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Arginin

Erfahrungen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Wirkung und Anwendung

Die Aminosäure L-Arginin (Arg oder R) mit der Summenformel C6H14N4O2 ist gut wasserlöslich und reagiert aufgrund ihrer stickstoffhaltigen Seitenkette stark alkalisch.

Da L-Arginin Bestandteil der meisten Proteine ist, wird sie von allen Lebewesen in recht großen Mengen benötigt. Das „L“ steht für „linksdrehend“, die dreidimensionale Eigenschaft aller biogenen Aminosäuren.

Zwar kann der menschliche Körper Arginin selber herstellen, doch ist dies vor allem bei Kleinkindern und während der Schwangerschaft oder Wachstumsphase eingeschränkt. Die Wissenschaft hat dafür den Begriff der „semiessentiellen Aminosäure“ geprägt.

Eine solche ist zwar gelegentlich auch entbehrlich, sollte aber  für eine gesunde Entwicklung in genügender Menge über die Nahrung aufgenommen werden. Denn für die Eigen-Produktion braucht der Körper andere Aminosäuren als Vorstufe.

Umgekehrt dient auch L-Arginin als Ausgangs-Substrat für die Synthese der Aminosäuren L-Glutamin und L-Prolin. L-Arginin unterstützt auch die Bereitstellung von Kreatin. Die Verbindung dient in den Muskelzellen als Speicher für Stoffwechsel-Energie.

Auf jeden Fall sollten Kinder, Schwangere und Erwachsene mit bestimmten Erkrankungen, wie beispielsweise Arterienverkalkung oder Bluthochdruck, auf die ausreichende Zufuhr von L-Arginin achten. Auch nach Unfällen oder bei körperlichem und seelischem Stress reicht die eigene Arginin-Produktion meist nicht aus.

Aminosäure Arginin
Abb.1: Strukturformel der Aminsäure Arginin. Bild: 123rf.com, Anton Lebedev.

 Pflanzliche Lebensmittel, vor allem Nüsse, Sojabohnen und Buchweizen, enthalten sehr viel Arginin. Aber auch Schwein, Huhn und Fisch sind reich an der stickstoffhaltigen Aminosäure, wobei ich Schweinefleisch allerdings keinesfalls empfehle.

Arginin-Mangelerscheinungen können Wundheilungsstörungen, Anfälligkeit für Infektionen und ein krankhaft erhöhter Ammoniakgehalt des Blutes sein. Grund dafür ist, dass Arginin ein Substrat des Harnstoff-Zyklus ist. Auf diesem biochemischen Weg entsorgen die Körperzellen das anfallende Ammoniak (NH3), indem sie die toxische Substanz im Harnstoff „verpacken“.

Die Nieren scheiden dann mit dem Harnstoff den überflüssigen Stickstoff aus. Neben bedenklichen NH3-Werten kann aber auch eine Reihe von Gefäßerkrankungen als Folge von zu geringen Arginin-Mengen im Körper auftreten.

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Ein Mangel der Aminosäure durch Fehlernährung ist selten. Öfter ist eine Verdauungsstörung die Ursache der Unterversorgung. Das passiert, wenn zu wenig Arginin aus dem Speisebrei resorbiert wird. Es kann auch sein, dass der Körper aufgrund eines Gen-Defektes mehr L-Arginin verbraucht als es „normal“ und zuträglich ist.

Gelegentlich führt auch ein Mangel an Antioxidantien zu einem L-Arginin-Defizit: Hier kommt es zu einer Akkumulation freier Radikale, die L-Arginin zerstören. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass der Versuch, den Mangel über eine Supplementierung auszugleichen, auch riskant sein kann. Denn ein zu hoher Arginin-Genuss ist ebenfalls schädlich. Folgen sind Magenprobleme mit Durchfall und Übelkeit.

Argininhaltige Lebensmittel senken das Risiko für Herzkreislauferkrankungen (vgl. Wells B. J. et al: Association between dietary arginine and C-reactive protein; Nutrition 2005; 21; S. 125-130).

Das L-Arginin ist nämlich in der Lage, mit Sauerstoff zu reagieren, um den winzigen körpereigenen Botenstoff Stickstoffmonoxid (NO) zu bilden. NO ist als einfache anorganische Verbindung das kleinste Molekül, das ein Hormon darstellt.

Unter diesen nimmt die Sickstoffverbindung also eine Sonderstellung ein. Alle anderen Botenstoffe sind organische, teils hochkomplexe Wirkstoffe.
Vor allem die Gefäßwände produzieren Stickstoffmonoxid. Die Endothel-Zellen der Venen und Arterien senden mit der NO-Freisetzung ein Signal zur Gefäßerweiterung aus.

Die Gefäß-Muskulatur entspannt, es kommt zur „Vasodilatation“ und der vergrößerte Querschnitt der Leitungsbahnen kann ein höheres Blutvolumen aufnehmen. NO erfüllt demnach eine zentrale Funktion in der Steuerung des Blutdrucks und der Blutversorgung. Gerade für die Blutdrucksenkung ist NO innerhalb der Kreislauf-Regulation nicht wegzudenken.

Da L-Arginin das Ausgangs-Produkt für die Bereitstellung des Botenstoffes ist, kann die Aminosäure als Agens gegen Arteriosklerose bezeichnet werden.

Für die Erforschung des Zusammenhangs zwischen Arginin, Stickstoffmonoxid und Blutkreislaufsystem erhielten die Amerikaner Robert Furchgott, Louis Ignarro und Ferid Murad 1998 den Nobelpreis für Physiologie und Medizin. Und selbst beim Lernen und dem Geruchssinn spielt Stickstoffmonoxid – und damit Arginin als Vorstufe – eine entscheidende Rolle.

Durch die Kenntnis dieser Zusammenhänge gilt L-Arginin heute als Mittel zur Prophylaxe von Herzkrankheiten. Neben dem positiven Effekt bei Herzinsuffizienz ist die Wirkung bei allen koronaren Herzerkrankungen hervorzuheben.

Nach Herzinfarkten, Bypass-Operationen und Herz-Transplantationen wird eine bessere Heilung erzielt. Daneben haben zahlreiche Studien ergeben, dass L-Arginin auf fast alle Organe einen positiven Einfluss hat. Somit kann die Behandlung etlicher Krankheiten durch die Aminosäure unterstützt werden. Die psychische und physische Leistungsfähigkeit steigt durch eine Stärkung der Leber und des Nerven-Systems.

L-Arginin bremst den altersbedingten Knochenabbau, ist wirksam bei Asthma, Mukoviszidose und Kachexie (krankhafter Gewichtsverlust). Im Tier-Experiment konnten Wissenschaftler sogar die Lebensdauer von Ratten mit einer L-Arginin-Supplemtentierung verlängern.        
Die Sache mit der Gefäßerweiterung und dem NO hat eine weitere Bedeutung: bei der Therapie erektiler Dysfunktionen (=Erektionsstörungen).

Mehr dazu habe ich ausführlich im Beitrag: Arginin wirkt wie Viagra geschrieben. In Kombination mit Yohimbin und Pycnogenol soll L-Arginin besonders wirksam sein.

Aber die Aminosäure hat noch mehr positive Wirkungen auf den Körper!

So konnten Wissenschaftler an Rattenversuchen zeigen, dass argininreiche Kost den Muskelaufbau durch Stimulation des Wachstumshormons Somatotropin fördert. Mehr Muskelmasse wiederum führt zu einem erhöhten Grundumsatz, wodurch die Fettverbrennung indirekt angeregt wird.
(Wu G. et al: Arginine metabolism and nutrition in growth, health and disease; Amino Acids 37 S. 153-168; 2009)

Gleichzeitig wiesen die Forscher mit ihrer Studie nach, dass im Blut der mit zusätzlichem Arginin gefütterten Ratten weniger Aminosäureketten vorhanden waren. Da eine zu hohe Konzentration dieser Ketten eine Insulinresistenz verursachen kann, verringert Arginin möglicherweise auch das Diabetes-Risiko.

Und auch das Immunsystem wird durch Arginin positiv beeinflusst. So steigt durch Arginin die Aktivität, aber auch das Zellwachstum und die Differenzierung der Zellen werden angeregt. Nachweislich steigert das Immunsystem die Produktion neutrophiler Granulozyten und die Phagozytose durch Fresszellen. Beides verstärkt die Effektivität der Körperabwehr.  

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Wer schreibt hier?

Rene Gräber

Mein Name ist René Gräber. Seit 1998 bin ich in eigener Naturheilpraxis tätig und begleite seitdem Patienten mit den unterschiedlichsten Beschwerden und Erkrankungen. Dabei spielen zahlreiche Vitalstoffe in der Behandlung eine Rolle, die in zahlreichen Fällen enorm helfen können.

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Bücher mit Bezug zu Vitalstoffen von mir, die ich ihnen empfehlen kann:

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