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Risikofaktor Cholesterin? Warum der Cholesterinspiegel völlig überbewertet wird...

Der Herzinfarkt gehört zu den häufigsten Todesursachen in den westlichen Industrieländern. Als einer der auslösenden Faktoren wurde lange das Cholesterin angesehen. Wissenschaftliche Daten aus diversen Langzeitstudien sehen dagegen keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen Cholesterin und dem Herzinfarkt.

Auf den ersten Blick scheint der Zusammenhang klar zu sein: das Infarktrisiko steigt mit dem Alter, genauso wie der Cholesterinwert, also ist dieser auch dafür verantwortlich.

Cholesterin ist ein zu den Nahrungsfetten zählender Stoff, der zum einen durch die Nahrung aufgenommen wird und zum anderen durch Eigensynthese im Körper hergestellt wird. Die körpereigene Herstellung findet in der Leber, der Nebennierenrinde und in den Geschlechtsorganen statt und steigt im Laufe des Lebens kontinuierlich an. Zudem ist der Fettanteil der gesamten Nahrungsenergie auf 40-45 % angestiegen, und damit auch die Cholesterinzufuhr.

Rein statistisch gesehen steigt das Herzinfarktrisiko zwar mit dem Cholesterinwert an, bei den meisten Infarkten finden sich aber völlig unauffällige Cholesterinwerte im Blut (vgl.: Worm, N. (1998). Diätlos glücklich. Abnehmen macht dick und krank. Genießen ist gesund. Bern: Hallwag). Desweiteren zeigte sich nur in 3 von 16 Langzeitstudien ein statistischer Zusammenhang.

Ebenfalls ist ungeklärt, ob das Nahrungscholesterin überhaupt einen Einfluß auf den Blutwert hat, denn die Eigensynthese orientiert sich an der Zufuhr. Wird viel zugeführt, wird entsprechend weniger produziert und umgekehrt.

Einzig gesichert scheint zu sein, dass der Körper Cholesterin braucht. Cholesterin ist ein wichtiger Bestandteil der Zellmembranen, bildet die Vorstufe von Gallensäuren und Steroidhormonen und ist notwendig für die Synthese von Vitamin D.

Um einen wirklichen Risikofaktor zu bestimmen, sollten Sie sich um andere Fettwert kümmern, wie zum Beispiel das Oxycholesterin, oxidiertes Cholesterin und Transfettsäuren. Sinnvol ist es auch den Homocystein-Spiegel zu bestimmen.


 

 

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