Vitamine

Die Synergie von Vitamin D3 und K2

Informationen aus der Naturheilpraxis René Gräber

René Gräber
René Gräber

Vor wenigen Tagen erschien ein interessanter Beitrag von der „Dr. Rath Foundation“ zum Thema Vitamine und deren Synergismen.

Dieses Thema ist insofern von Bedeutung, da häufig auch in der alternativen medizinischen Ausrichtung immer nur auf einen Spieler geschaut wird und versucht wird, dessen Bedeutung herauszuheben.

Dabei sind die Vorgänge in unserem Organismus ein Konzert von vielen Reaktionen, wo synergistisch verlaufende Wirkungen erst die gewünschte Reaktion bewirken. Man kann es mit einem Orchester vergleichen, wo eine gewisse Lautstärke nur dadurch erreicht werden kann, wenn alle Instrumente gleichzeitig spielen und nicht nur die Triangel alleine.

Zum Vitamin D

Zu diesem Vitamin hatte ich ein ausführliches „Porträt“ veröffentlicht: Vitamin D – Formen, Vorkommen und Bedarf.

Wer sich zu diesem Vitamin noch ausführlicher informieren möchte, der sei auf mein Buch verwiesen: René Gräber – Die Vitamin D Therapie.

Vitamin D galt in der Schulmedizin als eine beinahe lästige Notwendigkeit, um einen gesunden Knochenapparat zu garantieren. Dazu waren laut Schulmedizin gerade einmal 20 ng/mL Calcidiol notwendig. Dementsprechend gering sehen die täglichen Dosierungsempfehlungen aus, die selten die 800 Einheiten pro Tag „Schallmauer“ durchbrechen. Im Gegenteil, häufig werden höhere tägliche Dosierungen als tendenziell „toxisch“ verschrien.

Sind 20 ng/mL Vitamin D für die Knochengesundheit ausreichend? Selbst diese „Schallmauer“ wurde bereits im Jahr 2013 von Dr. Holick infrage gestellt, als er darauf verwies, dass das „Institute of Medicine“ für eine maximale Knochengesundheit höhere Konzentrationen als die besagten 20 ng/mL veranschlagten.

Und sogar bei der deutschen Wikipedia gilt ein Wert zwischen 20 und 30 ng/mL noch als eine Insuffizienz.

Dass Vitamin D nicht nur ausschließlich für gesunde Knochen verantwortlich ist, das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Vitamin D ist der Definition für Vitamine nach kein Vitamin, sondern vielmehr ein Hormon. Und als solches nimmt es eine Reihe von weiterführenden Aufgaben in unserem Organismus wahr.

Eine besonders wichtige Funktion scheint hier der Einfluss auf das Immunsystem zu sein. Grob vereinfacht gesagt kann man behaupten, dass ein unzureichender Vitamin-D-Spiegel mit einer zum Beispiel erhöhten Infektionsanfälligkeit einhergeht. Dies wurde besonders deutlich während der Corona-„Pandemie“:

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Zum Vitamin K2

Vitamin K lässt sich aufteilen in K1 und K2, die sich beide ähnlich sind, aber zum Teil unterschiedliche Funktionen innehaben. Für die Knochengesundheit, und damit für das Zusammenspiel mit Vitamin D, ist die K2-Variante, auch Menachinon genannt, von Bedeutung: Vitamin K – Bedeutung, Vorkommen, Bedarf, Mangelerscheinungen.

Vitamin K1 (Phyllochinon) und K2 sind für die Blutgerinnung unerlässlich. Die Anwesenheit von (einem von) Beiden ist integraler Bestandteil der Gerinnungskaskade, was bereits aus diesem Blickwinkel deutlich macht, wie wichtig dieses Vitamin sein muss, obwohl es unter den Vitaminen eher ein Schattendasein führt. Das folgende Schaubild zeigt die Bedeutung von Vitamin K für diesen Prozess:

vitaminkGerinnungskaskade und Vitamin K

 

Wir sehen, dass Vitamin K gleich an 3 verschiedenen Stellen die Gerinnungskaskade beeinflusst, was noch einmal den Stellenwert dieses Vitamins in diesem Zusammenhang unterstreicht.
Vitamin K2 kommt in mehreren Variationen vor, von denen MK-7 (Menachinon-7) die biologisch aktivste zu sein scheint.

Die Varianten (MK-4, -6, -7, -8 und -9) unterscheiden sich in ihren Seitenketten und dadurch in ihrer Bioverfügbarkeit. Es gibt auch Unterschiede in der Halbwertszeit, die bei MK-7 ca. 56 Stunden beträgt.

Zum Synergismus

Vitamin D 3 braucht Vitamin K2 zur Aufrechterhaltung des Calciumgleichgewichts. Warum spielen die Knochen hier eine wichtige Rolle? Die Knochen sind nicht nur der zentrale Stützapparat unseres Körpers, sondern auch der größte Calciumspeicher.

Denn Calcium wird nicht nur in den Knochen benötigt, sondern hat unzählige Funktionen, ohne die ein Leben nicht denkbar wäre. Daher ist ein Calciummangel, zum Beispiel bei der Muskelkontraktion, Anlass für einen Abbau von Calcium aus dem Knochengerüst, um diese Funktionen aufrecht zu erhalten.

Für den Einbau aktiviert Vitamin K2 das Knochenprotein Osteocalcin, was für einen Einbau von Calcium in den Knochen notwendig ist. Des Weiteren ist Vitamin K2 für die Aktivierung von Proteinen verantwortlich, die wiederum aufgenommenes Calcium binden und zu den Knochen transportieren.

Das heißt im Umkehrschluss, dass ohne die Anwesenheit von Vitamin K2 die Aktivierung dieser Transportproteine ausfallen würde. Damit würde das im Blut gelöste Calcium ziellos herumirren und mit steigenden Konzentrationen zu Ablagerungen in den Blutgefäßen führen.

Das wiederum würde zu einem sehr bekannten und sehr unerwünschten Ereignis führen, der Arteriosklerose. Von daher lässt sich vermuten, dass die Häufigkeit von Arteriosklerose möglicherweise weniger durch „zu hohe“ Cholesterinspiegel bedingt wird, sondern eher durch einen Mangel an Vitamin K2.

Gleichzeitig besteht auch die Gefahr, dass nicht genügend Calcium den Knochen zugeführt wird, sodass trotz hoher Calciumkonzentrationen im Blut eine Unterversorgung des Knochenapparats mit Calcium entsteht.

Damit lässt sich der Synergismus in Bezug auf Calcium wie folgt beschreiben: Vitamin D unterstützt die Resorption von Calcium, welches indirekt über Vitamin K2 in dessen Speicher geleitet und eingebaut wird. Vitamin K2 spielt hier mehr oder weniger nur den Verkehrspolizisten, der regelt, was jeweils gemacht werden muss.

Bei der Bildung des Knochengewebes spielt dann wieder Vitamin D insofern eine Rolle, als die dafür zuständigen Osteoblasten Vitamin-D-Rezeptoren besitzen, was dafür spricht, dass Vitamin D für die Aktivierung der Osteoblasten eine zentrale Bedeutung hat. Oder kurz gesagt: Zu wenig Vitamin D = mangelnde Aktivierung der Osteoblasten und damit eine mangelnde Verwertung von Calcium im Knochengewebe.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass hier noch eine Reihe weiterer „Instrumente im Orchester“ eine Rolle spielen, wie zum Beispiel Parathormon und Magnesium. Magnesium ist ein ebenso wichtiger Partner wie Vitamin K und Vitamin D. Ohne Magnesium gibt es keinen Synergismus der beiden anderen Vitamine: Vitamin D und Magnesium, da Magnesium Vitamin D erst verfügbar macht.

Das heißt, dass ein Magnesiummangel sich klinisch wie ein Vitamin-D-Mangel zeigt: Erhöhung von chronischen Leiden, kardiovaskulären Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, metabolischem Syndrom und Störungen im Knochenapparat.

Fazit

Unser Organismus ist ein „großes Ganzes“, ein Orchester, in dem jedes Instrument wichtig ist, aber nur dann effektiv ist, wenn es mit den anderen Instrumenten zusammen spielt. In der Musik sind es die Noten, die die Melodie vorgeben.

Für das Leben und seine Vorgänge sind die hierfür vorgesehenen „Noten“ nur schwer zu beschreiben. Aber ich bin mir sicher, dass es diese gibt.

Jedenfalls diktieren diese „Noten“ wie zum Beispiel Vitamin D, Vitamin K und Magnesium und andere Faktoren zusammen spielen müssen, um einen gesunden Organismus aufrecht zu erhalten.

Der „Notenständer“ hierfür wird in der Naturwissenschaft mit dem Wort „Synergismus“ bezeichnet. Synergistische Wirkungen sind in einem gesunden Organismus die Regel – nicht die Ausnahme.

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Beitragsbild: 123rf.com – subbotina

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