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Silizium

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Silizium heißt das chemische Element mit dem Symbol „Si“ und der Ordnungszahl 14, das in der Fachsprache „Silicium“ geschrieben wird.

Chemisch gesehen handelt es sich bei Silizium um ein klassisches Halbmetall. Es weist die Eigenschaften von Metallen und Nichtmetallen auf. Industriell kommt die Substanz zum Einsatz als Hauptkomponente bei den meisten Geräten mit Semikonduktoren, hauptsächlich den integrierten Schaltungen oder Mikrochips.

Als Silikate oder Siliziumdioxid ist es Bestandteil von Gläsern, Zement und Keramik. Aber nicht nur die Industrie profitiert von diesem Element. Auch der Mensch benötigt Silizium für sein Wohlbefinden. Im Gegensatz zu Selen ist Silizium für den menschlichen Organismus ungiftig.

Silizium ist das acht häufigste Element nach Masse im Universum. Es kommt auf der Erde aber nur selten in reiner, elementarer Form vor. Es ist weit verbreitet in Staub, Sand, Planetoiden und Planeten in verschiedenen Formen von Siliziumdioxid oder Silikaten.

In der Erdkruste ist Silizium das zweit häufigste Element nach Sauerstoff mit etwa 28 Prozent der Erdkruste nach Masse. Quarz und Halbedelsteine bestehen aus Siliziumdioxid. Amethyst, Rauchquarz, Opal, Jaspis, Achat sind einige Beispiele dafür.

Silizium reagiert aber auch mit Metallen und bildet mit diesen Silikate (= Salze der Kieselsäure – Si(OH)4). Die Zahl der silikathaltigen Gesteine ist beträchtlich. Beispiele hierfür sind Asbest, Ton, Schiefer, Glimmer, Sandstein, Feldspat etc. Aber nicht nur an Land ist die Substanz gut vertreten. Als Kieselsäure ist Silizium auch in den Weltmeeren in großen Mengen gelöst.

Silizium und Biologie

Obwohl Silizium in großen Mengen in Form von Silikaten zur Verfügung steht, wird es von lebenden Formen nicht allzu häufig in Anspruch genommen. Diese Ausnahmen erzeugen dann siliziumdioxidhaltige Strukturen, wie z.B. Kieselalgen, Schwämme und Radiolarien. Sie bauen sich durch Kondensation, die über bestimmte Enzyme gesteuert wird, eine Exoskelett aus Siliziumdioxid. Auch höhere Pflanzen sind teilweise in der Lage, Silizium in ihre Strukturen einzubauen. So enthalten der Schachtelhalm und die Bambuspflanze in Blättern und Stängeln Siliziumdioxid, die der Gesamtstruktur eine höhere Stabilität beschert.

Obwohl Silizium als ein Mikrospurenelement bezeichnet wurde, weiß man heute noch nicht sehr viel über die Funktion der Substanz für den Organismus. Bei einigen Pflanzen dagegen konnte nachgewiesen werden, dass Silizium für das Wachstum notwendig ist, wie z.B. bei Reis.

Physiologie

Im menschlichen Organismus sind ca. 20 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht Silizium anzufinden. Dabei scheint der Wert mit zunehmenden Alter abzunehmen. Die genaue Funktion des Siliziums für den Organismus ist nicht bekannt, aber man vermutet, dass die Knochenbildung und -reifung das Silizium benötigt.

Im Tierversuch jedenfalls führte eine Verfütterung von Silikaten zu einer deutlich vermehrten Bildung von Kollagen im Knorpel und in der Haut. Eine empfohlene Tagesdosis liegt nicht vor. Aber auch aus Tierversuchen wieder werden solche Dosisempfehlungen abgeleitet. Sie liegen bei 30 Milligramm pro Tag. Auf der anderen Seite gibt es bislang keine Beobachtungen, wo es zu einem Mangelzustand beim Menschen kam. Von daher sind solche von Tierexperimenten abgeleiteten Empfehlungen mit Vorsicht zu genießen.

Natürlich gibt es auch hier Nahrungsergänzungsmittel, die einem solchen noch nie beobachteten Mangelzustand vorbeugen helfen wollen. Sie werden als Kieselerde oder Silicea terra angeboten. Versprechen der Hersteller ist die Stärkung und Gesunderhaltung von Nägeln, Knochen, Haut und Bindegewebe.

Obwohl die wissenschaftliche Wirksamkeit angeblich nicht erwiesen sein soll, ist sich die Wissenschaft doch irgendwie einig, dass Silizium für die Konsistenz von Knochen und Knorpel und anderer Gewebe von entscheidender Bedeutung sein muss.

Quellen für Silizium:

Die Angaben sind als Milligramm pro 100 Gramm (mg/100 g) ausgedrückt:

 Äpfel 1.0  Gerste 230.0  Hirse 500.0
 Aprikosen 1.0  Trauben 4.0  Hafer 600.0
 Spargel 18.0  Grünkohl 2.0  Kartoffeln 200.0
 Bohnen 2.0  Meerrettich 13.0  Weizen (ganze Körner) 160.0
 Kümmel 5.0  Salat 6.0  Rote Rüben 21.0
 Mohrrüben 5.0  Apfelsinen 1.0  Roggen 17.0
 Blumenkohl 9.0  Petersilie 13.0  Topinambur 36.0
 Sellerie 4.0  Birnen 2.0  Sonnenblumen 15.0
 Pfifferlinge 9.0  Erbsen 2.0  Erdbeeren 6.0
 Kirschen 1.0  Pflaumen 3.0  Rote Johannisbeeren  3.0
 Mais 19.0  Kürbis 7.0  Roter Pfeffer 2.0
 Stachelbeeren 3.0  Raps 16.0  Spinat 4.0

 
Ausgehend von der Empfehlung, pro Tag ca. 30 Milligramm Silizium einzunehmen, bräuchte man, laut Tabelle, nur 15 Gramm Kartoffeln zu essen, um den Tagesbedarf abzudecken.

Da Obst und Gemüse das Ernährungsprogramm in der Regel abrunden, dürfte es kaum schwer fallen, die empfohlene Tagesdosis an Silizium durch eine ganz normale Ernährung zu gewährleisten. Als Daumenregel kann man festhalten, dass mit steigendem Ballaststoffgehalt auch der Siliziumgehalt des Nahrungsmittels steigt.

Silikose – zu viel Silizium oder Krankheit?

Ein „Zuviel“ an Silizium ist bislang ebenfalls noch nicht beobachtet worden. Bei der Silikose allerdings gibt es ein „Zuviel“. Dieses konzentriert sich aber auf die Lunge. Durch die Inhalation von mineralischem und quarzhaltigem Staub kommt es zu Silizium-Ablagerungen in der Lunge. Hier tritt die Substanz dann als eine Art Fremdkörper auf, die zu einer physiologischen Reaktion führt.

Es kommt zur Ausbildung von Granulomen (knötchenartiges Bindegewebe), die die betroffenen Stellen in der Lunge vernarben lassen. Damit werden diese Bereiche der Lunge funktionsuntüchtig. Es kommt langfristig zur Staublunge mit Luftnot, Husten, Verschleimung etc. Folgeerkrankung ist die chronische Bronchitis. Nicht selten ist die Silikose so gravierend, dass es zum Versagen der Atemfunktion der Lunge kommt und die Betroffenen ersticken.

Silikose ist die typische Berufskrankheit der Bergleute. Aber auch Beschäftigte in Edelsteinschleifereien sind davon stark betroffen. Weniger bekannt ist, dass Teile der Textilindustrie ebenso davon betroffen sind. In der türkischen Textilindustrie z.B. wurden bei der Jeansproduktion Hosen mit Sandstrahlgeräten ausgebleicht. Die dabei entstehenden Stäube führen zur Silikose der Arbeiter.

Seit 2009 ist jedoch diese Form der Bleichung in der Türkei verboten, da es zu einem sprunghaften Anstieg der Silikosen gekommen ist. Dafür sind jetzt schon andere Länder, wie Pakistan, China, Bangladesh, Ägypten usw. auserkoren worden, die Produktion mit diesen Methoden und die damit auftretenden Silikosen zu übernehmen.

Quellen: