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Vitamin D für das Gedächtnis und bei Demenz?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Es häufen sich die Hinweise, dass Vitamin D beziehungsweise sein Mangel mit einer Reihe von gesundheitlichen Problemen in Zusammenhang gebracht werden kann.

Sogar bei Wikipedia findet man bereits Hinweise im entsprechenden Beitrag, wenn auch offensichtlich zögerlich und oft relativierend. Dies nur mal am Rande erwähnt, weil gerade im Bereich der "Alternativen" bei Wikipedia Dinge relativiert werden, die weder Hand noch Fuß haben.

Jetzt aber zum Vitamin Mangel...

  • Ein Vitamin-D-Mangel scheint mit einer Reihe von Erkrankungen assoziiert zu sein, wie:
  • kardiovaskuläre Erkrankungen,
  • Infektionsanfälligkeit (geschwächtes Immunsystem),
  • Autoimmunerkrankungen,
  • Allergien,
  • Asthma,
  • erhöhte Mortalität,
  • Demenz,
  • Parkinson,
  • Schlafstörungen,
  • Krebserkrankungen etc., und:
  • Störungen im Knochenstoffwechsel als ein inzwischen längst bekannter Zusammenhang, der sogar von Wikipedia nicht relativiert wird (werden kann).

Zu diesem Themenkomplex hatte ich einen etwas umfassenderen Beitrag in Form eines Reports erstellt: Vitamin D - eine einfache Lösung für viele Gesundheitsprobleme?

Vitamin D Therapie

Seit einiger Zeit häufen sich die Hinweise, dass Vitamin D und Kognition (Gedächtnisleistung) ebenfalls in einem Zusammenhang stehen können.

Hinter dem etwas schwammigen Begriff der Kognition verbirgt sich die Fähigkeit eines Menschen, seine Umwelt wahrzunehmen und zu interpretieren, zu lernen, sich zu erinnern, konstruktiv und kreativ Probleme zu lösen, zu planen, sich zu orientieren und alles das, was psychisch und psychologisch seine Persönlichkeit ausmacht.

Und damit soll Vitamin D etwas zu tun haben?

Alte und neue Wissenschaft

Hochdosis Therapie und Kognition

Diese kanadische Studie wurde erst im April 2017 veröffentlicht:

Does high dose vitamin D supplementation enhance cognition?: A randomized trial in healthy adults.

Ich hatte bereits erwähnt, dass Demenz und Parkinson mit einem Vitamin-D-Mangel assoziiert sein können. Gleiches bestätigt der Autor hier in seiner Arbeit. Daraus ergäbe sich die Logik, dass erstens eine rechtzeitige ausreichende Versorgung mit Vitamin D einen kognitiven Verfall verhindern kann. Dies zu beweisen würde sehr schwierig und aufwendig werden. Zweitens müssten Betroffene von einer guten Versorgung so profitieren, dass deren kognitiven Defizite sich nach geraumer Zeit verringern würden. Und genau dies ist das Thema dieser Arbeit.

Teilgenommen haben 82 gesunde Probanden aus Kanada mit einem Vitamin-D-Wert (25-Hydroxyvitamin D - Calcidiol) von weniger als 100 Nanomol pro Liter (entspricht einem Wert von weniger als 40 Nanogramm pro Milliliter). Die Probanden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, die entweder eine hohe Dosis (4000 Einheiten täglich) oder eine geringe Dosis (400 Einheiten täglich) an Vitamin D als Supplement erhielten.
Resultate: Nach 18 Wochen stieg der Vitamin-D-Spiegel unter der hohen Dosierung von 67 auf 130 Nanomol pro Liter an (52 Nanogramm pro Milliliter). Unter der niedrigen Dosierung stieg er von 60 auf knapp 86 Nanomol (34,4 Nanogramm) an.

Es zeigte sich unter der hohen Dosierung eine Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten im Bereich des nonverbalen Erinnerungsvermögens (visuelles Erinnerungsvermögen primär). Bei der Gruppe mit der niedrigen Dosierung zeigten sich keine Veränderungen in diesem Bereich. Es zeigte sich auch, dass, je geringer der Ausgangswert für Calcidiol war, desto ausgeprägter die Verbesserungen in der Gruppe mit der hohen Dosierung waren. Andere kognitive Fähigkeiten und das sprachliche Erinnerungsvermögen zeigten keine Beeinflussung durch die Gabe von Vitamin D.

Mein Fazit: Das Ergebnis der Studie scheint nur einen Effekt auf einen Teilbereich der kognitiven Fähigkeiten zu demonstrieren. Für mich ist es jedoch bemerkenswert, dass dieses Vitamin in der Lage ist, überhaupt einen Einfluss auf kognitive Fähigkeiten zu nehmen, auch wenn er im Moment noch relativ begrenzt zu sein scheint. Sicher ist jedoch, dass Vitamin D mehr kann, als nur für die Knochengesundheit zuständig zu sein.

Sind höhere Dosen besser?

Der gleiche Autor veröffentlichte im Jahr 2016 eine sehr ähnliche Arbeit mit einem etwas veränderten Design:

Vitamin D and executive functioning: Are higher levels better?

An dieser Arbeit nahmen 142 gesunde Probanden teil, die in vier Gruppen aufgeteilt wurden je nach Höhe der gemessenen Vitamin-D-Spiegel: Gruppe A ungenügend mit einem Vitamin-D-Spiegel von weniger als 50 Nanomol (20 Nanogramm); Gruppe B leicht suffizient - 50-75 Nanomol (20-30 Nanogramm); Gruppe C hoch suffizient - 75-99 Nanomol (30-40 Nanogramm); Gruppe D mit hoch therapeutischen Werten von über 100 Nanomol (40 Nanogramm).

Gemessen wurden bei diesen 4 Gruppen Sprachfluss, Gedächtnisspanne, räumliches Erinnerungsvermögen und dem „One Touch Stockings of Cambridge“, einem Test für räumliche Planung und Arbeitsgedächtnis.
Resultate: Es zeigte sich ein positiver Einfluss von Vitamin D auf den Sprachfluss, nicht aber auf die anderen drei Tests. Besonders die Teilnehmer im Gruppe D produzierten eine größere Zahl an Wörtern im Vergleich zu den drei anderen Gruppen. Die Korrelation zwischen Sprachfluss und Calcidiol-Konzentrationen war fast linear in den Gruppen C und D.

Der Autor folgert daraus, dass Vitamin-D-Spiegel von 100 Nanomol und höher einen positiven Effekt auf Bereiche der kognitiven Fähigkeiten des Menschen haben.

Vitamin D und das Kurzzeitgedächtnis

Im Jahr 2015 erschien in Frankreich eine Arbeit (Midlife plasma vitamin D concentrations and performance in different cognitive domains assessed 13 years later.), in der die Autoren eine Beziehung zwischen Vitamin-D-Spiegeln und dem Kurzzeitgedächtnis feststellen konnten. Es gab allerdings einen limitierenden Faktor: die beobachtete Korrelation traf nur für Probanden mit einem relativ geringen Bildungsniveau zu. Probanden mit einem höheren Bildungsniveau zeigten keine Unterschiede in Abhängigkeit von verschieden hohen Vitamin-D-Spiegeln.

Saisonale Schwankungen

Im Jahr 2014 erschien diese kanadische Studie, an der auch der Autor der beiden bereits oben diskutierten Studien teilgenommen hatte: The effects of Vitamin D Insufficiency and Seasonal Decrease on cognition.

Die Autoren stellten hier fest, dass eine saisonal bedingte Verringerung des Vitamin-D-Spiegels mit einer Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnis verbunden ist.

Vitamin D Mangel bei Älteren

Diese im Jahr 2010 erschienene Metaanalyse (Extraskeletal effects of vitamin D in older adults: cardiovascular disease, mortality, mood, and cognition.) zeigt, dass ein Vitamin-D-Mangel besonders oft und ausgeprägt bei älteren Erwachsenen zu beobachten ist. Laut Meinung der Autoren zeigen epidemiologische Studien und kleine klinische Studien eine Korrelation zwischen Calcidiol-Konzentrationen und systolischem Blutdruck, Risiko für kardiovaskulär bedingte Todesfälle, Depressionen, kognitiven Einschränkungen und allgemeiner Mortalität.

Eine britische Studie aus dem Jahr 2009 (Association between 25-hydroxyvitamin D levels and cognitive performance in middle-aged and older European men.) ging der Frage nach, ob es eine Korrelation zwischen Vitamin-D-Spiegeln und kognitiven Fähigkeiten bei mittelalten und älteren männlichen Europäern gibt.

An der Studie nahmen 3133 Männer im Alter zwischen 40 und 79 Jahren Teil. Die Autoren konnten ermitteln, dass der Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Spiegeln und kognitiven Fähigkeiten am deutlichsten bei Konzentrationen unterhalb von 30 Nanomol pro Liter, was 14 Nanogramm pro Milliliter entspricht, heraustrat.

Fazit

Die Frage nach dem Einfluss von Vitamin D auf die kognitiven Fähigkeiten kann man bislang als nicht zufriedenstellend beantwortet sehen.

Die wenigen Studien, die es bislang dazu gibt, sind noch zu lückenhaft. Dennoch zeigen sie im Ansatz, dass es hier Korrelationen zu geben scheint.

Die Frage bislang ist, wie weitreichend sind diese Korrelationen und auf welchen Bereich der kognitiven Fähigkeiten erstreckt sich der Einfluss von Vitamin D.

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