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Threonin

Aminosäuren in Kapseln

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Threonin ist eine wasserlösliche Aminosäure, die in fast allen Eiweißen sämtlicher Organismen vorkommt.

Threonin wurde in den 1930er Jahren als letzte aller 20 eiweißbildenden (proteinogenen) Aminosäuren von William Cumming Rose entdeckt.

Der Wissenschaftler forschte der Feststellung nach, warum Ratten nach der Fütterung mit den bis dahin bekannten 19 Aminosäuren Mangelerscheinungen zeigten.

Threonin (Thr oder T) ist mit der Summenformel C4H9NO3 eine der einfachen Aminosäuren und gilt als essenziell, da unser Körper sie nicht selber herstellen kann.

Vorkommen im Körper und Funktionen von Threonin

Threonin ist wichtiger Baustein in vielen Eiweißen wie dem Kollagen des Bindegewebes. Das Faser-Protein ist eine wichtige Stütz-Substanz der Knochen und Zähne, aber auch der Sehnen und Bänder.

Auch sind Muzine reich an Threonin. Diese Glykoproteine bilden den Schleim aller Schleimhäute und schützen beispielsweise vor starken Säuren (etwa im Magen) und anderen chemischen Substanzen. Threonin hat vermittels seiner Hydroxylgruppe im Molekül für diese protektive Funktion entscheidende Bedeutung.

Darüber hinaus ist Threonin wichtiger Baustein der Antikörper. In diesen, für Abwehrreaktionen wichtigen Proteinen, liegt es meist in leicht abgeänderter Form mit einem zusätzlich angehängten Zuckerrest vor (O-glykolysiert), was für die korrekte Funktion der Antikörper sehr wichtig ist.
(Mellis S. J. & Baenziger J. U.: Structures of the O-glycosidically linked oligosaccharides of human IgD; J Biol Chem; 1983; 258(19); S. 11557-11563)

Threonin ist Bestandteil vieler Enzyme. Hier hat die Aminosäure nicht nur die Aufgabe, die dreidimensionale Struktur des Proteins zu erhalten, sondern auch regulatorische Eigenschaften. Durch Phosphorylierung der Threonin-Seitenkette wird die katalytische Funktion vieler Enzyme aktiviert oder deaktiviert.

Dabei werden Phosphat-Gruppen an das Protein angehängt. In welche Richtung die Enzym-Aktivität beeinflusst wird, hängt vom jeweiligen Enzym ab. Die Enzyme, die die Phosphorylierung anderer Enzyme (und anderer Verbindungen) ermöglichen, werden Kinasen genannt. Die Threonin-Kinasen greifen am Threonin an.

Viele dieser spezifischen Funktionen der Aminosäure sind noch nicht genauer untersucht und nur in Grundzügen bekannt. Es steht aber fest, dass Threonin für das Wachstum und den Harnsäurestoffwechsel entscheidend ist. Unbestritten ist auch die Bedeutung der Aminosäure für die Steuerung des Stoffwechsels und die Aktivität des Immunsystems.

Bedarf und Vorkommen in Lebensmitteln

Der tägliche Bedarf wird bei 15 mg Threonin pro kg Körpergewicht angesiedelt. Babys und Kinder bedürfen der zehnfachen Menge. Mehr brauchen auch Menschen, die unter stark zehrenden Erkrankungen leiden oder hohen Belastungen ausgesetzt sind.

Dazu zählen psychischer und physischer Stress und starke Anforderungen an das Immunsystem durch erhöhte Konfrontation mit Krankheitserregern. Bei Leistungssportlern und in der Wachstumsphase muss also an einen erhöhten Threonin-Bedarf gedacht werden. Auch Genussgifte wie Alkohol und Nikotin steigern den Verbrauch der Aminosäure.

Aber Fragen Sie mal, welche dieser Patientengruppen mit dieser Aminosäure behandelt werden! Der Arzt stellt den Threonin-Mangel durch einen Bluttest fest. Werte unter 120 µmol/l zeigen die Unterversorgung an. Dann sollten zunächst Nahrungsergänzungsmittel eingenommen und langfristig die Ernährung umgestellt werden.

Besonders reich an Threonin sind Milch und deren Produkte, alle Fleisch- und Fischsorten sowie Eier und Schalentiere. Unter den pflanzlichen Lebensmitteln sind Hülsenfrüchte wie Erbsen, Sojabohnen, Getreide, Pilze, Nüsse, Spirulina und Chlorella die besten Lieferanten der Aminosäure.

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Threonin-Mangel

Ein Threonin-Mangel entsteht bei eiweißarmer Ernährung, wie dies unter schlechten Allgemeinbedingungen oder bei unzureichend konzipierter vegetarischer und veganer Kost der Fall sein kann. Auch planlose Diäten haben nicht selten ein Defizit der Aminosäure zur Folge. Ein Mangel an der Aminosäure tritt auch häufig bei Essstörungen wie der Magersucht auf.

Bei Heranwachsenden kommt es leichter zu einem Threonin-Mangel als bei älteren Menschen, weil der Körper in dieser Zeit mehr Aminosäuren zum Aufbau von Muskeln, Bindegewebe und anderen sich vergrößernden Strukturen braucht.

Deswegen können auch Kraftsportler eher von der Mangelerscheinung betroffen sein, wenn sie ihre Muskelmasse erhöhen wollen und die Ernährung nicht darauf ausrichten.

Bei Menschen, die unter einem akuten Infekt erkranken, produziert das Immunsystem große Mengen Antikörper, die als Proteine auch Threonin enthalten. Weil dann der Bedarf erhöht ist, kommt es einem Mangel an der Aminosäure, wenn der Verzehr eiweißreicher Lebensmittel nicht erhöht wird.

Größere Mengen brauchen auch Menschen mit Lebererkrankungen und neurologischen Beschwerden wie Multipler Sklerose und psychiatrischen Krankheitsbildern sowie Krampfleiden und Stoffwechselstörungen. Daneben ist bei chronische Darmentzündungen die Resorption der Aminosäure herabgesetzt, wodurch Mangelerscheinungen begünstigt werden.

Die beeinträchtige Funktion der Darmschleimhäute kann auch die Folge einer Überflutung mit Reizstoffen sein. Dazu zählen Alkohol, Koffein und Nikotin.

Eine unzureichende Aufnahme von Vitalstoffen, kann zu einem relativen Threonin-Mangel führen, weil der Körper die Aminosäure nicht optimal nutzen kann. Dieses Phänomen kann auftreten, wenn zu wenig Magnesium, Vitamin B3 und Vitamin B6 in der Nahrung vorhanden sind.  
Nehmen wir über lange Zeit zu wenig Threonin auf, so kann das zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit führen.

In schweren Fällen kann ein Threonin-Mangel während der Kindheit aber auch ein verzögertes Knochenwachstum zur Folge haben.

(Smoliar VI.: Effect of amino acid deficiency on bone tissue growth and formation; Vopr Pitan; 1985;(3); S. 38-42). Auch bei Erwachsenen ist die ständig ablaufende Erneuerung von Geweben gehemmt. Daher zeigt sich der Threonin-Mangel hier durch schlaffe Haut, spröde Knochen und kariesanfällige Zähne.

Besonders rasch erneuert sich die Darmschleimhaut, die auf den Aminosäure-Mangel empfindlich reagiert. Die Folge sind chronische Darmkrankheiten wie das Leaky-Gut-Syndrom. Zudem führt zu wenig Threonin in der Nahrung zu Gewichtsverlust.

Es kommt auch zur Immunschwäche, die Infektionen und Krebs begünstigt. Bei Threonin-Mangel kann der Körper weniger Fett abbauen, das dann in den Leberzellen eingelagert wird (Fettleber). Das zentrale Stoffwechsel-Organ ist daraufhin schwer beeinträchtigt.

Gestört ist auch der Neurotransmitterstoffwechsel, weil ein Defizit an der Aminosäure Glycin entsteht, die aus Threonin gebildet wird. Glycin ist nicht nur proteinogen, sondern auch ein Neurotransmitter. Fehlt er, resultieren Störungen der Reizleitung und damit neurologische und psychiatrische Erkrankungen.

Wegen der Bedeutung von Threonin bei der Bildung und Erhaltung von Geweben kommt es zu Hautschäden, Karies, Gelenkbeschwerden und Osteoporose.

Threonin-Überschuss

Ein Threonin-Überschuss entsteht nur, wenn die Aminosäure in hohen Dosierungen mit Nahrungsergänzungsmitteln aufgenommen wird. Wenn dann auch noch ein Mangel an Vitamin B3 und B6 herrscht, baut der Körper überschüssiges Threonin ab und es entsteht zu viel Harnsäure.

Zu viel Harnsäure im Blut kann aber, vor allem bei gleichzeitig geringer Flüssigkeitsaufnahme, in extremen Fällen zu Gicht führen. Daneben können Verdauungsbeschwerden auftreten.

Newletter: 5 Wundermittel René Gräber


Dieser Beitrag wurde letztmalig am 25.3.2020 aktualisiert.

 

Wer schreibt hier?

Rene Gräber

Mein Name ist René Gräber. Seit 1998 bin ich in eigener Naturheilpraxis tätig und begleite seitdem Patienten mit den unterschiedlichsten Beschwerden und Erkrankungen. Dabei spielen zahlreiche Vitalstoffe in der Behandlung eine Rolle, die in zahlreichen Fällen enorm helfen können.

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