Cobalt

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

In der Fachsprache der Chemie benutzt man das „C“, umgangssprachlich das „K“, also Kobalt.

Der Name hat seinen Ursprung im Lateinischen „cobaltum“, was soviel wie „Kobold“ bedeutet. Diese etwas seltsame Form der Namensgebung stammt wohl aus dem Mittelalter. Hier wurden Cobaltverbindungen für wertvolle Kupfer- oder Silberverbindungen gehalten. Leider ließen sich mit den damaligen Mitteln die Cobaltverbindungen nicht verarbeiten.

Zudem enthalten viele der Cobaltverbindungen Arsen, das beim Erhitzen freigesetzt wird und unangenehme Düfte erzeugt. Die mittelalterlichen Alchemisten erklärten diese Phänomene als Werk von Hexen und Kobolden, die das kostbare Kupfer und Silber aufgefressen und durch wertlose Imitate ersetzt hätten. Der schwedische Chemiker Georg Brandt entdeckte dann 1735 das Element und gab ihm den Namen.


Cobalt ist ein chemisches Element mit der Ordnungszahl 27 und der Abkürzung „Co“. Es zählt zu den Übergangsmetallen.

Cobaltverbindungen sind also schon seit längerem bekannt. Sie wurden zum Färben von Keramiken und Glas als Cobaltblau benutzt.

Als Element ist Cobalt als eher selten zu bezeichnen. Es hat an der Erdkruste nur einen Bestandteil von 0,003 Prozent. Es kommt auch fast gar nicht in seiner elementaren Form vor, sondern fast immer als Verbindung. Es ist zwar in vielen Mineralien zu finden, jedoch stets in sehr geringen Mengen.

Cobalt kommt häufig zusammen mit Nickel, Uran, Kupfer, Silber und Eisen vor. Zudem lässt sich Cobalt als Spurenelement in den meisten Böden nachweisen.

Physiologische Bedeutung

Cobalt ist als Spurenelement für den Aufbau des Vitamin B12, auch Cobalamin genannt, von zentraler Bedeutung. Cobalamin ist theoretisch kein essentielles Vitamin, da es von Darmbakterien unter zur Hilfenahme von Cobaltionen gebildet werden kann. Als Voraussetzung dazu muss das Vitamin an den Intrinsic Factor gebunden werden, der den Belegzellen der Magenschleimhaut produziert wird. Diese ermöglicht das terminale Ileum, dem Endteil des Dünndarms bevor er in den Dickdarm übergeht, Vitamin B12 zu resorbieren. Die Bindung von Vitamin B12 und dem Intrinsic Factor ermöglicht die Resorption über spezifische Rezeptoren, die nur in diesem Teil des Dünndarms vorkommen. Andererseits liegt der Produktionsort für Cobalamin beim Menschen nicht im Dünndarm, Magen oder Zwölffingerdarm, sondern im Dickdarm.

D.h. also, dass der Produktionsort hinter dem Resorptionsort liegt, was die Bioverfügbarkeit des selbst produzierten Vitamins auf Null herabsetzt. Von daher ist es unabwendbar, Vitamin B12 über die Nahrung aufzunehmen.

Da das Vitamin B12 das einzige bekannte cobalthaltige Biomolekül (Naturstoff) ist, kommt der Cobaltzufuhr in der Ernährung eine eher untergeordnete Rolle zu. Es gibt zwar Empfehlungen, täglich 0,1 μg Cobalt einzunehmen, was aber aufgrund der Rolle und Synthetisierung von Vitamin B12 als überflüssig erscheint. Auch eine übermäßige Einnahme von Vitamin B12 erübrigt sich, da das Vitamin über die Galle ausgeschieden wird und sofort im Ileum wieder re-resorbiert wird.

Mangelerscheinungen sind nur dann zu erwarten, wenn es Probleme bei der Produktion des Intrinsic Factors gibt. Ein Fehlen des Intrinsic Factors würde die Resorption im Ileum verhindern und so zu Mangelerscheinungen führen. Überdosierungen sind selten und nicht besonders problematisch. Bei sehr hohen Dosen jedoch, d.h. bei 25 mg und mehr kommt es zu ernsthaften Problemen. Es treten Gewebeveränderungen an der Haut auf, aber auch in den Lungen, in den Nieren, Leber, Magen und Herz. Es sind auch bösartige Veränderungen beschrieben worden, die auf eine extreme Überdosierung von Cobalt zurückzuführen waren.

Eine diesbezügliche Beobachtung wurde in den 1960er Jahren in den USA und Kanada gemacht. Hier traten eine Reihe von Kardiomyopathien auf, die auf überdurchschnittlicher Cobaltzufuhr zurückzuführen waren. So wurden in Quebec 49 und in Omaha 64 Personen beobachtet, die über Magenschmerzen, Übelkeit, Atemnot, Gewichtsverlust, Husten etc. klagten. Dazu kam eine Sterblichkeitsrate von 40 Prozent. Bei den Autopsien konnten schwere Schäden an Leber und Herz gezeigt werden. Grund für die Cobaltvergiftung waren Brauereien, die einen „Schaumstabilisator“ eingeführt hatten, der aus Cobalt(II)-sulfat bestand.

Da die betroffenen Patienten starke Biertrinker waren – etwa 1,5 bis 3 Liter Bier täglich - , nahmen diese eine überdurchschnittliche Menge an Cobalt über den Bierkonsum auf. Die Brauereien stellten den Cobaltzusatz im Bier ein, was zu einem sofortigen Abklingen der Vergiftungserscheinungen führte.

Quellen: