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Valin

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Anwendung - Wirkung und Nutzen

Valin (Val oder V) hat die Summenformel C5H11NO2 und gehört zu den verzweigtkettigen Aminosäuren, die daher auch als BCAAs (Branched Chain Amino Acides) zusammengefasst werden. Diese können vom menschlichen Organismus nicht selber hergestellt werden und müssen über die Nahrung aufgenommen werden.

Zwar ist Valin nur in geringen Mengen – etwa zu fünf bis acht Prozent - dafür aber in fast jedem Protein vorhanden.

In der Muskulatur ist der Valin-Anteil besonders hoch.

Vor allem Hülsenfrüchte, Getreide, Geflügel und Rindfleisch sind Lebensmittel mit sehr hohem Valin-Gehalt, gleiches gilt für Lachs, Eier und Walnüsse.

Eine Mangelernährung der lebenswichtigen Aminosäure führt nicht nur zu Wachstumsstörungen, sie kann auch eine Überempfindlichkeit auf Berührungsreize und schmerzhafte Krämpfe auslösen. Die Muskulatur kann verstärkt abgebaut werden, ebenso ist eine gestörte Bewegung die mögliche Folge, wenn zu wenig Valin über die Nahrung aufgenommen wird.

Valin hat – ebenso wie die beiden anderen verzweigtkettigen Aminosäuren Leucin und Isoleucin – eine wichtige Funktion beim Proteinaufbau: Indem Valin die Insulinausschüttung anregt, sorgt es nicht nur für eine Regulation des Blutzuckers, sondern zusätzlich für eine schnelle Aufnahme aller Aminosäuren in die Muskulatur und die Leber.
 (Floyd J.C. et al: Stimulation of insulin secretion by amino acids; J Clin Invest; 1966; S. 1487-1502).

Studien haben allerdings gezeigt, dass die isolierte Einnahme der verzweigtkettigen Aminosäuren den Muskelaufbau stören kann. Wissenschaftler raten daher dazu, die BCAAs immer auch mit anderen Aminosäuren zu kombinieren, so wie es in proteinreichen Lebensmitteln der Fall ist.

In Hungerphasen und bei lang anhaltender körperlicher Anstrengung dient Valin als Energiequelle. Denn wenn sowohl die Kohlenhydratreserven als auch die Fettspeicher aufgebraucht sind, kann aus der Aminosäure die energiereiche Glukose gebildet werden.
 (Groff J.L. et al.: Advanced nutrition and human metabolism; West Publishing, 1990).

Vor allem Ausdauer- und Kraftsportler haben daher einen erhöhten Bedarf an den verzweigtkettigen Aminosäuren. Da kurz nach einer proteinreichen Mahlzeit die BCAAs als erste Aminosäuren ins Blutplasma und in die Muskeln aufgenommen werden, kann der Körper diese bei einer anschließenden sportlichen Betätigung direkt verwerten.

Erst wenn nicht mehr genügend freies Valin vorhanden ist, kommt es zum Proteinabbau des Muskelgewebes. Auch während körperlicher Stresssituationen – etwa nach Operationen oder Verletzungen – beugt Valin einem erhöhten Proteinabbau vor. Dies wiederum hat den positiven Effekt, dass Wunden schneller abheilen und auch der Körper durch die Wirkung der BCAAs in dieser kritischen Phase widerstandsfähig gegenüber Infektionen bleibt.

Unterschiedliche Studien haben gezeigt, dass Valin die Ausschüttung des Wachstumshormons Somatotropin (STH) fördert. Dieses wiederum ist nicht nur für das Längenwachstum während der Pubertät wichtig, es begünstigt zusätzlich die Aminosäureverwertung in Muskeln, Leber und Knochen. Gleichzeitig regt Somatotropin den Fettabbau an.

Im Zentralnervensystem wirkt Valin außerdem als wichtige Vorstufe der Botenstoffe, die Informationen und Reize von einer Nervenzelle auf die andere übertragen. So ist Valin beispielsweise Ausgangsstoff für die Synthese von Glutamat, dem wichtigsten erregenden Botenstoff in Gehirn und Rückenmark.
 (Hebb C.: CNS at the cellular level: identity of transmitter agents; Annu Rev Physiol. 1970; 165-192).