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"Wundermittel" Vitamin D?

Erfahrungen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Formen, Vorkommen und Bedarf

Hauptaufgabe des Vitamins D ist die Regulierung des Calcium- und Phosphat-Spiegels. Damit hat der Vitalstoff wichtige Funktionen für den Knochenaufbau.

Vitamin D3 (Cholecalciferol) ist die Form des Vitamins D, das in allen nicht-pflanzlichen Eukaryonten wie dem Menschen physiologisch präsent ist. Im Körper hat es die Funktion eines Prohormons, das über eine Zwischenstufe in das Hormon Calcitriol umgewandelt wird.

Diese Aktivierung erfolgt in der Leber und der Niere.
Seit Neuestem weiß man aber auch, dass das Vitamin in anderen Geweben aktiv autokrine Funktionen hat, die Zelldifferenzierung, Zellproliferationshemmung, Apoptose, Immunomodulation und Kontrolle hormonaler Systeme einschließt.

Mögliche Symptome einer Unterversorgung

Die Folgen einer Mangelversorgung sind daher vielfältig. Eine noch diskrete Unterversorgung hat zunächst eine allgemeine Schwäche und Leistungsabfall, Kopfschmerzen und Konzentrations-Probleme zur Folge. Das klassische Syndrom der regelrechten Hypovitaminose ist die Rachitis bei Kindern.

Zunächst leiden sie als Babys ab dem dritten Monat an Gedeihstörungen, Nervosität, Hitzewallungen und einer typischen Glatze am Hinterkopf. Im vierten Monat leiden die Kleinen an Muskelschwäche und einem aufgetriebenen Bauch („Froschbauch“). Zuerst am Schädelknochen tritt dann eine Knochenerweichung (Kraniotabes) auf und der zu niedrige Calcium-Spiegel verursacht Muskelkrämpfe.

Der Kopf verformt sich zu einem annähernd quadratischen Schädel (Caput quadratum) und an den Rippen wölben sich Verdickungen hervor. Die Beinknochen können nicht gerade wachsen, sondern verbiegen sich zu „O-Beinen“. Auch die Zahnentwicklung verläuft nicht regulär.

Vitamin D Mangel bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen führt der Vitamin-D-Mangel zu verringerten Knochendichte (Osteomalazie) mit der Folge eines gesteigerten Fraktur-Risikos. Eine weitere Konsequenz der beeinträchtigten Knochen ist Muskelschwäche. Nach langjährigem, unbehandelten Verlauf der Hypovitaminose können sich auch die Beine verkrümmen.

Die Vitaminmagel stellt einen Risikofaktor dar für Autoimmunerkrankungen (Multiple Sklerose, Morbus Crohn, Diabetes mellitus Typ 1, Systemischer Lupus erythematodes etc.), Infektionen der Atemwege, Hypertonie, Colonkarzinoma, Brustkrebs, Osteopenie und Osteoporose, kardiovaskuläre Erkrankungen, metabolisches Syndrom, allgemein erhöhte Sterblichkeit, Muskelschwäche und Fibromyalgie.

Einer deutschen Studie mit 10.000 Teilnehmern zufolge erhöht sich bei einem niedrigen Vitamin-D-Gehalt die Gefahr, an Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Atemwegserkrankungen zu sterben, deutlich.

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Formen und Synthese des Vitamin D

Vitamin D1 – Verbindung von Ergocalciferol (D2) und Lumisterol
Vitamin D2 – Calciferol, bzw. Ergocalciferol
Vitamin D3 – Cholecalciferol
Vitamin D4 – 22,23-Dihydroergocalciferol, die gesättigte Form von D2
Vitamin D5 – Sitocalciferol.

Der größte Teil des Vitamin-D-Bedarfs wird durch Sonnenbestrahlung gedeckt. Damit ist Vitamin D per Definition eigentlich kein Vitamin. Diese definieren sich als Substanzen, die vom Körper nicht selbst hergestellt werden können, die aber essenziell für sein Funktionieren sind.

Die Vorstufen des Vitamin D werden indes vom Körper selbst produziert (Provitamin 7-Dehydrocholesterol). Die Bezeichnung „Vitamin“ hat eher historische Gründe. Da die Substanz endogen synthetisiert wird und da seine Wirkung sich nicht nur auf den Syntheseort beschränkt, sondern andere Gewebe ebenfalls umfasst, hat sie mehr den Charakter eines Prohormons.

In der Haut des Menschen ist 7-Dehydrocholesterol in ausreichend hoher Konzentration im Stratum spinosum und basale vorhanden. Durch einfallendes UV-Licht entsteht eine photochemische Reaktion, in deren Verlauf Prävitamin D3 entsteht.

Über Zwischenschritte entsteht Vitamin D3, das im Blut an das Vitamin-D-bindende Protein gekoppelt und zur Leber geführt wird. Dort wird es zu 25(OH)Vitamin D3 hydroxyliert.

Da hohe Konzentrationen an Cholecalciferol toxisch sind, muss der Körper sich vor einer extensiven Produktion schützen, indem er vermehrt Melanin bildet, das in der Lage ist, UV-Strahlung zu resorbieren. Es kommt zu dem Bräunungseffekt durch Sonneneinstrahlung.

Der 7-Dehydrocholesterolgehalt nimmt mit zunehmenden Alter ab, ebenso die Fähigkeit, Vitamin D3 zu bilden. Diese Fähigkeit sinkt auf ca. ein Drittel eines 20-Jährigen.

Es bedarf in der Regel nur einer kurzen, intensiven Sonnenbestrahlung der Haut mit hohem UVB-Anteil, um eine mehr als ausreichende Menge an Vitamin D3 zu erzeugen.

Etwa 12 Minuten sind ausreichend für einen jungen, hellhäutigen Menschen, um 250 bis 500 Mikrogramm (10.000 – 20.000 IE) zu produzieren. Die tägliche Erhaltungsdosis liegt bei 200 bis 500 IE. Dunkelhäutige Menschen benötigen für den gleichen Effekt eine Bestrahlung von zwei Stunden.

Falls Sie sich noch immer die Frage stellen: Welches Vitamin D Präparat ist denn das Beste? So schauen Sie mal in meinen Beitrag: Vitamin D Präparate im Test.

Und bevor ich es vergesse: Wie Sie die volle "Wirkung" von Vitamin D entfalten, beschreibe ich in menem Büchlein dazu: Vitamin D - Eine einfache Lösung für viele Gesundheitsprobleme.

Vitamn D Buch von Rene Gräber

Funktion und Aufgaben im Körper

Nach seiner Hydroxylierung in der Leber zu Calcidiol (25(OH)Vitamin D3) wird das Vitamin wieder an das Vitamin-D-bindende Protein gebunden und zurück in den Blutkreislauf geschickt.

Es hat die Funktion eines Vitamin-D-Speichers, der notwendig ist, um Produktionsspitzen und –pausen abzupuffern. Gelangt es ins Zielgewebe, wird es zu Calcitriol aktiviert, welches den eigentlich aktivierenden Liganden für den Vitamin-D-Rezeptor darstellt.

Calcitriol wirkt in den Zellen der Zielorgane wie ein Steroidhormon. Dort wird es an ein intrazelluläres Rezeptorprotein gebunden und von dort in den Zellkern transportiert. Im Zellkern kommt es zu einer Assoziation von Vitamin-Rezeptor-Komplex mit der DNA, was die Transkription von hormonsensitiven Genen beeinflusst.

Vitamin D ist in einem Regelkreis zwischen Knochen, Nieren und Schilddrüse eingebunden. In diesem Rahmen sorgt das Steroid für eine dem Bedarf angemessene Konzentration von Calcium und Phosphat.

Bei einem Mangel an Phosphat signalisiert Vitamin D der Niere, die Ausscheidung des Minerals zu drosseln. Der Weg dieser Reizübertragung geht über die Nebenschilddrüse. Diese Hormondrüse schüttet weniger Parathormon aus, das die Rückresorption von Phosphat hemmt.

Daraufhin steigt der Phosphat-Spiegel an. Gleichzeitig sinkt die Calcium-Konzentration, weil das Parathormon dessen Rückresorption in der Niere fördert. Umgekehrt bewirkt eine Erhöhung der Parathormon-Ausschüttung einen Anstieg der Calcium- und eine Erniedrigung der Phosphat-Konzentration.

Bei hohem Calcium-Spiegel sezerniert die Schilddrüse Calcitonin. Dieses Hormon bewirkt den Einbau des Erdalkalimetalls in die Knochen. Sinkt die Calcium-Konzentration daraufhin zu stark ab, setzten die Nieren aktives Vitamin D frei, wodurch die Resorption von Calcium im Darm gesteigert wird.

Über den Zusammenhang und die Bedeutung von Vitamin D und Magnesium berichte ich hier: Vitamin D und Magnesium

Nahrungsaufnahme und Bedarf

Säuglinge im ersten Lebensjahr, Senioren ab 65 sowie Schwangere sollten täglich 10 µg aufnehmen. Kinder und Erwachsene  benötigen 5 Mikrogramm Vitamin D3.

Um einen ausreichend hohen 25(OH)Vitamin-D3-Serumspiegel zu erreichen, werden kurzfristig 500 – 1000 IE benötigt. Denn die körpereigene Vitamin-D-Synthese reicht für die Sicherstellung der Versorgung nicht immer aus, auch wenn der Körper auf den gespeicherten Vitalstoff zurückgreifen kann.

Vitamin D3 ist primär enthalten in Fettfischen, Innereien, Pilzen, Eiern und Milchprodukten. 100 g Sardinen liefern rund 10 µg und dieselbe Menge Forelle 22 µg. 1 Hühnerei beinhaltet 3 µg Vitamin D. Diese Lebensmittel enthalten auch genügen Fett, das zur Resorption des fettlöslichen Vitamins benötigt wird.

Hypovitaminose - Unterversorgung

Eine tägliche Vitamin-D3-Zufuhr bis zu 50 µg für Jugendliche und Erwachsene sowie 25 µg für Kinder gilt als sicher.
Eine Mangelversorgung bedingt Rachitis bei Kindern und Osteomalazie bei Erwachsenen.

Bei mangelnden Serumkonzentrationen versucht der Organismus, dies durch Erhöhung des Parathormonspiegels zu kompensieren. Andere mögliche systemische Auswirkungen eines Vitamin-D3-Mangels sind eingangs erörtert worden.

Hypovitaminosen kommen auch bei Resorptions-Störungen des Darmes vor, wenn gleichzeitig zu wenig UV-Exposition erfolgt. Einige Medikamente wie Antiepileptika und Magensäureblocker können die Aufnahme des Vitalstoffes hemmen und so ein Defizit auslösen.

Ursache können daneben Leber- und Nieren-Funktions-Störungen sein, bei denen die Aktivierung von Vitamin D3 nicht mehr in ausreichendem Maße stattfindet. Mangel-Symptome entstehen auch bei erblich bedingen Krankheiten, die dazu führen, dass der Körper die Vitamin-D3-Signale nicht erkennen kann.

Dann liegt zwar genügend Vitamin D3 vor, ist aber für den Körper nutzlos.
Der Arzt hat nach einem Gespräch mit dem Patienten einen ersten Verdacht. Bildgebende Verfahren geben Aufschluss über den Zustand des Skelettes und durch eine Blutuntersuchung wird der Vitamin-D-Spiegel ermittelt.

Dann stellt sich die Frage, ob  und welche Erkrankungen die Hypovitaminose verursacht haben oder ob zu wenig Sonnenlicht oder falsche Ernährung vorliegt. Als Soforthilfe erhält der Patient Vitamin-D-Präparate, aber auch Calcium- und Phosphat-Supplemenetationen.

Etwaige Erkrankungen des Darmes, der Leber oder Nieren müssen behandelt werden. Bei Kleinkindern ist eine prophylaktische Gabe des Vitalstoffes zu erwägen. Dasselbe gilt für Frauen jenseits der Wechseljahre.

Hypervitaminose - Überversorgung

oder: Ist zu viel Vitamin D schädlich?

Dosierungen von täglich über 25 µg bei Kindern und 50 µg bei Erwachsenen führen zu einem erhöhten Calcium-Spiegel (Hyperkalzämie), Dadurch sind die Nieren überfordert und es droht ein akutes Nierenversagen.

Die Patienten sind kraftlos, psychisch verändert und leiden starken Durst sowie quälendes Jucken. Hinzu kommen Herzrasen, Herz-Rhythmus-Störungen und Muskelschwäche. Die Kranken können sogar ins Koma fallen, ein Fünftel dieser Menschen verstirbt an daran.

Lebensmittel oder Sonnenlicht kann dies nicht auslösen. Die Vitamin-D-Hypervitaminose ist immer durch übertriebene Supplementierungen bedingt, die sofort zu unterbinden sind. Allerdings darf ich hinzufügen, dass diese Symptome extrem selten sind und man schon sehr viel Vitamind D über mehrere Monate zuführen müsste um dorthin zu gelangen.

In meinem Beitrag "Die zwei Vitamin D Probleme" gehe ich darauf etwas näher ein.

Im Beitrag: Vitamin D bei Brustkrebs komme ich zum Schluss: "Es gibt kein giftiges Vitamin D." Seine Giftigkeit (seitens der Drohmedizin) besteht in der Theorie in Dosierungen weit jenseits der 100 Nanogramm pro Milliliter Grenze, die praktisch nicht zu verwirklichen sind; in der Praxis jedoch in Dosierungen von weit unterhalb der 50 Nanogramm Grenze, die sich als ein signifikant erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen äußern.

Fazit

Zum Vitamin D geistern extrem viele Halbwahrheiten herum. Jeder scheint etwas anderes zu erzählen. Und die Warnungen vor dem Vitamin D sind auch reichlich vorhanden. Auf diese "Warnungen" gehe ich in folgenden Beiträgen ausführlicher ein, die sie sich unbedingt ansehen sollten:

 

Newletter: 5 Wundermittel René Gräber


Dieser Beitrag wurde letztmalig am 10.5.2019 aktualisiert.

 

Wer schreibt hier?

Rene Gräber

Mein Name ist René Gräber. Seit 1998 bin ich in eigener Naturheilpraxis tätig und begleite seitdem Patienten mit den unterschiedlichsten Beschwerden und Erkrankungen. Dabei spielen zahlreiche Vitalstoffe in der Behandlung eine Rolle, die in zahlreichen Fällen enorm helfen können.

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Bücher mit Bezug zu Vitalstoffen von mir, die ich ihnen empfehlen kann:

Heilung der Gelenke - von Rene Gräber 

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