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Vitamin D und Brustkrebs

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Rolle des Vitamin D für die Gesundheit lässt sich kaum hoch genug einschätzen. In der Schulmedizin und konventionellen Ernährungswissenschaft dagegen ist das Vitamin mehr oder weniger nur dazu geeignet, bei Kindern eine Rachitis zu verhindern. Einen Zusammenhang mit einer Reihe von chronischen Erkrankungen dagegen leugnen Schulmedizin und Ernährungswissenschaft, und warnen sogar teilweise explizit vor zu hohen Dosierungen beziehungsweise Plasmaspiegeln. Wie solche Warnungen aussehen, mit welchen lächerlich fragwürdigen Methoden sie erstellt werden und was am Ende dabei herauskommt, das habe ich in diesem Artikel beschrieben: Vitamin D - Präparate im Test.

Zum Vitamin D selbst und was es wie, wann, wo und warum bewirken kann, ganz ohne die Erlaubnis von Schulmedizin und Ernährungswissenschaft, das habe ich in diesen Beiträgen zum Ausdruck gebracht:

Der gern verkannte Zusammenhang

Wikipedia, eine Online-Enzyklopädie mit einem unverhohlenen Hang zur Sympathie für Schulmedizin und Pharmaindustrie, zitiert in diesem Zusammenhang eine Metastudie, die vom Deutschen Krebsforschungszentrum 2014 durchgeführt und veröffentlicht wurde (Ungünstige Krebs-Prognose bei niedrigem Vitamin-D-Spiegel). Die Autoren jubeln hier, dass so jemand wie das Krebsforschungszentrum zu dem Ergebnis gekommen ist, dass „Vitamin-D-Mangel wahrscheinlich keinen Einfluss auf die Krebsentstehung hat“. Konzessionen werden allerdings gemacht: „Gleichwohl könnte sich ein niedriger Vitamin D-Spiegel negativ auf den Verlauf einer bereits bestehenden Krebserkrankungen auswirken“. Laut Metaanalyse lag die Mortalität bei den Krebskranken mit den geringsten Vitamin D-Spiegeln 1,57-fach höher als die durchschnittliche Mortalität bei Erkrankten mit den höchsten Vitamin D-Werten. Allerdings lässt uns das Krebsforschungszentrum im Dunkeln über die Frage, wie hoch die „höchsten Vitamin D-Werte“ in absoluten Zahlen ausgesehen haben.

Und weil alles ein großes Kuddelmuddel ist, fällt die Empfehlung ähnlich grotesk aus: „Deshalb können wir im Moment auch nicht generell empfehlen, prophylaktisch Vitamin-D-Präparate einzunehmen“. Und warum nicht, wenn sich dadurch die Mortalität begrenzen lässt?Antwort: Weil an der prophylaktischen Wirkung bezweifelt wird. Man gesteht dem Vitamin D in einem gewissen Rahmen eine therapeutische Effizienz zu, die man aber streng getrennt von der Prophylaxe sehen möchte. Denn Prophylaxe ist letztendlich ein geschäftsschädigendes Modell in der Schulmedizin. Stellen Sie sich vor, man könnte mit einer Vitamin D-Prophylaxe Krebserkrankungen signifikant verringern beziehungsweise verhindern. Dann können ganze Teile der Onkologie sich auf magere Zeiten gefasst machen.

Immerhin gibt es ein positives Statement seitens der Deutschen Krebsforscher. Sie empfehlen nämlich wohldosierte Sonnenbäder in der warmen Jahreszeit, am besten in Kombination mit Sport und Bewegung im Freien. Dagegen lässt sich absolut nichts einwenden. Angeblich sollen hier ausreichende Depots für den Winter angelegt werden, was ich aber zu bezweifeln wage. Die Krebsforscher zitieren dann auch die DGE, die je nach Hauttyp täglich 5-25 Minuten Sonnenbestrahlung empfiehlt (alle Achtung). Allerdings meint die DGE, dass die Bestrahlung von Gesicht, Hände und Unterarme genügt, um ausreichend Vitamin D zu produzieren. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist das Sonnen im Gesichtsbereich ein absolutes No-Go, da hier die Haut zu dünn ist, um in Sachen Vitamin D-Produktion relevant zu sein. Und weil die Haut hier so dünn ist, sind Strahlenschäden fast so gut wie vorprogrammiert (Runzeln etc.) Zudem produziert die Bestrahlung von Arme und Hände so wenig Vitamin D, dass sich niemand bei der DGE um eine „Überdosierung“ Sorgen machen muss. Eine ordentliche Vitamin D-Produktion ist nur dann gewährleistet, wenn der Oberkörper der Sonne ausgesetzt wird; mit noch besseren Werten, wenn Arme und Beine ebenfalls mit gesonnt werden.

Nach diesem Kuddelmuddel von Krebsforschung und Ernährungswissenschaftler zum Vitamin D, dessen fragwürdige prophylaktische Wirksamkeit bei Krebs mal wieder mit einer Metaanalyse „bewiesen“ wurde, ist es an der Zeit, etwas mehr Wissenschaft und weniger Ideologie zu bemühen, um diese Fragen zu beantworten.

Vitamin D Therapie

Es existiert eine Studie, die bereits im Jahr 2007 durchgeführt wurde:

Vitamin D and calcium supplementation reduces cancer risk: results of a randomized trial

Diese Studie untersuchte das auftreten von neuen Krebsfällen in Abhängigkeit von Vitamin D und Kalziumspiegeln. Die Studie dauerte 4 Jahre, war doppelblind, randomisiert und Placebo kontrolliert. Die Teilnehmerzahl betrug 1179 Frauen. Das Alter lag bei über 55 Jahren. Die 1. Verumgruppe erhielt 1400-1500 Milligramm Kalzium-Supplemente, die 2. Verumgruppe erhielt die gleiche Menge Kalzium +1100 Einheiten Vitamin D und die Placebogruppe erhielt ein Placebo.

Resultate: Die Vitamin D-Gruppe zeigte signifikant die geringsten neuen Krebsfälle. Es zeigte sich eine positive Tendenz für die Kalzium-Gruppe im Vergleich zu Placebo, die aber von der Vitamin D-Gruppe deutlich übertroffen wurde.

Die Autoren schlossen daraus, dass die Verbesserung der Kalzium- und vor allem Vitamin D-Werte das allgemeine Risiko für Krebserkrankungen erheblich verringert. Diese Aussagen gelten für die hier untersuchten Frauen jenseits der Wechseljahre.

Auch wenn es sich hier nur um eine relativ selektive Patientengruppe handelt, nämlich Frauen 55 Jahre und älter, lässt sich feststellen, dass hier in einer verhältnismäßig kurzen Zeitspanne von 4 Jahren und einem relativ geringen Vitamin D Spiegel von 40 Nanogramm pro Milliliter eine 77-prozentige Reduktion von Neuerkrankungen zu beobachten war. Inzwischen spricht Vieles dafür, dass ein Spiegel von 50-70 Nanogramm pro Milliliter die optimale Vitamin D-Konzentration darstellt. Dass diese Effekte schon bei nur 40 Nanogramm auftraten, das zeigt, wie wirksam Vitamin D in diesem Zusammenhang sein muss.

Wie wirksam Vitamin D gegen Krebs ist

Laut Dr. Mercola (Vitamin D Might Be Able to Slash Your Breast Cancer Risk by 90 Percent) hat Vitamin D einen besonders „dramatischen“ Effekt auf Brustkrebs. Dieser Effekt ist so dramatisch, dass Brustkrebs inzwischen als ein „Vitamin D-Defizit Syndrom“ gehandelt wird. Dies würde zum Teil die Aussagen der Deutschen Krebsforscher unterstützen, die ja eine deutlich verringerte Mortalität bei Krebspatienten mit „höheren Plasmaspiegeln“ gesehen haben wollen. Auch wenn das Vitamin D nicht unbedingt die alleinige Ursache für Brustkrebs gelten kann, scheint es eine zentrale Bedeutung bei der Entstehung zu haben, neben den Fragen der Ernährung, körperlichen Bewegung, Schlaf, Stressmanagement etc.

So erfahren wir in diesem Beitrag von einem Interview mit einer Forscherin (Sunlight and Vitamin D: Necessary for Public Health), dass rund 90 Prozent der gewöhnlichen Brustkrebsfälle mit einem Vitamin D-Mangel zusammenhängen, und diese somit zu 100 Prozent durch eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D zu verhindern gewesen wären. Dies ist eine besonders wichtige und interessante Feststellung, nicht zuletzt weil Brustkrebs die häufigste Krebsform bei Frauen ist.

Die Ursache für diesen engen Zusammenhang scheint in dem Zusammenspiel von Kalzium, Vitamin D und einem Protein zu liegen, das E-Cadherin genannt wird. Cadherin bestimmt den Zusammenhalt von Zellen untereinander. Sinkt die Konzentration oder Funktionalität an Cadherin, aus welchem Grunde auch immer, kommt es zu einer erhöhten Beweglichkeit der Zellen oder Zellverbände, was das Auftreten von Metastasen begünstigt. Bei Brustkrebs ist das Vorkommen von Cadherin so weit reduziert, dass Pathologen seine Konzentrationen als diagnostisches Mittel für die Bestimmung der verschiedenen Formen von Brustkrebs benutzen. Die Funktionstüchtigkeit von Cadherin ist abhängig von Kalzium und Vitamin D. Oder mit anderen Worten: Gibt es Probleme mit Kalzium und/oder Vitamin D, dann lässt die Funktionstüchtigkeit von Cadherin nach, die betroffenen Zellen gewinnen an Mobilität und lösen sich aus ihrem angestammten Zellverband. Diese Loslösung begünstigt eine Zellproliferation, die in Richtung Krebsentstehung ausarten kann.

Krebszellen in einem ansonsten funktionierenden normalen Zellverband haben aufgrund der Kommunikationsmechanismen zwischen den verschiedenen Zellen keine großen Überlebenschancen. Haben sie sich aber einmal loslösen können, gibt es keine störenden „Nachbarn“ mehr, die sie in ihrer Entwicklung behindern könnten.

Der Entstehungsprozess von Brustkrebs kann insofern durch Vitamin D gestoppt werden, indem das Vitamin die Konzentrationen an Cadherin (und Kalzium) wieder auf ein normales Niveau bringt. Damit bleiben die Zellverbände in ihrer Struktur bestehen und malignen Zellen sind nicht in der Lage, sich auszubreiten und in anderen Organen festzusetzen.
Der Epidemiologe Dr. Garland beschreibt dieses Szenario so: Der 1. Schritt bei der Entstehung von Krebserkrankungen ist der Verlust der Kommunikation der Zellen und Zellverbände untereinander aufgrund von zu geringen Konzentrationen von Kalzium und Vitamin D beziehungsweise Cadherin. Dieser Verlust an Kommunikation zwischen den Zellen verhindert einen gesunden physiologischen Turnover von Zellen im Gewebe, was die Überlebenschancen für aggressive Krebszellen begünstigt. Eine ähnliche Konstellation kennen wir bereits von der Darmflora, wo unphysiologische Einflüsse schädliche Bakterien begünstigen und nützliche Bakterien benachteiligen.

Das wirklich giftige Vitamin D

Während Schulmedizin und Ernährungswissenschaft hohe Konzentrationen an Vitamin D als potenziell giftig, schädlich und was auch immer beziffern, liegt die wahre Giftigkeit von Vitamin D in einer viel zu geringen Konzentration. Dabei ist es relativ gleichgültig, ob der jeweilige Serumspiegel durch Sonnenbäder oder Nahrungsergänzungsmittel entstanden ist. Denn es ist kaum noch unleugbar, dass geringe Serumspiegel das Risiko für Krebs und insbesondere Brustkrebs signifikant erhöhen. Wer wissen möchte, wie hoch sein Risiko ist, der kommt nicht umhin, im Labor seinen Serumspiegel ermitteln zu lassen.

Dies wäre besonders angesagt in Regionen wie der unseren, wo während einer Hälfte des Jahres praktisch keine Vitamin D-Produktion durch Sonneneinstrahlung möglich ist. Nahrungsergänzungsmittel haben den Nachteil, dass sie häufig zu gering dosiert sind (siehe den Bericht oben vom Vitamin D Präparatetest), und dass es zu möglichen Problemen bei der Resorption im Gastrointestinaltrakt kommen kann, was zu einer schwankenden Bioverfügbarkeit führt. Die Sonnenstrahlen sind und bleiben nicht nur die natürlichste Form der Vitamin D-Bildung, sondern gleichzeitig auch die zuverlässigste.

Das angestrebte Ziel ist eine Serumkonzentration zwischen 50 und 70 Nanogramm pro Milliliter. Angst vor einer Überdosierung oder toxischen Konsequenzen können wir getrost ins Reich der Märchen verdammen. Denn toxische Serumkonzentrationen beginnen erst weit jenseits der 100 Nanogramm pro Milliliter. Um diese Konzentration zu erreichen, müsste man über einen langen Zeitraum extrem hohe Dosen an Vitamin D-Ergänzungen zu sich nehmen, was von der praktischen Seite her alleine schon nicht zu schaffen ist (ein intravenöse Gabe wäre dazu imstande). Eine Überdosierung durch Sonneneinstrahlung gibt es auch nicht. Dafür gibt es gleich zwei Gründe. Der erste Grund ist, dass je nach Hauttyp das Sonnenbaden auf weniger als eine halbe Stunde, bei helleren Hauttypen weniger als eine Viertelstunde begrenzt werden soll. Denn bereits in diesem kurzen Zeitraum hat der Körper 20.000 und mehr Einheiten produziert, was den Tagesbedarf optimal abdeckt. Der zweite Grund liegt in der Art und Weise, wie der Organismus sein Vitamin D produziert. Das in der Haut produzierte Vitamin wird in die Blutgefäße überführt und gelangt auf diesem Wege in die Leber zur weiteren „Verarbeitung“.

Dieser Überführungsprozess benötigt eine gewisse Zeit. Das heißt, dass bestimmte Mengen an produziertem Vitamin in der Haut warten müssen, bis dass sie auch vom Blut aufgenommen werden. Ist die Zeit jedoch zu lang, wird dieses Vitamin, das durch die Sonnenstrahlung gebildet worden ist, durch die gleiche Sonnenstrahlung wieder zerstört, sodass es unmöglich ist, durch Sonnenbaden toxische Konzentrationen an Vitamin D im Blut aufzubauen. Dieser Mechanismus, durch Sonneneinstrahlung Vitamin D zu bilden und wieder zu zerstören, ist ein genialer Trick der Natur, um toxische Effekte zu vermeiden, die auf zu hohen Konzentrationen beruhen. Schon alleine dieser erstaunenswerte Mechanismus gibt mir die Gewissheit, dass die Bemühungen von Schulmedizin und Ernährungswissenschaft, uns vor einem gefährlichen Vitamin D zu schützen, an Lächerlichkeit kaum noch zu übertreffen sind.

Fazit

Es gibt kein giftiges Vitamin D. Seine Giftigkeit besteht in der Theorie in Dosierungen weit jenseits der 100 Nanogramm pro Milliliter Grenze, die praktisch nicht zu verwirklichen sind; in der Praxis jedoch in Dosierungen von weit unterhalb der 50 Nanogramm Grenze, die sich als ein signifikant erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen äußern.

Fazit vom Fazit: Indem Schulmedizin und Ernährungswissenschaft uns vor giftigen Vitamin D-Konzentrationen und damit schrecklichen Nebenwirkungen schützen wollen, erreichen sie das komplette Gegenteil. Für die Onkologie ist dieser Unsinn der reine Segen.

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