Probiotika
 

Probiotika

Probiotika bedeutet "pro bios". Auf deutsch: "für das Leben".

Probiotika sind bestimmte Bakterien, die in ausreichender Menge lebend in den Darm gelangen und sich hierbei positiv auf die menschliche Gesundheit auswirken.

Was einigen (auch manchen Ärzten) überhaupt nicht bewußt ist: Der menschliche Darm beinhaltet ca. zehnmal mehr Bakterien, als unser gesamter Körper Zellen besitzt. Und so sind die "guten" Bakterien, die in uns leben erst relativ spät in den Blickpunkt der Schulmedizin gerückt. In der Tierhaltung der Landwirtschaft sind Probiotika längst etabliert.

Probiotika sind vor allem durch die Zugabe in sogenannte "probiotische Lebensmittel" bekannt geworden. Dafür werden meist die Milchsäurebakterien Lactobacillus acidophilus und Lactobacillus casei verwendet. Diese beiden Bakterienstämme sind weniger säureempfindlich als zum Besipiel Lactobacillus bulgaricus und Streptococcus thermophilus, die normalerweise zur Herstellung von Joghurt verwendet werden.

Bevor ein Mikroorganismus jedoch das "Gütesiegel" Probiotikum erhält, muss dieser verschiedene Kriterien erfüllen. Prof. Peter Koflach, Vorstand des AKH Wels in Österreich erklärt:

"So muss er ein nichtpathogener, lebender, exakt beschriebener Keim humanen Ursprungs sein und sich resistent gegen Magensäure und Galle zeigen. Sind dann klinische Studien vorhanden, die dessen Wirkung belegen, sind alle Anforderungen erfüllt."

Die Besonderheit all dieser Stämme ist, dass diese nicht an ihrer selbst hergestellten Milchsäure sterben. Lactobacillus acidophilus und Lactobacillus casei haben die Eigenschaft, dass diese auch die sehr saure Umgebung im menschlichen Magen überleben können.

Voraussetzung für die probiotische Wirkung von Lebensmitteln ist, dass die Bakterien den Dickdarm lebend erreichen. Mittlerweile gibt es ausreichend Studien, dass die Bakterien dies auch können; das Problem besteht eher in der dauerhaften Ansiedlung in der Darmmukosa (Darmschleimhaut). Interessanterweise werden diese Bakterien von der sensiblen Immunabwehr des Darms nicht angegriffen, sondern wie körpereigene Zellen behandelt. Zur Zeit wird weiter erforscht (zum Beispiel an der technischen Universität Berlin), wie man möglichst viele der Bakterien bis in den Darm bekommt und diese die starke Säure des Magens überleben.

Wirkung von Probiotika

In ausreichender Menge tragen Probiotika zu einer stabilen Darmflora, gesunden Darmschleimhaut und einer Unterstützung des darmeigenen Immunsystems bei.

Einige Studien zeigen, dass Schulkinder bei regelmäßiger Einnahme von Probiotika seltener krank sind.

Des weiteren können Probiotika u.a. auch die Ansiedlung von pathogenen Erregern (Bakterien und Pilze) im Darm unterdrücken (Konkurrenz um Anheftungsstellen an der Darmschleimhaut). Darüberhinaus besitzen Probiotika auch die Eigenschaft bestimmte Giftstoffe zu neutralisieren.

Durch die positiven Eigenschaften der Probiotika können z.B. Allergien, Milchzuckerunverträglichkeit wie auch Nebenwirkungen von Antibiotika und einer Chemotherapie oder Strahlentherapie günstig beeinflusst werden.

Nach meinem Kentnisstand gibt es allerdings noch zu wenig Studien, um dies mit Sicherheit behaupten zu können. Allerdings sind meine Erfahrungen mit Probiotika sehr gut und auch andere Therapeuten berichten sehr viel vorteilhaftes. 

Ermutigend sind ebenfalls erste Studienergebnisse zum Einsatz probiotischer Kulturen bei Durchfallerkrankungen auf Reisen (Reisediarrhoe oder auch "Montezumas Rache" genannt), sowie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Hierzu sagt unter anderem Prof. Miachel Blaut vom Institut für menschliche Ernährung in Potsdam, dass bei bestimmten Formen des Durchfalls eine Verbesserung mit Probiotika erreicht werden kann.

Eine ausagekräftige Studie finden Sie unter anderem im British Medical Journal (BMJ) - natürlich auf englisch.