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Eisen

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

 Eisen (Fe von “Ferrum“) ist chemisch gesehen ein Element mit der Ordnungszahl 26.

Es ist ein Metall, genauer gesagt ein Übergangsmetall der 8. Nebengruppe im Periodensystem.

Eisen kennt jeder. Es ist als vierthäufigstes Element der Erdkruste weit verbreitet. Wir kennen es als Stahl, Blech usw. Ohne Eisen als Ausgangsstoff wären viele unserer heutigen Gebrauchsgegenstände nicht denkbar. Von allen eingesetzten Metallen ist Eisen mit einem 95-prozentigen Gewichtsanteil das mit Abstand häufigste.

Die Eisenerze sind Metalloxide, denen in der Verhüttung mittels Kohle bei starker Hitze der Sauerstoff entzogen wird. Das Verfahren beherrscht der Mensch seit rund 5000 Jahren. Neben den Erzen kommt Eisen auch in elementarer Form in der Natur vor. Doch die Fundorte dieses “gediegenen Eisens“ sind rar. Selten ist auch das Meteoriten-Eisen, das Handwerker in der Antike zu kultischen Gegenständen verarbeiteten. So besteht eine Dolchklinge aus dem Grab Tutanchamuns aus dem “Himmeleisen“.

Für unseren Körper ist Eisen lebenswichtig.  Wir sind zwar nicht aus Eisen gemacht und auch unsere Organe sind nicht “eisenhart”, aber Eisen erfüllt einige wichtige Funktionen, ohne die Leben nicht denkbar ist.

Eisen hilft dem Körper beim Sauerstoff-Transport

Hämoglobin ist der Stoff, der dem Blut seine rote Farbe verleiht. Es sitzt in den Erythrozyten, den roten Blutkörperchen. Dieses Hämoglobin ist ein komplexes Eiweißmolekül, das aus 4 Untereinheiten aufgebaut ist. Es besteht aus 2 Alpha- und zwei Beta-Globulinen (2 Hbα + 2 Hbβ). Jede Untereinheit beherbergt eine prosthetische Gruppe, den sogenannten “Tetrapyrrol-Ring“, der als cyclisches Porphyrin dem Chlorophyll der grünen Pflanzen sehr ähnlich ist.

Freilich trägt unser Häm einen Eisen-II-Komplex, während im Blattgrün ein Magnesium-Ion enthalten ist. Jedes Eisen-Ion ist in der Lage, jeweils ein Sauerstoffmolekül (O2) zu binden, sodass die komplette Hämoglobin-Einheit vier Sauerstoffmoleküle binden kann. Auf diese Weise erfolgt der Transport des Sauerstoffs von den Lungen zu den Zielzellen des Organismus.

Ohne den “Eisenkern” des Hämoglobins wäre ein solcher Transport zwar möglich, aber viel weniger effektiv. So bewerkstelligen Cephalopoden (Kopffüßer, Tintenfische) den Sauerstoff-Transport mit dem analog zu unserem Blutfarbstoff  aufgebauten Hämocyanin. Dort ist nicht Eisen, sondern Kupfer der O2-Binder. Dies hat zur Folge, dass die marinen Weichtiere eine eher “schlechte Kondition“ haben.

Bei “uns Wirbeltieren“ ist nicht nur das Hämoglobin mit einem Eisenion ausgestattet. Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe von Enzymen und Proteinen, die auf Eisen angewiesen sind. Myoglobin z.B. ist ein solches Protein.

Es kommt nur im Herzmuskel und Skelettmuskeln von Menschen und Tieren vor. Der Aufbau dieses “Muskel-Hämoglobins“ entspricht weitestgehend dem des Hämoglobins. Allerdings besteht es aus nur einer Protein-Einheit, die das gleiche Porphyrin-Gerüst enthält, dessen Zentrum ein Eisenion trägt, das Sauerstoffmoleküle bindet. Die Aufgabe des Myoglobins ist es, den Sauerstoff innerhalb der Zellen von der Membran zu den Mitochondrien zu transportieren.

Die Sauerstoff-Bindungsstärke des Myoglobins ist sechsmal stärker als die des Hämoglobins. Es wird darum auch diskutiert, ob das Myoglobin nicht auch die Aufgabe eines Sauerstoffspeichers ausübt. Dies ist zumindest bei Meeressäugern wahrscheinlich, da Wale einen deutlich höheren prozentualen Myoglobinanteil besitzen als z.B. die Menschen. Dies ist vermutlich der Grund, warum sie wesentlich länger tauchen können, ohne dass ihnen “die Puste ausgeht”.

Eisen-Häme mit anderen Funktionen

Cytochrome enthalten ebenfalls Eisenionen. Es handelt sich hierbei um Proteine, die in ihrem Aufbau Strukturen enthalten, die dem Hämoglobin gleichen, also mit prosthetischen Gruppen und dem eingelagerten Eisenion-Kern.

Bei diesen Cytochromen ist das Eisenion nicht an einem Sauerstofftransport beteiligt, sondern es ist für den Elektronentransport verantwortlich. Dieser ist von zentraler Bedeutung bei der Zellatmung und enzymatischen Vorgängen z.B. bei Oxidoreduktasen etc. Diese Cytochrome kommen vornehmlich in den Mitochondrien, dem Ort der Zellatmung und Energieproduktion vor. Die Cytochrome werden unterschieden in Cytochrom a, b, c und d.

Katalasen sind Häm-Enzyme, die Wasserstoffperoxid (H2O2) zu Sauerstoff und Wasser umzuwandeln. Dieses Wasserstoffperoxid ist ein Abfallprodukt bei der Energiegewinnung in den Mitochondrien, der Oxidation von Fettsäuren usw. Es ist in der Lage, die Zell-DNA und Strukturproteine der Zellmembranen zu zerstören und somit einschneidende Störungen zu verursachen.

Krebserkrankungen, frühzeitiges Altern sind einige Beispiele für eine ungebremste Aktivität von Wasserstoffperoxid. Die Katalasen nun befinden sich in den Peroxisomen von Leber- und Nierenzellen, den Erythrozyten und in beschränktem Maße auch in den normalen Körperzellen.

Hier wird das Wasserstoffperoxid dann entsorgt, um den Organismus vor einer Schädigung zu schützen. Bei diesem “Entsorgungsvorgang” spielt wieder ein zentrales Eisenion im Enzym eine Rolle, das den für die Neutralisierung des Wasserstoffperoxids notwendigen Elektronentransfer steuert.

Die Nicht-Häm-Eisen-Proteine

Eine weitere Gruppe bilden Eisen-Enzyme, die keinen Porphyrin-Ring, also kein Häm enthalten.  Zu diesen Nicht-Häm-Eisen-Proteinen gehört beispielsweise die Ribonukleotid-Reduktase des genetischen Stoffwechsels.

Es gibt darüber hinaus eine Reihe von Enzymen, die aus einem Eisen-Schwefel-Komplex aufgebaut sind. Einige Komplexe der Atmungskette, Hydro- und Nitrogenasen wären hier als Beispiele zu nennen. Das Hämerythrin in Wirbellosen ist ein Sauerstoff-bindendes Eisen-Pigment ohne Porphyrin.

Der Organismus verfügt auch über einen Eisenspeicher

Freies Eisen wirkt im Organismus toxisch. Daher wird das Metall weder in freier Form gespeichert, noch transportiert. Das Protein Ferritin bindet Eisen innerhalb der Zellen, wo das lebenswichtige Element auf diese Weise gespeichert wird.

Der größte Anteil des Ferritins befindet sich in den Zellen von Knochenmark, Leber und Milz. Mit einer Konzentration von 10 bis 300 µg/l kommt Ferritin auch im Blut vor und wird als diagnostischer Marker für den Eisenstatus herangezogen. Dieses Serum-Ferritin oder Speichereisen ist der Richtwert, wenn die Frage nach einem Eisenmangel beantwortet werden soll.

Auch das Eisentransport-Protein ist ein Anhalts-Punkt für die Eisenversorgung. Dieses Transferrin kann erhöht sein bei Anämien, Schwangerschaften oder Infektionen.

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Eisenmangel

Eisenmangel (Sideropenie) entsteht, wenn die Eisenverfügbarkeit des Körpers geringer ist als der Eisenbedarf. Dabei muss zunächst berücksichtigt werden, dass in verschiedenen Situationen der Bedarf erhöht sein kann. Dies ist der Fall in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie in der Wachstumsphase.

Desweiteren erfordert eine erhebliche körperliche Beanspruchung eine höhere Eisenaufnahme. Auch wenn bei einer Anämie Vitamin B12 supplementiert wird, braucht der Körper zur Blutbildung auch mehr Eisen. Daneben führen blutbildende Medikamente wie Erythropoetin ebenfalls zu erhöhten Eisenbedarf.

Die Eisen-Zufuhr muss auch gesteigert werden, wenn Blutverluste unterschiedlicher Ursache vorliegen. Dazu gehören Menstruationsblutungen, Aderlässe, Blutspenden oder chronische Magen-Darm-Blutungen. 

Ein Eisen-Defizit nur aus Gründen unzureichender Ernährung ist hierzulande selten. Öfters sind Resorptions-Störungen die Ursache. Dies kommt im Zuge einiger Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Zöliakie und dem gesamten Komplex des Leaky-Gut-Syndroms vor. Diese Darmstörungen können gleichzeitig auch die Eisenverwertung durch den Stoffwechsel beeinträchtigen. Dieses Phänomen zählt zu den funktionellen Eisenmangel-Syndromen, die auch bei Krebserkrankungen, bestimmten rheumatoiden Krankheiten und Herzschwäche auftreten.

Die Symptome des Eisenmangels sind Konditions- und Konzentration-Schwäche, Haut- und Schleimhaut-Läsionen, Kopfschmerzen und Depressionen. Auch das Restless-Legs-Syndrom kann auf Eisenmangel hindeuten.

Man kann nun den teuren Weg über die pharmazeutischen Eisenpräparate gehen oder aber verstärkt eisenreiche Lebensmittel verzehren. Geeignet sind Fleisch, Leber, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und grünes Gemüse wie Kohl und Kräuter. Spinat ist der Eisenklassiker, allerdings enthält er nicht mehr Eisen als andere grüne Pflanzen. Der angeblich überhohe Eisengehalt der Blätter geriet einst durch einen Kommafehler in die Fachliteratur.

Bei einem Eisenmangel sollte eine bewusst eisenreiche Ernährung nicht begleitet sein von dem Genuss von Kaffee, schwarzem Tee oder Milch, denn die senken die Eisenresorption signifikant. Auch eine erhöhte Mineral-Aufnahme wie beispielsweise Calcium, Magnesium und Phosphate kann die Eisen-Resorption behindern. Leider gehören Ballaststoffe ebenfalls zu den “Eisenräubern“. Desgleichen empfiehlt sich ein Verzicht auf Antazida sowie Oxalsäure.

Bei Männern liegt die empfohlene Tagesdosis bei 10 mg. Vitamin C kann hier neben seinen sonst günstigen Effekten auf den Organismus mit einer weiteren “guten Tat” aufwarten, denn es erhöht bei gleichzeitiger Einnahme die Resorptionsrate von eisenhaltigen Nahrungsmitteln.

Eisen kann auch giftig sein

Denn auch hier ist ein Zuviel zuviel. Wie schon so häufig erfahren, entscheidet die Konzentration einer Substanz über ihren Grad an Giftigkeit. Aber auch die Frage, ob das Eisen als Fe2+ oder als Fe3+ vorliegt, entscheidet über seine Giftigkeit. Große Mengen an Fe2+, die reduzierte Form, produzieren freie Radikale, die die gleichen zerstörerischen Mechanismen in Gang setzen wie Wasserstoffperoxid. Bei einem Kind sind 1 g lebensbedrohlich, 3 g oft tödlich.

Bei Erwachsenen verursachen 2 bis 3 g ernstzunehmende Vergiftungserscheinungen. Symptome des gefährlichen Eisenüberschusses sind krampfartige Bauchschmerzen, Gelenkbeschwerden und Stiche in der Brust. Langfristig hohe Eisenspiegel, bei denen das überschüssige Eisen im Blut nicht mehr ans Hämoglobin gebunden werden kann, führen zu einer Ablagerung von Eisensalzen in der Leber.

Diese Ablagerungen schädigen die Leber. Eine Erkrankung, die diese Vorgänge mit sich bringt, ist die Hämochromatose, eine Form der Eisenspeicherkrankheit. Hier kommt es zu einer erhöhten Resorption von Eisen im Dünndarmbereich. Das Gesamteisen des Organismus, das zwischen 2 und 6 g liegt, steigt dann auf über 80 g an. Solch hohe Werte führen auf die Dauer zu einer Schädigung von einer Reihe von Organen.

Besonders betroffen ist die Leber, aber auch Herz, Bauchspeicheldrüse, Hirnanhangdrüse, Milz, Haut, Gelenke usw. werden in Mitleidenschaft gezogen. Die Hämochromatose ist oft eine vererbte Erkrankung. Angesichts der massiven Schädigungen, die von einer langfristig übersteigerten Eisenzufuhr ausgehen können, ist die Einnahme eines Eisenpräparates nur dann zu empfehlen, wenn ein deutlicher Eisenmangel vorliegt.

Ein weiterer negativer Effekt einer überschießenden Eisenkonzentration ist die gesteigerte Empfindlichkeit und Anfälligkeit für eine Reihe von Infektionskrankheiten. Hier sind besonders zu nennen die Salmonellose, AIDS, Tuberkulose etc.

Dies ist bei Patienten mit Hämochromatose beobachtet worden, bei denen diese Anfälligkeiten besonders deutlich ausgeprägt waren. Besteht die überhöhte Konzentration von Eisen aus Fe2+, dann scheint auch das Gehirn zu neurodegenerativen Krankheiten zu neigen, wie Parkinson und Alzheimer. Man weiß allerdings bislang noch nicht, ob die gefundenen Ablagerungen des Eisens die Ursache oder die Folge der Erkrankungen sind.

Patienten mit Hämochromatose müssen streng auf eine eisenarme Ernährung achten. Da dies jedoch sehr schwierig ist, sind Aderlässe erforderlich.

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Wer schreibt hier?

Rene Gräber

Mein Name ist René Gräber. Seit 1998 bin ich in eigener Naturheilpraxis tätig und begleite seitdem Patienten mit den unterschiedlichsten Beschwerden und Erkrankungen. Dabei spielen zahlreiche Vitalstoffe in der Behandlung eine Rolle, die in zahlreichen Fällen enorm helfen können.

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Bücher mit Bezug zu Vitalstoffen von mir, die ich ihnen empfehlen kann:

Heilung der Gelenke - von Rene Gräber 

 Vitamin D - Therapie - Buch von Rene Gräber