Aminosäure Threonin: Anwendung, Wirkung und
Nutzen
Die Aminosäure Threonin (Thr oder T) mit der Summenformel C4H9NO3 gilt als essentiell, da unser Körper sie nicht
selber herstellen kann. Sie ist sowohl in Fleisch- und Fischprodukten als auch in Erbsen, Sojabohnen und Nüssen in
recht großen Mengen vorhanden.

Nehmen wir über lange Zeit zu wenig Threonin auf, so kann das zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit führen. In
schweren Fällen kann ein Threoninmangel während der Kindheit aber auch zu einem verzögerten Knochenwachstum
führen.
(Smoliar VI.: Effect of amino acid deficiency on bone tissue growth and formation;
Vopr Pitan; 1985;(3); S. 38-42)
Damit Threonin optimal im Körper wirken kann, müssen Magnesium, Vitamin B3 und Vitamin B6 ebenfalls in
ausreichenden Mengen vorhanden sein. Kommt es durch Nahrungsergänzungsmittel zu einem starken Threonin-Überschuss,
so produziert unser Körper zu viel Harnsäure. Zu viel Harnsäure im Blut kann aber, vor allem bei gleichzeitig
geringer Flüssigkeitsaufnahme, in extremen Fällen zu Gicht führen.
Threonin wichtiger Baustein vieler Proteine, wobei es beispielsweise in Kollagen des Bindegewebes häufig
vorkommt. Kollagen ist wichtige Substanz der Knochen und Zähnen, aber auch der Sehnen und Bänder. Auch sind Muzine
reich an Threonin. Diese Glykoproteine, die wichtige Bestandteile vom Schleim aller Schleimhäute sind, schützen
beispielsweise vor starken Säuren – etwa im Magen – und anderen chemischen Substanzen.
Darüber hinaus ist Threonin wichtiger Baustein der Antikörper. In diesen, für Abwehrreaktionen wichtigen
Proteinen, liegt es meist in leicht abgeänderter Form mit einem zusätzlich angehängten Zuckerrest vor
(O-glykolysiert), was für die korrekte Funktion der Antikörper sehr entscheidend ist.
(Mellis S. J. & Baenziger J. U.: Structures of the O-glycosidically linked
oligosaccharides of human IgD; J Biol Chem; 1983; 258(19); S. 11557-11563)
Obwohl Threonin essentiell ist, sind viele Funktionen der Aminosäure noch nicht genauer untersucht. Es steht
aber fest, dass Threonin für das Wachstum und den Harnsäurestoffwechsel entscheidend ist.
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