Magnesium-Öl selbst herstellen: einfach und kostengünstig

Selbst hergestelltes Magnesiumöl aus Magnesiumchlorid in Glasflaschen, Anwendung als Spray auf der Haut.

Magnesium ist eines dieser stillen Elemente, die im Körper täglich Schwerstarbeit leisten – und trotzdem chronisch unterschätzt werden. Über 300 Enzymsysteme hängen davon ab, Muskeln, Nerven, Herz, Gefäße. Und doch zeigt die Praxis seit Jahren ein konstantes Bild: Viele Menschen nehmen Magnesium ein und bleiben trotzdem im Defizit. Zu wenig, falsch kombiniert, schlecht aufgenommen. Oder schlicht am Darm gescheitert.

Genau hier beginnt das Interesse an einer Alternative, die weder neu noch exotisch ist, aber erstaunlich wirksam sein kann: Magnesium über die Haut. Kein Pulver, das den Magen reizt. Keine Tabletten, die durch den Darm müssen. Sondern eine einfache wässrige Lösung aus Magnesiumchlorid – landläufig „Magnesium-Öl“ genannt. Selbst hergestellt, kostengünstig, flexibel dosierbar und aus meiner Sicht ein ernst zu nehmender Baustein der orthomolekularen Praxis.

Im folgenden Beitrag zeige ich, wie sich Magnesium-Öl in wenigen Minuten selbst herstellen lässt, warum die transdermale Aufnahme physiologisch plausibel ist, wo ihre Grenzen liegen – und wie sich diese Form sinnvoll mit oraler Supplementierung, Hautanwendung und klassischen naturheilkundlichen Ansätzen kombinieren lässt. Ohne Marketingversprechen, aber mit klarem Blick auf Biologie, Praxis und Erfahrung.

Herstellung von Magnesium Öl

Die Bezeichnung “Magnesium-Öl“ ist eigentlich irreführend, denn es handelt sich hier nicht um ein Öl, sondern um eine wässrige Lösung mit Magnesiumchlorid (MgCl2). Allerdings hat die Lösung eine ölige Konsistenz, die die Anwendung als Hautpflegemittel erleichtert und geradezu optimal erscheinen lässt. Natürlich können Sie Magnesium-Öl auch oral zur Magnesium-Supplementation nutzen.

Das Salz Magnesiumchlorid können Sie in pharmazeutischer Qualität als Magnesiumchlorid-Hexahydrat in der Apotheke, Drogerie oder im Online-Handel erwerben. “Hexahydrat“ bedeutet hier nur, dass das Mineral Wasser eingelagert hat, und zwar 6 Teile auf 1 Teil MgCl2 (MgCl2 · 6 H2O).

1 kg kostet zwischen 8,00 und 12,00 Euro. Damit können Sie über 3 l Magnesium-Öl herstellen. Wenn Sie täglich rund 550 mg Magnesium aufnehmen möchten (das entspricht in etwa der empfohlenen Tagesdosis), dann müssen Sie am Tag 15 ml Magnesium-Öl auftragen. Dann reicht Ihr 1-kg-Eimer Magnesiumchlorid-Hexahydrat mehr als 7 Monate. Sie sehen also, dass die Angelegenheit nicht mit hohen Kosten verbunden ist.

310 Gramm auf einen Liter

Auch die Herstellung von Magnesium-Öl zu Hause ist unkompliziert. 310 g Magnesiumchlorid-Hexahydrat werden in 1 l Wasser gelöst. Für kleinere Mengen wiegen Sie 31 g des Salzes ab und füllen mit Wasser auf 100 ml auf. Beim Umrühren löst sich das Mineral vollständig.

Abgefüllt in eine Sprühflasche oder ein Tropfenfläschchen lässt sich das Magnesium-Öl gezielt anwenden – auch unterwegs – und eignet sich zur transdermalen Unterstützung des Magnesium-Haushalts.

Praktische Tipps zur Anwendung von Magnesium-Öl

Langsam beginnen

Gerade bei empfindlicher Haut kann Magnesium-Öl anfangs ein leichtes Brennen oder Kribbeln verursachen. Das ist keine Allergie, sondern eine Reaktion auf die hohe Salzkonzentration. Wer unsicher ist, startet mit einer verdünnten Lösung (z. B. 1 : 1 mit Wasser) und steigert schrittweise.

Die richtigen Hautstellen wählen

Bewährt haben sich gut durchblutete Areale wie Waden, Oberschenkel, Schultern oder der Rücken. Gesicht, Achseln und frisch rasierte Haut sind weniger geeignet.

Einwirkzeit beachten

Nach dem Auftragen sollte das Magnesium-Öl mindestens 15–20 Minuten auf der Haut bleiben. Wer möchte, kann überschüssige Reste anschließend mit Wasser abspülen – das beeinträchtigt die Wirkung nicht.

Abends besonders sinnvoll

Viele Anwender berichten über eine entspannende Wirkung am Abend: ruhigere Muskeln, weniger nächtliche Krämpfe, besserer Schlaf. Das passt gut zur physiologischen Rolle von Magnesium im Nervensystem.

Nicht als Ersatz verstehen

Magnesium-Öl ist eine Ergänzung, kein Ersatz für eine magnesiumreiche Ernährung oder – bei Bedarf – eine gezielte orale Supplementierung. In der Praxis hat sich die Kombination bewährt.

Haltbarkeit und Lagerung

Das selbst hergestellte Magnesium-Öl ist bei sauberer Herstellung mehrere Monate haltbar. Kühl, dunkel und gut verschlossen gelagert bleibt die Lösung stabil.

Magnesium-Öl mit DMSO – sinnvoll oder riskant?

DMSO (Dimethylsulfoxid) ist kein harmloser Zusatzstoff, sondern ein sehr potenter Penetrationsverstärker. Seine besondere Eigenschaft: Es schleust gelöste Substanzen nahezu ungefiltert durch die Haut – und zwar alles, was gerade verfügbar ist. Gewollt und ungewollt.

Genau darin liegt das Problem. Ja, rein theoretisch kann DMSO die transdermale Aufnahme von Magnesium deutlich steigern. Diese Eigenschaft wird in der Forschung und in der Arzneimittelentwicklung gezielt genutzt. Aber: Was im Labor oder unter ärztlicher Kontrolle funktioniert, ist keine Empfehlung für den Hausgebrauch.

Die Risiken werden häufig unterschätzt:

  • DMSO transportiert nicht nur Magnesium, sondern auch
    Rückstände von Kosmetika, Seifen, Metallen, Weichmachern, Umweltgiften
  • Die Dosierung ist schwer kontrollierbar
  • Hautreaktionen, Reizungen und systemische Effekte sind möglich
  • Verunreinigungen im DMSO oder in der Lösung werden direkt in den Blutkreislauf geschleust

In der Praxis sehe ich immer wieder, dass DMSO als eine Art „Turbo“ verstanden wird. Das ist gefährlich gedacht. Mehr Aufnahme ist nicht automatisch besser, vor allem nicht unkontrolliert.

Meine klare Einordnung aus naturheilkundlicher Sicht:

  • Für die Selbstanwendung ist Magnesium-Öl ohne DMSO die deutlich vernünftigere, sicherere und ausreichend wirksame Variante
  • Wer Magnesium transdermal nutzt, braucht Geduld, Regelmäßigkeit und saubere Anwendung – keinen chemischen Vorschlaghammer
  • DMSO gehört in erfahrene Hände und in klar definierte therapeutische Konzepte

Magnesium-Aufnahme über die Haut?

Das Thema mit dem Magnesiumöl, bzw. dessen Aufnahme über die Haut wird ja auch bezweifelt. Im Yamedo Forum gibt es dazu eine Diskussion:

Im Grundsatzbeitrag zum Magnesium hier auf der Vitalstoffmedizin gehe ich ebenfalls genauer auf dieses Thema ein: Magnesium wird besonders gut über die Haut aufgenommen, ebenso im Beitrag „Magnesiumpräparate – Welches Magnesium ist das Beste?„. Im Beitrag beschreibe ich exakt die transdermalen Eintrittspforten.

Ich will an dieser Stelle dennoch noch einige Worte dazu sagen…

Die Skepsis ist verständlich. Jahrzehntelang wurde Nährstoffaufnahme fast ausschließlich über den Darm gedacht. Alles andere galt als bestenfalls esoterisch, schlimmstenfalls wirkungslos. Diese Sichtweise ist heute nicht mehr haltbar.

Die Haut ist kein totes Verpackungsmaterial. Sie ist ein hochaktives Organ mit Durchblutung, Immunfunktion, Transportmechanismen und – entscheidend – zahlreichen Eintrittspforten. Schweißdrüsen, Haarfollikel und interzelluläre Räume bilden genau jene Strukturen, über die wasserlösliche Ionen prinzipiell aufgenommen werden können.

Magnesiumchlorid liegt in wässriger Lösung dissoziiert vor – also als frei verfügbares Magnesium-Ion. Genau diese Form ist entscheidend. Es geht nicht um „Öl“, sondern um gelöste Ionen, die in hoher Konzentration direkt an der Hautoberfläche angeboten werden. Der Konzentrationsgradient ist dabei der treibende Faktor.

In der Praxis zeigt sich: viele Menschen, die oral Magnesium schlecht vertragen oder trotz hoher Dosierungen keine stabile Versorgung erreichen, berichten unter transdermaler Anwendung über weniger Muskelkrämpfe, bessere Entspannung, ruhigeren Schlaf. Das ist kein Beweis im streng akademischen Sinne – aber es ist auch kein Zufall, wenn sich dieses Muster über Jahre hinweg wiederholt.

Studienlage? Durchwachsen. Es gibt kleinere Untersuchungen, die einen Anstieg von Magnesium im Serum oder im Urin nach transdermaler Anwendung zeigen. Andere Studien finden keinen klaren Effekt – oft mit methodischen Schwächen, kurzer Anwendungsdauer oder ungeeigneten Messparametern. Wer ausschließlich auf Serumwerte schaut, übersieht zudem ein zentrales Problem: Nur etwa ein Prozent des Magnesiums befindet sich im Blut. Der Rest steckt in Zellen, Knochen, Muskeln.

Aus naturheilkundlicher Sicht erscheint mir daher eine nüchterne Schlussfolgerung sinnvoll: Magnesiumöl ist kein Ersatz für eine solide Grundversorgung über Ernährung und gegebenenfalls orale Supplemente. Aber es kann ein wirksamer Zusatz sein – insbesondere bei erhöhtem Bedarf, bei Sport, Stress, Muskelverspannungen oder Darmproblemen.

Entscheidend ist die Anwendung: regelmäßig, ausreichend konzentriert, auf gut durchbluteten Hautarealen. Und realistisch dosiert. Wer einmal täglich ein paar Tropfen erwartet und Wunder hofft, wird enttäuscht. Wer Magnesiumöl als Werkzeug versteht – nicht als Heilsversprechen – nutzt sein Potenzial.

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Dieser Beitrag wurde im November 2021 erstellt und letztmalig am 28.12.2025 ergänzt.