Asparaginsäure

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Anwendung, Wirkung und Nutzen

Die Asparaginsäure (Asp oder D) mit der Summenformel C4H7NO4 ist eine Aminosäure, die für uns Menschen nicht essentiell ist, da wir sie selber synthetisieren können. Meist liegt sie "deprotoniert" vor (Protonen wurden durch Säure-Base-Reaktionen abgespalten) und wird deshalb auch als Aspartat bezeichnet.

Die Aminosäure kommt gehäuft in Hülsenfrüchten und Spargel sowie in Fisch und Fleisch vor. Da unser Körper Asparaginsäure selber herstellen kann, ist ein Mangel im Normalfall auszuschließen. Lediglich, wenn der Organismus über längere Zeit insgesamt zu wenige Aminosäuren aufnimmt, kann es zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen kommen.

Aspartat wirkt als Neurotransmitter, der im Zentralnervensystem Informationen von einer Zelle zur anderen weitergibt.

Gemeinsam mit der Glutaminsäure, bei der es sich ebenfalls um eine Aminosäure handelt, zählt die Asparaginsäure damit zu einer der häufigsten Botenstoffe des Gehirns. Allerdings ist ihre Wirkung als Botenstoff nicht ganz so stark wie die der Glutaminsäure.
 (Forth W. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie; Urban und Fischer 2001; S. 122). 

Asparaginsäure ist darüber hinaus am Harnstoffzyklus beteiligt. Hierbei werden stickstoffhaltige Abbauprodukte in den ungiftigen Harnstoff umgewandelt, der dann über die Nieren ausgeschieden werden kann. Hierdurch sorgt Asparaginsäure für die Entgiftung des Körpers.
 (Kreutzig T.: Kurzlehrbuch Biochemie; Urban & Fischer Verlag; 12. Aufl.; 2006).

Unsere Erbsubstanz, die DNA, ist aus verschiedenen Nucleotiden aufgebaut. Diese wiederum werden in unserem Körper schrittweise aus anderen Stoffen synthetisiert, wobei Asparaginsäure eine der Ausgangssubstanzen ist.
(Bannwarth H. et al.: Nucleotide und Nucleinsäuren; Basiswissen Physik, Chemie und Biochemie; Springer-Verlag; 2007).

Diese Stoffwechselfunktionen der Aminosäure werfen die Frage auf, ob im Körper auch andere, unerwünschte biochemische Reaktionen mit Asparagin stattfinden. Nachgewiesen ist beispielsweise, dass Asparagin mit reduzierenden Zuckern zu Acrylamid reagiert. Diese Zucker sind größtenteils völlig natürliche Nahrungsbestandteile wie Glucose, Fructose sowie Lactose und Maltose (Malzzucker). In der Leber wir Acrylamid zu Glycidamid umgewandelt, ein kanzerogenes und mutagenes Agens. So führte die Gabe von Acrylamid im Tierversuch mit Ratten zu Krebs und Erbgutschädigungen, was beim Menschen dann höchstwahrscheinlich auch der Fall ist. Vor diesem Hintergrund sind unphysiologisch hohe Dosen von Asparagin vorerst als kritisch zu beurteilen, weil es zu einer Erhöhung der Acrylamid-Konzentration kommen könnte.
(Open Chemistry Database/ U.S. National Library of Medicine)

Der umstrittene Süßstoff Aspartam besteht zu 40 Prozent aus Asparaginsäure. Die möglichen auftretenden Nebenwirkungen, wie Niedergeschlagenheit, Durchfall und Allergien, werden aber weitgehend auf die zweite enthaltene Aminosäure (das Phenylalanin) zurückgeführt.

Obwohl bei ordnungsgemäßer Dosierung von aspartathaltigen Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln keine Nebenwirkungen bekannt sind, sollte man Asparaginsäure-Präparate nur unter fachlicher "Aufsicht" über einen längeren Zeitraum einnehmen.

Da die Asparaginsäure als Neurotransmitter im Zentralnervensystem Informationen weitergibt, sind bei einer Überdosierung negative Folgen nicht ausgeschlossen. Der Konsum großer Mengen Asparagin über einen längeren Zeitraum soll zu einem "hirnorganischen Abbau" führen können. Bei der Behauptung handelt es sich aber bisher nur um eine Hypothese, die als nicht bewiesen gilt.

Nebenwirkungen

Da stellt sich natürlich sofort die Frage: Gibt es negative Folgen oder Nebenwirkungen bei der Einnahme der Asparaginsäure?

Leider ist die Datenlage zu Nebenwirkungen nicht wirklich einheitlich. Einige Quellen gehen davon aus, es gäbe gar keine Nebenwirkungen, andere berichten von "schlimmen Nervenschädigungen". Originalquellen mit Forschungsergebnissen konnte ich bis jetzt jedoch keine finden. Insofern muss ich hier eine Antwort schuldig bleiben. Und zu einem Selbstversuch habe ich auch keine Lust.

Fazit

Es gibt wirkungsvollere Aminosäuren, die besser untersucht sind und bei denen ich mir zu den Nebenwirkungen wesentlich weniger Gedanken machen muss.

 

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 22.3.2016 überarbeitet.