Vitaminoide

Orotsäure – Bedarf, Mangel, Überschuss und Funktionen

Informationen aus der Naturheilpraxis René Gräber

René Gräber
René Gräber

Hier wissenschaftlich fundiert – Fakten, Studien & Bewertung

Orotsäure ist ein Vitaminoid, das kein also Vitamin, aber einem Vitamin ähnlich ist. Die organische Stickstoffverbindung fungiert nicht wie echte Vitamine als Cofaktor bei biochemischen Umsetzungen, sondern als stoffliches Substrat.

Als solches hat die – fälschlicherweise als „Vitamin B13“ bezeichnete – Orotsäure lebenswichtige Aufgaben im Körper. Der korrekte Name der Orotsäure lautet „Uracil-4-carbonsäure“, deren Salze „Ororate“ heißen.

In veränderter Form baut der Organismus die Orotsäure in die molekularen Träger der genetischen Information ein. So werden die Produkte der Orotsäure als Uracil, Cytosin und Thymin in die DNA und RNA integriert. Die drei organischen Pyrimidin-Basen können in der Zelle über Zwischenschritte aus Orotsäure hergestellt werden.

Neben dem genetischen Stoffwechsel hat Orotsäure Bedeutung für den Energiehaushalt und die Elektrolyt-Balance.

Bedarf und Quellen der Orotsäure

Orotsäure ist für den Menschen nicht essenziell. Daher muss er den Nährstoff auch nicht unbedingt mit der Nahrung aufnehmen, weil ihn der Körper selbst synthetisieren kann.

Lebensmittel mit viel Orotsäure sind Kuhmilch und deren Produkte, während die menschliche Muttermilch nur sehr geringe Konzentrationen enthält. Der Schimmelpilz Neurospra crassa produziert Orotsäure in großen Mengen, die er in die Umgebung ausscheidet.

Der Pilz kann die organische Säure aber nur synthetisieren, wenn ihm Pyrimidinbasen im Kulturmedium angeboten werden.

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Orotsäure-Mangel

Ein Orotsäure-Mangel ist bisher nicht beschrieben worden. Die in der Nahrung enthaltenen Pyrimidinbasen können den Bedarf an dem Nährstoff ohne Weiteres ausgleichen. Der Gehalt der Orotsäure im Blutplasma kann bisher nicht definiert werden.

Orotsäure-Überschuss

Eine kritische Konzentration von Orotsäure kann durch Nahrungsergänzungsmittel oder Medikationen erzielt werden. Eine Orotsäure-Vergiftung kann auch durch angeborene Stoffwechselstörungen ausgelöst werden.

Bei der sehr seltenen „hereditären Orotazidurie“ kommt es durch einen Fehler im genetischen Code, der zur Bildung eines kaum funktionierenden Enzyms führt. Dieser UMP-Synthetase-Mangel hat zur Folge, dass Orotsäure nicht weiter verarbeitet werden kann und sich deswegen akkumuliert.

Gravierender ist allerdings der Mangel an Pyrimidinbasen. Die Störung des genetischen Stoffwechsels behindert die Zellteilung, wodurch Gewebe mit hohen Zellteilungsraten beeinträchtigt werden. Das zeigt sich beispielsweise an einer mangelhaften Blutbildung und Entwicklungsstörungen bei Kindern.

Auch bei einem bestimmten Harnstoff-Zyklusdefekt häuft sich Orotsäure im Körper an. Dabei funktioniert das Enzym Ornithintranscarbam(o)ylase nicht oder nur mit geringer Effizienz.

Der Arzt erkennt beide beide Erkrankungen an der zu hohen Orotsäure-Konzentration im Urin. Zur Behandlung der hereditären Orotazidurie sind Medikamente mit dem Wirkstoff Triacetyluridin vorgeschlagen worden. Daraus kann im Körper Uridin entstehen.

Das Nukleosid enthält die Pyrimidinbase Uracil. So kann die verminderte RNA-Synthese ausgeglichen werden.

Funktionen der Orotsäure im Körper

Orotsäure kommt in allen Zellen des Körpers als Zwischenprodukt auf dem Weg zur Synthese von Uridinmonophasphat vor. Die Verbindung ist der Ausgangspunkt für die Herstellung der drei Pyrimidin-Nucleotide, die in der DNA und RNA „Buchstaben des genetischen Codes“ bilden.

Daneben ist belegt, dass Orotsäure die Konzentration von ATP (Adenosintriphosphat) erhöht. Daraus bezieht der Körper Stoffwechsel-Energie. Zudem bindet ATP Magnesium, das dann weniger über die Niere ausgeschieden wird. So unterstützt Orotsäure den Mineral-Haushalt.

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Nahrungsergänzungsmittel mit Orotsäure

In Nahrungsergänzungsmitteln ist Orotsäure als Zink- oder Magnesium-Ororat enthalten. Solche Präparate mit rund 500 mg pro Kapsel dienen der Supplementation der beiden Minerale. Höhere Dosierungen werden beworben mit dem Versprechen, Leber, Muskeln, Herz, Das Gehirn und die Darmflora zu unterstützen.

Die Anwendung gegen zu hohe Cholesterin-Spiegel erzielt den gewünschten Effekt, wird aber mit erheblichen Nebenwirkungen erkauft. So gibt die Leber unter der Medikation kaum noch Cholesterin ins Blut ab. Dadurch bildet sich eine Fettleber aus, die sich bis zum Leberkrebs entwickeln kann. Die chronisch-toxische Dosis kann bisher nicht beziffert werden.

In der ehemaligen DDR wurde Orotsäure als Doping-Mittel eingesetzt. Dabei ging man früher davon aus, dass der Nährstoff nicht im Körper synthetisiert werden kann.

Medizinische Anwendungen

In der Homöopathie wird Orotsäure als Acidum oroticum in diversen Potenzierungen angeboten.

Technische Anwendungen

Für Lebensmittel-Kontrolleure ist die Orotsäure-Konzentration ein Marker für den Milchgehalt von verarbeiteten Nährmitteln. In der Geflügelzucht werden Ororate als Futterzusatz verwendet.

Fazit

Orotsäure ist kein Vitamin, hat aber positive Wirkungen auf die Gesundheit. Eine normale Ernährung liefert ausreichende Mengen, zudem reicht die Eigen-Produktion des Körpers aus.

Supplementationen sind nicht empfehlenswert, weil der toxikologische Grenzwert bei Dauereinnahmen nicht bekannt ist.

Beitragsbild: 123rf.com – Dmitrii Ivanov

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