Pycnogenol - Extrakt aus der Rinde der französischen Strandkiefer
An der Atlantikküste Südwestfrankreichs wird die Strandkiefer (Pinus pinaster Ait.) kultiviert. Aus ihrer
frischen Rinde lässt sich ein sehr wirksamer Extrakt gewinnen, der vor allem gegen Ödeme hilft: Pycnogenol, ein eingetragenes Warenzeichen von Horphag Research.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, was das Besondere an dem Rindenextrakt ist.
In dem Pycnogenol sind auf der einen Seite Phenole enthalten, also organische Verbindungen, bei denen mindestens
eine Hydroxygruppe (-OH) an einen aromatischen Ring gebunden vorliegt. Auf der anderen Seite sind verschiedene
Polyphenole in dem Extrakt vorhanden, die aus mehreren aromatischen Ringen bestehen und im Pflanzenreich sehr
häufig vorkommen. Hier sind es vor allem die Proanthocyanidine, die in dem Extrakt zu finden sind. Diese wirken als
Antioxidantien, sie schützen also empfindliche Stoffe vor der Reaktion mit Sauerstoff, gleichzeitig wirken sie
antibakteriell und antiviral.

Unterschiedlichste wissenschaftliche Studien beschreiben die Wirksamkeit fast aller im Extrakt enthaltenen
Substanzen gegenüber freien Radikalen. Sie sorgen auf diese Weise dafür, dass diese besonders reaktionsfreudigen
Moleküle, die ein ungepaartes Elektron besitzen, andere Stoffe nicht schädigen können. Im Experiment konnte auch
für den gesamten Pycnogenol-Extrakt eine Wirkung als Radikalfänger gegenüber unterschiedlichen reaktionsfreudigen
Stoffen nachgewiesen werden (Sibbel R.P.: Untersuchungen zu
Radikalfängereigenschaften, Analytik und Herstellungsverfahren eines Trockenextraktes aus der Rinde der
Meereskiefer Pinus pinaster Ait; Dissertation; Westfälische Wilhelms- Universität, Münster;
1996).
Gleichzeitig erhöht Pycnogenol die Vitamin
C und Vitamin E Reserven des
Körpers. Es schützt außerdem im Laborversuch das Low Density Lipoprotein (LDL), das beispielsweise für den
Transport von Cholesterin im Blut nötig ist, und schirmt auch das Erbgut des Menschen, die DNA, vor einer
Schädigung durch die gefährlichen Radikale ab. Dabei ist wichtig zu erwähnen, dass der Extrakt nicht nur außerhalb
der Zellen (extrazellulär) als Antioxidans wirkt, sondern auch im Zellinneren vor Radikalen schützt, was im
Allgemeinen weitaus effektiver ist.
Pycnogenol stärkt das Immunsystem
Eine Immunschwäche bei Mäusen konnte im Versuch durch flüssig verabreichtes Pycnogenol zurückgedrängt werden.
Die Killerzellen des Immunsystems wurden dabei gestärkt und aktiviert (Cheshier J.
E. et al.: Immunomodulation by Pycnogenol® in retrovirus-infected or ethanol-fed mice; Life Sciences; 1996; 5; S.
87–96).
Auch die Vermehrung und das Wachstum der B- und T-Lymphozyten, die ebenfalls zu den weißen Blutkörperchen gehören und an der Abwehr von Fremdstoffen beteiligt sind, konnte
in Mauslinien durch Pycnogenol gesteigert werden. Um diese positive Wirkung auch beim Menschen verifizieren zu
können, sind allerdings weitere Versuche nötig.
Der Rindenextrakt der französischen Strandkiefer dichtet Blutgefäße ab
Die kleinsten Blutgefäße des Kreislaufsystems, die Kapillaren, bilden ein feines Netzwerk in den Organen und
Geweben des menschlichen Körpers. Ihre Wände sind porös, damit die im Blutkreislauf enthaltenen Stoffe in die Zellzwischenräume des umliegenden Gewebes
abgegeben werden können. Werden die Kapillaren allerdings zu stark durchlässig, so können Ödeme die Folge sein, da vermehrt Flüssigkeit ins Gewebe austritt. Pycnogenol wirkt
dieser erhöhten Durchlässigkeit gezielt entgegen. Dabei schneidet das Rindenextrakt sogar besser ab, als zwei
Flavonoide (Pflanzenfarbstoffe), die in der Medizin als Venentherapeutika eingesetzt werden. Forscher halten es
für wahrscheinlich, dass dies auf die starke Bindung der Procyanidine zu anderen Proteinen zurückzuführen ist.
Möglicherweise kommt es dadurch zu einer starken Quervernetzung zwischen den Wirkstoffen und den Proteinen
(Kollagen und Elastin) der Kapillarwände. Dies wiederum hat eine Verminderung der Durchlässigkeit zur Folge.
Gleichzeitig konnte in Laborversuchen gezeigt werden, dass Katechin, einer der Wirkstoffe des Rindenextrakts, das
Kollagen der Blutgefäße vor dem Abbau durch bestimmte Enzyme schützt (Kuttan R. et
al.: Collagen treated with (+)-catechin becomes resistant to the action of mammalian collagenase; Experientia;
1981; 37; S. 221). Gleiches wurde auch für den Abbau von Elastin
nachgewiesen.
Pycnogenol wirkt zuverlässig gegen Ödembildung
Ödeme, bei denen sich vermehrt Flüssigkeit in den Geweben ansammelt, sind meist Folgeerscheinungen einer
Erkrankung oder einer hormonellen Umstellung. Durch die Einnahme des Rindenextrakts nehmen die krankhaften
Schwellungen in den Unterschenkeln nachweislich stark ab. Auch das Schweregefühl in den Beinen, die Schmerzen und nächtlichen Krämpfe lassen sich durch Pycnogenol gezielt reduzieren (siehe beispielsweise Gulati O.: pycnogenol in venous disorders. Eur. Bull. Drug Res.; 1999; S.
8–13).
Der Rindenextrakt schützt vor Entzündungen
Bei Entzündungsreaktionen entstehen immer vermehrt freie Radikale. Seit langer Zeit ist aber bekannt, dass
Radikalfänger oft auch entzündungshemmend wirken. Da die Wirkstoffe des Pycnogenol an die Kapillarwände gebunden
werden, gehen Forscher davon aus, dass sie freie Radikale besonders wirksam bekämpfen können. Dies konnten sie in
Versuchen mit Mäusen und in Zellkulturen verifizieren. Unter anderem schützt der Extrakt vor starken
UV-Schädigungen und lindert Hautentzündungen (Blazsó G. et al.: Antiinflammatory
activities of procyanidins containing extracts from Pinus pinaster Ait. after oral and cutaneous application;
Pharmazie; 1997; 52; S. 380–382).
Pycnogenol hat positive Wirkungen auf das Blutkreislaufsystem
Die Aggregation der Blutplättchen (Thrombozyten) ist wichtig, um im Falle von Verletzungen die Wunden schnell zu verschließen.
Doch starker Stress und Rauchen können dazu führen, dass sich die Thrombozyten ohne Grund innerhalb der Adern aneinanderlagern. Im Extremfall führt dies
zu einem Gefäßverschluss, da das nachfolgende Blut nicht mehr ungehindert fließen kann. Studien an
Rauchern haben ergeben, dass durch die Gabe von Pycnogenol die Thrombozytenreaktivität erheblich reduziert wird.
Da es allerdings wichtig ist, dass im Falle von Verletzungen trotz Einnahme des Rindenextrakts die Wunden
schnell verschlossen werden, überprüften die Forscher auch die Blutungsdauer: Diese ist nach der Einnahme nur
leicht verlängert. (Pütter M. et al.: Inhibition of Smoking-Induced Platelet
Aggregation by Aspirin and Pycnogenol; Thrombosis Research 1999; 95; S. 155–161).
Die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin können eine Verengung der Blutgefäße herbeiführen. Diese
Gefäßkontraktion wird durch Pycnogenol gehemmt, wodurch eine stabile Zirkulation des Blutes ermöglicht wird. Auch
die Durchblutung der Kapillaren wird durch den Rindenextrakt verbessert. Eine Minderdurchblutung einzelener Gewebe
(Ischämie) konnte bei Patienten durch die Gabe von Pycnogenol vermindert werden (Shiwen Wang et al.: The effect of Pycnogenol® on the microcirculation, platelet function and
ischemic myocardium in patients with coronary artery diseases; Eur. Bull Drug Res; 1999; 7; S. 19–25).
Pycnogenol hemmt außerdem das Angiotensin-umwandelnde Enzym (ACE), das bei der Blutdruckregulation eine
wichtige Rolle spielt. Allerdings ist diese positive Wirkung minimal, so dass der Rindenextrakt nicht als
Medikament zur Blutdrucksenkung in Frage kommt.
Die Wirkung des Strandkieferextrakts im zentralen Nervensystem
Charakteristisch für die Alzheimer Krankheit ist das Amyloid-ß-Protein, das sich in Form von Plaques im
Nervensystem ansammelt. Es kommt hierdurch im Laufe der Zeit zu Schädigungen der Zellmembranen. Diese Schäden
entstehen, da das Amyloid-ß-Protein innerhalb der Zellen vermehrt Wasserstoffperoxid bildet und gleichzeitig die
Lipide der Zellmembran oxidiert. Forscher konnten in Zellkulturen nachweisen, dass Pycnogenol die Zellen vor der
Schädigung durch das Amyloid-ß-Protein schützt (Behl C. et al.: Hydrogen
peroxide mediates amyloid ß-protein toxicity; Cell; 1994; 77; S. 817–827).
Glutamat ist ein wichtiger Neurotransmitter, der Informationen von einer Nervenzelle an die nächste
weitergibt. Allerdings kann Glutamat in hoher Dosis die Zellen zerstören, da in diesen Fällen ebenfalls freie
Radikale entstehen. Pycnogenol kann in Laborversuchen die Zellschädigung durch Glutamat ebenfalls
hemmen (Schubert D. et al.: Growth
factors and vitamin E modify neuronal glutamate toxicity; Proc Natl Acad Sci USA; 1992; 89; S.
8264–8268).
Da die Procyanidine und Polyphenolsäuren des Extrakts die Zellmembranen passieren können, gehen die
Forscher davon aus, dass der Extrakt nicht nur in isolierten Nervenzellkulturen unter Laborbedingungen, sondern
auch im lebenden Organismus wirkt.
Pycnogenol zeigt in Tierversuchen keinerlei Nebenwirkungen
Der Extrakt wurde außerdem auf verschiedene Nebenwirkungen getestet. So kann ausgeschlossen werden, dass er das
Erbgut schädigt oder Haut und Augen reizt. An Mäusen wurde die Giftigkeit von Pycnogenol getestet, die als sehr
gering einzustufen ist. So wirkt der Extrakt beispielsweise bei oraler Gabe erst bei 2.29 g/kg Körpergewicht
toxisch.
Pycnogenol löste in den Tierversuchen keinerlei Allergien aus und zeigte auch bei lang andauernder Einnahme
keine Veränderung des Verhaltens, der Blutwerte oder des Gewichts der Tiere. Ebenso hat der Extrakt keinen
negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit und es kam auch nicht zu Missbildungen unter den Nachkommen. Wird der
Extrakt auf nüchternen Magen eingenommen, kann es allerdings zu leichten Magenproblemen und Darmproblemen kommen.
Durch die Untersuchung des Urins mehrerer Testpersonen konnte eindeutig nachgewiesen werden, dass Wirkstoffe des
Extraktes über den Magendarmtrakt in den menschlichen Organismus aufgenommen werden und dort an biochemischen
Reaktionen beteiligt sind (Große Düweler K. & Rohdewald P.: Urinary
metabolites of french maritime pine bark extract in humans. Pharmazie). Die Reduktion der
Ödembildung und die Erhöhung der Thrombozytenaktivität nach Pycnogenol-Gabe lassen dies natürlich ebenfalls
vermuten.
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