4, Talk Mg3[Si4O10] (OH)2 etc.

Physiologie

Magnesium ist ein essentieller Mineralstoff und für jeden Organismus unentbehrlich. Ein erwachsener Mensch enthält ca. 20 g Magnesium. Im Vergleich dazu enthält der gleiche Organismus 1000 g Kalzium. Magnesium wird im Blut zu etwa 40 Prozent an Proteine gebunden. Warum Magnesium für den Organismus so wichtig ist, zeigt die Anzahl an enzymatischen Reaktionen, an denen das Mineral beteiligt ist: Es sind 300 bisher bekannte Reaktionen, die von Magnesium als Enzymbestandteil oder als Koenzym gesteuert werden. Dazu kommt, dass freie Magnesium-Ionen einen Einfluss auf das Membranpotential der Körperzellen haben. Sie sind dafür verantwortlich, dass das Ruhepotential von erregbaren Nerven- und Muskelzellen und den Zellen des autonomen Nervensystems stabilisiert wird.

Jede einzelne Zelle benötigt demnach Magnesium. Es ist außerdem Bestandteil der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen). Darüber hinaus wird es an den Energieträger ATP gebunden, wodurch dieser erst aktiv wird. Noch dazu stabilisiert Magnesium Proteine und Nukeinsäuren, ist mitverantwortlich für die Knochenfestigkeit und hilft bei der gezielten Hormonausschüttung mit.

Magnesiummangel

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt eine tägliche Magnesiumdosis von etwa 300 bis 350 mg. Diese Werte können je nach Alter, Geschlecht und körperlicher Belastung schwanken. Aber auch während der Schwangerschaft und bei verschiedenen Erkrankungen ist der Bedarf erhöht.

Immerhin etwa zehn Prozent der erwachsenen Deutschen wiesen in den 1990er Jahren Serumkonzentrationen auf, die deutlich unter dem Grenzwert lagen (Versorgung Erwachsener mit Mineralstoffen und Spurenelementen in der Bundesrepublik Deutschland; Kübler, W. et al: Vera-Schriftenreihe Band V, Wissenschaftlicher Fachverlag Dr. Fleck; 1995). Ein latenter Magnesiummangel betrifft hierzulande sogar 20 bis 40 Prozent der Menschen.

Zum einen kann ein Magnesiummangel (Hypomagnesiämie) von einer zu niedrigen Nahrungsaufnahme des Mineralstoffs herrühren. Zum anderen sind aber auch eine mangelnde Resorption über den Darm oder eine zu rasche Ausscheidung über die Haut und die Niere möglich.

Die ruhepotentialstabilisierende Eigenschaft des Magnesiums ist ein wichtiger Grund, warum ein Magnesiummangel beim Menschen Reaktionen, wie Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Nervosität, Ruhelosigkeit, Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen, allgemeines Schwächegefühl, Konzentrationsstörungen etc. auslösen kann. Ohne ausreichend Magnesium kommt es zu spontanen Depolarisationen des Nervensystems z.B., was die unerwünschten Muskelkrämpfe oder Nervosität erzeugt. Erfolgt dies am Sinusknoten des Herzens, dann sind sogar Herzinfarkte möglich. Depressionen und schizophrene Psychosen scheinen durch einen Magnesiummangel verstärkt zu werden.

Da Magnesium, wie eingangs erwähnt, an so vielen verschiedenen Körperfunktionen beteiligt ist, kann auch das Mangelsyndrom (Tetanische Syndrom) mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen. Zu den oben erwähnten Merkmalen kommen oft kalte Füße, Geräuschempfindlichkeit oder Taubheitsgefühle in Händen und Füßen hinzu. Auch sind Rückenschmerzen keine Seltenheit. Depressionen, Panikattacken und quälende Grübeleien gehören zu den psychischen Symptomen eines Magnesiummangels.

Immer wieder klagen Patienten darüber, dass ihr Magnesiummangel lange Zeit von den Ärzten nicht als solcher erkannt wird. Denn die Bestimmung des Magnesium-Serumspiegels anhand eines Bluttest wird nicht standardmäßig durchgeführt. Der Serumspiegel gilt außerdem als nicht besonders aussagekräftig, da er nicht zwingend einen Rückschluss auf den Magnesiumspeicher zulässt. Denn auch wenn der Magnesiumspiegel im Normbereich liegt, so kann dennoch ein Mangel vorliegen.

Trotzdem gelten Werte unterhalb von 0,75 mmol/Liter Blut als sehr guter Hinweis auf einen Magnesiummangel, der mit Krankheitssymptomen einhergeht. Der Serumspiegel sollte, laut Experten, besser im oberen Normbereich (bis zu 1,1 mmol /Liter) liegen.
Meist stellen Ärzte die Diagnose lediglich anhand der Anamnese. Krämpfe in den Waden gelten als die besten Hinweise auf einen Magnesiummangel.

Verbessern sich die Symptome durch eine magnesiumreiche Kost oder die gezielte Einnahme von Magnesiumpräparaten, so kann man davon ausgehen, dass der Auslöser der Beschwerden tatsächlich ein Magnesiummangel war.

Mangelzustände leichter Natur können durch eine Schwangerschaft, schwere Erkrankungen oder Hochleistungssport auftreten. Schwere Mangelzustände dagegen können Zeichen sein von ernstzunehmenden Erkrankungen wie eine Nierenfunktionsstörung, eine chronische Darmentzündung etc. Aber auch ein schlecht eingestellter Diabetes führt zu deutlichen Mangelzuständen. Ebenso lang anhaltende Durchfälle. Weitere Ursachen für einen Mangel können Fehlernährung und/oder Alkoholismus, sowie die Einnahme von bestimmten Medikamenten, wie Diuretika, Antibiotika und Kortikoide sein.

Auch gibt es genetische Erkrankungen, die zu einer verminderten Resorption im Darm oder zu einer Beeinträchtigung der Wiederaufnahme in der Niere führen. Bei den Betroffenen ist eine tägliche Magnesiumzufuhr von bis zu 1.200 mg nötig. Schätzungen zufolge, betrifft der genetisch bedingte Magnesiummangel 0,1 bis 1 Prozent der Bevölkerung.

Wie zeigt sich ein Magnesiummangel bei Kindern und Jugendlichen?

Säuglinge und Kleinkinder: Unter anderem Komplikationen während der Geburt, Infektanfälligkeit, Zahnschmerzen und Fieberkrämpfe, verspätete Zahnung

Schulkinder und Jugendliche: Konzentrationsstörungen, Schlafprobleme, Bauchschmerzen und Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, Luftnot, bei Mädchen verspätete Regelblutung und Menstruationsbeschwerden.

Mittel zur Beseitigung eines Mangels

Mineralstoffmängel werden von der Schulmedizin umgehend mit pharmazeutischen Produkten behoben. So kann der vom Mangel Gepeinigte in Deutschland Citrate und Aspartate käuflich erwerben und sich tägliche Dosen von 100 bis 400 mg einverleiben. Dies soll dann Muskelkrämpfe, Migräne und Schwangerschaftskomplikationen bekämpfen. Allerdings ist nicht bekannt, bis zu welchem Grad diese Salzverbindungen resorbiert werden und welche Vor- und Nachteile sie haben.

Die Einnahme solcher Präparate kann deshalb begleitet sein von Nebenwirkungen, wie Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, Durchfälle, Müdigkeit und Bradykardie (langsamer Pulsschlag). Jetzt gibt es eine Reihe von evidenz-basierten Studien, die bei verschiedenen Präparaten, wie Lutsch- oder Kautabletten und Granulaten, die Inkonsistenz der Wirkstoffresorption festgestellt haben. So werden bei Einnahme von 120 mg nur 35 Prozent der Gesamtmenge resorbiert. Wird die Menge auf 360 mg pro Tag erhöht, dann werden nur noch 18 Prozent aufgenommen. Und wenn das Präparat eine anorganische Magnesiumverbindung enthält, dann sinkt die Resorptionsrate noch einmal deutlich im Vergleich zu den Aspartaten und Citraten.

Da das Magnesium über die Nieren ausgeschieden wird, ist eine Nierenfunktionsstörung eine Kontraindikation für die Einnahme solcher Präparate.

Ernährung und Magnesium

Wie es aussieht, bereiten die Magnesium-Präparate mehr Verwirrung als dass sie hilfreich wären. Wenn eine Nierenfunktionsstörung vorliegt, dann kommt zu der Verwirrung auch noch eine gefährliche Kontraindikation dazu. Welche Alternativen gibt es also, um die tägliche empfohlene Dosis von 300 mg zu erreichen?

Wenn man sich auf die Zeiten zurückbesinnt, wo es noch keine Pharmaindustrie gab, da hatten die Menschen nichts als ihre Ernährung als den Hauptspender für die erforderlichen Magnesiummengen. Daran hat sich im Prinzip bis heute nichts geändert. Es gibt sie immer noch, die Lebensmittel, die Magnesium beinhalten und diesen so präsentieren, dass ausreichend viel und gut vom Organismus resorbiert werden kann.

Denn schließlich ist im Boden viel Magnesium enthalten, das von Pflanzen aufgenommen wird und so in die Nahrungskette gelangt.

Magnesium ist beispielsweise Bestandteil des Blattfarbstoffs Chlorophyll, so dass es in grünen Pflanzenteilen in großen Mengen vorhanden ist.

Und wer jetzt glaubt, dass es sich hier um spezialisierte Lebensmittel, womöglich auch noch exotischer Natur, handelt, der wird sich wundern, in welchen Lebensmitteln Magnesium vorkommt:

  • Vollkornbrot,
  • Reis,
  • Cornflakes,
  • Vollkornnudeln,
  • Heilwasser,
  • manche Mineralwässer (mehr als 100mg/Liter)
  • Geflügel,
  • Leber,
  • Fisch,
  • Schokolade,
  • Cashew- und Erdnüsse,
  • Kartoffeln,
  • Spinat,
  • Mangold,
  • Broccoli,
  • Bohnen und Erbsen,
  • Schwarzwurzeln,
  • Rhabarber,
  • Kohlrabi,
  • Obst, vor allem Orangen und Bananen,
  • Milchprodukte,
  • Haferflocken,
  • usw.


Es wird nur zu offensichtlich, dass die alltägliche, normale Ernährung mit Grundlebensmitteln in der Lage sein sollte, einen ausreichend hohen Magnesium-Spiegel im Organismus zu garantieren. Ausnahmen bestätigen die Regel, wo ein durch normale Ernährung nicht aufrecht zu haltender Magnesium-Bedarf durch Nahrungsergänzungsmittel komplementiert werden kann.

Außerdem besteht das Problem, dass die Böden immer stärker ausgelaugt werden, so dass pflanzliche und tierische Produkte insgesamt wesentlich magnesiumärmer sind als noch vor einigen Jahrzehnten. Bioprodukte sind daher in der Regel reicher an Magnesium als Lebensmittel aus Massenproduktion.

Überdosierungen oder zu hohe Serumspiegel sind fast auszuschließen, da die überschießenden Konzentrationen von der Niere ausgeschieden werden. Zu hohe Serumspiegel sind nur denkbar, wenn die Elimination durch die Niere eingeschränkt ist. Aus diesem Grund sollte bei Nierenfunktionsstörungen auf eine zusätzliche Gabe von Magnesium verzichtet werden.

Werden hohe Dosen von Magnesium eingenommen, kann es zu Durchfall kommen. Daher sollten Betroffene, die große Mengen Magnesium benötigen, es über den Tag verteilt in kleinen Portionen zu sich nehmen.