Wundermittel Astaxanthin?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Seit langem wissen Mediziner und Forscher, dass Carotinoide eine Vielzahl wichtiger Antioxidantien enthalten, die für unsere Gesundheit von hoher Bedeutung sind. Aber erst seit einiger Zeit hat sich ein Carotinoid als besonders bemerkenswert herauskristallisiert, so dass immer mehr wissenschaftliche Publikationen zu diesem wertvollen pflanzlichen Farbstoff erscheinen: Die Rede ist von Astaxanthin (veraltet auch Haematochrom genannt), einer natürlich vorkommenden Substanz, die industriell unter anderem aus der Blutregenalge Haematococcus pluvialis gewonnen wird. Dieses Carotinoid ist beispielsweise für die starke Rotfärbung von Krebsen verantwortlich, die diese Algen in großen Mengen fressen. Lachsfleisch ist ebenfalls aufgrund des enthaltenen Astaxanthins so auffällig gefärbt. Allerdings können auch die Fische das Carotinoid nicht selber bilden, sondern nehmen es auf, indem sie wiederum die Krebse fressen.

Die mikroskopisch kleine Blutregenalge produziert das Astaxanthin, wenn die Wasserreserven in ihren Teichen, Pfützen oder Tümpeln knapp werden. Mithilfe des Carotinoids schirmen sie sich auf diese Weise vor zu starker UV-Strahlung ab. Astaxanthin wirkt nämlich wesentlich stärker als andere Substanzen der gleichen Stoffklasse, etwa β-Carotin, α-Tocopherol, Leukopin oder Lutein. Dies liegt daran, dass Astaxanthin ein extrem starker Radikalfänger ist, der unsere Zellen, Körpergewebe und Organe vor oxidativen Schäden schützt.

Was aber macht Astaxanthin zu einer so bemerkenswerten Substanz, die nicht nur die Algen, sondern auch uns Menschen vor UV-Licht und anderen Strahlungsschäden schützt?

  • Astaxanthin ist das Carotinoid mit der höchsten Wirkkraft als Antioxidans.

So fängt es freie Radikale beispielsweise etwa 65-mal besser ab als Vitamin C. Es wirkt 54-mal stärker als β-Carotin und 14-mal stärker als Vitamin E. (Anmerkung: Diese „wirksamer als“ Zahlen variieren stark von Quelle zu Quelle).

  • Astaxantin schützt vor reaktivem Sauerstoff.
    Carotinoide sind dafür bekannt, vor allem den sehr reaktionsfreudigen, so genannten Singulett-Sauerstoff zu neutralisieren. Astaxanthin gilt auch hier als sehr wirksames Antixidans (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2088803). Die Schädigung unserer Haut bei zu starker Sonneneinstrahlung beruht unter anderem darauf, dass das kurzwellige UV-Licht den Sauerstoff in freie Radikale spaltet. Diese reagieren dann ihrerseits mit den Zellbestandteilen und können dort zu Störungen führen, wenn sie nicht zuvor von Antioxidantien unschädlich gemacht werden. Astaxanthin neutralisiert den Singulett-Sauerstoff etwa 550-mal besser als Vitamin E und 11-mal besser als β-Carotin.
  • Astaxanthin kann die Blut-Hirn-Schranke und die Blut-Retina-Schranke passieren.

Diese Barriere-Membranen sorgen dafür, dass keine Krankheitserreger, Giftstoffe oder Botenstoffe aus dem Blut in das Gehirn beziehungsweise die Netzhaut des Auges gelangen und das dort vorherrschende Milieu (pH-Wert, Druck, gelöste Substanzen) verändern. Die Membranen lassen bei gesunden Menschen nur ganz gezielt solche Substanzen ins Gehirn und die Retina vordringen, die dort benötigt werden. Im Gegensatz zu Astaxanthin können die Carotinoide Lycopin und β-Carotin die Schranken nicht überwinden. Für unsere Augengesundheit ist es, wie später erklärt wird, von besonderer Bedeutung, dass Astaxanthin bis in die Netzhaut vordringen kann.

  • Astaxanthin ist fettlöslich.

Es kann also problemlos von unserem Organismus in die Zellmembranen eingebaut werden.

  • Das Carotinoid gilt als guter Schutz gegen UV-B-Strahlen.

So nehmen beispielsweise einige Triathleten, die am „Ironman“ teilnehmen, Astaxanthin ein, um sich vor der gefährlichen Sonnenstrahlung zu schützen. Da sich Astaxanthin bei regelmäßiger Anwendung nach einigen Wochen in den Körperzellen verteilt, gilt es als wasserfestes Sonnenschutzmittel. Zwar kann es Sonnencremes nicht gänzlich ersetzen, es ist aber, laut welt.de, stabiler, da es nicht durch Schweiß oder Wasser abgewaschen werden kann.

  • Astaxanthin reduziert die Schädigung unseres Erbguts.

Auch dies hängt mit seiner hervorragenden Wirkung als Radikalfänger zusammen. Die sehr reaktionsfreudigen Radikale binden nämlich unter anderem an die DNA (Desoxyribonukleinsäure), die Trägerin unserer Erbinformation, und verändern diese. Wird die entstandene Veränderung (Mutation) nicht repariert, so kann dies dazu führen, dass die Zelle (und all ihre Nachkommen) Substanzen fehlerhaft produziert oder das natürliche Zellwachstum sich nicht mehr regulieren lässt. Astaxanthin neutralisiert die freien Radikale bereits, bevor sie mit anderen Zellbestandteilen reagieren können und schützt auf diese Weise vor Mutationen.

  • Astaxanthin ist ein natürlicher Entzündungshemmer.

Viele Carotinoide sind dafür bekannt, vor Entzündungen zu schützen. Auch die entzündungshemmende Wirkung von Astaxanthin konnte in mehreren Studien nachgewiesen werden (unter anderem in www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10656672). Es hemmt bestimmte, von unserem Körper ausgesendete Botenstoffe (Zytokine), die ihrerseits Entzündungsreaktionen fördern. Gleichzeitig stärkt das Carotinoid das Immunsystem und hilft auf diese Weise bei der Bekämpfung mikrobieller Infektionen mit.

  • Astaxanthin hat keinerlei Nebenwirkungen

Bisher sind keine unerwünschten Nebenwirkungen für Astaxanthin bekannt. Auch Personen, die Nahrungsergänzungsmittel mit Astaxanthin regelmäßig einnehmen, klagen über keinerlei Beschwerden.

Prachtvolle Farben durch Carotinoide

Ob leuchtend rote Paprikas und Tomaten, kräftig-orange Möhren oder strahlend grüner Spinat – sie alle erhalten ihre klaren und frischen Farben durch die enthaltenen Carotinoide. Die Pigmente sind aber auch für die Färbung von Eigelb, Hummer und Garnelen verantwortlich.

Alle natürlichen Pigmente, so auch die Carotinoide, sind aber nicht nur dazu da, Pflanzen, Tiere oder Mikroorganismen anzufärben. Sie haben darüber hinaus fast immer noch weitere wichtige biologische Funktionen. Die Carotinoide beispielsweise wirken, wie bereits für Astaxanthin beschrieben, als Antioxidantien und beugen damit Hautalterung, Krebs, Arteriosklerose und Rheuma vor.

Mittlerweile sind mehr als 800 verschiedene Carotinoide bekannt, wobei allerdings nur von wenigen die Funktionen in unserem Organismus genauer untersucht sind. Und selbst bei den sehr gut erforschten Carotinoiden, etwa β-Carotin, Lutein oder Zeaxanthin sind die Wechselwirkungen und Reaktionszusammenhänge mit anderen biologischen Substanzen noch lange nicht gänzlich bekannt.

Astaxanthin wird seit langer Zeit bei Aquarienfreunden und den Betreibern von Lachsfarmen geschätzt. Denn es verschafft als Zusatzstoff im Futter roten Zierfischen eine stark leuchtende Farbe und den Lachsen ihr typisch rosafarbenes Fleisch. Die Bedeutung von Astaxanthin für unsere Gesundheit wurde erst viel später wissenschaftlich aufgedeckt.

Die Carotinoide lassen sich in zwei Gruppen unterteilen:

  • Carotine sind nur aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen aufgebaut, besitzen also kein Sauerstoffatom.
    Beispielsweise Lycopin (Tomate) oder β-Carotin (Möhre)
  • Xantophylle enthalten, zusätzlich zu den Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen, noch Sauerstoffatome.
    Beispielsweise Lutein (Eidotter und Grünkohl), Zeaxanthin (Mais) und Astaxanthin

Obwohl die antioxidative Wirkung der Carotinoide hinlänglich bewiesen ist, konnte für einige dieser Pflanzenfarbstoffe gezeigt werden, dass sie in hohen Dosen unter bestimmten Bedingungen das genaue Gegenteil bewirken, nämlich Oxidationsprozesse – und damit die Freisetzung freier Radikale und das Krebsrisiko – begünstigen (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20738040).

Astaxanthin hingegen scheint die Oxidation nicht zu begünstigen, was es zu einer sehr sicheren biologisch wirksamen Substanz macht.

Zeaxanthin und Lutein kommen in unserer Netzhaut natürlicherweise gehäuft vor. Auch sie können die Blut-Retina-Schranke überwinden und sammeln sich im so genannten gelben Fleck (Macula) verstärkt an. Hier schützen sie die besonders gefährdete Netzhaut des Auges vor den Angriffen freier Radikale. Wer sich vorzugsweise mit rohem Gemüse und frischem Obst ernährt, erhält über die Nahrung Zeaxanthin in ausreichenden Mengen. Lutein ist vorwiegend in Eigelb enthalten, wobei die Hühner den Farbstoff ebenfalls über die Nahrung aufnehmen. Achten Sie deshalb darauf, Eier aus ökologischer Landwirtschaft zu konsumieren, da die Hühner dort gesundes und zugleich Lutein-haltiges Grünfutter erhalten.

Astaxanthin hingegen nehmen die wenigsten Menschen in größeren Mengen auf, da es ausschließlich mit Algen, Fischen und Meeresfrüchten auf unsere Teller gelangen kann. Es ist das am weitesten verbreitete Carotinoid in Meeres- und Süßwassertieren und kommt in besonders hoher Konzentration in Lachsfleisch vor.

Da die Tiere in den modernen Lachsfarmen kaum noch Zooplankton und Krill fressen, wird ihrem Futter fast immer synthetisch hergestelltes Astaxanthin zugesetzt, um so die typische rosa Färbung zu erhalten. Auch andere Fische werden seit Jahren mit Astaxanthin „angefärbt“. Dennoch ist der Astaxanthin-Gehalt freilebender Lachse etwa 400-mal höher als der von Zuchtlachsen. Noch dazu ist das enthaltene Astaxanthin natürlich. Nur etwa 25 Prozent des synthetisch hergestellten Astaxanthins ist von seiner Struktur her mit dem natürlichen Carotinoid identisch. Dies ist insofern von Bedeutung, da oft nur die natürlich angeordneten Moleküle in unserem Organismus wirksam sind. Unsere Enzyme erkennen die abweichenden Strukturen hingegen nicht und können sie deshalb auch nicht nutzen.
Die Liste der wissenschaftlich erwiesenen Vorteile von Astaxanthin auf unsere Gesundheit steigt fast täglich an:

  • Es verstärkt die Immunfunktion unseres Körpers.
  • Es schützt das Auge hervorragend vor Grauem Star, Makuladegeneration (Fortschreitende Beeinträchtigung der Sehfähigkeit) und Erblindung.
  • Es schützt vor Demenz und der Alzheimer-Krankheit.
  • Es vermindert das Krebsrisiko (unter anderem Brust-, Darm-, Blasen- und Mundkrebs) indem es den programmierten Zelltod (Apoptose) aktiviert und die Lipid-Peroxidation hemmt.
  • Es verbessert die Heilung von Verletzungen am Rückenmark und anderen Teilen des Zentralnervensystems.
  • Es vermindert Entzündungsreaktionen, darunter auch Asthma und Arthritis.
  • Es verbessert die Konzentrationsfähigkeit und die Leistung.
  • Es stabilisiert den Blutzucker und schont dadurch die Nieren.
  • Es hilft bei Verdauungsstörungen.
  • Es verbessert die männliche Fruchtbarkeit durch die Erhöhung der Spermienzahl und die Verbesserung der Spermien-Ausdauer.
  • Es schützt vor Sonnenbrand und Strahlenschäden, so etwa vor der erhöhten kosmischen Strahlung im Flugzeug, aber auch vor Röntgenstrahlung und UV-Licht.
  • Es reduziert Schäden des Erbguts.
  • Es vermindert die Symptome bei Multiple Sklerose, Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), Karpaltunnelsyndrom, Arthritis, Parkinson und Amyotrophe Lateralsklerose.

Diese Liste ist sicherlich nicht vollständig und lässt sich fast mit jeder neu veröffentlichten Studie über Astaxanthin erweitern.

Carotinoide für unsere Augen

Als Kind haben Sie sicherlich häufiger mal den Satz gehört: „Iss Möhren, das ist gut für die Augen!“ Möhren enthalten auch wirklich viele Carotinoide, die für die Augen gut und wichtig sind.

Vitamin A beispielsweise  (Retinol) ist für unser Auge lebensnotwendig, damit wir nicht erblinden. Allerdings ist Vitamin A in vielen Lebensmitteln enthalten, so dass es äußerst selten zu einer Mangelernährung kommt.
Seit langer Zeit ist bekannt, dass wir von allen Carotinoiden ausschließlich Lutein und Zeaxanthin in der menschlichen Netzhaut vorfinden. Denn nur diese beiden, natürlicherweise häufig in unserer Nahrung vorkommenden Carotinoide können die Blut-Retina-Schranke überwinden. Die Netzhaut besitzt von allen Geweben die höchste Konzentration an Fettsäuren, wobei mehrfach ungesättigte Fettsäuren dort besonders gehäuft anzutreffen sind. Da diese sehr leicht oxidieren, benötigen sie einen verstärkten Schutz vor freien Radikalen, der wiederum durch die hohe Dichte der beiden Carotinoide Lutein und Zeaxanthin gegeben ist.

Der gelbe Fleck, der Bereich der Netzhaut mit der höchsten Dichte von Sehzellen, weist darüber hinaus auch die größte Konzentration der Carotinoide auf. Eben daher rührt die auffällige Färbung. Ins Zentrum der Macula fällt das meiste Licht, dieser Bereich muss demnach besonders effizient geschützt werden. Und genau dort sammelt unser Organismus auch das meiste Zeaxanthin an, das dem Lutein als Antioxidans weit überlegen ist. In den Randgebieten, in denen der Lichteinfall geringer und somit auch die mögliche Schädigung durch das UV-Licht seltener ist, wird hingegen mehr Lutein eingelagert. Unser Körper scheint also genau zu wissen, wie er sich bestmöglich vor ungewollten Oxidationsprozessen schützt.

Grauer Star und Maculadegeneration führen oft zu Erblindung
Wer sein Augenlicht verliert, büßt gleichzeitig oft auch ein Stück seiner Selbständigkeit ein. Die altersbedingte Maculadegeneration gilt als Hauptursache für Erblindungen bei Personen über 50 Jahren. Von den mehr als 60 Millionen Menschen, die weltweit an der altersbedingten Maculadegeneration leiden, sind etwa 10 Millionen bereits blind. Aber nicht nur die vollständige Erblindung ist ein ernstzunehmendes Altersproblem: Von den über 55-Jährigen, leiden etwa Ein-Drittel an schwerwiegenden und irreparablen Beeinträchtigungen der Sehkraft.
Und auch vom Grauen Star (Katarakt) sind enorm viele Menschen betroffen. Experten schätzen, dass in Deutschland etwa 50 Prozent aller Personen über 52 Jahren eine Augentrübung haben. Allerdings bemerken lange nicht alle eine Sehstörung, da die Trübung der Linse sich ganz allmählich einstellt (www.augeninfo.de/stat_db/katarakt.php). Die Ursache für Grauen Star ist eine voranschreitende Lipid-Peroxidation in der Linse, die meistens mit dem Alter zusammenhängt. Allein in Deutschland kam es im Jahre 2004 zu mehr als 470.000 Katarakt-Operationen.

Beim Grauen Star kommen oft mehrere Ursachen in Frage – darunter auch eine Schädigung durch UV-Licht oder andere aggressive Strahlungen. Bei der Maculadegeneration kommt es zu einer Zerstörung der Photorezeptoren, wobei die genaue Ursache nicht gänzlich geklärt ist.

Das Auge wirkungsvoll schützen

Vitamin C hilft dabei, Augenschäden, die durch starke Lichtenergie entstehen, zu vermeiden. Wer viel Vitamin C, das beispielsweise in Zitrusfrüchten, Holunderbeeren und Kiwis in hohen Konzentrationen vorkommt, tut nicht nur seinem Immunsystem, sondern auch dem Auge etwas Gutes. Doch Vitamin C alleine schützt nicht vor einer Maculadegeneration oder Grauem Star. Groß angelegte Studien zeigen hingegen, dass die Einnahme von Carotinoiden (vor allem Zeaxanthin und Lutein) mit einem verminderten Auftreten der beiden Augenerkrankungen korreliert (unter anderem www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16723441).

Auch ist wissenschaftlich erwiesen, dass die regelmäßige Einnahme Zeaxanthin- bzw. Lutein-haltiger Nahrungsergänzungsmittel die Pigmentdichte in der Macula erhöht, was höchstwahrscheinlich das spätere Risiko für eine Degeneration vermindert (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20590393).

Dr. Mark Tso, vom Wilmer Augeninstitut der Johns Hopkins Universität in Baltimore (USA) entdeckte als erster, dass Astaxanthin unsere Augen hervorragend vor Schäden schützen kann. Er war es auch, der mithilfe von Studien an Mäusen zeigte, dass Astaxanthin die Blut-Retina-Schranke passieren kann. Die Untersuchungen beweisen, dass Astaxanthin von allen Carotinoiden das Auge am wirksamsten schützt und es durch die Einnahme der Substanz zu keinerlei Nebenwirkung kommt   (Tso M. O. et al: Method of retarding and ameliorating central nervous system and eye damage; US Patent 5; 1996; 527; 533). Es lindert beziehungsweise verhindert Schäden, die durch den extremen Lichteinfall entstehen. Es schützt vor Verletzungen der Photorezeptor-und der Ganglionzellen sowie der Nervenzellen der inneren Netzhautschicht.

Tso geht davon aus, dass Astaxanthin zur Behandlung oder Verhütung verschiedenster Augenerkrankungen eingesetzt werden kann:

  • Altersbedingte Maculadegeneration
  • Diabetische Neurophatie (Durch Diabetes ausgelöste Nervenerkrankungen)
  • Zystoides Makulaödem (Flüssigkeitsanasammlung in der Makula)
  • Arterielle und venöse Gefäßverschlüsse der Netzhaut
  • Grüner Star (Glaukom)
  • Entzündliche Augenerkrankungen beispielsweise der Retina, der Iris, der Hornhaut oder der Lederhaut

Andere Wissenschaftler haben ebenfalls gezeigt, dass Astaxanthin das wirksamste bekannte Antioxidans für die Augen ist und die regelmäßige Einnahme einen Langzeitschutz bietet. So zeigen Laborversuche, dass die Gabe von Astaxanthin Schäden an der Netzhaut von Mäusen gezielt beheben kann (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18812030).

Aber nicht nur unsere Augen profitieren von Astaxanthin. Es scheint darüber hinaus Krebs vorzubeugen und das Immunsystem zu stärken. Bisher ist die positive Wirkung allerdings nur in Tierversuchen nachgewiesen. Das liegt daran, dass Astaxanthin normalerweise nicht oder nur in sehr geringem Umfang in unseren Lebensmitteln vorkommt und demnach im menschlichen Blut nicht vorhanden ist, so dass epidemiologische Studien bislang fehlen.

Die vorhandenen Studien an Tieren sind allerdings sehr vielversprechend. So schützt Astaxanthin vor Krebs in Mäusen, indem es die durch Stress ausgelöste Lipid-Peroxidation hemmt und auf diese Weise die Antitumorwirkung stärkt (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12173414). Astaxanthin schützt Mäuse zum Beispiel vor Blasenkrebs (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8293542) und Ratten vor Darmkrebs (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8603470).

Diese Untersuchungsergebnisse stimmen mit der Beobachtung überein, dass die arktischen Völker der nördlichen Polargebiete erstaunlich selten an Krebs erkranken. Als Ursache hierfür sehen Wissenschaftler den hohen Anteil an Lachsen auf dem Speiseplan der Inuit. Gemeinhin wird angenommen, dass es die vielfach ungesättigten Fettsäuren der Lachse sind, die sie so wirksam gegenüber Krebserkrankungen machen. Doch da Lachse, aufgrund ihrer Nahrung, natürlicherweise Astaxanthin ebenfalls in größeren Mengen enthalten, ist möglicherweise das Carotinoid der Grund für die geringe Krebsrate.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Minnesota konnte zeigen, dass Astaxanthin die Immunfunktion von Mäusen verbessert. So verstärkt die Gabe des Carotinoids die Antikörper-Produktion und die Aktivität der T-Zellen und der T-Helferzellen. Alte Tiere können mithilfe von Astaxanthin ihre sinkenden Immunreaktionen teilweise wieder erlangen  (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7562082).

Astaxanthin verringert die Entzündungsreaktionen bei Mäusen, die an einer Infektion durch Helicobacter pylori (Auslöser verschiedener Magenerkrankungen) leiden (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10656672).

Astaxanthin steigert die Ausdauer der Muskeln und hilft unserem Körper, Fett zu reduzieren – Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie an Mäusen, bei denen die Tiere Astaxanthin und gleichzeitig mehr Bewegungsmöglichkeiten erhielten. Der Fettabbau der Tiere war gegenüber Mäusen, die nur mehr Bewegung bekamen, beschleunigt (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18082622).

Nicht nur die Alge Haematoccous pluvialis schützt sich mithilfe des Astaxanthins vor Schäden durch Sonnenstrahlen und UV-Licht. Wie bereits oben beschrieben, verhindert das Carotinoid die Entstehung von Singulett- Sauerstoff, wodurch auch unsere Haut vor Sonnenbränden und deren Spätfolgen abgeschirmt wird.

Neuere Untersuchungen zeigen, dass bereits die einmonatige Einnahme von zwei Milligramm Astaxanthin täglich genügt, um die Wahrscheinlichkeit für einen Sonnenbrand extrem herabzusetzen. Es dauert allerdings ein paar Wochen, bis sich das Pigment in der menschlichen Haut eingelagert hat. Daher ist es natürlich nicht angebracht, zu Beginn des Sommerurlaubs ein paar Tabletten einzuwerfen und sich dann ohne Sonnencreme oder anderen Schutz an den Strand zu legen – Denn ein bisschen Vorlaufzeit benötigt unser Körper.

Aber auch, wenn für Sie in einigen Wochen eine Computertomographie oder eine Röntgenaufnahme ansteht, kann Astaxanthin die Gefahr, die von den Strahlen ausgeht, stark abschwächen. Wissenschaftler empfehlen in diesem Fall zwei bis vier Milligramm täglich über einen Zeitraum von mehreren Wochen vor dem besagten Arzttermin.

Und auch, wer fliegt, setzt seinem Körper eine große Menge ionisierender Strahlung aus, besonders bei Flügen am Tage. Astaxanthin, in gleicher Dosierung eingenommen wie oben beschrieben,  verringert hier ebenfalls drastisch das Risiko von Strahlenschäden.

Nahrungsergänzungsmittel, Lachs und Krillöl

Da die Blutregenalge nicht auf unserem Speiseplan steht, ist es schwierig, Astaxanthin mit der Nahrung – und dann auch noch in ausreichenden Mengen – aufzunehmen. Es gibt aber viele Nahrungsergänzungsmittel, die das Carotinoid in hohen Konzentrationen enthalten. Auch in Wildlachs ist Astaxanthin vorhanden. Krillöl wird nicht nur aufgrund seiner gesunden Omega-3-Fettsäuren geschätzt, es ist ebenfalls reich an Astaxanthin.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 17.10.2016 aktualisiert.