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Chlor

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Bei Chlor handelt es sich um ein weiteres Mengenelement mit dem chemischen Symbol “Cl”, welches die Ordnungszahl 17 trägt. Es handelt sich also hier um ein Atom mit 17 Protonen im Kern. Es ist ein Halogen, ähnlich wie Fluor, Brom, Jod etc. Chlor ist ein sehr reaktives Element, weswegen es so gut wie nie ungebunden vorkommt. Wegen dieser hohen Reaktivität ist es auch sehr giftig. Dennoch ist es ein wichtiger Mineralstoff im Organismus, der gelernt hat, diese giftigen Stoffe optimal einzusetzen, ohne dass sie Schaden anrichten können.



Das Wort “Chlor” kommt auch im Wort “Chlorophyll” vor. Allerdings haben Chlorophyll und Chlor wenig gemeinsam, außer der Gemeinsamkeit des altgriechischen Namens, der darauf hindeutet, dass es sich hier um etwas “Grünes“ handelt:

Chlor ist im elementaren Zustand ein grünliches Gas, während das Chlorophyll verantwortlich ist für die grüne Farbe der Blätter.

Einige der wichtigsten und bekanntesten Verbindungen mit Chlor ist das Kochsalz, das Natriumchlorid. Dieses kommt in großen Mengen im Meer vor, aber auch im Organismus, wo es spezielle Aufgaben zu erfüllen hat. Es kommt aber auch in Form von anderen Chloriden vor - z.B. als Salzsäure (HCl) - und ist ein relativ häufiges Element auf der Erde. Es belegt immerhin noch Rang 19 in der Häufigkeit des Auftretens, hinter Kohlenstoff und Schwefel.

Chlor tritt auch in einer großen Menge, ca. 2200 organischen Verbindungen auf, die zu größten Teil von Meeresbewohnern, wie Schwämme, Seetang und Korallen synthetisiert werden. An Land gibt es deutlich weniger organische Chlorverbindungen.

Die meisten davon sind nicht natürlichen Ursprungs, sondern vom Menschen geschaffen. Die bekannteste Verbindung ist der Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW) mit seiner angeblich ozonschädigenden Wirkung.

Physiologische Bedeutung

Die toxische Wirkung des Chlors beruht auf seiner Fähigkeit, mit tierischem oder menschlichem Gewebe zu reagieren. Eine solche Reaktion würde das Gewebe zerstören. Von daher kommt dem Chlor nur eine Bedeutung als Chlorid-Anion zu. Und hier stellt dieses Anion den “Gegenspieler” zum Natrium dar.

Der menschliche Körper enthält etwa 75 bis 100 g Chlorid. Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist die Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks, was die Grundlage des Wasserhaushalts des Körpers ist. Da Natrium und Chlorid elektrische Ladungen enthalten, dient der Gegenspieler Chlorid als Garant für den Ladungsausgleich zum Natrium.

Das Natrium-Ion ist positiv, das Chlorid-Ion negativ geladen. Somit trägt das Chlorid Sorge für einen Ladungsausgleich, wenn Natrium in Zellen hinein oder hinaus transportiert wird, so dass immer die Tendenz zu einer Stabilisierung des Membranpotentials gegeben ist. In den Zellmembranen befinden sich eigens dafür Chloridkanäle, über die die Chlorid-Ionen im Bedarfsfall die Zellmembran durchwandern können.

Eine andere “Anwendung” des Körpers für Chlorid-Ionen ist der Magensaft, der hohe Konzentrationen an Salzsäure und damit Chlorid-Ionen enthält. Die Salzsäure im Magen dient der Verdauung und Abtötung eines großen Teils der mit der Nahrung einfallenden Pathogene. Der Magen hat dazu in seinem Fundus eine Reihe von Drüsen, die die Säure produzieren. Die tropft dann quasi von der Decke in den Mageninhalt, da der Fundus beim Magen im oberen Teil beheimatet ist.

Der überwiegende Teil des Chlorids im Organismus stammt aus Speisesalz, das mit der Nahrung aufgenommen wird. Man nimmt im Durchschnitt 3 g täglich als Erwachsener auf. Für Säuglinge gilt die Empfehlung, ein halbes Gramm nicht zu überschreiten.

Noch ein kurzes Wort zur Chemie von Chlor und Chloriden. Chlor ist das elektrisch neutrale Element, das wir im Periodensystem in hypothetisch idealer Form vorfinden. Liegt es als Ion, Anion genauer gesagt, vor, dann verleiht die negative Ladung dem Chlor eine chemische Reaktivität und es wird als “Chlorid” bezeichnet.

Chlor selbst kommt in reiner Form nur als Cl2 vor, also mit sich selbst gebunden. Ähnliches Verhalten kennen wir vom Sauerstoff, der in der Natur auch nie isoliert, sondern immer in gebundener Form oder als O2 vorkommt.