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L-Asparagin

Erfahrungen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Anwendung, Wirkung und Nutzen

Die Aminosäure L-Asparagin (Asn oder N, Summenformel C4H8N2O3) kann in der menschlichen Leber auf mehreren Wegen hergestellt werden und gilt daher als nicht essenziell.

Die proteinogene (eiweißbildende) Aminosäure wird in zahlreiche Eiweiße eingebaut und ist daher lebenswichtig für die Bildung von Enzymen, Immunglobulinen (Antikörper) und Struktur-Proteine. Der Asparagin-Anteil in Proteinen beträgt zwischen 6 und 10 %.

Daneben hat Asparagin spezielle Funktionen im Stoffwechsel. Dazu zählt die Entgiftung von körperfremden Verbindungen und Stoffwechselabfall-Produkten. Ferner ist Asparagin für die Funktion des Nervensystems erforderlich und kann statt Zucker zur Herstellung energiereicher Verbindungen genutzt werden.

Asparagin ist wasserlöslich (hydrophil) und ähnelt strukturell der Aminosäure Asparaginsäure (Asp oder D). Beide Aminosäuren kann der Körper ineinander umwandeln. Der Begriff „Asparagin“ ist vom Spargel (Asparagus officinalis) abgeletet, aus dem sie im 19. Jahrhundert erstmals isoliert werden konnte.

Mit dem unangenehmen Geruch des Urins nach Spargelverzehr hat das Asparagin allerdings nichts zu tun, obwohl dies oft angenommen wird. Dies liegt vielmehr an den schwefelhaltigen Verbindungen in den Sprossachsen der Pflanze, denn Asparagin selber ist völlig geruchlos.

Aminosäure Asparagin
Abb.1: Strukturformel der Aminsäure Asparagin. Bild: 123rf.com, Anton Lebedev.

Asparagin kann von allen Lebewesen selbst synthetisiert werden und kommt demnach in der Nahrung sehr häufig vor. Besonderns reich an Asparagin sind, neben dem bereits erwähnten Spargel, vor allem Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Getreide.

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Bedarf und Quellen von Asparagin

Asparagin kann von allen Lebewesen selbst synthetisiert werden und kommt demnach in der Nahrung sehr häufig vor. Weil auch der menschliche Organismus die Aminosäure produzieren kann, gibt es keine Empfehlungen für die täglich aufzunehmende Menge.

Besonders reich an Asparagin sind, neben dem bereits erwähnten Spargel, vor allem Hülsenfrüchte, unter denen die Sojabohne mit mit 4 g in 100 g Trockenmasse besonders viel liefert. Frisches Fleisch enthält je nach Sorte zwischen 2,5 und 3,5 g/100g.

Vergleichbare Mengen liefert auch Fisch. Gute Quellen sind auch Kartoffeln, Nüsse und Getreide. Die normgerechte Blutkonzentration von Asparagin beträgt 47 µmol/l (Mikromol pro Liter). Mit der Bestimmung des Parameters kann er Arzt den Mangel und auch einen möglichen Überschuss der Aminosäure erkennen.

Asparagin-Mangel

Ein Defizit an Asparagin kann nur bei extremer Mangelernährung entstehen, wenn auch andere Aminosäuren fehlen, die der Körper in Asparagin umwandeln kann.

Daneben können stark fordernde Lebensumstände wie zehrende Erkrankungen oder körperliche Höchstbelastungen den Mangel begünstigen, weil der Bedarf erhöht ist. Symptome der Unterversorgung sind Leistungsabfall, Potenz-Probleme, Nierenfunktions-Störungen und schlecht heilende Wunden. Dem entgegenwirken kann eine eiweißreiche Kost oder auch Supplemente mit reinem Asparagin.

Asparagin-Überschuss

Bei durchschnittlich üblicher Ernährung tritt kein Asparagin-Überschuss auf. Auch für die Überdosierung von Asparagin-Supplementen sind Symptome nicht eindeutig belegt. Wahrscheinlich kommt es bei zu großen zugeführten Mengen der Aminosäure zu Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen und Missempfindungen.

Spezielle Funktionen von Asparagin

Die Aminosäure ist Ausgangsstoff biochemischer Botenstoffe, die die Information von einer zur nächsten Nervenzelle weitergeben. So wandelt der Körper Asparagin in die Neurotransmitter Aspartat und Glutamat um.
(Reubi J.C. et al.: Asparagine as precursor for transmitter aspartate in corticostriatal fibres; J Neurochem. 1980; S.1015-1017).

Asparagin kann im Körper zu Oxalacetat umegwandelt werden, das in den Citratzyklus eintreten kann. Dieser Prozess dient der Bereitstellung von Stoffwechselenergie. Die Aminosäure kann auf diesem Wege Glucose (Blutzucker) ersetzen.

Beim Abbau von Asparagin entsteht im ersten Schritt Asparaginsäure, wodurch Ammoniak freigesetzt wird. Ammoniak wird in der Leber in Harnstoff eingebaut, der über die Nieren ausgeschieden wird. Im Verlauf dieses „Harnstoffzyklus“ kann der Körper überschüssigen Stickstoff aus dem Stoffwechsel entfernen.

Asparagin gilt daneben auch als harntreibend, gleichzeitig aber auch als blutreinigend.
(Munk I.: Der Einfluss des Asparagin auf den Eiweissumsatz und die Bedeutung desselben als Nährstoff; Springer; 94, 3; 1883).  

Medizinische Anwendung von Asparagin

Asparagin ist ein Nährstoff, der in parenteraler („künstlicher“) Komplett-Nahrung enthalten ist. Bei Mangelzuständen oder schweren Krankheiten kann die Aminosäure auch oral supplementiert werden. Im Bereich Fitness und Bodybuilding dient Asparagin-Pulver zur Steigerung des Muskelaufbaus.

Asparagin kann auch problematisch sein

Bei Brustkrebs könnte eine Asparagin-reiche Ernährung nachteilig sein. Die Aminosäure fördert offenbar die Loslösung von Zellen aus dem Tumor, wodurch Tochtergeschwulste in anderen Organen entstehen können. Darauf weist eine tierexperimentelle Studie hin.

In einer Gruppe von Versuchsmäusen bremsten die Forscher auf medikamentösem Wege die Arginin-Produktion, während eine zweite Gruppe mit Asparagin supplementiert wurde. Dabei zeigte sich, dass eine hohe Asparagin-Konzentration die Streuung („Metastasierung“) von Brustkrebs wahrscheinlicher macht.

Sollte das Ergebnis auch für den Menschen gelten und auch auf andere Krebsformen zutreffen, ergeben sich neue Perspektiven für die Tumor-Behandlung.
(Knott s: R. V., Asparagine bioavailability governs metastasis in a model of breast cancer, Nature, 554, 378–381(2018).

Ein anderer kritischer Punkt bei hoher Asparagin-Aufnahme betrifft die Zubereitung von Speisen. Starkes Erhitzen von Lebensmitteln mit geringem Wassergehalt, die sowohl viel Asparagin als auch Stärke, Glucose und Fructose enthalten, führt zur Entstehung von krebserregendem Acrylamid. Dies ist vor allem bei langem Braten, Backen und Frittieren von Kartoffelspeisen und Getreideprodukten bei Temperaturen über 120 °C der Fall.

In rohen und gekochten Speisen kommt es hingegen nicht zu dieser unerwünschten Reaktion. Um die Entstehung von Acrylamid so gering wie möglich zu halten, sollten kohlenhydratreiche Produkte nur so lange wie nötig bei geringer Hitze schonend zubereitet werden.
(Stadler R. H. et al.: Acrylamide from Maillard reaction products; Nature. 2002;419(6906); S. 449-450).

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 08.06.2020 aktualisiert.

 

Wer schreibt hier?

Rene Gräber

Mein Name ist René Gräber. Seit 1998 bin ich in eigener Naturheilpraxis tätig und begleite seitdem Patienten mit den unterschiedlichsten Beschwerden und Erkrankungen. Dabei spielen zahlreiche Vitalstoffe in der Behandlung eine Rolle, die in zahlreichen Fällen enorm helfen können.

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