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Mangan

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Beim Mangan handelt es sich um ein chemisches Element, das die Abkürzung „Mn“ trägt und die Ordnungszahl 25 hat.

Es ist ein hartes, sprödes, silberfarbenes Übergangsmetall. Eine Reihe seiner Eigenschaften ähneln denen von Eisen. In der Industrie wird es in der Stahlindustrie benutzt, um Stahllegierungen zu produzieren. Mangan-Oxid wird als Kathode in Alkali-Mangan-Batterien eingesetzt.


Mangan spielt darüber hinaus in anderen industriellen Bereichen eine bedeutsame Rolle. Aber das Element besitzt darüber hinaus eine wichtige biologische Bedeutung, da es ein Bestandteil einer Reihe von Enzymen ist.

Biologische Rolle

Mangan ist ein essentielles Spurenelement für alle Formen des Lebens. Die Enzyme, deren Funktionieren unter anderem auf Mangan angewiesen ist, umfasst ein breites Spektrum.

Sie alle aufzuzählen würde den Rahmen hier sprengen. Von daher sei auf die Enzymklassen kurz hingewiesen. Dies sind:

  • Oxidoreduktasen,
  • Transferasen,
  • Hydrolasen,
  • Lyasen,
  • Isomerasen,
  • Ligasen,
  • Lektine,
  • Integrine
  • etc.

Die reversen Transkriptasen vieler Retroviren enthalten ebenfalls Mangan. Die bekanntesten Mangan-haltigen Polypeptide (Eiweiße) sind Arginase, das Diphtherietoxin und die Mangan-haltige Superoxid-Dismutase (Mn-SOD).

Die Mn-SOD ist eine Form der Superoxid-Dismutase, die in eukaryontischen Mitochondrien und Peroxisomen vorkommt. Sie ist weiterhin verbreitet in den meisten Bakterien. Diese Tatsache deutet auf die Wahrscheinlichkeit hin, dass Mitochondrien ursprünglich Bakterien waren, die vom Organismus funktionalisiert wurden. Die Mn-SOD ist möglicherweise entwicklungsgeschichtlich eines der ältesten Enzyme, denn praktisch alle sauerstoffabhängigen Lebewesen heute benutzen sie, um die toxischen Effekte von Superoxiden zu eliminieren.
Hierbei verwandelt die Mn-SOD Superoxid zu Sauerstoff und Wasserstoffperoxid durch eine Redoxreaktion mit zwei- und dreiwertigen Mangan-Ionen.



Wie wichtig dieses Mangan-haltige Enzym ist, belegen eine Reihe von experimentellen Untersuchungen. So gedeiht Hefe, dem mitochondriales SOD fehlt, nur sehr bescheiden, während sie unter anaeroben Bedingungen deutlich besser gedeiht. Grund dafür ist das Fehlen von Superoxiden unter den anaeroben Bedingungen.

Mäuse, die kein Mn-SOD aufweisen, sterben 21 Tage nach der Geburt aufgrund von Neurodegeneration, Kardiomyopathien (Herzmuskelerkrankungen) und Milchsäureazidose. Ein Fehlen von zytosolischer SOD (Zytosol = Flüssigkeit im Zellinneren), eine Mangan-unabhängige SOD, bewirkt bei diesen Mäusen eine Reihe von Erkrankungen, eine reduzierte Lebenserwartung, Leberkrebs, Muskelatrophien, Katarakte, Rückbildung des Thymus, hämolytische Anämie und eine rasche altersabhängige Abnahme der weiblichen Fruchtbarkeit.

Ein paar Bakterien, wie Lactobacillus plantarum, benutzen zu ihrem Schutz gegen Superoxide einen enzymunabhängigen Mechanismus, der aber nichtsdestotrotz auf Mangan-Ionen (Mn2+) aufgebaut ist. Ein Komplex mit Polyphosphaten ist hier direkt in der Lage, Superoxide zu neutralisieren. Entwicklungsbiologen vermuten hier eine Art Vorläufermechanismus zur heutigen Mn-SOD.

Bedarf und Vorkommen

Der menschliche Organismus enthält etwa 10 bis 40 Milligramm Mangan. Selbiges wird hauptsächlich in der Leber, Bauchspeicheldrüse, Knochen und den Nieren gespeichert. Im menschlichen Gehirn kommt Mangan als Verbindung mit Metalloproteinen, meist mit Glutamat-Ammonium-Ligase, in den Astrozyten vor.

Der tägliche Bedarf liegt bei 1 Milligramm. Die durchschnittliche Zufuhr an Mangan in Deutschland liegt mit 2,5 Milligramm mehr als doppelt so hoch wie notwendig. Von daher gibt es praktisch keine Manganmangelerscheinungen. Wie eine Mangelerscheinung aussehen kann, wurde bei Tieren experimentell durch eine Verabreichung von manganarmer Kost beobachtet.

Es traten Skelettveränderungen auf, neurologische Störungen, Beeinträchtigungen im Kohlenhydrat-Stoffwechsel und Fruchtbarkeits- und Wachstumsstörungen. Nahrungsmittel, die besonders reich an Mangan sind, sind:

  • Weizenkeime,
  • schwarzer Tee,
  • Haferflocken,
  • Heidelbeeren,
  • Haselnüsse,
  • Leinsamen,
  • Sojabohnen,
  • Roggenvollkornbrot etc.

Vorsicht Mangan

Mangan-Verbindungen sind weniger toxisch als vergleichbare Verbindung mit anderen Metallen und Kupfer. Jedoch sollte man sich nicht zu intensiv Manganstaub und -dämpfen aussetzen. Schon Werte von 5 Milligramm pro Kubikmeter für einen kurzen Zeitraum wirken toxisch. Eine Manganvergiftung äußert sich in einer reduzierten Koordination der Bewegung und kognitiven Störungen.

Permanganate sind Salze des Mangans mit einem einfach geladenen MnO4-. Sie sind deutlich giftiger als Mangan(II)-Verbindungen. Die tödliche Dosis liegt bei 10 Gramm. Der bei der Vergiftung auftretende starke oxidative Effekt sorgt für einen Nekrose von Schleimhäuten. So ist z.B. die Speiseröhre betroffen falls das Permanganat geschluckt wird. Innerhalb des Gastrointestinaltrakts wird nur ein begrenzter Prozentsatz resorbiert. Jedoch genügt dieser geringe Teil schon, um Nieren und Leber nachhaltig zu schädigen.

Eine spezifische Form der neurodegenerativen Erkrankung, die dem Parkinson-Syndrom ähnelt, wurde gehäuft bei Arbeitern beobachtet, die im frühen 19. Jahrhundert in Manganminen und -schmelzen arbeiteten. Eine Studie aus dem Jahr 2010 konnte zeigen, dass höhere Konzentrationen von Mangan im Trinkwasser zu einer reduzierten intellektuellen Entwicklung und niedrigeren IQ-Werten bei Schulkindern führt.

Quellen: