Sekundäre Pflanzenstoffe

Phytoalexine - Was ist das und welchen Nutzen haben diese?

Phytoalexine sind Stoffe, die nach einer Infektion in einer Pflanze gebildet werden. Wenn Mikroorganismen eine Pflanze angreifen, werden die antibakteriellen Stoffe punktuell auf der betroffenen Stelle die Ausbreitung der Bakterien oder des Pilzes hemmen.

Bereits 24 Stunden nach der Infektion konnten die chemischen Verbindungen in einer Pflanze nachgewiesen werden. Phytoalexine sind ein Produkt der Pathogenese der Pflanze und damit sekundäre Pflanzenstoffe. Hierüber herrscht in der Welt der Wissenschaft allerdings Uneinigkeit; einige verstehen Phytoalexine als resistenzeigene Substanzen.

1941 entdeckten die Wissenschaftler Müller und Börger erstmals die natürliche Abwehrreaktion der Pflanzen, nachdem sie mit einem Erreger infiziert wurden. Sie arbeiteten ursprünglich an der Resistenz der Kartoffelpflanze gegenüber dem äußerst schädlichen Erreger der Kraut - und Braunfäule. Ungefähr zwanzig Jahre später wurden Phytoalexine gezielt nachgewiesen.

Der Begriff Phytoalexine umfasst eine Vielzahl von Stoffen. Aus circa fünfzehn Pflanzenfamilien sind hunderte der Phytoalexine bekannt. In der Regel kann man ein Phytoalexin einer Pflanze auch der Stoffklasse zuordnen, die allgemein typisch für die Pflanze ist.

Das Besondere an den Stoffwechselprodukten der Pathogenese ist, dass sie relativ unspezifisch sind, um eine Bandbreite von Schädlingen und Erregern abwehren zu können. Phytoalexine werden auch in der Pflanze gebildet, wenn nicht natürliche Faktoren den Organismus angreifen, wie zum Beispiel ein Temperaturschock oder schädliche UV-Strahlung.

Die Begriffsdefinition der Phytoalexine wurde demnach über ihr antibakterielles Wirken erweitert, da ihre Bildung in einem Szenario mit abiotischen Faktoren durch Schwermetallsalze hervorgerufen wird. Die Erweiterung des Begriffes wird in der Regel kritisch gewertet.

Phytoalexine sind allgemein gesehen eine sehr gute Schutzfunktion der Pflanze, die nur relativ wenig Energieaufwand benötigt. Sie sind allerdings auch als Unterstützung der pflanzeneigenen Abwehrstoffe, die sich stets im Gewebe befinden, anzusehen.