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Threonin

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Anwendung, Wirkung und Nutzen

Die Aminosäure Threonin (Thr oder T) mit der Summenformel C4H9NO3 gilt als essentiell, da unser Körper sie nicht selber herstellen kann. Threonin wurde in den 1930er Jahren als letzte aller 20 proteinogenen Aminosäuren von William Cumming Rose entdeckt. Der Wissenschaftler forschte der Feststellung nach, warum Ratten nach der Fütterung mit den bekannten 19 Aminosäuren Mangelerscheinungen zeigten.

Besonders reich an Threonin sind Schweine- und Rindfleisch sowie Süßwasserfische. Unter den pflanzlichen Lebensmitteln sind Erbsen, Sojabohnen, Nüsse, Spirulina und Chlorella die besten Lieferanten der Aminosäure.

Aminosäuren in Kapseln

Bedarf

Der tägliche Bedarf wird bei 15 mg Threonin pro kg Körpergewicht angesiedelt. Größere Mengen brauchen Menschen mit Lebererkrankungen und neurologischen Beschwerden wie Multipler Sklerose und psychiatrischen Krankheitsbildern sowie Krampfleiden. Aber Fragen Sie mal, welche dieser Patientengruppen mit dieser Aminosäure behandelt werden!

Nehmen wir über lange Zeit zu wenig Threonin auf, so kann das zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit führen. In schweren Fällen kann ein Threonin-Mangel während der Kindheit aber auch zu einem verzögerten Knochenwachstum führen.
(Smoliar VI.: Effect of amino acid deficiency on bone tissue growth and formation; Vopr Pitan; 1985;(3); S. 38-42) 

Zudem kann es bei zu wenig Threonin in der Nahrung zu Gewichtsverlust und sogar zur Entstehung einer Fettleber kommen. Gefährlich ist auch eine beeinträchtigte Immun-Funktion durch Threonin-Mangel, wodurch die Infekt-Anfälligkeit steigt und sogar das Krebs-Risiko wächst. Daneben kann ein Defizit an der Aminosäure Glycin vorkommen, die aus Threonin gebildet wird. Glycin ist nicht nur proteinogen, sondern auch ein Neurotransmitter. Fehlt er, resultieren Störungen der Reizleitung und damit neurologische Erkrankungen.

Damit Threonin optimal im Körper wirken kann, müssen Magnesium, Vitamin B3 und Vitamin B6 ebenfalls in ausreichenden Mengen vorhanden sein.

Kommt es zum Beispiel durch Gabe von Aminosäuren oder Threoningaben (Nahrungsergänzungsmittel) zu einem starken Threonin-Überschuss, so produziert unser Körper zu viel Harnsäure. Zu viel Harnsäure im Blut kann aber, vor allem bei gleichzeitig geringer Flüssigkeitsaufnahme, in extremen Fällen zu Gicht führen.

Threonin ist wichtiger Baustein in vielen Eiweißen wie dem Kollagen des Bindegewebes Das Faser-Protein ist eine wichtige Stütz-Substanz der Knochen und Zähne, aber auch der Sehnen und Bänder.

Auch sind Muzine reich an Threonin. Diese Glykoproteine, bilden den Schleim aller Schleimhäute und schützen beispielsweise vor starken Säuren (etwa im Magen) und anderen chemischen Substanzen. Threonin hat vermittels seiner Hydroxylgruppe im Molekül für diese protektive Funktion entscheidende Bedeutung.

Darüber hinaus ist Threonin wichtiger Baustein der Antikörper. In diesen, für Abwehrreaktionen wichtigen Proteinen, liegt es meist in leicht abgeänderter Form mit einem zusätzlich angehängten Zuckerrest vor (O-glykolysiert), was für die korrekte Funktion der Antikörper sehr wichtig ist.
(Mellis S. J. & Baenziger J. U.: Structures of the O-glycosidically linked oligosaccharides of human IgD; J Biol Chem; 1983; 258(19); S. 11557-11563)

Threonin ist Bestandteil vieler Enzyme. Hier hat die Aminosäure nicht nur die Aufgabe, die dreidimensionale Struktur des Proteins zu erhalten, sondern auch regulatorische Eigenschaften. Durch Phosphorylierung der Threonin-Seitenkette wird die katalytische Funktion vieler Enzyme aktiviert oder deaktiviert. Dabei werden Phosphat-Gruppen an das Protein angehängt. In welche Richtung die Enzym-Aktivität beeinflusst wird, hängt vom jeweiligen Enzym ab. Die Enzyme, die die Phosphorylierung anderer Enzyme (und anderer Verbindungen) ermöglichen, werden Kinasen genannt. Die Threonin-Kinasen greifen am Threonin an.

Viele dieser spezifischen Funktionen der Aminosäure sind noch nicht genauer untersucht und nur in Grundzügen bekannt. Es steht aber fest, dass Threonin für das Wachstum und den Harnsäurestoffwechsel entscheidend ist. Unbestritten ist auch die Bedeutung der Aminosäure für die Steuerung des Stoffwechsels und die Aktivität des Immunsystems.

 

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 25.02.2018 aktualisiert.