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Pycnogenol - Extrakt aus der Rinde der französischen Strandkiefer

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

An der Atlantikküste Südwestfrankreichs wird die Strandkiefer (Pinus pinaster Ait.) kultiviert. Aus ihrer frischen Rinde lässt sich ein sehr wirksamer Extrakt gewinnen, der vor allem gegen Ödeme hilft: Pycnogenol, ein eingetragenes Warenzeichen von Horphag Research. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, was das Besondere an dem Rindenextrakt ist.

In dem Pycnogenol sind auf der einen Seite Phenole enthalten, also organische Verbindungen, bei denen mindestens eine Hydroxygruppe (-OH) an einen aromatischen Ring gebunden vorliegt. Auf der anderen Seite sind verschiedene Polyphenole in dem Extrakt vorhanden, die aus mehreren aromatischen Ringen bestehen und im Pflanzenreich sehr häufig vorkommen. Hier sind es vor allem die Proanthocyanidine, die in dem Extrakt zu finden sind. Diese wirken als Antioxidantien, sie schützen also empfindliche Stoffe vor der Reaktion mit Sauerstoff, gleichzeitig wirken sie antibakteriell und antiviral.

Unterschiedlichste wissenschaftliche Studien beschreiben die Wirksamkeit fast aller im Extrakt enthaltenen Substanzen gegenüber freien Radikalen. Sie sorgen auf diese Weise dafür, dass diese besonders reaktionsfreudigen Moleküle, die ein ungepaartes Elektron besitzen, andere Stoffe nicht schädigen können. Im Experiment konnte auch für den gesamten Pycnogenol-Extrakt eine Wirkung als Radikalfänger gegenüber unterschiedlichen reaktionsfreudigen Stoffen nachgewiesen werden (Sibbel R.P.: Untersuchungen zu Radikalfängereigenschaften, Analytik und Herstellungsverfahren eines Trockenextraktes aus der Rinde der Meereskiefer Pinus pinaster Ait; Dissertation; Westfälische Wilhelms- Universität, Münster; 1996).

Gleichzeitig erhöht Pycnogenol die Vitamin C und Vitamin E Reserven des Körpers. Es schützt außerdem im Laborversuch das Low Density Lipoprotein (LDL), das beispielsweise für den Transport von Cholesterin im Blut nötig ist, und schirmt auch das Erbgut des Menschen, die DNA, vor einer Schädigung durch die gefährlichen Radikale ab. Dabei ist wichtig zu erwähnen, dass der Extrakt nicht nur außerhalb der Zellen (extrazellulär) als Antioxidans wirkt, sondern auch im Zellinneren vor Radikalen schützt, was im Allgemeinen weitaus effektiver ist.

Pycnogenol stärkt das Immunsystem

Eine Immunschwäche bei Mäusen konnte im Versuch durch flüssig verabreichtes Pycnogenol zurückgedrängt werden. Die Killerzellen des Immunsystems wurden dabei gestärkt und aktiviert (Cheshier J. E. et al.: Immunomodulation by Pycnogenol® in retrovirus-infected or ethanol-fed mice; Life Sciences; 1996; 5; S. 87–96).

Auch die Vermehrung und das Wachstum der B- und T-Lymphozyten, die ebenfalls zu den weißen Blutkörperchen gehören und an der Abwehr von Fremdstoffen beteiligt sind, konnte in Mauslinien durch Pycnogenol gesteigert werden. Um diese positive Wirkung auch beim Menschen verifizieren zu können, sind allerdings weitere Versuche nötig.

Der Rindenextrakt der französischen Strandkiefer dichtet Blutgefäße ab

Die kleinsten Blutgefäße des Kreislaufsystems, die Kapillaren, bilden ein feines Netzwerk in den Organen und Geweben des menschlichen Körpers. Ihre Wände sind porös, damit die im Blutkreislauf enthaltenen Stoffe in die Zellzwischenräume des umliegenden Gewebes abgegeben werden können. Werden die Kapillaren allerdings zu stark durchlässig, so können Ödeme die Folge sein, da vermehrt Flüssigkeit ins Gewebe austritt. Pycnogenol wirkt dieser erhöhten Durchlässigkeit gezielt entgegen. Dabei schneidet das Rindenextrakt sogar besser ab, als zwei Flavonoide (Pflanzenfarbstoffe), die in der Medizin als Venentherapeutika eingesetzt werden. Forscher halten es für wahrscheinlich, dass dies auf die starke Bindung der Procyanidine zu anderen Proteinen zurückzuführen ist. Möglicherweise kommt es dadurch zu einer starken Quervernetzung zwischen den Wirkstoffen und den Proteinen (Kollagen und Elastin) der Kapillarwände. Dies wiederum hat eine Verminderung der Durchlässigkeit zur Folge.

Gleichzeitig konnte in Laborversuchen gezeigt werden, dass Katechin, einer der Wirkstoffe des Rindenextrakts, das Kollagen der Blutgefäße vor dem Abbau durch bestimmte Enzyme schützt (Kuttan R. et al.: Collagen treated with (+)-catechin becomes resistant to the action of mammalian collagenase; Experientia; 1981; 37; S. 221). Gleiches wurde auch für den Abbau von Elastin nachgewiesen.

Pycnogenol wirkt zuverlässig gegen Ödembildung

Ödeme, bei denen sich vermehrt Flüssigkeit in den Geweben ansammelt, sind meist Folgeerscheinungen einer Erkrankung oder einer hormonellen Umstellung. Durch die Einnahme des Rindenextrakts nehmen die krankhaften Schwellungen in den Unterschenkeln nachweislich stark ab. Auch das Schweregefühl in den Beinen, die Schmerzen und nächtlichen Krämpfe lassen sich durch Pycnogenol gezielt reduzieren (siehe beispielsweise Gulati O.: pycnogenol in venous disorders. Eur. Bull. Drug Res.; 1999; S. 8–13).

Der Rindenextrakt schützt vor Entzündungen

Bei Entzündungsreaktionen entstehen immer vermehrt freie Radikale. Seit langer Zeit ist aber bekannt, dass Radikalfänger oft auch entzündungshemmend wirken. Da die Wirkstoffe des Pycnogenol an die Kapillarwände gebunden werden, gehen Forscher davon aus, dass sie freie Radikale besonders wirksam bekämpfen können. Dies konnten sie in Versuchen mit Mäusen und in Zellkulturen verifizieren. Unter anderem schützt der Extrakt vor starken UV-Schädigungen und lindert Hautentzündungen (Blazsó G. et al.: Antiinflammatory activities of procyanidins containing extracts from Pinus pinaster Ait. after oral and cutaneous application; Pharmazie; 1997; 52; S. 380–382).

Pycnogenol hat positive Wirkungen auf das Blutkreislaufsystem

Die Aggregation der Blutplättchen (Thrombozyten) ist wichtig, um im Falle von Verletzungen die Wunden schnell zu verschließen. Doch starker Stress und Rauchen können dazu führen, dass sich die Thrombozyten ohne Grund innerhalb der Adern aneinanderlagern. Im Extremfall führt dies zu einem Gefäßverschluss, da das nachfolgende Blut nicht mehr ungehindert fließen kann. Studien an Rauchern haben ergeben, dass durch die Gabe von Pycnogenol die Thrombozytenreaktivität erheblich reduziert wird. Da es allerdings wichtig ist, dass im Falle von Verletzungen trotz Einnahme des Rindenextrakts die Wunden schnell verschlossen werden, überprüften die Forscher auch die Blutungsdauer: Diese ist nach der Einnahme nur leicht verlängert. (Pütter M. et al.: Inhibition of Smoking-Induced Platelet Aggregation by Aspirin and Pycnogenol; Thrombosis Research 1999; 95; S. 155–161).

Die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin können eine Verengung der Blutgefäße herbeiführen. Diese Gefäßkontraktion wird durch Pycnogenol gehemmt, wodurch eine stabile Zirkulation des Blutes ermöglicht wird. Auch die Durchblutung der Kapillaren wird durch den Rindenextrakt verbessert. Eine Minderdurchblutung einzelener Gewebe (Ischämie) konnte bei Patienten durch die Gabe von Pycnogenol vermindert werden (Shiwen Wang et al.: The effect of Pycnogenol® on the microcirculation, platelet function and ischemic myocardium in patients with coronary artery diseases; Eur. Bull Drug Res; 1999; 7; S. 19–25).

Pycnogenol hemmt außerdem das Angiotensin-umwandelnde Enzym (ACE), das bei der Blutdruckregulation eine wichtige Rolle spielt. Allerdings ist diese positive Wirkung minimal, so dass der Rindenextrakt nicht als Medikament zur Blutdrucksenkung in Frage kommt.

Die Wirkung des Strandkieferextrakts im zentralen Nervensystem

Charakteristisch für die Alzheimer Krankheit ist das Amyloid-ß-Protein, das sich in Form von Plaques im Nervensystem ansammelt. Es kommt hierdurch im Laufe der Zeit zu Schädigungen der Zellmembranen. Diese Schäden entstehen, da das Amyloid-ß-Protein innerhalb der Zellen vermehrt Wasserstoffperoxid bildet und gleichzeitig die Lipide der Zellmembran oxidiert. Forscher konnten in Zellkulturen nachweisen, dass Pycnogenol die Zellen vor der Schädigung durch das Amyloid-ß-Protein schützt (Behl C. et al.: Hydrogen peroxide mediates amyloid ß-protein toxicity; Cell; 1994; 77; S. 817–827).

Glutamat ist ein wichtiger Neurotransmitter, der Informationen von einer Nervenzelle an die nächste weitergibt. Allerdings kann Glutamat in hoher Dosis die Zellen zerstören, da in diesen Fällen ebenfalls freie Radikale entstehen. Pycnogenol kann in Laborversuchen die Zellschädigung durch Glutamat ebenfalls hemmen (Schubert D. et al.: Growth factors and vitamin E modify neuronal glutamate toxicity; Proc Natl Acad Sci USA; 1992; 89; S. 8264–8268).

Da die Procyanidine und Polyphenolsäuren des Extrakts die Zellmembranen passieren können, gehen die Forscher davon aus, dass der Extrakt nicht nur in isolierten Nervenzellkulturen unter Laborbedingungen, sondern auch im lebenden Organismus wirkt.

Pycnogenol zeigt in Tierversuchen keinerlei Nebenwirkungen

Der Extrakt wurde außerdem auf verschiedene Nebenwirkungen getestet. So kann ausgeschlossen werden, dass er das Erbgut schädigt oder Haut und Augen reizt. An Mäusen wurde die Giftigkeit von Pycnogenol getestet, die als sehr gering einzustufen ist. So wirkt der Extrakt beispielsweise bei oraler Gabe erst bei 2.29 g/kg Körpergewicht toxisch.

Pycnogenol löste in den Tierversuchen keinerlei Allergien aus und zeigte auch bei lang andauernder Einnahme keine Veränderung des Verhaltens, der Blutwerte oder des Gewichts der Tiere. Ebenso hat der Extrakt keinen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit und es kam auch nicht zu Missbildungen unter den Nachkommen. Wird der Extrakt auf nüchternen Magen eingenommen, kann es allerdings zu leichten Magenproblemen und Darmproblemen kommen.

Durch die Untersuchung des Urins mehrerer Testpersonen konnte eindeutig nachgewiesen werden, dass Wirkstoffe des Extraktes über den Magendarmtrakt in den menschlichen Organismus aufgenommen werden und dort an biochemischen Reaktionen beteiligt sind (Große Düweler K. & Rohdewald P.: Urinary metabolites of french maritime pine bark extract in humans. Pharmazie). Die Reduktion der Ödembildung und die Erhöhung der Thrombozytenaktivität nach Pycnogenol-Gabe lassen dies natürlich ebenfalls vermuten.