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Kieselsäure / Kieselerde

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Was ist Kieselerde?

Bei Kieselerde handelt es sich um ein Nahrungsergänzungsmittel, das aus Kieselsäure besteht; diese wiederum bezeichnet die Verbindung des Spurenelements Silizium mit Wasser.

Dieser Mikronährstoff ist für den menschlichen Körper von großer Bedeutung; als Baustein des Gewebes und Bestandteil fast jeder Zelle ist Silizium überall im Organismus enthalten.

Siliziumhaltige Nahrungsergänzungsmittel, die in Form von Kieselerde als Pulver oder als halbflüssiges Kieselsäuregel angeboten werden, werden zur Kräftigung von Haut, Haaren und Nägeln, aber auch zur Behandlung von Osteoporose eingesetzt. [1]

Inhaltsstoffe und Anwendung

Kieselerde gehört zu den Spurenelementen und besteht zu fast 100 Prozent aus Siliziumoxid. Der Mikronährstoff ist für die Erhaltung der Elastizität des Bindegewebes verantwortlich und wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel der Haut aus. Daneben sorgt Silizium für ein verbessertes Wachstum von Nägeln und Haaren und steigert die Knochendichte. Im Laufe des Lebens sinkt der Anteil an Silizium im Körper; in der Folge kann es zu brüchigen Nägeln, Haarausfall und einer Bindegewebsschwäche kommen. [3]

Die Anwendungsgebiete von siliziumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln präsentieren sich deshalb  mannigfaltig: Nagelprobleme können genauso behandelt werden wie Osteoporose. Vor allem aber werden bei regelmäßiger Anwendung Haut und Haare gekräftigt.

Häufig wird eine Behandlung auch mit Achkerschachtelhalm versucht, der immerhin 10% Silizium enthält. [5]

Studien

In den vergangenen Jahren ist die Wirkung von Kieselerde immer wieder untersucht worden. Eine Studie des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) in Hamburg kam zu dem Ergebnis, dass eine regelmäßige Einnahme des Stoffes zur Verbesserung der Haarqualität führen kann. Über einen Zeitraum von insgesamt sechs Monaten hatten 55 Frauen täglich einen Esslöffel Kieselsäuregel eingenommen;

Am Ende der Studie hatte die Haardicke der Probandinnen um durchschnittlich 13 Prozent zugenommen. Wie der Studienleiter Professor Matthias Augustin  betonte, sei dieses Ergebnis noch kein Beweis für die Wirksamkeit von Silizium, weil die Probandenzahl recht klein gewesen war und darüber hinaus eine Kontrollgruppe gefehlt hatte. Doch es zeichne sich trotzdem eine eindeutig positive Tendenz aus, die sich durch weitere Studien zukünftig sicherlich bestätigen ließe. [6] Aber auch Nägel und Haut konnten laut Studien durch die regelmäßige Verabreichung von Kieselsäure verbessert werden; zum einen erzielte man eine höhere Hautdicke sowie eine Reduktion der Falten und erreichte zum anderen eine verbesserte Nagelbeschaffenheit.[4]

Untersuchungen mit siliziumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln wurden auch im Zusammenhang mit Osteoporose durchgeführt. Wie diverse Studien zeigten, konnte bei Einnahme des Mikronährstoffs eine Erhöhung der Knochendichte erzielt und damit eine Verbesserung der Osteoporose erreicht werden. Die Framingham Offspring Cohort Study untersuchte eine Gruppe mit normaler Nierenfunktion und normaler ernährungsbedingter Siliziumeinnahme. Nach Studienabschluss konnte ein signifikant positiver Effekt auf die Knochendichte des Oberschenkelknochens bei Männern und prämenopausalen Frauen gezeigt werden. Allerdings zeigt sich dieser Effekt nicht bei Frauen, die das Klimakterium bereits hinter sich gelassen hatten.

Als diese Studie in einer anderen Kohorte wiederholt wurde (APOSS - Aberdeen Prospective Osteoporosis Screening Study), zeigte sich ein ähnliches Ergebnis; auch bei prämenopausalen Frauen konnte diesmal ein positives Ergebnis erzielt werden, sofern diese zum Zeitpunkt der Studie eine Hormonersatztherapie (HRT) erhielten. Man nahm deshalb an, dass Silizium nicht nur einen Effekt auf die Knochendichte aufweist, sondern darüber hinaus auch eine mögliche Wechselwirkung zwischen Silizium und Östrogen besteht. [2]

Die Wirkung von siliziumhaltigen Ackerschachtelhalm konnte jedoch bislang nicht nachgewiesen werden. [5]

Nebenwirkung

Insbesondere wenn siliziumhaltige Produkte nur kurzfristig verabreicht werden, besteht keine Gefahr der Überdosierung. Langfristig zugeführt, können sich jedoch beispielsweise siliziumhaltige Nierensteine oder auch Harnsteine ausbilden. Auch diverse Hauttumoren oder Ösophaguskarzinióme werden mit hohen Dosen des Stoffes in Verbindung gebracht. [2] 

Fazit

Siliziumhaltige Produkte konnten vor allem im Zusammenhang mit der Behandlung von Osteoporose gute Erfolge erzielen. Der Effekt auf Haare, Nägel, und Bindegewebe ist hingegen bislang nur partiell belegt.
Insgesamt kann sich der Einsatz von Kieselerde oder Kieselsäuregel jedoch durchaus lohnen. Allerdings müssen in diesem Zusammenhang stets auch eventuelle Nebenwirkungen berücksichtigt werden, die nach der Einnahme auftreten können.

Eine Therapie ist deshalb auf solche Risiken abzustimmen, insbesondere wenn die Behandlung langfristig und mit höheren Dosen erfolgt. Auch die Wahl des Nahrungsergänzungsmittels spielt bei der Behandlung eine bedeutende Rolle; wie eine Untersuchung des ARD-Magazins "Plusminus" zeigte, sind in neun von zehn Mitteln hauptsächlich kristalline Formen des Siliziumsdioxids enthalten (zum Beispiel Quarz), die nicht nur weniger wirksam sind, sondern auch eine gewisse Gesundheitsgefährdung darstellen. Eine Therapie mit Siliziumdioxid ist deshalb stets sorgfältig zu planen.

Quellen:

[1] C. Ekmekcioglu, W. Marktl: Essentielle Spurenelemente: Klinik und Ernährungsmedizin, 179.

[2] Holzer: Journal für Mineralstoffwechsel. Zeitschrift für Knochen- und Gewebserkrankungen, 15/2 (2008), 74-78.

[3] Minoogio: Was der Körper wirklich braucht, 263.

[4] http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=pharm7_22_2003

[5] onmeda.de/naehrstoffe/silizium-kieselerde-&-ackerschachtelhalm-3432-3.html

[6] http://www.silicium-kieselsaeure.com/studien-zu-silicium.html