Kupfer

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Kupfer gehört zu den Schwer- und Edelmetallen. Es ist ein chemisches Element und wird mit dem Symbol „Cu“ abgekürzt.Es trägt die Ordnungszahl 29.

Sein lateinischer Name „cuprum“ geht auf die Römerzeit zurück und stellt eine Art Verkürzung für „aes cyprium“ dar, was soviel wie „Erz von Zypern“ bedeutet. Im Altertum war es diese Insel, wo fast ausschließlich Kupfer gewonnen wurde.

Heute kommt Kupfer in vielen Bereichen zum Einsatz, denn es zeichnet sich durch einige bedeutsame Eigenschaften aus. Es leitet außerordentlich gut Wärme und Strom. Bei der Münzprägung kommt es ebenfalls zum Einsatz.

Während Kupfer in reiner Form oder in Legierungen, wie Bronze und Messing, in zahlreichen industriellen Produkten vorkommt, hat es darüber hinaus auch eine biologische Funktion. Kupfer(II)-Ionen sind wasserlöslich und fungieren hier in niedrigen Konzentrationen als eine bakteriostatische Substanz. Bei ansteigenden Konzentrationen ist es sogar möglich, höhere Organismen zu vergiften. In niedrigen Konzentrationen ist Kupfer ein essentielles Spurenelement für alle höheren Pflanzen und Tiere, einschließlich den Menschen. Kupfer im Organismus lässt sich im Gewebe, in der Leber, in der Muskulatur und den Knochen finden.

Kupferhaltige Proteine haben verschiedene Rollen beim biologischen Elektronentransport und dem Sauerstofftransport. Diese Prozesse beruhen auf der raschen Konversion von Cu(I) zu Cu(II) (vom einwertigen zum zweiwertigen Kupfer) und dem damit einhergehenden Elektronentransfer. Man vermutet, dass die biologische Bedeutung des Kupfers mit dem Auftauchen von Sauerstoff in der Erdatmosphäre begann. Denn das Protein Hämozyanin ist der Sauerstofftransporter in den meisten Mollusken (Weichtiere wie Schnecken) und einigen Arthropoden (Gliederfüßler wie Krebse). Weil Hämozyanin blau ist, haben diese Organismen auch blaues Blut. Das Rot des Bluts in Säugetieren und Menschen dagegen beruht auf dem Hämoglobin, das kein Kupfer, sondern Eisen als Sauerstoffträger benutzt.

Kupfer kommt aber auch in weiteren Proteinen vor, die eine zentrale Bedeutung bei der Sauerstoffverwertung haben. In der Cytochrom-c-Oxidase, die für die aerobe Zellatmung zuständig ist, kooperieren Eisen und Kupfer bei der Reduktion des Sauerstoffs zu Wasser. Kupfer kann man auch in vielen Superoxid-Dismutasen finden. Diese Proteine entgiften Superoxide, indem sie diese zu Sauerstoff und Wasserstoffperoxid umwandeln. Die meisten Kupferproteine, wie die blauen Kupferproteine, reagieren nicht unmittelbar mit ihren Substraten, weswegen sie keine Enzyme sind im klassischen Sinne. Diese Proteine sind am Elektronentransfer beteiligt.

Der biologische Kupferbedarf

Kupfer ist für die meisten Lebewesen ein essentielles Spurenelement. Der menschliche Körper enthält ca. 1,4 bis 2,1 mg pro Kilogramm Körpermasse. Man geht von einem täglichen Kupferbedarf von 1 bis 3 Milligramm aus. Kupfer wird im Dünndarm resorbiert und dann in die Leber transportiert und an Albumin gebunden. Es wird ins Blut abgegeben in Verbindung mit dem Plasmaprotein Caeruloplasmin, was als Kupferspeicher dient und den Kupfermetabolismus kontrolliert. Seine Ausscheidung erfolgt über die Galle.

Nahrungsquellen für Kupfer

Kupfer ist reichlich enthalten in einer Reihe von Lebensmitteln wie:

  • Leber,
  • Getreide,
  • Gemüse,
  • Schokolade,
  • Nüssen,
  • Fleisch,
  • Meeresfrüchten
  • etc.

Kupfermangel und Kupferüberschuss

Da Kupfer bei der Resorption von Eisen im Magen-Darm-Trakt eine Rolle spielt, kann es bei einem Kupfermangel gleichzeitig zu anämieartigen Symptomen kommen. Kupfermangel bewirkt außerdem Knochenanomalien, eingeschränktes Wachstum, Neutropenie (Verminderung der neutrophilen Granulozyten im Blut), Mangelpigmentation, häufiges Auftreten von Infektionen, Unregelmäßigkeiten im Glukose- und Cholesterinstoffwechsel etc.

Bei einem Zuviel an Kupfer, speziell bei einer Akkumulation von Kupfer in Leber und Körpergewebe, kommt es zum Morbus Wilson. Es handelt sich hier um eine Erbkrankheit, bei der der Kupferstoffwechsel gestört ist. Dies äußert sich in einer eingeschränkten Ausscheidung des Kupfers über die Galle. In der Folge kumuliert das Kupfer in Leber, Auge, dem zentralen Nervensystem und Körpergewebe. Diese Akkumulation resultiert dann in Leberschäden und neurologischen Schädigungen. Das Menkes-Syndrom ist eine weitere sehr seltene Form des Kupferüberschuss. Auch hier liegt eine genetische Veränderung vor. Diese lässt zwar die Aufnahme von Kupfer in die Zellen zu, die allerdings nicht einheitlich und geordnet verläuft. So kommt es zu einer falschen Verteilung des Kupfers. Leber und Gehirn werden unterversorgt. Herz, Darmzellen, Nieren etc. zeigen erhöhte Konzentrationen.

Aber auch die Einnahme von zu viel Kupfer über die Nahrung kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Dies ist durchaus möglich bei der Benutzung von Küchengerät, das aus Kupfer hergestellt worden ist. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass freies Kupfer freie Radikale erzeugen kann, die dann die DNA schädigen.

Die Symptome einer „Überdosierung“ von Kupfer sind Erbrechen, Gelbsucht und Zirrhose. Letztere ist vermehrt beobachtet worden wenn Milch in Kupfergefäßen gekocht wird. Aber auch hier scheint ein genetischer Defekt vorliegen zu müssen, denn chronische Vergiftungszustände mit Kupfer sind bei gesunden Individuen nicht beobachtet worden. Akute toxische Effekte kommen zum Tragen wenn z.B. Kupfersalze im Grammbereich eingenommen werden, z.B. bei Selbstmordversuchen. Bei Tieren sind 30 mg/kg Körpergewicht erst toxisch.