Aminosäure Serin: Anwendung, Wirkung und
Nutzen
Die Aminosäure Serin (Ser oder S) mit der Summenformel C3H7NO3 gilt als nicht essentiell, da unser Körper sie
selber aus Threonin, Glycin oder Glukose herstellen kann.
Serin ist wichtiger Bestandteil zahlreicher Enzyme, aber auch anderer Proteine. Eine Überdosierung der
Aminosäure, die durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln auftreten kann, führt in schlimmen Fällen zu
Bluthochdruck oder Psychosen.

Ein Serin-Mangel kommt nur vor, wenn insgesamt zu wenig proteinreiche Kost aufgenommen wird (etwa bei
Essstörungen oder in Ländern mit Nahrungsmangel), da die Aminosäure auf verschiedenen Wegen von unserem Körper
hergestellt wird.
Häufig kommt Serin in Sojabohnen und Erdnüssen, aber auch in Klebereiweiß (Gluten) vor, das in Getreide und
vielen anderen Lebensmitteln enthalten ist.
Die Aminosäure ist nicht nur Bestandteil der Proteine, sondern gehört als Phosphatidyl-Serin auch zum
Grundgerüst vieler Membranen. Dabei liegt es in den Zellmembranen des Gehirns in besonders hoher Konzentration vor
und steht hier in Kontakt zu vielen intrazellulären Proteinen.
Auf diese Weise spielt Phosphatidyl-Serin eine entscheidende Rolle bei der Reizübertragung der Neuronen. Ein
Mangel führt zu Konzentrationsstörungen und Unaufmerksamkeit.
(Baer E. & Maurukas J.: Phosphatidyl serine; J Biol Chem; 1955; 212(1); S.
25-38).
Studien an älteren Personen haben beispielsweise ergeben, dass die Gabe von Phosphatidyl-Serin eine deutliche
geistige Leistungssteigerung zur Folge hat. Sowohl das Kurzzeitgedächtnis, die Aufmerksamkeit und das
Erinnerungsvermögen nahmen bei den Untersuchungen zu.
(Fahey T.D. & Pearl M.: Hormonal effects of phosphatidyl serine during 2 weeks of
intense training; National meeting of the American College of Sports Medicine; 1998).
Die beiden Aminosäuren Cystein und Tryptophan können aus Serin hergestellt
werden. Auch der Neurotransmitter Acetylcholin wird über mehrere Zwischenstufen aus Serin gebildet. Dieser für die
Informationsübertragung im Nervensystem nötige Stoff, sorgt beispielsweise für die Kontraktion der
Skelettmuskulatur.
Acetylcholin scheint darüber hinaus ebenfalls an Lernprozessen beteiligt zu sein. Als Hormon hat es Auswirkungen
auf verschiedene Organe. So wirkt es beispielsweise blutdrucksenkend, beschleunigt die Darmbewegung und erhöht die
Drüsensekretion.
(vgl. Linnemann M. & Kühl M.: Biochemie für Mediziner; Springer-Verlag;
2004).
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