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5-HTP (Hydroxytryptophan-5)

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Anwendung, Wirkung und Nutzen

Bei 5-HTP handelt es sich um eine sogenannte nicht-proteinogene Aminosäure.

Dies bedeutet, dass es sich hier zwar um eine Aminosäure handelt, die allerdings nicht vom Organismus verwendet werden kann, um Teil einer Peptidkette oder Proteinkette zu werden.

5-HTP ist "nur" ein Zwischenschritt, um aus der essentiellen Aminosäure Trythophan Serotonin aufzubauen. Dazu gleich noch mehr...

Vorkommen und Gewinnung

Relativ hohe Mengen von 5-HTP kommen in Bananen vor. Die afrikanische Schwarzbohne bzw. deren Samen sind aber noch reichhaltiger. Deshalb wird bei der kommerziellen Gewinnung der Substanz auf diesen Samen zurückgegriffen. Bis zu den 1980er Jahren hatte die Substanz eine gewisse Bedeutung bei der medikamentösen Behandlung von Depressionen.

Weg mit 5-HTP, her mit den Antidepressiva

Als Ende der 1980er Jahre die selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) in den Markt eingeführt wurden, bedeutete die quasi das Ende von 5-HTP. Nur wenige Jahre später wurden alle Arzneimittel, die 5-Hydroxytryptophan enthielten, wegen Sicherheitsbedenken vom Markt genommen. Angesichts der Nebenwirkungsrate der "neueren" Antidepressiva eigentlich ein Witz erster Klasse. Ich denke: 5-HTP ist nicht patentierbar und daher kaum lukrativ. Wenn man sich dagegen den Milliarden-Markt der (patentierten) Psychopharmaka ansieht, dann ist einem das klarer.

Nebenwirkungen

Eine Einschränkung muss ich natürlich machen. Die Sicherheitsbedenken zu 5-HTP mögen daher rühren, dass eine Einnahme die Synthese von Tryptophan zu 5-HTP umgeht. Dies kann insofern problematisch werden, da die Umwandlung von Tryptophan in 5-Hydroxytryptophan die eigentliche „Geschwindigkeitskontrolle“ beim Serotoninsyntheseweg darstellt.

Die Umwandlung zu 5-Hydroxytryptophan vollzieht sich relativ langsam, während die weitere Synthetisierung von 5-Hydroxytryptophan zu Serotonin signifikant rascher verläuft. Damit bedeutet die Umgehung des ersten Syntheseschritts eine deutlich schnellere Serotoninanflutung.

Resultat kann das Serotonin-Syndrom sein, bei dem es zu Krämpfen, kognitiven Störungen, Schwindel, Bluthochdruck u.v.m. kommt. Diese Wirkung wird noch verstärkt bzw. schneller herbeigeführt, wenn eine gleichzeitige Gabe von Arzneimitteln erfolgt, die den Abbau von Serotonin hemmen (MAO-Hemmer). Die Substanz ist also nicht ganz "ohne".

Wirkungen

Es werden 5-HTP und L-Tryptophan beruhigende, stimmungsaufhellende und sogar gewichtsreduzierende Effekte nachgesagt. Falls diese Wirkungen auftreten sollten, wäre das eine direkte Konsequenz der Umwandlung zu Serotonin, von dem diese Effekte bekannt sind. 5-Hydroxytryptophan hat eine relativ gute Bioverfügbarkeit, die bei bis zu 85 Prozent liegt.

Da es keine signifikanten biochemischen Wirksamkeiten von 5-Hydroxytryptophan gibt, außer der, ein Zwischenprodukt für die Serotoninsynthese zu sein, wird es nahezu vollständig zu Serotonin umgewandelt. Das über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel aufgenommene 5- Hydroxytryptophan wird in der Leber verstoffwechselt und in Form von Serotonin ins Blut abgegeben. Ein Teil überwindet die Blut-Hirn-Schranke und dient dort der Serotoninsynthese.

In PubMed gibt es gerade einmal 61 Veröffentlichungen zu 5-Hydroxytryptophan über einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren, was ich erstaunlich wenig finde für so eine wirkungsvolle Substanz.

Die meisten dieser Untersuchungen sind Tiermodelle oder in vitro Untersuchungen. Es ist verwunderlich, dass eine Substanz als Medikament zum Einsatz gekommen ist, von der es so gut wie keine Dokumentationen bzw. klinische Studien zu geben scheint. Dennoch erfreut sich 5-HTP als Nahrungsergänzungsmittel zunehmender Beliebtheit...