Defensine: Anwendung, Wirkung und Nutzen

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Defensine sind kleine kationische Proteine, die im Vergleich zu anderen Proteinen überdurchschnittlich viel Arginin enthalten. Sie haben eine Länge von nur 18 bis 45 Aminosäuren und beinhalten 6 bis 8 Cysteine, über die sie intramolekulare Disulfidbrücken bilden. Defensine lassen sich nicht nur bei Wirbeltieren, inklusive Mensch, nachweisen, sondern sind auch in wirbellosen Tieren und höheren Pflanzen vorhanden. Ihre Aufgabe und Funktion ist die von Abwehrproteinen. Sie sind wirksam gegen eine Reihe von Mikroorganismen, wie Bakterien, Pilze und eine Reihe von behüllten und unbehüllten Viren. Defensine kommen in den Zellen des Immunsystems vor, wo sie bei der Phagozytose von Bakterien helfen, zum Beispiel in neutrophilen Granulozyten (Teil der weißen Blutkörperchen). Viele Epithelzellen des Organismus sind angereichert mit Defensinen.

Die meisten Defensine kommen ihrer Aufgabe nach, indem sie sich an die Zellmembran der Mikroorganismen heften und dort einnisten. Durch die Einnistung wird eine Pore in der Membran geschaffen, die den Ein- und Ausstrom von Ionen und Nährstoffen aus dem Gleichgewicht bringt.
Die genetische Grundlage für die Ausprägung der Defensine ist außerordentlich komplex. Bislang werden die Defensine in 3 Typen eingeteilt: Alpha (alpha), Beta (beta) und Theta (theta). Eine andere Klassifizierung spricht von 4 Klassen, den pflanzlichen Defensinen, den Insekten-Defensinen, den tierischen Defensinen und den porenbildenden säugetierspezifischen Beta-Defensinen. Alpha-Defensine kommen primär in Neutrophilen und natürlichen Killerzellen vor, sowie in einigen Untergruppen von spezifischen T-Lymphozyten. DEFA5 und DEFA6, zwei genetische Varianten der Alpha-Defensine, sind besonders häufig in den Paneth-Zellen des Dünndarms vertreten. Hier regulieren und kontrollieren sie die mikrobielle Flora des Dünndarms. Störungen bzw. ein Mangel dieser spezifischen Defensine in den Paneth-Zellen wird oft in einem engen Zusammenhang mit Morbus Crohn beobachtet.

Beta-Defensine sind die am weitesten verbreiteten Defensine. Sie werden in den Leukozyten und Epithelzellen der verschiedensten Arten gebildet. So kann man sie auf der Zunge, Haut, Kornea, Speicheldrüsen, Nieren, Ösophagus und in den Atemwegen nachweisen.

Theta-Defensine sind relativ selten zu beobachten. Sie sind bislang nur in den Leukozyten von Rhesusaffen gefunden worden, sowie einigen anderen Affenarten. Beim Menschen und Menschenaffen sind sie zwar auch nachweisbar, aber nur selten und in wenig ausgeprägten Konzentrationen.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 10.12.2015 aktualisiert.