Öko-Test Multivitaminsaft

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Vitamine sind wichtig. Wie wichtig? In Deutschland scheint die offizielle Meinung zu herrschen, dass Vitamine von allen wichtigen Nährstoffen sie die Unwichtigsten sind. Manche fordern sogar eine Beschränkung von Vitaminen in Nahrungsergänzungsmitteln, weil hier Vitamine sogar potentiell gefährlich sein sollen: [1]

Dabei sorgt der industrielle Anbau von Obst und Gemüse selbst dafür, dass diese „Grenzwerte“ schon beim Anpflanzen umgesetzt werden.

Denn[2] Obst und Gemüse verlieren immer mehr Nährstoffe und Vitalstoffe.

Dabei können Vitamine viel mehr als nur praktisch „überflüssig“ und nur für Randbereiche der Gesundheit wichtig sein: [3]

Bei der Einnahme kann man einige Dinge beachten, die die Versorgung mit Vitaminen optimieren können: [4]

Eine Form der Vitaminzufuhr sind Vitaminsäfte oder sogar Multivitaminsäfte. Hört sich zunächst gut an, oder? Öko-Test veranstaltete daher einen Test zu diesen Säften. Wie schnitten die Säfte im Test ab? Und wie schnitt der Öko-Test-Test ab? [5]

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Ein saftiger Test

Die Einleitung bringt es an den Tag. Von den 18 Säften konnte nur einer von Öko-Test empfohlen werden. Warum?

Weil die Säfte nicht nur Vitamine, sondern auch Pestizide enthielten. Sicherlich nicht gut. Aber wir sind ja inzwischen daran gewöhnt, Pestizide überall zu finden. Es regt sich schon niemand mehr auf…

Aber das scheint nicht der einzige Grund zu sein, warum Öko-Test die Säfte nicht empfehlen will. Der zweite Grund ist einer, den ich schon vor Beginn der Lektüre vermutet hatte und der sich jetzt bewahrheitet: Hoch dosierte Vitaminzusätze! Also doch!

Der Leitstrahl, auf dem sich die Vitamine und ihre Dosierungen bewegen dürfen, wurde vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ermittelt. Und das ist erfahrungsgemäß genau das, was ich in meinem ersten Beitrag zu den Grenzwerten beschrieben habe: Vitamine sind schädlich, wenn man höhere Dosierungen ansetzt als das BfR erlaubt.

Und da gibt es noch die bösartigen „Health-Claims“, die gesetzlich geregelt sind und im Wesentlichen besagen, dass nur verschreibungspflichtige Medikamente einen gesundheitlichen Nutzen bringen. Vitamine dagegen dürfen derartige Aussagen nicht tätigen. Obwohl jedes Kind weiß, dass ein Mangel an z.B. Vitamin C zu einem höheren Risiko für Erkältungen führt, weswegen bei Erkältungen Zitronensaft literweise getrunken wird. Wieso das, wenn Vitamin C keinen Einfluss auf eine Erkältung haben darf, laut Gesetz?

Für derartige Aussagen werden von Öko-Test Punkte abgezogen. Auch Aussagen zum fehlenden Zusatz von Zucker, der für Öko-Test selbstverständlich ist, weil gesetzlich vorgeschrieben, wird mit Punktabzug bestraft, obwohl es nichts an der Qualität des Safts ändert. Die Hersteller haben nur nicht das ausgesagt, was Öko-Test hören oder lesen wollte, egal wie gut oder schlecht der Saft, um den es sich dreht, ist. Oder dreht es sich letztendlich nicht oder nicht nur um den Saft, sondern um Erziehung der Leser zu gesetzeskonformen Standards, selbst wenn diese keine wissenschaftliche Basis haben?

Multivitaminsäfte von schlecht zu gut

18 Säfte wurden getestet, alle konventionell hergestellt. Die Säfte sind Produkt von Mischungen verschiedener Säfte, bis zu 15 an der Zahl. Außerdem wurden den Säften noch Vitamine zugesetzt. Das mag das Fehlen von Bio-Säften erklären, die nicht mit zusätzlichen Vitaminen angereichert werden dürfen.

Preise für die Produkte: Zwischen 0,36 und 1,43 € pro 250 Milliliter…

„Ungenügend“

Hier finden wir einen Prominenten unter den Fruchtsäften: Rabenhorst. Was hat Öko-Test zu bemängeln, dass es eine so schlechte Note gibt?

Es fängt mit dem Preis an: 1,43 € und damit der teuerste Saft. Aber das ist noch kein Qualitätsmerkmal eines Saftes. Dafür fand der Test 2 Pestizide in Spuren, darunter Captan, welches als krebserregend vermutet wird. Das kann bzw. muss man monieren.

Jetzt kommt aber die Todsünde, die den Saft zu Fall brachte: Vitamine über der BfR-Richtlinie, nämlich gleich mehrere, wie B6, B9, C und E. Machen die das Produkt wirklich brandgefährlich?

Hier eine kleine Vitaminbetrachtung: [6] [7] [8] [9]

Es gibt keinen Anhaltspunkt, dass man diese Vitamine überdosieren kann, wenn man sie nicht kiloweise in sich rein schaufelt.

Das zweite „ungenügende“ Produkt kommt von „Rauch Fruchtsäfte“ und hat nur Vitamin B6 zu viel und Spuren von Captan, ist aber nur halb so teuer.

„Mangelhaft“

Hier tummeln sich sieben Produkte, unter anderem von Granini, Netto, Edeka, Valensina, Rewe und Aldi. Alle haben zwei oder drei Pestizide in Spuren aufzuweisen und sind mit Vitaminen (siehe Rabenhorst) „überladen“. Warum diese Produkte jetzt eine Note besser bewertet werden, erschließt sich mir nicht. Denn die „bösartigen“ Eigenschaften sind praktisch bei allen gleich. Nur die mangelhaften Produkte sind deutlich billiger.

„Ausreichend“

Hier gibt es vier Kandidaten, von Penny, Rewe, Globus etc. Alle vier enthalten Captan-Spuren und Vergehen gegen die BfR-Grenzwerte für die Vitamine B6, C, E, B9. Auch hier sehe ich keine großen Unterschiede zu den beiden vorherigen Bewertungsklassen.

„Befriedigend“

Drei Säfte, von Aldi Nord, Lidl und Amecke, konnten Öko-Test befriedigen. Der Aldi Nord Saft war der einzige ohne Pestizidspuren. Die beiden anderen enthielten das fast schon obligatorische Captan in Spuren. Aber auch hier verstießen alle Kandidaten gegen BfR-Grenzwerte für multiple Vitamine, die ich bereits mehrfach aufgezählt habe.

Warum die Produkte jetzt mit „befriedigend“ bewertet wurden, außer beim Aldi Produkt, welches kein Pestizid anzubieten hat, kann ich immer noch nicht nachvollziehen.

„Gut“

Das einzige Produkt mit dieser Bewertung kommt von Kaufland und kostet angenehme 0,36 €. Warum „gut“ als Bewertung? Keine Pestizide und Vitamine auf Krümel-Niveau des BfR?

Mit nichten… Vitamine B6, B9 und C verstoßen gegen BfR-Gebote. Und es gibt ein Pestizid, was nicht benannt wird, in Spuren kostenlos dazu.

Die Verpackung scheint Öko-Test gefallen zu haben. Auch gibt es keine unzulässigen „Health-Claims“, was wohl den Saft zwar nicht besser macht, aber die Bewertung verbessert hatte.

Bewertung der Bewertung

Ich kann keine Struktur in diesem Test feststellen, nach dem die Säfte bewertet werden und Öko-Test zu unterschiedlichen Bewertungen gelangen lässt. Deutlich dagegen ist die Zurschaustellung der Verdammnis von angeblich zu hohen Vitaminkonzentrationen in allen Säften, was wohl auch die zentrale Botschaft dieses Tests zu sein scheint:

Lieber Konsument – Pestizide und Vitamine in den Säften sind Euer Untergang. Seid vorsichtig und kauft nur Produkte mit Krümeldosierungen von Vitaminen, die das BfR erlaubt. Denn die Friedhöfe sind voll mit Vitamintoten, nicht Toten der Schulmedizin, die die dritthäufigste Todesursache immer noch ist. [10]

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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Quellen: