Header Vitalstoffe
 

Polyphenole

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Phenole finden wir in hohen Konzentrationen in Trauben als Farb-, Geschmacks- und Gerbstoffe (Tannine). Reich an Polyphenolen sind außerdem Granatäpfel und die Blätter der Teepflanzen.

Die große Gruppe aromatischer Verbindungen kommt aber auch in zahlreichen anderen Obst- und Gemüsepflanzen vor, wo sie beispielsweise vor Fraßfeinden und UV-Strahlen schützen oder Insekten zum Bestäuben anlocken. Unter den Polyphenolen sind verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe zusammengefasst, etwa Anthocyane und Flavonoide.

Neben den natürlichen Pflanzenstoffen gibt es auch synthetisch hergestellte Polyphenolen, die teilweise in der Lebensmittelindustrie eigesetzt werden dürfen.

Positive Effekte im menschlichen Körper

Viele der pflanzlichen Polyphenole gelten auch für uns Menschen als vorteilhaft. So sind die gesunden Wirkungen zahlreicher altbekannter Heilpflanzen auf die Polyphenole zurückzuführen.

Die Polyphenole schützen – dank ihrer antioxidativen Eigenschaften – vor Zellschäden und Alterungsprozessen, können den Pegel an "gutem" HDL-Cholesterin steigern und den "schlechten" Anteil des LDL-Cholesterins senken.

Sie wirken noch dazu entzündungshemmend und krebsvorbeugend (zusammengefasst unter anderem in www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25616409, www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25533011).

Untersuchungen an Polyphenolen aus Granatäpfeln konnten im Labor eine Hemmung verschiedenster Krebszellen nachweisen (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17157465).

Außerdem haben Phenole die Eigenschaft, die Gefäße zu weiten und in gewisser Weise zu entspannen. Damit ist eine Vorbeugung gegen Herzinfarkte und Schlaganfälle vorstellbar (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20424562).

Gleichzeitig hemmen sie die Ablagerung von Fetten an den Blutgefäßwänden, womit sie einer Arteriosklerose vorbeugen können (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22872323, www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15158307).

Selbst vor einer Alzheimer-Erkrankung scheinen die sekundären Pflanzenstoffe zu schützen (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25315300).

Die antibakterielle Wirkung mancher Polyphenole hilft unter anderem dabei, Karies zu verhindern (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17999462).

Der wohl größte "Star" unter den Polyphenolen ist das Resveratrol, das besonders gut gegen verschiedene Zellgifte und freie Radikale wirkt. Da Resveratrol sowohl fettlöslich als auch wasserlöslich ist, wird vermutet, dass Resveratrol noch wirksamer sein könnte als Vitamin E oder Vitamin C.

Sind Polyphenole also ein Garant für ein gesundes Leben?

Untersuchungen zeigen, dass viele Polyphenole zwar in den Mengen, in denen sie in unseren Lebensmitteln vorkommen, die Gesundheit fördern. In hoher Dosierung können sie aber auch schaden.

Ein weiteres Problem der Forschung ist, dass sich Laboruntersuchungen kaum auf den Menschen übertragen lassen, da die Polyphenole normalerweise von unserem Körper verändert werden und dann völlig andere Eigenschaften aufweisen können.

Die Gruppe der Polyphenole umfasst außerdem in ihrer Struktur teils sehr unterschiedliche Substanzen. Was also beispielsweise für Resveratrol, Quercetin oder Genistein gilt, muss auf Kaempferol oder Apigenin noch lange nicht ebenso zutreffen. Entsprechend viel Forschungsarbeit steht den Wissenschaftlern in den kommenden Jahren noch bevor.

Fazit

Obwohl vieles über Polyphenole noch im Dunklen liegt, lässt sich einigen dieser Substanzen bereits jetzt eine erstaunliche Vielfalt positiver Eigenschaften bescheinigen. 

Polyphenole und vor allem Resveratrol finden Sie unter anderem in Wein, sowohl Weißwein, als auch Rotwein. 100ml zum Essen einmal täglich sind mehr als ausreichend. Spätestens bei 40g Alkohol (250 ml Wein) ist aufgrund des Alkohols mit den positiven Effekten Schluss.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 26.05.2015 aktualisiert.