Aminosäure Alanin: Wirkung und Anwendung
Die Aminosäure Alanin (Ala oder A) mit der Summenformel C3H7NO2 kann vom Körper aus anderen Aminosäuren, aber auch aus Pyruvat selber hergestellt werden.
Ebenso wie der Organismus Alanin aber aus diesem Endprodukt des Glukose-Abbaus bilden kann, ist eine Umwandlung
in die andere Richtung möglich: Bei Energiebedarf oder Glukosemangel wird über mehrere Zwischenstufen aus der
Aminosäure Zucker synthetisieren. Zwar enthalten fast alle Proteine Alanin, besonders
gehäuft kommt sie aber in Gelatine vor. Daneben sind unter anderem Fleisch, Soja und Molkeprodukte reich an der
nicht essentiellen Aminosäure.

Zu einer Alanin-Mangelernährung kommt es nur, wenn über einen langen Zeitraum allgemein keine oder nur sehr
wenige Proteine aufgenommen werden. Welche Auswirkungen ein Alanin-Mangel auf den Organismus hat, ist daher kaum
untersucht. Allerdings kann eine Unterzuckerung durch zu geringe Alanin-Mengen ausgelöst werden.
(vgl. hierzu: Porcellati F. et al: Effect of the amino acid alanine on glucagon
secretion in non-diabetic and type 1 diabetic subjects during hyperinsulinaemic euglycaemia, hypoglycaemia and
post-hypoglycaemic hyperglycaemia; Diabetologia; 2007; 50; S. 422-430)
Alanin spielt – wie oben beschrieben – vor allem bei der raschen Energielieferung eine entscheidende Rolle. Wenn
im Körper nicht mehr genügend Glukosereserven vorhanden sind, wird Alanin in das Kohlenhydrat umgewandelt.
Gleichzeitig erhöht Alanin der Blutzuckerspiegel, indem es die Ausscheidung von Glucagon anregt. Dieses Hormon wiederum –
als direkter Gegenspieler des Insulins – fördert zusätzlich die Glukoseherstellung aus Aminosäuren (Glukoneogenese). Auf diese Weise wird der Blutzuckerspiegel reguliert und der
Körper hält genügend Energiereserven bereit.
(vgl. hierzu: Müller W. A. et al: The effect of alanine on glucagon secretion; J
Clin Invest. 1971; 50; S. 2215-2218)
Untersuchungen haben gezeigt, dass Alanin, das in hohen Konzentrationen in der Prostataflüssigkeit vorkommt, die
Vorsteherdrüse möglicherweise vor einer krankhaften Vergrößerung schützen kann. Denn Patienten mit einer
Prostatahyperplasie – und dem damit verbundenen häufigen und schmerzhaften Wasserlassen – konnten durch die
Aufnahme von Alanin und zwei weitere Aminosäuren (Glutaminsäure und
Glycin) ihre Symptome lindern. Zwar ist die genaue Wirkungsweise noch nicht erforscht,
möglicherweise führt Alanin aber zu einer Abschwellung des Drüsengewebes.
(vgl. hierzu: Shiga H. et al: Amino acid therapy for hypertrophy of the prostate;
Hinyokika Kiyo 1968; S. 625-632).
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