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Undecylensäure

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Bei der Undecenylsäure handelt es sich chemisch gesehen um eine einfach ungesättigte Fettsäure mit 11 Kohlenstoffatomen.

Die Fettsäure kommt als natürlicher Bestandteil im menschlichen Schweiß vor; für den medizinischen Gebrauch wird sie über eine besonderes Destillationsverfahren aus Rizinusöl gewonnen und anschließend in Salben und Pudern gegen Pilzerkrankungen (vor allem Candida albicans) verarbeitet. Dabei werden vor allem Konzentrationen zwischen 2,5% und 5% bevorzugt. [1]

Wenn man den Begriff "ungesättigte Fettsäuren" hört, denkt man meist zunächst an das Thema gesunde Ernährung. Doch diese wichtigen Stoffe können noch mehr: Besondere Fettsäuren sind beispielsweise in der Lage, Pilze zu bekämpfen und Infektionen in diesem Bereich auszuheilen. Ein gutes Beispiel für diesen medizinischen Effekt ist die Undecenylsäure.

Arzneimittel mit Undecenylsäure werden beispielsweise bei Nagel- oder Fußpilz sowie bei Pilzen im Vaginalbereich oder auch bei Soor eingesetzt. Dabei ist eine stärkere Wirkung zu beobachten als beispielsweise bei der Caprylsäure. Präparate mit Undecenylsäure helfen bei Infektionen mit Candida Albicans, bekämpfen aber auch Pilze der Spezies Trichophyton sowie Microsporum audouini erfolgreich. Neben dem Einsatz in klassischen Mitteln gegen Pilzerkrankungen wird die Substanz auch desinfizierenden Seifen zugesetzt - dann allerdings in einer wesentlich geringeren Konzentration.[3]

Wirkung

Die Wirkungsweise der Undecenylsäure ist auf verschiedene Mechanismen zurückzuführen; so hemmt die Säure beispielsweise die Umwandlung von Hefepilzen in die so genannte Hyphenform; hierbei handelt es sich um ein Stadium des Pilzes, in dem sich Pilzfäden ausbilden und sich die aktive Infektion zeigt. Zudem wirkt sich die Säure störend auf den pH-Wert der Pilze aus. [3]

Nebenwirkungen

Mitunter können bei der Anwendung von Udecenylsäure unerwünschte Wirkungen auftreten; dabei handelt es sich meist um Unverträglichkeitsreaktionen, die sich in Symptomen wie Hautrötungen und Juckreiz äußern.

Studien zur Wirksamkeit

Die Wirksamkeit der Udecenylsäure ist schon seit langem bekannt und durch entsprechende Studien nachgewiesen, zum Beispiel im Rahmen einer Untersuchung mit Fußpilz-Patienten. Im Rahmen der Doppelblindstudie wurden insgesamt 151 Patienten behandelt, die das entsprechende Krankheitsbild aufwiesen. Behandelt wurden die Betroffenen mit einem Puder, das 2% Undecenylsäure sowie 20% Zinkundecylenat enthielt. Nach Abschluss der Studie konnten signifikante Verbesserungen sowohl der Infektionsrate als auch der Symptomatik verzeichnet werden: Bereits nach vier Wochen waren angelegte Kulturen mit Trichophyton von den mit Udecenylsäure behandelten Patienten zu 88% negativ.

Entsprechende Kulturen, die aus Proben der Kontrollgruppe (Patienten, die kein Medikament erhalten hatten) entnommen waren, erzielten hier ein Ergebnis von lediglich 17%. Dieses Ergebnis belegte eindeutig die hohe Wirksamkeit von Udecenylsäure bei Fußpilz. [2]

Dosierung und Darreichungsform

Zubereitungen mit Udecenylsäure werden in unterschiedlichen Darreichungsformen angeboten: Als klassische Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen stehen beispielsweise Salben oder Puder zur Verfügung, bei Anwendung auf Nägeln auch flüssige Zubereitungen. Dann sind Dosierungen zwischen 450mg und 750mg üblich, die in der Regel auf dreimalige Gaben verteilt werden. Als Bestandteil von desinfizierenden Flüssigseifen ist die tägliche Dosis wesentlich geringer, hängt aber auch vor allem vom Gebrauch der Seife ab. Solche Zubereitungen werden ebenfalls häufig in flüssiger Form (Flüssigseife) angeboten.

Alternativen zum Einsatz von Udecenylsäure und zusätzliche Tipps

Udecenylsäure hat sich bis heute als klassischer Wirkstoff gegen verschiedene Pilze bewährt. Allerdings sollte bei der Behandlung von Pilzerkrankungen stets der gesamte menschliche Organismus im Blick behalten werden; so müssen Infektionen dieser Art immer auch mit einer Schwächung des Immunsystems in Verbindung gebracht werden. Gerade wenn sich Pilzinfektionen häufen, sollte zusätzlich eine ganzheitliche Therapie erfolgen, zum Beispiel mit Hilfe einer Darmsanierung; werden dem Körper gezielt "gute" Darmbakterien zugeführt (zum Beispiel Laktobazillen und Enterokokken), wird das Immunsystem nachhaltig gestärkt und Pilze haben keine Chance, in den Körper einzudringen.

Zusätzlich hat sich bei wiederkehrenden Pilzinfektionen eine Ernährungsumstellung bewährt; vor allem eine basische und zuckerarme Ernährung (viel Obst, Gemüse und Kräuter, wenig Fleisch Süßigkeiten und Getreideerzeugnisse) hilft, eine erneute Pilzinfektion zu verhindern.
Kommt eine Pilzinfektion nur vereinzelt vor und sind die Symptome nur schwach ausgeprägt, können zudem Alternativen zur Udecenylsäure zum Einsatz kommen. Beim Nagelpilz im Anfangsstadium (weniger als 1/3 des Nagels ist befallen) lohnt sich ein Versuch mit einer Mischung aus ätherischen Ölen, zum Beispiel aus Nelke und Teebaum. Insbesondere die Wirkung von Teebaumöl auf Pilzerreger wurde in verschiedenen Studien nachgewiesen. [4]

Allerdings sollte man die Entwicklung des Nagels während der Behandlung gut im Auge behalten, da ungünstige Verläufe zum Verlust des Nagels führen können. Bei leichten Verläufen von Fußpilzerkrankungen kann es hilfreich sein, Laktobazillen als Alternative zur Udecenylsäure einzusetzen; dieser werden dann nicht nur innerlich zugeführt, sondern zusätzlich als Pulver auf die betroffenen Stellen aufgestreut und einmassiert, im Idealfall in Kombination mit Teebaumöl.

Quellen:

[1] Hager: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis, 1059.
[2] Chretien JH: Wirksamkeit von Undecenylsäure-Zinkundecylenat-Pulver in der Kultur Tinea pedis,
in: International Journal of Dermatology, 1980.
[3] www.diegesundheitsseite.de/entgiftung/parasitenwrmercandida/parasiten-entgiftung
[4] Hammeer KA et al: In vitro activity of Melaleuca alternifolia (tea tree) oil against
dermatophytes and other filamentous fungi.