Asparagin

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Anwendung, Wirkung und Nutzen

Die Aminosäure Asparagin (Asn oder N) mit der Summenformel C4H8N2O3 kann in der menschlichen Leber hergestellt werden und gilt daher als nicht essentiell.

Sie ist wasserlöslich (hydrophil) und ähnelt strukturell der Aminosäure Asparaginsäure (Asp oder D), in die sie unser Körper auch mit Hilfe von Enzymen umwandeln kann. Ihren Namen erhielt die Aminosäure vom Spargel (Asparagus officinalis), aus dem sie im 19. Jahrhundert erstmals isoliert werden konnte.

Mit dem unangenehmen Geruch des Urins nach Spargelverzehr hat das Asparagin allerdings nichts zu tun, obwohl dies oft angenommen wird. Dies liegt vielmehr an den schwefelhaltigen Verbindungen in den Sprossachsen der Pflanze, denn Asparagin selber ist völlig geruchlos.

Asparagin kann von allen Lebewesen selbst synthetisiert werden und kommt demnach in der Nahrung sehr häufig vor. Besonderns reich an Asparagin sind, neben dem bereits erwähnten Spargel, vor allem Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Getreide.

Die Aminosäure unterstützt den Organismus bei der Entgiftung körperfremder Stoffe, da sie die Nierenproduktion anregt.

Sie gilt deshalb auch als harntreibend, gleichzeitig aber auch als blutreinigend.
(Munk I.: Der Einfluss des Asparagin auf den Eiweissumsatz und die Bedeutung desselben als Nährstoff; Springer; 94, 3; 1883).

Asparagin ist außerdem Ausgangsstoff chemischer Botenstoffe (Neurotransmitter), die die Information von einer zur nächsten Nervenzelle weitergeben.
(Reubi J.C. et al.: Asparagine as precursor for transmitter aspartate in corticostriatal fibres; J Neurochem. 1980; S.1015-1017).

Starkes Erhitzen von Lebensmitteln mit geringem Wassergehalt, die sowohl viel Asparagin als auch Stärke enthalten, führt zur Entstehung von krebserregendem Acrylamid.

Dies ist vor allem bei langem Braten, Backen und Frittieren von Kartoffelspeisen und Getreideprodukten bei Temperaturen über 120 °C der Fall.

In rohen und gekochten Speisen kommt es hingegen nicht zu dieser unerwünschten Reaktion. Um die Entstehung von Acrylamid so gering wie möglich zu halten, sollten kohlenhydratreiche Produkte nur so lange wie nötig bei geringer Hitze schonend zubereitet werden.
 (Stadler R. H. et al.: Acrylamide from Maillard reaction products; Nature. 2002;419(6906); S. 449-450).