Header Vitalstoffe
 

Molybdän

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Molybdän (abgekürzt „Mo“, Ordnungszahl 42) ist ein Übergangsmetall der 6. Nebengruppe (Chromgruppe) im Periodensystem der Elemente. Das Schwermetall kommt im Erdmantel mit 1 mg pro kg vor.

Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „Blei“, da das Metall dem Blei ähnlich sieht, weswegen es in der Antike oft zu Verwechslungen kam.  Allerdings gehört Blei nicht in dieselbe systematische Gruppe wie Molybdän.

Das wurde erst 1781 erkannt, als Peter Jacob Hjelm reines Molybdän darstellen konnte.

Das freie Element ist ein dunkel-silbriges Metall mit einem sehr hohen Schmelzpunkt von 2623 °C, der sechsthöchste Schmelzpunkt aller Elemente. Molybdän kommt in der Erdrinde kaum in reiner, elementarer Form vor, sondern überwiegend in kristallinen Verbindungen.

Dazu gehören Gelbbleiglanz (PbMoO4) und das häufigere Molybdänglanz (MoS2), das die größten lohnenden Lagerstätten bildet. Oft wird das Schwermetall zusammen mit Kupfer aus gemischten Erzen extrahiert. Die umfangreichsten Rohstoffvorkommen liegen in Nord- und Südamerika sowie in China.

Industriell dient Molybdän vor allem zur Stahlhärtung. Legierungen mit einem 60- bis 70-prozentigem Anteil Molybdän sind nicht nur physikalisch sehr widerstandsfähig, sondern auch äußerst säureresistent. Daneben wird das Schwermetall in der Elektrotechnik verwendet wie beispielsweise in Röntgenröhren. Als Katalysator kann Molybdän Schwefelanteile aus Erdöl entfernen. Molybdänsulfid (MoS2) ist ähnlich wie Graphit ein festes Schmiermittel.

Biologische Bedeutung

Molybdänsalze sind in Wasser löslich, sodass das Spurenelement in Form vom Molybdat-Ionen (MoO42-) von Lebewesen aufgenommen werden kann. Das Schwermetall ist für die meisten Organismen ein essenzielles Spurenelement, das überwiegend im katalytischen Zentrum von Enzymen eingebaut wird.

Ohne Molybdän könnten viele dieser Proteine nicht funktionieren. 50 solcher Enzyme sind bisher in Tieren einschließlich des Menschen, der Pflanzen und Bakterien beschrieben worden. Der größte Teil dieser Molybdän-Poteine kommt dabei in Bakterien vor.

Ein ökologisch wichtiges Molybdän-Enzym ist die Nitrogenase einiger Bakterien. Mit dem Protein katalysieren die Mikroben die Umwandlung von Luftstickstoff (N2) in Ammoniak (NH3), das dann zur Synthese von Aminosäuren genutzt werden kann.

Durch die Gewinnung von Stickstoff aus der Atmosphäre sind diese Organismen dann vom Stickstoff im Substrat unabhängig. Viele Leguminosen wie Erbsen, Bohnen, Soja und Linsen enthalten solche Bakterien als Symbionten in speziellen Wurzelknöllchen. Dadurch sind auch die Pflanzen weniger anfällig für Stickstoffmangel im Boden.

Allerdings erfordert die Stickstoff-Fixierung einen sehr hohen Betrag an Stoffwechsel-Energie. Einige Bakterien können unter Molybdän-Mangel auch eine Nitrogenase produzieren, die mit Vanadium oder Eisen funktioniert. 

Im Jahr 2008 fanden Wissenschaftler heraus, dass ein Molybdän-Mangel in den Ozeanen der Erde vor 2 Milliarden Jahren ein limitierender Faktor für die weitere Evolution eukaryontischen Lebens war. Pflanzen, Pilze und Tiere waren also in ihrer weiteren Entwicklung behindert.

Grund dafür war, dass die höheren Zellen nicht in der Lage sind, Stickstoff zu fixieren. Herrscht Nitrat-Mangel im Boden vor, müssen sie den Stickstoff über Bakterien beziehen, die das gasförmige Element fixieren können.

Der Mangel an Molybdän war Resultat des geringen Sauerstoff-Gehaltes in den frühen Meeren. Als dann mehr und mehr Sauerstoff im Meerwasser gelöst wurde, wurde auch Molybdän aus den Mineralien des Seebodens gelöst. Damit wurde dieses Molybdän für stickstofffixierende Bakterien besser verfügbar.

Dieser Schritt erlaubte es dann, höhere Lebensformen mit mehr Stickstoff zu versorgen. Obwohl der Sauerstoff die Stickstofffixierung indirekt begünstigte, stellte er sich als Gift für die Nitrogenase-Enzyme heraus.

Nachdem der Sauerstoff in größeren Mengen in Luft und Wasser auftauchte, sahen sich die Organismen gezwungen, die die Stickstofffixierung unter aeroben Bedingungen durchführen mussten, ihre stickstofffixierenden Enzyme in Heterozysten zu „verpacken“.

Diese Heterozysten sind spezialisierte Zellen in mehrzelligen Cyanobakteria („Blaualgen“) in denen diese Stickstofffixierung durch Nitrogenase dann stattfindet. Hier sind die Enzyme vor zu viel Sauerstoff geschützt.

Die Bedeutung von Molybdän für den Menschen

Molybdän ist in der Lage, Verbindungen mit einer Reihe von organischen Molekülen wie Kohlenhydraten und Aminosäuren einzugehen. Aber der größte Teil des Spurenelementes wird im menschlichen Körper als MoO42− transportiert.

Bisher sind einige menschliche Enzyme bekannt, die Molybdän als essenziellen Co-Faktor einlagern. Dazu zählt die Aldehydoxidase, die im Aminosäure-Stoffwechsel (Tryptophan) eine Rolle spielt.

Das Enzym kann auch Nikotin abbauen und hat in Lebrzellen eine besondere Funktion: dort beeinflusst das Enzym die hormonelle Regulation des Hungergefühls.

Die Molybdän-abhängige Sulfitoxidase in den Mitochondrien kann Sulfit zu Sulfat oxidieren und so Stoffwechsel-Energie gewinnen.
Die Xanthinoxidase oxidiert Xanthin zu Harnsäure. Die Aktivitäten der Xanthinoxidase sind dabei direkt proportional abhängig von der Menge des zur Verfügung stehenden Molybdäns im Körper. J

edoch verkehren extrem hohe Konzentrationen von Molybdän den Trend ins Gegenteil. Dann wirkt das Element wie ein Inhibitor auf die Oxidation zur Harnsäure und auch auf andere Prozesse. Molybdän-Konzentrationen haben auch einen Effekt auf die Proteinsynthese, den Stoffwechsel und das Wachstum.

Die Wirkungen von Molybdän über enzymatische Mechanismen sind für einige physiologische Funktionen unentbehrlich. Dies betrifft Teile des Protein-Stoffwechsels und die Harnsäureausscheidung, den Alkohol-Metabolismus und das Immunsystem sowie die Flourid-Anreicherung in den Zähnen.

Der menschliche Körper enthält 0,07 Milligramm Molybdän pro Kilogramm Körpergewicht. Es kommt in höheren Konzentrationen in der Leber, dem Zahnschmelz und den Nieren vor. In geringeren Konzentrationen zeigt es sich in den Wirbeln.

Man vermutet, dass es an der Verhinderung von Karies beteiligt ist. Schweine-, Lamm- und Kalbsleber enthalten ungefähr 1,5 ppm (parts per million) Molybdän. Andere wichtige Quellen für Molybdän sind grüne Bohnen, Sonnenblumenkerne, Eier, Weizenmehl, Gurken, Linsen etc.

Die tägliche Aufnahme von Molybdän liegt zwischen 0,12 und 0,24 Milligramm in Abhängigkeit vom Gehalt der Nahrungsmittel. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt an, dass 50 bis 100 Mikrogramm Molybdän täglich als angemessen anzusehen sind.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den "5 Wundermitteln" an:

Kleine Anmerkung: Die Sache mit den "5 Wundermitteln" ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen...

Molybdän-Mangel

Ein Molybdän-Mangel tritt selten auf und ist manchmal auf extreme Fehlernährung zurückzuführen. Dies kann der Fall sein bei parenteraler Ernährung mit ausschließlich intravenöser Applikation über einen längeren Zeitraum.

Diagnostische Marker sind hohe Serumspiegel an Sulfit und Harnsäure. Weitere Symptome sind verstärkter Zahn-Karies, Magen-Darm-Beschwerden, Sehschwäche, Luftnot, Agitiertheit und emotionale Labilität.

Hinzutreten eine geschwächte Körperabwehr gegen Krankheitserreger, körperliche Schwäche, Nieren-Funktions-Einbußen und eingeschränkte Fruchtbarkeit. Bei Schwangeren droht eine Unterentwicklung der Leibesfrucht. 

Da diese Form des Molybdän-Mangels auf der künstlichen Ernährung beruht und damit praktisch nur bei Erwachsenen auftritt, sind die neurologischen Effekte nicht so stark ausgeprägt wie beim Krankheitsbild der Molybdän-Cofaktor-Defizienz. Diese Erbkrankheit verursacht schon im Kindesalter erhebliche neurologischen Schäden.

Dabei kann der Körper Molybdän nicht in die betreffenden Enzyme einbauen. Die Ursache dafür ist die Unfähigkeit des Körpers, den Molybdän-Cofaktor zu produzieren. Dieser Cofaktor ist ein Molekül, das Molybdän an den aktiven Stellen aller bekannten Molybdän-abhängigen Enzyme beim Menschen bindet.

Die Folge der Enzym-Unwirksamkeit sind hohe Konzentrationen an Sulfit und erniedrigte Harnsäure-Werte.

Ernährungsbedingter Molybdän-Mangel aufgrund von niedrigen Bodenkonzentrationen wurde in Zusammenhang gebracht mit Speiseröhrenkrebs in einem geographischen Bereich, der sich vom Norden Chinas bis in den Iran erstreckt.

Verglichen mit den USA, das einen größeren Anteil an Molybdän im Boden hat, haben die Menschen in diesen Gebieten ein 16-fach höheres Risiko für einen Speiseröhrenkrebs.

Natriumwolframat ist ein kompetitiver Inhibitor des Molybdäns. Wolfram in Nahrungsmitteln kann die Konzentrationen von Molybdän im Gewebe reduzieren.

Im Falle des Molybdän-Mangels muss zunächst die Ernährung umgestellt werden. Darmerkrankungen, die eine Resorptions-Störung zur Folge haben, müssen behandelt werden. Für die Therapie der Molybdän-Cofaktor-Defizienz sind molekulargenetische Techniken in der tierexperimentellen Erprobung.

Der Kupfer-Molybdän-Antagonismus

Hohe Konzentrationen an Molybdän können mit der Fähigkeit des Körpers, Kupfer aufzunehmen, kollidieren. Das Resultat ist ein Kupfermangel. Molybdän behindert die Plasmaproteine, Kupfer an sich zu binden. Es erhöht auch die Menge an Kupfer, das über den Urin ausgeschieden wird.

Wiederkäuer, die hohe Mengen an Molybdän aufnahmen, entwickelten eine Reihe von Symptomen wie eingeschränktes Wachstum, Diarrhoe, Anämien und den Verlust von Fellpigementation. Diese Symptome konnten eingeschränkt werden durch eine zusätzliche Gabe von Kupfer, sowohl als orale als auch als intravenöse Gabe.

Eine Reduktion von Kupfer kann auch gezielt eingeleitet werden, z.B. als therapeutische Maßnahme, durch Tetrathiomolybdat. Hierbei handelt es sich um einen Kupfer-Chelatbildner, also eine biochemische Substanz, die in der Lage ist, Metalle zu binden und aus dem Körper auszuschleusen.

Diese Substanz wurde erstmalig therapeutisch genutzt bei Kupfer-Toxikosen (Kupfervergiftung aufgrund hoher Konzentrationen) bei Tieren. Danach wurde die Substanz beim Menschen bei Morbus Wilson eingesetzt. Morbus Wilson ist eine vererbte Kupfer-Stoffwechsel-Störung bei Menschen (siehe auch die Seite Mineralstoffe – Kupfer).

Die Substanz hat verschiedene Wirkmechanismen, denn sie reduziert die Resorption von Kupfer im Gastrointestinaltrakt und erhöht gleichzeitig die Kupfer-Ausscheidung. Sie zeigte auch einen inhibitorischen Effekt auf die Ausbildung von Blutgefäßen (Angiogenese).

Dies hängt mit der Fähigkeit, Kupfer zu eliminieren, zusammen. Natürlich hat man sich sofort dieses Themas angenommen und untersucht nun, inwieweit die Substanz für eine Krebstherapie in Frage kommt.

Aber auch altersabhängige Makuladegeneration und andere Krankheiten, die auf einer hohen Kupferablagerung an den Blutgefäßen beruhen, werden unter diesem Aspekt untersucht.

Molybdän-Überschuss

Studien an Ratten haben gezeigt, dass die mittlere letale Dosis (LD50) 180 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht für einige Molybdän-Verbindungen ist. Für den Menschen gibt es solche Daten nicht.

Andere Tierstudien haben gezeigt, dass eine chronische Einnahme von mehr als 10 Milligramm pro Tag Durchfälle, Wachstumsstörungen, Unfruchtbarkeit, niedriges Geburtsgewicht und Gicht auslösen kann.

Es beeinträchtigt ebenfalls die Nieren, Lungen und die Leber.
Eine akute Toxizität wurde bislang beim Menschen noch nicht beobachtet.

Staub und Rauch von Molybdän, wie man sie in Minen oder in Metallwerken antrifft, können toxisch sein, besonders dann, wenn sie verschluckt werden. Eingeatmete Staubpartikel reichern sich in der Nasennebenhöhle an und gelangen so auch in den Magen-Darm-Trakt.

Eine andere Ursache für die chronische Molybdän-Vergiftung ist der Verzehr von Lebensmitteln, die aus überdüngtem Anbau stammen.

Niedrige Konzentrationen einer längerfristigen Aussetzung können zu Irritationen an Augen und Haut führen. Eine direkte Inhalation oder Verschlucken von Molybdän sollte vermieden werden.

Eine chronische Belastung von 60 bis 600 mg Milligramm pro Kubikmeter kann Symptome wie Fatigue und Kopfschmerzen hervorrufen. Zudem  treten im Zuge einer Gichterkrankung Gelenk- und Gliederschmerzen auf. Ursache ist die Produktion von zu viel Harnsäure.

Quellen:

Newletter: 5 Wundermittel René Gräber


 

Wer schreibt hier?

Rene Gräber

Mein Name ist René Gräber. Seit 1998 bin ich in eigener Naturheilpraxis tätig und begleite seitdem Patienten mit den unterschiedlichsten Beschwerden und Erkrankungen. Dabei spielen zahlreiche Vitalstoffe in der Behandlung eine Rolle, die in zahlreichen Fällen enorm helfen können.

Folgen Sie mir auch auf: 

Bücher mit Bezug zu Vitalstoffen von mir, die ich ihnen empfehlen kann:

Heilung der Gelenke - von Rene Gräber 

 Vitamin D - Therapie - Buch von Rene Gräber