Magnesium
Beim Magnesium handelt es sich um ein chemisches Element, das mit “Mg” abgekürzt wird und die
Ordnungszahl 12 im Periodensystem hat.
Es zählt, wie Kalzium, zu den Erdalkalimetallen. Sein Name kommt aus dem Altgriechischen
und bedeutet soviel wie “Magnetstein”. Allerdings sind sich die Experten nicht unbedingt einig, ob die Namensgebung
wirklich so abgeleitet werden kann.
Ähnlich wie Fluor und Sauerstoff ist Magnesium reaktionsfreudig. Von daher kommt es in der Natur nie in elementarer
Form vor. Es tritt überwiegend als Mineral auf. Und hier dominieren Carbonate, Sulfate, Chloride und Silicate.
Dolomit ist ein Magnesiummineral, das wesentliche Bestandteile der Dolomiten bestimmt.
Einige wichtige Mineralien sind Dolomit CaMg(CO3)2, Magnesit (Bitterspat) MgCO3, Olivin (Mg, Fe)2 [SiO4], Enstatit
MgSiO3 und Kieserit MgSO4, Talk Mg3[Si4O10] (OH)2 etc.

Physiologie
Magnesium ist ein essentieller Mineralstoff und für jeden Organismus unentbehrlich. Ein erwachsener Organismus
enthält ca. 20 g Magnesium. Im Vergleich dazu enthält der gleiche Organismus 1000 g Kalzium. Magnesium wird im Blut
zu etwa 40 Prozent an Proteine gebunden. Warum Magnesium für den Organismus so wichtig ist, zeigt die Anzahl an
enzymatischen Reaktionen, an denen das Mineral beteiligt ist: Es sind 300 Reaktionen, die von Magnesium als
Enzymbestandteil oder als Koenzym gesteuert werden. Dazu kommt, dass freie Magnesium-Ionen einen Einfluss auf das
Membranpotential der Körperzellen haben. Sie sind dafür verantwortlich, dass das Ruhepotential von erregbaren
Nerven- und Muskelzellen und den Zellen des autonomen Nervensystems stabilisiert wird.
Magnesiummangel
Die ruhepotentialstabilisierende Eigenschaft des Magnesiums ist ein wichtiger Grund, warum ein Magnesiummangel
beim Menschen Reaktionen, wie Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Nervosität, Ruhelosigkeit, Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen, allgemeines Schwächegefühl, Konzentrationsstörungen etc. auslösen kann. Ohne ausreichend
Magnesium kommt es zu spontanen Depolarisationen des Nervensystems z.B., was die unerwünschten Muskelkrämpfe
oder Nervosität erzeugt. Erfolgt dies am Sinusknoten des Herzens, dann sind sogar Herzinfarkte möglich. Depressionen und schizophrene Psychosen scheinen durch einen
Magnesiummangel verstärkt zu werden.
Mangelzustände leichter Natur können durch eine Schwangerschaft, schwere Erkrankungen oder Hochleistungssport auftreten. Schwere
Mangelzustände dagegen können Zeichen sein von ernstzunehmenden Erkrankungen wie eine Nierenfunktionsstörung, eine chronische Darmentzündung etc. Aber auch ein schlecht eingestellter Diabetes führt zu deutlichen Mangelzuständen. Ebenso lang anhaltende Durchfälle. Weitere Ursachen für einen Mangel können Fehlernährung und/oder Alkoholismus,
sowie die Einnahme von bestimmten Medikamenten, wie Diuretika und Kortikoide sein.
Mittel zur Beseitigung eines Mangels
Mineralstoffmängel werden von der Schulmedizin umgehend mit pharmazeutischen Produkten behoben. So kann der vom
Mangel Gepeinigte in Deutschland Citrate und Aspartate käuflich erwerben und sich tägliche Dosen von 100 bis 400 mg
einverleiben. Dies soll dann Muskelkrämpfe, Migräne und Schwangerschaftskomplikationen bekämpfen. Allerdings ist
nicht bekannt, bis zu welchem Grad diese Salzverbindungen resorbiert werden und welche Vor- und Nachteile sie
haben.
Die Einnahme solcher Präparate kann deshalb begleitet sein von Nebenwirkungen, wie Beschwerden im Magen-Darm-Trakt,
Durchfälle, Müdigkeit und Bradykardie (langsamer Pulsschlag). Jetzt gibt es eine Reihe von
evidenz-basierten Studien, die bei verschiedenen Präparaten, wie Lutsch- oder Kautabletten und Granulaten, die
Inkonsistenz der Wirkstoffresorption festgestellt haben. So werden bei Einnahme von 120 mg nur 35 Prozent der
Gesamtmenge resorbiert. Wird die Menge auf 360 mg pro Tag erhöht, dann werden nur noch 18 Prozent aufgenommen.
Und wenn das Präparat eine anorganische Magnesiumverbindung enthält, dann sinkt die Resorptionsrate noch einmal
deutlich im Vergleich zu den Aspartaten und Citraten.
Da das Magnesium über die Nieren ausgeschieden wird, ist eine Nierenfunktionsstörung eine Kontraindikation für die
Einnahme solcher Präparate.
Ernährung und Magnesium
Wie es aussieht, bereiten die Magnesium-Präparate mehr Verwirrung als dass sie hilfreich wären. Wenn eine
Nierenfunktionsstörung vorliegt, dann kommt zu der Verwirrung auch noch eine gefährliche Kontraindikation dazu.
Welche Alternativen gibt es also, um die tägliche empfohlene Dosis von 300 mg zu erreichen?
Wenn man sich auf die Zeiten zurückbesinnt, wo es noch keine Pharmaindustrie gab, da hatten die Menschen nichts als
ihre Ernährung als den Hauptspender für die erforderlichen Magnesiummengen. Daran hat sich im Prinzip bis heute
nichts geändert. Es gibt sie immer noch, die Lebensmittel, die Magnesium beinhalten und diesen so präsentieren,
dass ausreichend viel und gut vom Organismus resorbiert werden kann.
Und wer jetzt glaubt, dass es sich hier um spezialisierte Lebensmittel, womöglich auch noch exotischer Natur,
handelt, der wird sich wundern, in welchen Lebensmitteln Magnesium vorkommt:
- Vollkornbrot,
- Reis,
- Cornflakes,
- Vollkornnudeln,
- Heilwasser,
- Geflügel,
- Leber,
- Fisch,
- Schokolade,
- Cashew- und Erdnüsse,
- Kartoffeln,
- Spinat,
- Kohlrabi,
- Obst,
- Orangen,
- Bananen,
- Milchprodukte,
- Haferflocken
- usw.
Es wird nur zu offensichtlich, dass die alltägliche, normale Ernährung mit Grundlebensmitteln in der Lage sein
sollte, einen ausreichend hohen Magnesium-Spiegel im Organismus zu garantieren. Ausnahmen bestätigen die Regel, wo
ein durch normale Ernährung nicht aufrecht zu haltender Magnesium-Bedarf durch Nahrungsergänzungsmittel
komplementiert werden kann.
Überdosierungen oder zu hohe Serumspiegel sind fast auszuschließen, da die überschießenden Konzentrationen von der
Niere ausgeschieden werden. Zu hohe Serumspiegel sind nur denkbar, wenn die Elimination durch die Niere
eingeschränkt ist. Aus diesem Grund sollte bei Nierenfunktionsstörungen auf eine zusätzliche Gabe von Magnesium
verzichtet werden.

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